16.4. VM 2011: Zwei Schweizer Rekorde, ein Titel, und ein Vizemeistertitel. So läßt sich in Kurzform das Vereinsmeisteschaftswochenende der Limmat Sharks zusammenfassen.

Die Frauenmannschaft der Sharks gewann souverän mit über 900 Punkten Vorsprung, obwohl man bei den Frauen gar nicht als Favorit angetreten war.Vorjahressieger Lausanne Natation hatte sich auf kritischen Positionen verstärkt und schien eine harte Nuß zu sein. Aber mit einem Blitzstart legten die Limmat Sharks gleich zu Beginn der Wettkämpfe die Richtung fest, in die das Wettkampfwochenende laufen sollte. Nico van Duijn war der erste Starter für die Sharks, und er ließ trotz Ermüdungsbruch einer Rippe nicht viel anbrennen und schwamm die 200m Freistil erstmals unter 1:50,00s (1:49.55s genau), womit er dann auch gleich der schnellste Krauler des gesamten Wettkampfes war. Danielle Villars, die eine Woche vorher wenig Positives an ihren Leistungen bei der Langbahn-SM finden konnte, ging wenige Minuten später über dieselbe Strecke an den Start und konnte überzeugend zeigen, daß sie wesentlich mehr kann als vor Wochenfrist gezeigt. Mit 1:58,26s blieb sie nicht nur über eine Sekunde unter ihrer alten Bestzeit, sondern auch noch 12/100s unter dem fast 10 Jahre alten Schweizer Rekord von Nicole Zahnd und konnte damit ihre erste Schweizer Bestmarke erreichen. Olympiakaderkollegin Martina van Berkel wollte dem in nichts nachstehen und schwamm kaum 10min später gleich den zweiten Schweizer Rekord der Veranstaltung, als sie ihre eigene Bestleistung über 200m Rücken aus dem Jahr 2009 in 2:10,90s um 27/100s unterbot. Auch über ihre Hausstrecke 200m Delphin fehlten ihr am selben Abend in 2:08,06s nur 5/100s zu ihrem eigenen Rekord. Direkt nach Martinas 200m Rücken war Daniellle erneut im Einsatz und konnte über 100m Delphin in 1:00,55s erneut eine neue Bestzeit erzielen, wobei sie mit Laetitia Perez die ehemalige Schweizer Rekordhalterin aus Lausanne hinter sich lassen konnte. Nach derart furiosem Beginn gaben die Frauen der Limmat Sharks die Führung nicht nur nicht mehr her, sondern bauten sie kontinuierlich aus. Neben Martina und Danielle glänzte besonders Florence Sigg mit einer makellosen Bilanz von 5 Bestzeiten aus 5 Starts, wobei sie in 29,19s über 50m Rücken einen neuen Vereinsrekord auf der kurzen Bahn aufstellen konnte. Über 200m Rücken gelang ihr in 2:16,23s die viertbeste Leistung in der Schweiz in dieser Saison. Ebenso mit weißer Weste stand Sara Mamié als Jüngste da, die über alle Lagenstrecken im Einsatz war und in jedem Rennen persönlich Bestleistung erzielen konnte. Tamara Rangelov (ebenfalls nur mit Bestzeiten), Pia Oderbolz, Claudia Bellasi und Elina Piesbergen sorgten dafür, daß es auf keiner Strecke einen Ausrutscher gab und der Sieg am Ende hochverdient war. Bei den Männern war ein zweiter Platz quasi vorprogrammiert, die Nachbarn aus Uster ließen nach verhaltenem Start am Ende nicht viel anbrennen und gewannen mit deutlichem Vorsprung. Die Sharks verkauften sich teuer, und die Mannschaft bestehend aus und Kilian Bossard, Tristan Buchs, Flavio de Corso, Joel Kempter, Val Mikos, Nico Van Duijn und Sergio Zarro zeigte einige gute Leistungen. Flavio konnte mit einer sehr guten 200m Lagenzeit auf sich aufmerksam machen, in 2:04, 96s übersprang er gleich einmal die 2:05min Marke. Auch in 100 und 200m Brust konnte er Bestzeiten erzielen und damit die Hi-Tech-Anzugära aus seinen persönlichen Rekordbüchern streichen. Nico konnte nach den 200m auch eine sehr gute Leistung über 400m Freistil erbringen. Über die Delphin-Strecken war er hingegen nicht ganz zufrieden. Sergio Zarro hingegen zeigte auf der Kurzbahn wieder eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Winter und konnte in 200m Delphin in 2:05,69s einen neuen Schweizer Altersklassenrekord für 16 jährige erreichen. Den alten Rekord brach er gleich um fast 2,5s. Auch über 100m Rücken (erstmals unter 59s) und die doppelte Distanz schwamm er überzeugende Rennen mit guten Bestzeiten. Addiert man die Punkte der Männer und die Frauen, so haben die Limmat Sharks den bisherigen Seriensieger Uster-Wallisellen erstmalig überholt und gehen so als stärkster Verein der Schweiz aus dem VM-Wochenende hervor. Und das ganze auch noch ohne Ausländer oder permanent im Ausland trainierende Sportler
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8.4. Schweizer Meisteschaften: WM Qualifikation für Martina van Berkel.Anläßlich der Schweizer Meisterschaften in Genf hat sich Martina van Berkel über ihre Paradedisziplin 200m Delphin für die Weltmeisterschaften in Shanghai qualifiziert. Sie machte gleich im Vorlauf alles klar, wo sie in mutig begann, ihr Tempo weitgehend durchzog und in 2:11.20s die Qualifikationszeit für Shanghai deutlich unterbot. Im Finale begann sie etwas verhaltener, schwamm dann etwas schneller und erzielte in 2:11.21s eine fast identische Zeit. Sie konnte auch die 200m Rücken für sich entscheiden, wurde zweite in 400m Lagen (in hervorragenden 4:51.00s) und zweite über 100m Delphin. Dazu kamen noch zwei Staffeltitel in der 4x200m Freistilstaffel und der 4x100m Lagenstaffel, so daß Martina die am meisten dekorierte Schwimmerin dieser Meisterschaften. David Karasek gelang mit guten Leistungen die Qualifikation für die Universiade, die dieses Jahr in Shenzen (ebenfalls China) ausgetragen wird. Auch er ließ nicht viel anbrennen und nutze gleich den ersten Versuch in der 4x200m Freistil-Staffel, um die Qualifikationszeit als Startschwimmer zu unterbieten. In seinen Einzelrennen würde er 2. in 200m Freistil, 4. in 400m Freistil und 3. in 400m Lagen. Die halb so lange Lagendistanz konnte er am letzten Tag überlegen für sich entscheiden. Als dritter Schwimmer der Limmat Sharks qualifizierte sich Sergio Zarro (Jg. 1995) für einen internationalen Wettkampf, das European Youth Olympic Festival in Trabzon (Türkei). Er unterbot in gleich 3 Strecken die Norm und war gleichzeitig schnellster 16 jähriger: in 100 und 200m Rücken, jeweils mit deutlicher Bestzeit, und in 400m Lagen, wo er zudem noch die Nationalkaderzeit für die Jugend unterbot. Weitere sehr gute Ergebnisse kamen von Florence Sigg (1994), die in ihrem ersten A-Finale auf der Langbahn gleich ein Medaille abholte, und zwar die Bronzemedaille über 100m Rücken. Auch in ihren anderen Rennen wußte sie mit guten Zeiten zu überzeugen. Die Jüngste der Mannschaft, Sara Mamié (Jg. 1996), aus dem Stall der B-Mannschaft von Kathlen Massow, konnte bei ihrer ersten Langbahn-Meisterschaft ebenfalls mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen und schwamm sich am letzten Tag in 200m Lagen gleich ins A-Finale, wo sie einen guten sechsten Platz belegte. Nicht nach Wunsch lief der Wettkampf für Kilian Bossard, der sich die Univesiadequalifikation als Ziel gesetzt hatte, und dieses Ziel mehrfach mehr oder minder knapp verfehlte. Da konnte ihn der dritte Platz über 200m Brust und der zweite in 400m Lagen nicht drüber hinwegtrösten, auch wenn er in letzterer Strecke Bestzeit schwamm. Ebenfalls nicht ganz zufrieden war Nico Van Duijn, der zwar über jede der Delphin-Strecken eine Medaille holen konnte, aber weder in der erwünschten Farbe noch in der erwünschten Zeit. In 2:02.22s konnte er über die lange Delphin-Distanz eine knappe Bestzeit erzielen. Flavio De Corso, der mit hervorragenden Vorleistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, konnte diese Ergebnisse noch nicht ganz umsetzen, ebenso wie Danielle Villars, die über ihre Spezialstrecken ihr Leistung nicht abrufen konnte. Sie mußte sich gar mit einigen 4. Plätzen zufrieden geben, was ihr sichtlich nicht schmeckte. Dabei hatte der Wettkampf mit einem 3.. Rang über 50m Delphin und nur äußerst knapp hinter der Titelträgerin gut begonnen, und daß die Arbeit im Vorfeld nicht ganz umsonst war, konnte sie dennoch zeigen, als sie nur 10 Minuten nach dem 100m Freistil Finale (mit dem fast obligatorischen 4. Platz als Ergebnis) über 200m Rücken befreit aufschwamm, zur Halbzeit sogar in Führung lag und schließlich hinter Martina in neuer Bestzeit den zweiten Rang erzielen konnte. Sehr spannend gestalteten sich zumindest einige der Staffeln. Die Männer konnten in beiden Freistil-Staffeln deutliche Vereinsrekorde erzielen, und waren auch jedes Mal schneller als die Siegerzeit des Vorjahres. Über 4x200m Freistil jagte man dem Dauersieger vom Nachbarn aus Uster sogar einen ziemlichen Schrecken ein, als sich das Quartett bestehend aus David Karasek, Nico Van Duijn, Val Mikos und Flavio de Corso nur äußerst knapp geschlagen geben mußte. Denselben Platz hinter demselben Gegner belegte dieselbe Besetzung über die halb so lange Distanz, wieder mit hervorragenden Abschnittszeiten, die auch für die in den Einzelrennen entäuschten zeigte, daß die Form da war. Die 4x100m Lagen Staffeln der Herren wurden 3. und 6., ebenfalls ein mannschaftlich hervorragendes Ergebnis. Bei den Damen eroberten sich die Sharks nach drei 2. Plätzen aus dem letzten Jahr die Krone in zwei der drei Rennen wieder zurück. Über 4x200m Freistil gewannen Danielle Villars, Pia Oderbolz, Florence Sigg und Martina Van Berkel letztendlich überlegen vor Lausanne Natation. In der halbsolangen Freistilstaffel mußte man sich mit Rang zwei begnügen. Die abschließende Lagenstaffel schließlich war ein enorm spannendes Rennen, daß den Trainern die Hände zittern ließ. Die in der Besetzung Florence Sigg, Elina Piesbergen, Martina Van Berkel und Danielle Villars schwimmende Staffel begann nicht mit dem erwünschten Tempo. Ein Abstand zu den Führenden war einkalkuliert worden, aber dessen Größe und ein sechster Platz nach Halbzeit des Rennens war dann doch unerwartet. Martina konnte mit einer soliden Abschnittszeit in Delphin die Staffel auf den dritten Platz zurückbringen. So blieb es Danielle überlassen, im letzten Rennen der Meisterschaften noch mal alle Kräfte zu mobilisieren. Bei 370m übernahmen die Sharks zum ersten Mal die Führung, die sie sich bis ins Ziel auch nicht mehr nehmen liessen. Danielles Abschnittszeit von 56.74s war fast zwei Sekunden schneller als ihr Einzelrennen über 100m Freistil, was zeigt, daß auch für sie die Form vorhanden war. Erstmalig seit Jahren haben die Limmat Sharks auch die meisten A- und B-Finalteilnahmen aller Mannschaften realisiert, und mit 21 Medaillen hinter Uster die zweithöchste Anzahl an Medaillen insgesamt. Wobei man schon ein Ausnahmetalent wie Dominik Meichtry benötigt, um die Sharks zu schlagen.
 

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