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Schwimmverein Limmat Zürich |
Wissenschaftler plädieren für Doping-FreigabeQuelle: Ärztezeitung
Anstelle der Dopingkontrollen solle es künftig Gesundheitstests geben, fordern britische und australische Forscher Dopingsubstanzen im Sport sollten freigegeben werden, fordern Wissenschaftler im Leitartikel des aktuellen "British Journal of Sports Medicine" (Br J Sports Med. 2004 Dec;38(6):666-70). Statt Dopingkontrollen sollte es künftig Gesundheitstests geben, was nicht nur fairer, sondern auch sicherer sei. Die viel beschworene Chancengleichheit im Sport könne es gar nicht geben, argumentieren Professor Julian Savulescu vom Uehiro Centre of Practical Ethics an der Universität Oxford und Bennett Foddy vom Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne in Australien. So seien allein schon die genetischen Voraussetzungen der Athleten unterschiedlich. Als Beispiel führen sie den finnischen Skilangläufer Eero Mäntyranta an. Der Goldmedaillen-Gewinner von 1964 hatte eine Punktmutation im Gen für den Erythropoetin-Rezeptor, wodurch sich in seinem Körper vermehrt rote Blutkörperchen bildeten. Doping im Leistungssport werde es immer geben, prognostizieren Savulescu und Foddy. Die Effektivität von Anabolika, Epo und Wachstumshormonen, die hohen Verdienstmöglichkeiten von Spitzensportlern sowie die geringe Kontrolldichte seien so verlockend, dass viele Berufssportler nicht widerstehen könnten. Dopende Sportler seien nicht a priori Betrüger, behaupten die Autoren. Denn was Betrug ist, sei Definitionssache. Wenn man Doping freigebe und verfügbar mache, gäbe es keinen Betrug mehr. Und ausserdem trockne man durch eine solche Massnahme den Schwarzmarkt aus. "Unser Kreuzzug gegen Doping ist gescheitert", so das Fazit der Wissenschaftler. Statt Dopingsünder zu verfolgen, solle man all jene Substanzen legalisieren, die die Leistung der Athleten verbessern, ohne ihre Gesundheit zu beeinträchtigen. Zudem könne man Gesundheitspässe einführen, in denen Hämatokrit und Hormonkonzentrationen festgehalten würden. Doping muss verboten bleiben!Quelle: Pete Smith, ÄrztezeitungFür die Freigabe von Dopingmitteln plädieren britische und australische Wissenschaftler im "British Journal of Sports Medicine". Die Forderung ist nicht neu. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich immer mal wieder Prominente als Dopingbefürworter geoutet, darunter Sportärzte und Spitzensportler wie der ehemalige Radprofi Dietrich Thurau, die Eisschnellauf-Olympiasieger Karin Enke und Erhard Keller, der Ex-Sprinter Manfred Ommer und der heutige Fussball-Trainer Felix Magath. Neu ist an der Forderung nur, dass sie an prominenter Stelle in einer angesehenen Sportmediziner-Zeitschrift abgedruckt wird. Denn die Argumente sind dieselben wie vor Jahren auch: dass die Freigabe von Anabolika und Epo zur Chancengleichheit im Sport beitrage und der Kampf gegen Doping nicht zu gewinnen sei. Mit letzterem Argument liesse sich auch die uneingeschränkte Legalisierung aller Drogen rechtfertigen. Doping muss verboten bleiben! Die Signalwirkung, die eine Freigabe auf Kinder und Jugendliche hätte, wäre fatal. Die Geschichte hat gezeigt, dass selbst Spitzensportler die Folgen jahrelangen Anabolikakonsums nicht abzuschätzen wussten. Wie sollten dies Kinder können? Gerade Ärzte müssen sich öffentlich gegen Doping wehren, wie es übrigens auch der Weltärztebund 1999 vorgegeben hat. |