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Doping von Minderjährigen in der DDR



Bundesgericht schafft Klarheit / 23. März 2000

Leipzig - In seiner ersten Entscheidung zum Doping von Minderjährigen im DDR-Sport hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass die Taten nicht verjährt sind. "In Fällen staatlich zentral gelenkter Vergabe schädlicher Dopingmittel an uneingeweihte minderjährige Sportler hat die Verjährung in der DDR auf Grund eines quasigesetzlichen Verfolgungshindernisses geruht", heißt es in der veröffentlichten Begründung des Beschlusses vom 9. Februar.

Mit der Entscheidung war die Revision des Sportarztes Bernd Pansold gegen seine Verurteilung wegen Beihilfe zur Körperverletzung durch das Landgericht Berlin vom 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig abgelehnt worden.

Pansold für Hormonvergabe an minderjährige Schwimmerinnen verurteilt

Der Sportarzt, der bis zur Schuldsprechung den Ski-Olympiasieger Hermann Maier am österreichischen Olympiastützpunkt in Obertauern betreut hatte, wurde am 7. Dezember 1998 vor der 34. Strafkammer in Berlin zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 80 Mark verurteilt.

Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass der Sportmediziner des SC Dynamo Berlin von 1975 bis 1984 die Vergabe männlicher Hormone an minderjährige Schwimmerinnen gesteuert hat. Daher wurde er wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Körperverletzung in neun Fällen schuldig gesprochen.

Eltern sind nicht aufgeklärt worden

Auf Grund der zentral organisierten Geheimhaltung wurden die Sportlerinnen, einschließlich ihrer Eltern, bewusst nicht über die ihnen verabreichten Mittel aufgeklärt. Die "unterstützenden Mittel" wurden nicht in Originalverpackungen ausgeteilt. "Den Sportlerinnen gegenüber wurde die Legende einzunehmender Vitamine oder Aufbaustoffe gebraucht", so die Begründung.

Der Einsatz von Anabolika führte zu Störungen im Hormonhaushalt und Fettstoffwechsel. Zudem bestand die Gefahr gravierender Nebenfolgen. So sind auch bei mehreren der betroffenen Sportlerinnen Folgeschäden in Form von Stimmvertiefung, übermäßiger Behaarung und Leberschäden aufgetreten.



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