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Chronologisches Doping Archiv im Schwimmsport

© Felix Gmünder, Schwimmverein Limmat Zürich

 

8 . November 2008

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8.11.2008 Epo-Doping funktioniert wohl anders als bisher gedacht. Mehr Hämoglobin - mehr Sauerstoff - mehr Leistung. So einfach funktioniert ErythropoetinDoping nicht, meinen zwei Sportmediziner. Die maximale Sauerstoffaufnahme korreliere bei gesunden Personen nicht oder nur schwach mit der Hämoglobin-Konzentration und dem Hämatokritwert, so die Professoren Dieter Böning aus Berlin und Norbert Maassen aus Hannover. Möglicherweise hätten die vorgeschriebenen Obergrenzen für Hb oder Hk bei Sportlern sogar einen unbeabsichtigten Effekt, nämlich dass Epo-Doper den optimalen Wert besser treffen, als wenn sie hemmungslos die hämatologischen Laborparameter in die Höhe treiben würden. Äthiopische und kenianische Läufer und Läuferinnen gehören seit Jahren zu den schnellsten der Welt. Äthiopier leben seit Jahrtausenden in großer Höhe. Bei ihnen steigt der Hb im Hochland kaum an und sie sind trotzdem leistungsfähig. Auch bei Kenianern ändern sich die Hb-Konzentrationen kaum, egal ob sie sich in 2100 m Höhe befinden oder im Flachland. Kommt dagegen ein europäischer Sportler von seinem Höhentraining, finden sich regelmäßig abfallende Hb-Werte. "Daher kann eine eventuelle Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit in Normoxie nicht mit dieser Größe zusammenhängen", argumentieren Böning und Maassen in der "Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin" (7-8, 2008, 175). Auch Ausdauertraining mit Zunahme der maximalen Sauerstoffaufnahme führe zu einer leichten Absenkung des Hb. Zudem nützt ein gesteigerter Sauerstoffgehalt des Blutes nichts, wenn die Durchblutung abnimmt. Genau das passiert jedoch, wenn der optimale Hämatokrit überschritten wird: Die Viskosität des Blutes nimmt zu, und das Herz kann die zunehmende Pumpleistung nicht mehr aufbringen. Wo der optimale Hk beim Menschen liegt, ist unbekannt. Er dürfte jedoch nach Ansicht von Böning und Maassen unter 50 Prozent liegen, vor allem wegen der im Vergleich zu Tieren, die für Leistungsvergleiche herangezogen werden, größeren Erythrozyten. Es sei denkbar, dass in der Evolution des Menschen ein suboptimaler Wert selektiert wurde, weil ansonsten das Thromboserisiko und damit die Sterbewahrscheinlichkeit größer sind, meinen die Sportmediziner. Helfen also die Anti-Doping-Vorschriften mit Bezug auf hämatologische Grenzwerte indirekt den Dopern, weil das Sauerstoffangebot an die Muskulatur bei Hk-Werten über 50 bis 60 Prozent abnimmt? Zumindest sind es wohl andere Faktoren als die genannten Laborparameter, die beim Epo-Doping wirken:
  • Epo verbessert die Sauerstoffabgabe an das Gewebe. Das könnte den bei Ausbelastung stattfindenden Abfall der arteriellen O2-Sättigung verlangsamen.
  • Der Anteil junger Erythrozyten mit guten funktionellen Eigenschaften (Verformbarkeit, Enzymaktivität, Sauerstoffbindungskurve) erhöht sich. Nach Absetzen von Epo verschlechtert sich allerdings die Erythrozytenqualität wieder, und zwar innerhalb weniger Tage.
  • Die vasokonstriktorische Wirkung von Epo oder auch die erhöhte Hb-Konzentration könnte die Kreislauffüllung bessern. Langfristig fördert Epo die Gefäßbildung.
  • Epo schützt Erythrozyten gegen Radikale und das Hirn vor Hypoxie.
Nicht vergessen werden sollten auch ein gewisser Placeboeffekt sowie eine stimmungsaufhellende Wirkung, meinen Böning und Maassen. Von diesen Erkenntnissen erhoffen sie sich einen gewissen Anti-Doping-Effekt. Denn die Zunahme der Hb-Konzentration sei eben nicht grundsätzlich leistungsfördernd, so Böning zur "Ärzte Zeitung". Und eine hohe Dosierung von Epo sei nicht nur gesundheitsschädlich, sondern könne die Leistung sogar mindern.
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9.10.2008 WADA mit neuer Dopingliste. Auf ihrer Website hat die WADA die für 2009 nachgeführte Liste der verbotenen Substanzen und methoden veröffentlicht [zur WADA].
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6.10.2008 Gendoping. Gendoping könnte für skrupellose Sportler reizvoll, aber auch extrem gefährlich sein. Die Olympischen Spiele sind seit Wochen vorbei, aber der Zweifel an der Natürlichkeit einiger gezeigter Leistungen bleibt. Nicht ohne Grund wurden alle 4500 Dopingproben eingefroren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt, wenn neue Testverfahren entwickelt sein werden, erneut zu analysieren. Möglicherweise - wenngleich aus heutiger Sicht nicht sehr wahrscheinlich - werden sich dabei auch erste Hinweise auf Manipulationen auf genetischer Ebene zeigen. In seinem jetzt vorgelegten Bericht über Gendoping kommt das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) jedenfalls zu dem Ergebnis, dass diese Form der Leistungsmanipulation bereits "in den kommenden Jahren eine neue Qualität von Doping zur Folge haben und die Dopingbekämpfung vor neue Herausforderungen stellen" wird. In seiner Beschreibung, was Gendoping sei, folgt das TAB der Definition der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), wonach man unter diesem Begriff "die nichttherapeutische Anwendung von Zellen, Genen, Genelementen oder der Regulierung der Genexpression, welche die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen kann", vereint. Dabei werde zumeist "konkret genetisches Material in Form von DNA oder RNA einer Zelle, einem Organ oder Organismus zugeführt". Hingegen seien Strategien der Menschenselektion oder gar -züchtung mit dem Ziel der sportlichen Leistungssteigerung in "absehbarer Zukunft" aller Voraussicht nach nicht umsetzbar, weil das molekulargenetische Wissen zu "Hochleistungsgenvarianten" bislang äusserst begrenzt, unscharf und widersprüchlich sei. Das Ziel von Gendoping sei viel eher eine Modifikation der körpereigenen Genaktivität - ob in Form einer Aktivierung, Verstärkung, Abschwächung oder Blockade der Genexpression. Wahrscheinliche Ansatzpunkte sehen die Autoren des TAB-Berichts in drei physiologischen Bereichen und deren molekularer Regulation: dem Aufbau der Skelettmuskulatur, der Sauerstoffversorgung und der Energiebereitstellung. Ein Ansatz für eine genetische Manipulation im Bereich der Skelettmuskulatur bildet das Myostatin-Gen. Laborversuche mit Mäusen etwa haben ergeben, dass man durch das Ausschalten dieses Gens ein abnormes Muskelwachstum erzielen kann. Eine verbesserte Sauerstoffversorgung könnte durch eine körpereigene Stimulation der Synthese von Erythropoeitin (EPO) erreicht werden - hier gibt es in der Forschung schon vielversprechende Ansätze. Schliesslich kann beispielsweise die Glucoseverwertung (vor allem im Skelettmuskel) durch die Überexpression des Gens GLUT4 (Glucosetransporter4) gesteigert werden. Die gesundheitlichen Risiken solcher Manipulationen sind kaum abschätzbar, da sie ohne empirische Basis nur wissenschaftlich plausible Annahmen darstellen. Beim Einschleusen von genetischem Material ergeben sich mögliche Risiken durch unkontrollierte Ausbreitung des Fremdgens im Organismus, durch Mutationen und Immunreaktionen. Eine Folge der übermässigen Genexpression von leistungsrelevanten Biomolekülen könnte ein unkontrolliertes Zellwachstum sein. Die unwägbaren Gesundheitsrisiken des Gendopings, so vermuten die Autoren, werden jedoch keinen manipulationsbereiten Athleten abschrecken. "Entscheidend für eine Nutzung (...) von Gendopingmethoden dürften (...) in erster Linie die potenzielle Steigerung der Leistungsfähigkeit, sowie die (Nicht-)Nachweisbarkeit sein." Hier setzt die WADA an, die schon vor Jahren ein internationales Förderprogramm zum Gendopingnachweis ins Leben gerufen hat. Derzeit werden zwanzig Forschungsprojekte gefördert. Die meisten Forscher wollen beim Athleten Abweichungen vom normalen physiologischen Zustand bestimmen und zielen damit auf einen indirekten Nachweis von Gendoping. Hierbei geht es um die Bestimmung hochdifferenzierter Profile verschiedener Moleküle in Blut- und Gewebeproben, so genannter Biomarker. Ob eindeutige Hinweise auf eine Manipulation der Genaktivität allein als Nachweis ausreichen oder nur einen Anfangsverdacht begründen werden, dem sich spezifische Einzelnachweise anschliessen müssen, ist derzeit noch nicht geklärt. Der TAB-Bericht stellt die zurzeit wohl umfassendste Untersuchung zu den Entwicklungen möglichen Gendopings dar. Deutlich wird, dass es mehrere Ansatzpunkte und viele medizinisch-pharmazeutische Methoden und Verfahren gibt, die zur Leistungssteigerung missbraucht werden könnten. Die Autoren weisen darauf hin, dass solche Manipulationen über den Leistungssport hinaus künftig auch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen könnten, etwa im Bereich in der Anti-Aging-Medizin. [Der Bericht im Internet]
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6.9.2008 Rebeca Gusmao lebenslänglich gesperrt. Rückwirkend auf den 18.7.2007 ist die brasilianische Schwimmerin Rebeca Gusmao von der FINA lebenslänglich gesperrt worden. Gusmao wurde zweimal gedopt erwischt: Ein erstes Mal 2006 (Testosteron) und das zweite Mal im Juli 2007 (wiederum Testosteron). Ein Protest ist noch beim Internationalen Sportsgerichtshof hängig mit der Begründung, dass ihr Körper übermässig viel Testosteron produziere.

6.9.2008 Phelps gründet Stiftung. Michael Phelps wird zum Philantropen: Mit seiner Speedo-Million güindet Phelps die Michael-Phelps-Foundation. Als erste Aktion startet Phelps eine 8-Städte-Tour mit Speedo, auf der er seine Erlebnisse in Beijing mit Kindern teilen will. Darüber hinaus will Phelps den Kindern sein Motto bekannt machen: Dream, Plan, Reach oder träume, plane, erreiche. Das Motto hat Phelps von seinem Trainer Bob Bowman gelernt, eigentlich sollte es Bob-Bowman-Prinzip heissen, meint Phelps. Nach dem Gewinn seiner acht Goldmedaillen will Phelps Kinder befähigen Ziele zu setzen und zu erreichen. Speedo und die Muttergesellschaft Warnaco schossen für die achte Goldmedaille zusätzliche US$ 200'000 in die Stiftung ein. Der Stiftungszweck wird umschrieben mit "gemeinnütziger Erziehung und Forschung" sowie "Förderung einer gesunden, aktiven Lebensweise, vor allem bei Kindern, mittels Chancenverbesserung zur Teilnahme im Schwimmsport, sowohl national wie auch international".
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27.8.2008 Alle Dopingtests beim Schwimmen negativ. (dpa) - Bei der Rekord-Flut im Pekinger Wasserwürfel hat es keine positiven Dopingtests gegeben. Wie der Schwimm-Weltverband FINA «erfreut» mitteilte, waren alle Proben bei den Olympischen Spielen negativ. Insgesamt seien 216 Urin-, 103 EPO- und 24 Blutkontrollen durchgeführt worden, berichtete die FINA. Bei den Wettkämpfen in der ersten Olympia-Woche hatte der Amerikaner Michael Phelps acht Goldmedaillen gewonnen und damit die 36 Jahre alte Bestmarke seines Landsmanns Mark Spitz verbessert. Insgesamt hat der 23-Jährige nun 14 Goldmedaillen errungen und ist damit der erfolgreichste Olympionike der Sportgeschichte. In der futuristischen Schwimm-Arena hatte es in Peking 25 Weltrekorde gegeben.
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17.8.2008 Phelps unsterblich - 8. Gold in Beijing. (sid) Mit seinem achten Gold hat Michael Phelps seinen Landsmann Mark Spitz, der 1972 in München sieben Mal triumphierte, als olympischer Rekordhalter abgelöst. Phelps gewann mit Aaron Peirsol, Brendan Hansen und Jason Lezak die 4 x 100 Meter Lagen-Staffel in der Weltrekordzeit von 3:29,34 Minuten. Das US-Team blieb damit 1,34 Sekunden unter der bisherigen Bestmarke. Zweiter wurde Australien (3:30,04) vor Japan (3:31,18). Russland schwamm als Vierter in 3:31,92 Europarekord. Mit 14 Goldmedaillen von den Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking dürfte Phelps viele Olympiaden lang die "ewige Bestenliste" der erfolgreichsten Sommer-Olympioniken anführen. Das bisherige Spitzen- Quartett - Turnerin Larissa Latynina aus der damaligen Sowjetunion, Finnlands Lauflegende Paavo Nurmi sowie die Amerikaner Mark Spitz (Schwimmen) und Carl Lewis (Leichtathletik) - folgt weit zurück mit je neun Goldmedaillen. Der Australier Grant Hackett vergab über die 1.500 Meter Freistil die Chance, als erster Mann auf einer Strecke dreimal in Serie Olympiasieger zu werden. Er schlug hinter Oussama Mellouli als Zweiter an. Mellouli sorgte in 14:40,84 Minuten für die erste Olympia-Medaille eines tunesischen Schwimmers. Vor den Olympischen Spielen war der 24-Jährige 18 Monate wegen Dopings gesperrt gewesen und durfte erst seit Mai wieder an Wettkämpfen teilnehmen. "Ich habe alles versucht. Ich bin auch zufrieden mit Silber, auch wenn es nicht das ist, was ich wollte", sagte Hackett, der für die Strecke 14:41,53 Minuten benötigte. Bronze gewann der Kanadier Ryan Cochrane in 14:42,69 Minuten. Gold in der 4 x 100 Meter Lagen-Staffel der Frauen holte sich das australische Frauen-Quartett Emily Seebohm, Leisel Jones, Jessicah Schipper und Lisbeth Trickett. Sie gewannen in der Weltrekordzeit von 3:52,69 Minuten und blieben damit 3,05 Sekunden unter ihrer eigenen Bestmarke. Zweiter wurde die USA (3:53,30) vor China in 3:56,11 Minuten. Als Vierte schwammen die Britinnen in 3:57,50 Minuten Europarekord. Auch Startschwimmerin Gemma Spofforth erzielte über 100 Meter Rücken eine europäische Bestzeit. Britta Steffen hat ihre zweite olympische Goldmedaille gewonnen. Die Berlinerin setzte sich nach ihrem Triumph über 100 Meter Freistil auch im Rennen über 50 Meter durch. Steffen schwamm bei ihrem Sieg in 24,06 Sekunden Europarekord. «Das ist gigantisch», sagte sie. «Einfach nur Hammer.» Wenn ihr jemand vor den Spielen gesagt hätte, dass sie in China zweimal Gold gewinnen würde, hätte sie entgegnet: «Träum weiter!» Als Zweite gewann die 41 Jahre alte Amerikanerin Dara Torres in 24,07 Sekunden ihre insgesamt elfte olympische Medaille. Bronze sicherte sich Cate Campbell aus Australien in 24,17 Sekunden. 20 Jahre nach dem Olympiasieg von Kristin Otto war Steffens Erfolg das zweite deutsche Gold auf dieser Strecke. Entscheidend sei gewesen, dass sie vom Kopf her frei gewesen sei, erklärte Britta Steffen.
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15.8.2008 Doping-Kontroverse nach Weltrekord-Flut. (dpa) - Die Weltrekordflut bei den olympischen Schwimm-Wettkämpfen in Peking mit dem schon sechsfachen Goldmedaillen-Gewinner Michael Phelps an der Spitze hat in Deutschland eine Kontroverse über Doping-Spekulationen ausgelöst. Während der dreimalige Olympiasieger Michael Groß vor einer Vorverurteilung der herausragenden Leistungen des Amerikaners warnt, beobachtet Hochsprung-Olympiasiegerin Heike Henkel die Großtaten von Phelps mit «gemischten Gefühlen». Auch der Kölner Doping-Analytiker Wilhelm Schänzer ist skeptisch. «Es würde mich nicht wundern, wenn im Nachhinein noch unerlaubte Mittel entdeckt würden», sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Unterdessen wurden bei den Peking-Spielen zwei weitere Doping-Fälle bekanntgemacht: Der zweifache Medaillengewinner Kim Jong-Su und die Turnerin Thi Ngan Thuong aus Vietnam sind positiv getestet worden. Der Schütze aus Nordkorea ist der Einnahme des verbotenen Betablockers Propranolol überführt und nachträglich disqualifiziert worden. Er müsse seine Silbermedaille aus dem Wettbewerb mit der Freien Pistole und das Luftpistolen-Bronze zurückgeben, teilte Giselle Davies, Sprecherin des Internationale Olympischen Komitees (IOC), mit. Bei Thi Ngan Thuong Do wurden Spuren des Diuretikums Furosemid gefunden. Bisher hat das IOC 2203 Tests in der chinesischen Hauptstadt durchgeführt. Die niedrige Zahl der positiven Proben sei eine Folge des «erhöhten Bewusstseins bei den Athleten, dass Doping inakzeptabel» sei, betonte Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des IOC. Die Zahlen seien auf jeden Fall «sehr ermutigend». Zuvor war unter der IOC-Hoheit bereits die spanische Radfahrerin Maria Isabel Moreno mit dem Blutdopingmittel EPO erwischt worden Laut Schänzer könne man angesichts der Flut von 21 Welt- und 24 Europarekorden im «Wasserwürfel» von Peking den Missbrauch von illegalen Mitteln nicht ausschließen. «Gewisse leistungsfördernde Mittel wie Insulin oder Fremdblut-Doping können momentan nicht entdeckt werden», berichtete Schänzer. Das IOC hatte angekündigt, alle 4500 Doping-Proben der Pekinger Spiele für einen Zeitraum von bis zu acht Jahren einzufrieren und mit neuen Analysetechniken auch nachträglich zu prüfen. Der einstige deutsche Schwimm-Star Michael Groß sieht dagegen in den außergewöhnlichen Leistungen in Peking keinen Grund für einen Generalverdacht. «Ich würde mir verbitten zu sagen, das geht nur mit Doping», sagte er im Interview mit dem «Deutschlandradio Kultur». Wenn das so wäre, «müssten wir die Spiele einstellen und sie 'Olympischen Zirkus' nennen». Hinter den extremen Leistungen stehe vor allem die starke Professionalisierung des Sports. Das habe zunächst einmal nichts mit Doping zu tun, meinte Groß. Der lange Oberkörper von Michael Phelps, sein extremer Beinschlag sowie die Technik der Startsprünge und Wenden seien die halbe Miete des Erfolgs, glaubt der einstige Weltklasse-Schwimmer: «Er benutzt seinen Armzug wie eine Wand, um sich daran hochzuziehen. Da ist tierisch Power dahinter, die seine Leistungs-Dimension erklärt.» Bereits seit dem 15. Lebensjahr schwimme der Amerikaner auf extrem hohem Niveau. Seine Entwicklungs-Kurve sei nachvollziehbar und relativ normal. «Das Einzige was mich beeindruckt und erstaunt, ist dieses extrem hohe Leistungsniveau mehrfach hintereinander. Das ist schon fast unmenschlich», äußerte Groß. «Vielleicht wäre es für ihn mal gut, wenn er ein Rennen verliert, um zu zeigen, dass er kein Übermensch ist.» Einen solchen Persilschein mag Phelps die frühere Hochspringerin Heike Henkel nicht ausstellen. «Wenn ich die Zeiten sehe, werde ich skeptisch. Da frage ich mich schon: Wie ist das möglich ohne unterstützende Mittel?», sagte die Olympiasiegerin von 1992 «Zeit online». «Dass er nur wegen seines speziellen Schwimm-Anzugs so schnell schwimmt, kann ich mir nicht vorstellen.» Sie verstehe, wenn gegen Sportler ein Generalverdacht besteht und könne «nachvollziehen, dass ein Großteil des Publikums den Glauben verloren hat».
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6.8.2008 US-Stars Torres und Phelps: Locker und schnell. (dpa) - Dara Torres und Michael Phelps sind völlig entspannt. Locker plaudern die Schwimmstars aus den USA vor einem Großaufgebot internationaler Medien-Vertreter und mehreren Dutzend Kameras über ihre olympischen Vorhaben. «Es läuft klasse. Ich stecke voller Energie. Ich bin stolz, ein Teil dieser Spiele zu sein» - die 41 Jahre alte Torres kann ihre Vorfreude nicht verbergen. Dann grinst sie und spielt verbalen Doppelpass mit Phelps. Der grinst zurück: «Alles prima hier. Besser kann man es nicht haben.» Mit seinem neuen Fu-Man-Chu-Bärtchen demonstriert der 23-Jährige eine Gelassenheit, die nur einen Rückschluss zulässt: Phelps ist bärenstark. «Physisch ist er noch besser als in Athen», bestätigt Phelps-Trainer Bob Bowman. Sein Schützling, sechsfacher Olympiasieger von 2004, fiebert dem ersten Einsatz im futuristischen Wasserwürfel von Peking, den Vorläufen am Samstag über 400 Meter Lagen, entgegen: «Ich will raus, ich will schwimmen, ich will meine Rennen machen, ich liebe diese Herausforderungen.» Achtmal will er ran, achtmal will er gewinnen und seinem Landsmann Mark Spitz den Rekord der Spiele von München 1972 mit sieben Goldmedaillen entreißen. «Solche Pläne habe ich eigentlich nicht konkret gemacht. Ich will einfach nur so schnell sein wie möglich», sagt Phelps. Nichts soll eine Rolle spielen. Es ist ihm einerlei, ob ein Sponsor eine Million Dollar zahlen will, wenn er es schafft. Doch die Fragen nach der «magischen Acht» scheinen ihn ebenso leicht zu nerven wie diejenigen, die Dara Torres zum Thema Doping hören muss: «Das ist jetzt schon die Tausendste. Ich sage noch einmal, dass ich alles getan habe, um zu beweisen, dass ich sauber bin.» Das betont auch Phelps mit energischer Stimme. Die sehr vermögende Hobby-Sportlerin und Mutter Dara Torres spricht viel lieber über ihre Rolle als Repräsentantin der ewig jungen Vierziger. Darin ist sie perfekt. Wären nicht die Fältchen - ein Beobachter müsste neidvoll feststellen, dass sie figürlich besser aussieht als 1984 bei ihren ersten Olympischen Spielen in Los Angeles. Drahtig, rank, schlank und so schnell, dass Frauen, die ihre Töchter sein könnten, im Wettkampfbecken nur die Fersen der vierfachen Olympiasiegerin sehen. Ihr Credo: «Schnell schwimmen, Spaß haben.»
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6.8.2008 Phelps-Festival in Peking - Megastar und Malocher. (dpa) - Die 29. Olympischen Spiele können zum Phelps-Festival werden. Der US-Ausnahmeschwimmer Michel Phelps ist jedenfalls «bereit für die Herausforderung» und für seine angestrebte Gold-Gala. Und er will die «magische Sieben» übertreffen und Geschichte schreiben. Die sieben Goldmedaillen seines Landsmanns Mark Spitz von München 1972 sind bislang das Nonplusultra - Phelps startet achtmal und gilt dabei immer als Topfavorit. Spitz schätzt die Chancen auf einen «Goldrausch» sehr hoch ein. «Ich erwarte eine unglaubliche Erfolgsstory von ihm. Wir haben seine beste Zeit noch gar nicht gesehen», prognostizierte der 58-Jährige. Und er erwartet von Phelps eine ähnliche Dominanz, wie er selbst sie vor 36 Jahren zeigte. «Ich wäre ihm nicht einmal böse, wenn er meinen Rekord brechen würde. Schließlich war ich seine Inspiration für dieses Ziel», sagte Spitz. Phelps hat in Peking das gleiche Programm wie 2004 in Athen, als ihm mit 19 Jahren ein goldener «Sechserpack» gelang, der zudem noch mit zweimal Bronze garniert wurde. Er schwimmt erneut beide Lagen-Distanzen, beide Schmetterlings-Strecken, die 200 Meter Freistil sowie alle drei Staffeln. Auf allen fünf Einzelstrecken ist er Weltmeister und hält bis auf die 100 Meter Schmetterling auch jeweils den Weltrekord. Und deshalb ist die Frage längst nicht mehr nur, ob er den Spitz-Rekord brechen kann, sondern was eigentlich dagegen spricht, dass er nicht sogar achtmal Gold holt? «Schwer zu sagen», meinte sein Trainer Bob Bowman. Es könne so viel passieren. Sein Ziel sei es erstmal, Phelps so fit wie möglich an den Start zu bringen. Und dann werde man sehen. Die Einzigen, die dem 23-Jährigen die große One-Man-Show verderben könnten, sind seine Landsleute Ryan Lochte (200 Meter Lagen) und Ian Crocker (100 Meter Schmetterling). Bei den US-Trials hielt Phelps beide auf Distanz. Aber in Peking werde es noch härter, gegen sie zu gewinnen, glaubt er. US-Cheftrainer Mark Schubert sieht die 200 Meter Lagen als Highlight. Das werde wie einst der 100-Meter-Sprint zwischen Carl Lewis und Ben Johnson, «natürlich ohne Doping», so Schubert. Phelps hält sich bislang mit Prognosen zurück. Er war noch nie ein «Lautsprecher», sondern immer ein Mann der Zahlen, der Star der Statistiken: sechs Olympiasiege, 17 WM-Titel, 22 Weltrekorde. Auch finanziell schwimmt er auf einer Erfolgswelle, verdient mit Werbung rund fünf Millionen Dollar im Jahr und ist somit der bestbezahlte US- Schwimmer überhaupt. Doch Phelps ist nicht nur Megastar und Multi-Millionär, sondern vor allem ein «Malocher». «Michael trainiert härter als jeder andere auf der Welt», sagt sein ehemaliger Staffel-Kollege Neil Walker. Bowman wird nicht müde zu betonen, dass sich sein Star keinen freien Tag gönnt. Sonntage gäbe es für ihn eben so wenig wie Feiertage. Und eine Erkältung sei noch lange kein Grund, zu Hause zu bleiben, so Bowman. Nach den sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen in Athen hatten er und Phelps entschieden, noch härter zu trainieren. Bei der WM 2007 in Melbourne schwamm Phelps fünf Weltrekorde und holte sieben Titel. Den achten verpasste er nur, weil die US-Staffel nach einem Fehlstart disqualifiziert wurde. Eine derartige Dominanz zieht automatisch Doping-Fragen nach sich. Allerdings kann Phelps darauf verweisen, dass er von 2001 bis Juni 2007 insgesamt 59 Mal von der nationalen Anti-Doping-Agentur (USADA) kontrolliert. Hinzu kamen weitere Tests bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen - alle waren negativ.
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4.8.2008 Thorpe klagt gegen "L'Equipe". Eine Dopingprobe von Thorpe hatte einen unnatürlich hohen Wert an körpereigenen Hormonen aufgewiesen. Der vor knapp zwei Jahren zurückgetretene Spitzenschwimmer hatte jegliches Doping vehement bestritten. Der Weltverband FINA stellte die Untersuchungen ebenso ein wie Australiens Anti-Doping-Agentur ASADA.
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3.8.2008 US-Schwimmerin Hardy 2 Jahre wegen Dopings gesperrt. (dpa) - Wegen Dopings ist die amerikanische Brustschwimmerin Jessica Hardy für zwei Jahre gesperrt worden. Die 21-Jährige war der Einnahme des anabolen Mittels Clenbuterol überführt worden und wird nicht an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen können. Dies teilte die US-Anti-Doping-Agentur mit. Jessica Hardy war am 4. Juli bei den US-Olympia-Ausscheidungen in Omaha positiv getestet worden. Die frühere Weltrekordhalterin über 100 Meter hätte in Peking zu den Favoritinnen gehört.

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3.8.2008 Übergang Fachkommission für Dopingbekämpfung – Antidoping Schweiz. Am 30. Juni 2008 ist die Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic (FDB) aufgelöst worden. Sämtliche Aufgaben und Zuständigkeiten der ehemaligen FDB, insb. der komplette Dopingkontrollprozess, sind per 1. Juli 2008 auf Antidoping Schweiz übergegangen. Dies bedeutet, dass die Kontrollen seit diesem Datum von Antidoping Schweiz geplant und durchgeführt werden. Auch das Resultatmanagement liegt neu im Zuständigkeitsbereich von Antidoping Schweiz. Die Gründung von Antidoping Schweiz hat folglich keine Auswirkungen auf den Dopingkontrollprozess. Die Kontrollen werden unverändert durchgeführt. Auch die anwendbaren Bestimmungen, bspw. das Doping-Statut und seine Ausführungsbestimmungen, sind unvermindert gültig. Schliesslich beeinflusst die Gründung von Antidoping Schweiz in keiner Weise die Arbeit der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic.
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2.8.2008 Mobbing-Vorwürfe gegen Madsen. (sid) Im deutschen Schwimmerlager ist weiter Feuer unterm Dach. Erst das Theater um den Olympia-Start der Brustschwimmerin Vipa Bernhardt, jetzt holt Bundestrainer Manfred Thiesmann zum Rundumschlag aus. Thiesmann, der das Amt seit 1980 ausübt und u.a. Michael Groß und Franziska van Almsick zu Olympiasiegen und WM-Titeln führte, fühlt sich durch DSV-Chefcoach Örjan Madsen ausgebootet. Er spricht im Interview mit der "Sport-Bild" sogar von "Mobbing". Der 62-jährige Thiesmann durfte deshalb nicht mit dem deutschen Team nach Peking reisen. Eine Klage scheiterte. Er wird aber trotzdem die Spiele miterleben, weil Michael Groß ihm den Aufenthalt durch eine Privatinitiative ermöglicht. Doch Thiesmann teilt nicht nur gegen den DSV aus, sondern zweifelt aus seinen Trainer-Erkenntnissen daran, dass der amerikanische Superstar Michael Phelps ohne Doping die sensationellen Leistungen erzielt.
Thiesmann über Madsen
"Örjan Madsen wirft mir Illoyalität vor." Das sei der Grund für die Ausbootung. Und dann rechnet er mit dem Chefcoach ab: "Er war es schon immer gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen. Möglicherweise hatte er ein Problem damit, dass ich weltweit bei Trainerkollegen ein hohes Ansehen genieße." Er sei auch mit einer guten Portion Arroganz gesegnet, mit der er sich das Leben schwer mache.
Thiesmann über die DDR-Trainerclique:
Madsens engster sportfachlicher Berater, Klaus Rudolph, oder die Trainer Norbert Warnatzsch (betreut Britta Steffen) und Bernd Henneberg (betreut Antje Buschschulte) hätten ihn schon früher rausdrängen wollen. "Das hat sich unter Madsen verschärft." Es ginge darum, wie man den Sport versteht. "Die Gängelung der Athleten, die Gängelung der Trainer entspringt einem System, das eher in der DDR Berücksichtigung fand." Knapp 20 Jahre nach der Wiedervereinigung gäbe es den Ost-West-Konflikt in einigen Köpfen noch immer.
Thiesmann über DSV-Präsidentin Christa Thiel:
"Von ihr habe ich mehr Unterstützung und Engagement erwartet." Wenn es zu solch krassen Situationen komme, soll man dann auch Farbe bekennen.
Thiesmann über deutsche Olympia-Hoffnungen:
"Angesichts der momentanen Weltbestenliste können wir froh sein über jede Endlauf-Teilnahme." Es sei möglich, dass man "leer ausgeht". Nur Britta Steffen und der Freistil-Staffel der Frauen sei mehr zuzutrauen.
Thiesmann über Michael Phelps:
Er trainiert zwar viel aber, "wenn man sieht, wie extrem körperlich kaputt Athleten nach einem Rennen aus dem Wasser steigen, ist es zwar möglich, in kurzer Zeit zu regenerieren." Aber so viel Energie nach einer Viertelstunde Pause zu haben, um dann wieder einen Weltrekord zu schwimmen, da frage man sich doch: Wie ist das nur möglich? "Unsere Athleten können das nicht." Thiesmanns Begeisterung über die Phelps-Leistungen halte sich in Grenzen. "Ich habe in meinem Wissen über den Sport Zweifel."
Thiesmann über den deutschen Schwimmsport:
"Keiner, der heute im Hochleistungssport tätig ist, würde die Hand für alle seiner Athleten ins Feuer legen. Ich vertraue unserem Dopingsystem. Ich kann es mir nicht vorstellen." Man sähe es ja an den Resultaten. Wenn es anders wäre, würden die deutschen Schwimmer in breiter Phalanx ständig unter den besten Zehn in den Weltbestenlisten vertreten sein.
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27.7.2008 Jessica Hardy legte Einspruch ein. (si) Die Anfang Juli bei den Olympia-Trials in Omaha, Nebraska, positiv auf die Substanz Clenbuterol getestete Kalifornierin Jessica Hardy (21) hat bei der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Einspruch eingelegt. Hardys Anwalt Howard Jacobs erklärte, dass die drei Dopingtests, die am 1., 4. und 6. Juli erfolgt sind, ein ungewöhnliches Schema ergäben. Hardy sei einzig bei ihrem zweiten Test positiv auf Clenbuterol getestet worden, die anderen beiden seien negativ gewesen, so Jacobs, einer der führenden US-Sportanwälte. Jessica Hardy, die Freundin des in Kalifornien lebenden Schweizer Crawl-Spezialisten Dominik Meichtry, hofft weiterhin auf eine Olympiateilnahme. Die ehemalige Weltrekordhalterin über 100 m Brust hätte in Peking zu den Favoritinnen gehört. "Ich bin und war immer clean und nun dieser Tiefschlag. Es ist wie in einem Albtraum", sagte Hardy in einem Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CBS. Sie habe noch nie von Clenbuterol - einem Mittel, das zur Behandlung von Asthma und in der Tiermedizin eingesetzt wird und bei hoher Dosis eine "anabole" Wirkung zur Folge haben kann - gehört, sagt Hardy. Ihr droht eine zweijährige Sperre. Dominik Meichtry, der sich seit Mittwoch im Vorbereitungslager der Schweizer Schwimmer in Singapur befindet, wollte zum Dopingfall Hardy nichts sagen. Er äussere sich grundsätzlich nicht zu den Dopingvorwürfen an seiner Freundin Jessica. Sobald die Sachlage offiziell und abschliessend geklärt sei, werde er dazu Stellung nehmen. Bis dahin werde er seine gesamte Konzentration auf die Vorbereitung der Olympischen Spiele richten, um seine sportlichen Ziele zu erreichen.
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12.7.2008 Neuer Dopingskandal in Griechenland. (dpa) Die Dopingskandale nehmen in Griechenland wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele kein Ende. Eine Schwimmerin sei positiv auf Testosteron getestet worden, berichtete der Staatsrundfunk. Der Name der Schwimmerin wurde nicht genannt. Am Vortag war bekanntgeworden, dass Dimitris Regas, ein vielversprechender junger 400-Meter-Läufer positiv getestet worden ist. Der 21-Jährige hatte 2005 die Bronzemedaille bei der Jugend-EM gewonnen. Regas soll das Steroid Trenbonol (Methyltrienolon) eingenommen haben. Der Athlet ließ durch seinen Rechtsanwalt ausrichten, er sei das «Opfer eines Komplotts und eines Sabotageakts», berichtete der Staatsrundfunk (NET) weiter. Bereits im Mai war der griechische Schwimm-Europameister Ioannis Drymonakos positiv auf Trenbonol getestet worden. Drymonakos beendete daraufhin seine Karriere. Anfang Juni wurde Ruderer Giannis Tsamis positiv auf das in Haarwuchsmitteln vorkommende Finasterid getestet. Vergangenen März war bei sechs Frauen und fünf Männern aus der Gewichtheber-Nationalmannschaft bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle in den Urinproben das Steroid Trenbonol festgestellt worden.
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5.7.2008 US-Trials. (nzz/cag). Am vierten Tag ist es richtig langweilig geworden in Omaha, Nebraska. Ende letzter Woche hatte ein Sturm getobt, und an den ersten drei Wettkampftagen der Olympic Trials der US-Schwimmer fielen 6 Weltrekorde – und jetzt? Kein Sturm in der Prärie, kein Weltrekord im Wasserbecken. Doch die Ruhe ist trügerisch. Was sich da zusammenbraut im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Peking, hat die Schlagkraft eines Hurrikans. Nach der Hälfte der Trials kann festgehalten werden: Trotz den 20 Weltrekorden, die der Rest der Welt (vorab Australier und Europäer) heuer gebrochen hat, wird die USA an den Spielen das kompetitivste Schwimmteam stellen. Ausser Ryan Lochte über 100 m Rücken (die Siegerzeit der Spiele 2004 reichte in Omaha für Platz 7) ist bis jetzt kein Favorit gestrauchelt – im Gegenteil. Die Multitalente Michael Phelps und Kathryn Hoff können Rennen streichen, und dennoch dürften sie das Geschehen im August dominieren. In der Nacht auf Donnerstag mitteleuropäischer Zeit hat der 23-jährige Phelps die 200 m Delphin gewonnen und sich so für den dritten Einzelstart in Peking qualifiziert. Nur knapp verfehlte er seinen Weltrekord, das ist schon fast ein angenehmer Anachronismus in dem an Rekorden nicht armen Jahr. Für 9 Einzelrennen war er gemeldet, für 4 (100 und 200 m Rücken, 100 und 400 m Crawl) hat er sich inzwischen abgemeldet. «Michael war da nur auf der Startliste, falls ein anderes Rennen schiefgegangen wäre», sagte Trainer Bob Bowman. Schiefgehen? Das gehört eigentlich nicht zum Wortschatz Phelps'. Es bleiben die 100 m Delphin und die 200 m Lagen. Ausserdem ist er dank der drittschnellsten Vorlaufzeit über 100 m (47,92 s) und dem Sieg über 200 m für die zwei Crawlstaffeln gesetzt. In der Lagenstaffel wird er auf der Delphinstrecke zumindest im Vorlauf zum Einsatz kommen, was an Olympia ebenfalls eine Medaille gäbe. Phelps hat also die Pflichtübung Trials bestens lanciert, er wird sie bestens abschliessen, und er wird bestens aufgestellt sein, um in Peking den Rekord von Mark Spitz (7 Goldmedaillen an den Spielen 1972) anzugreifen. 2004 wurde er 6-mal Erster, das ist auch respektabel, aber für Phelps gelten andere Dimensionen. Kathryn Hoff auch – obschon sie 2004 als 15-jähriges Küken nur gerade einen Final (jenen über 200 m Lagen) erreichte und nach dem Halbfinal über 400 m einen Kreislaufkollaps erlitt. Vier Jahre sind eine lange Zeit in diesem Alter. 2005 und 2007 wurde Hoff über beide Lagen-Distanzen Weltmeisterin, und über 400 m holte sie sich am Sonntag auch den Weltrekord zurück. Bis Mittwoch qualifizierte sie sich auch über 200 und 400 m Crawl und 200 m Lagen relativ souverän für Olympia, bis Sonntag startet sie noch über 100 und 800 m Crawl. «Michael und Kathryn sind mit denselben Fähigkeiten gesegnet», sagt Mark Schubert, Chef der US-Schwimmer. «Beide haben schnelle und langsame Muskelfasern – und damit Ausdauer und Schnelligkeit.» Hoffs Programm ist so umfassend, dass die Medien und die 12 000 Zuschauer im stets ausverkauften Qwest Center in Omaha schon fragten: «Phelps who?» Phelps ist das recht. Er schwimmt nicht der Aufmerksamkeit wegen, und Hoff stammt aus dem gleichen Verein wie er. Er nennt sie «meine kleine Schwester». In seiner Biografie erzählt Phelps, wie er Hoff 2004 in Athen zur Seite nahm und ihr den Weg wies, später trainierte er einige Male mit ihr, obwohl er die letzten vier Jahre an der University of Michigan verbrachte. Hoff, der in Peking vorab aus Europa ungleich mehr Konkurrenz erwachsen wird als Phelps, ist im North Baltimore Aquatic Club geblieben, Phelps kehrt im Herbst dorthin zurück, Coach Bowman wird CEO. Überhaupt ist das US-Team wie eine grosse Familie: Über 200 m Crawl wurde Allison Schmitt Zweite hinter Hoff, sie trainiert mit Phelps in Ann Arbor. Bei den Männern wurde Peter Vanderkaay Zweiter, auch er trainiert in Ann Arbor. Sturm im Wasserglas? Beinahe in Vergessenheit geriet darob die kalifornische Armada. Bis Mittwoch waren Phelps und Hoff nur für je einen der 6 Weltrekorde verantwortlich. Ungleich aufsehenerregender waren Aaron Peirsol und Natalie Coughlin. Beide verbesserten ihre Weltrekorde über 100 m Rücken, Coughlin gleich 2-mal. Der 25-Jährige und die 24-Jährige gäben ein schönes Paar, er der Surfer, sie das All-American Girl. Allerdings sind beide anderweitig vergeben – das US-Publikum tröstet sich mit den schnellen Zeiten der zwei. Wie jede Familie haben auch die US-Schwimmer ihren Querulanten – womit wir bei den Fragen wären: Weshalb die Dominanz? Weshalb die vielen Weltrekorde? An den Trials 2004 wurden nur 4 unterboten. Gary Hall jr., 2000 und 2004 Olympiasieger über 50 m Crawl und diese Woche im Einsatz, um sich für seine vierten Spiele zu qualifizieren, sagte: «Ich befürchte, dass die Flut der Weltrekorde in diesem Jahr ebenso mit leistungssteigernden Substanzen zu tun hat wie mit leistungssteigernden Ganzkörperanzügen.» Die Familie hört solche Dinge nicht gern – Dopingvorwürfe sowieso nicht, aber auch nicht die Behauptung, Hauptgrund für diese Zeiten seien die schnelleren Anzüge und nicht etwa das knallharte Training und die (in der Tat) verbesserte Technik. Vermutlich hofft die Familie, dass sich die Warnung Halls als Sturm im Wasserglas entpuppt.
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1.7.2008 Phelps, Hoff, McGregory & Coughlin schwimmen Weltrekorde. (nzz) 32 Goldmedaillen werden an den Olympischen Spielen in Peking unter den Schwimmerinnen und Schwimmern verteilt. Bei so viel zu erhaschenden Meriten könnte man sich auf etwas Nächstenliebe einigen – wer hat noch nicht, wer will noch mal? Michael Phelps, sechsfacher Olympiasieger, hat schon, aber er will noch viel, viel mehr (Goldmedaillen, nicht Nächstenliebe). An den Olympic Trials der Amerikaner in Omaha, Nebraska, war der 23-Jährige für neun Einzelrennen gemeldet. Am Sonntagmorgen meldete er sich über 400 Meter Crawl ab, am Abend verbesserte er über 400 Meter Lagen den eigenen Weltrekord in 4:05,25 Minuten um fast 1 Sekunde. Mit der Zeit hätte er an Olympia bis 1972 stets die Goldmedaille gewonnen – im Crawlrennen. Die Trials dauern bis nächsten Sonntag. Bis dahin will Phelps über 100 und 200 Meter Crawl, 100 und 200 Meter Delphin, 100 und 200 Meter Rücken und 200 Meter Lagen starten. Er hat aber bereits angekündigt, wohl zwei weitere Rennen zu streichen – je nach Gegnerschaft und Form. Die 19-jährige Kathryn Hoff hat noch keine Olympiamedaille, wie Phelps will sie heuer aber ganz, ganz viele gewinnen. An den Trials versucht sie sich über 100, 200, 400 und 800 Meter Crawl, 200 und 400 Meter Lagen und 200 Meter Rücken für Olympia zu qualifizieren (Rang 1 und 2 berechtigen dafür). Auch ihr Programm ist nicht in Stein gemeisselt, auch ihr Start in die Woche begann aber verheissungsvoll. Über 400 Meter Lagen unterbot sie den von der Australierin Stephanie Rice kürzlich aufgestellten Rekord in 4:31,12 um gut 3 Zehntel. Hoff startet für den North Baltimore Aquatic Club – das ist der Verein, in dem Phelps gross wurde und wohin er im Herbst, nach vier Jahren im Team der University of Michigan, zurückkehrt. Das gibt bald eine richtig schöne Ahnengalerie in Baltimore, Maryland. Was die zwei Kids aus Baltimore am Sonntagabend vorgemacht hatten, machten Hayley McGregory und Natalie Coughlin am darauffolgenden Morgen in den Vorläufen nach. Sie schwammen Weltrekord – was sonst? Wobei: Sie mussten gar nicht mehr auf den Geschmack gebracht werden. Die 22-jährige McGregory war im Frühling kurzzeitig Rekordhalterin über 50 Meter Rücken, am Montag übernahm sie in 59,15 den Rekord über 100 Meter. Sie behielt ihn noch weniger lang als jenen im Frühling. Die 25-jährige Coughlin war vor McGregory Rekordhalterin über die 100 Meter – und übernahm die Marke, von der jüngeren McGregory angestachelt, einen Lauf später in 59,03 schon wieder. Verrückt, nicht? Dabei waren die Leistungen an den ersten zwei Tagen der Trials zwar interessante Versprechen im Hinblick auf Peking – aber nicht mehr als die Schwimm-Weltrekorde Nummer 21, Nummer 22, Nummer 23 und Nummer 24 in diesem merkwürdigen Jahr. Ein Ende ist nicht absehbar. Der Schwimmsport ist in eine neue Ära getaucht, es wird sich zeigen, ob er sich darüber freuen kann. Ob für die Rekordflut nur technische und technologische (Schwimmanzüge) Veränderungen verantwortlich sind oder ob eben auch Doping mitspielt bei der Hatz, kann zurzeit schlicht nicht gesagt werden. Sicher ist: Was von den Australiern, den Europäern und einem Japaner seit Februar an Marken gesetzt wurden, dürfte grösstenteils schon nach der Woche in Omaha Makulatur sein. US Olympic Trials, Omaha, 29.6.-6.7.2008 [Website]. Line element 1.7.2008 Aufregung an den US-Trials. (sid) Der Grund: Doping-Anschuldigungen von Gary Hall jun. Der US-Amerikaner glaubt nicht so sehr an die Heilkraft der neuen Speedo-Wunderanzüge, die angeblich die Weltrekord-Flut der vergangenen Monate ermöglicht hätten. Er sieht einen ganz anderen Auslöser: Doping! "Ich glaube nicht, dass die Rekorde allein auf die neuen Anzüge zurückzuführen ist. Ich denke, dass auch Doping ein Grund dafür ist - auch wenn ich keine Beweise dafür habe." Das hat gesessen! Ob er auch damit die beiden Weltrekordler Phelps und Hoff gemeint hat? Die beiden Topschwimmer zeigten in Omaha/Nebraska sensationelle Leistungen. US-Boy Hall sorgte mit seinen Aussagen jedenfalls für Empörung - vor allem in Australien. "Hall ist jemand, der gerne im Rampenlicht steht. Entweder soll er Beweise nennen oder seinen Mund halten", sagte die wütende Weltrekordhalterin im Freistil, Lisbeth Trickett.
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27.6. Schöne Aussichten: Chinesischer Schwimmer gedopt. Kommt jetzt zum Vorschein, vor dem sich viele an den olympischen Spielen fürchten? 42 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking ist Ouyang Kunpeng wegen Dopings lebenslang gesperrt worden. Der 25 Jahre alte Rückenspezialist wurde positiv auf das verbotene Mittel Clenbuterol getestet. Das gab Zhao Jian, Chef der Anti-Doping-Behörde beim Nationalen Olympischen Komitee Chinas, bekannt. Nach Angaben des Chinesischen Schwimmverbandes (CSA) wurde die Kontrolle am 1. Mai durchgeführt. Der CSA sagte, dass man mit der drakonischen Strafe abschreckend auf vermeintliche weitere Dopingsünder wirken wolle. Auch Ouyang Kunpengs Trainer Feng Shangbao wurde mit einer lebenslangen Sperre belegt. Ouyang Kunpeng galt als einer der Medaillen-Hoffnungen Chinas bei Olympia. 2004 in Athen hatte er das Halbfinale erreicht. Vor zwei Jahren bei den Asien-Spielen hatte er vier Silbermedaillen gewonnen.
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3.5.2008 Gary Hall: Anzugdiskussion lenkt vom Dopingproblem ab. Gary Hall sagt wieder einmal seine Meinung – und liegt mit seinen provokativem Aussagen wahrscheinlich nicht einmal weit von der Wahrheit entfernt. Einem Journalisten antwortete er zum Thema der schnellen Anzüge und Zeiten, dass die neuen Anzüge nur von der Dopingdiskussion ablenkten und dazu dienten, neue Rekorde zu erklären. Swimnews.com meint, man könne über Halls Statement stöhnen, aber Betrug funktioniere eben so. Hall, dem oft vorgeworfen wird, mit showmässigem Auftreten und provozierenden Statements Effekthascherei zu betreiben, sagt, dass man die in den letzten Monaten erzielten schnellen Zeiten mit Skepsis betrachten solle. „Neben der Technologie gibt’s noch etwas Anderes“, sagte Hall Reuters und swimnews.com. „Ich will die Leistungen nicht klein reden, aber im Sport wird gedopt. Es ist für Gedopte und solche, die nicht dagegen kämpfen einfach, davon abzulenken." Die neuste Generation der Bodysuits, speziell die von zwei Marken, sollen zwei Prozent bessere persönliche Bestzeiten zulassen – im Durchschnitt – aber Hall mahnt zur Vorsicht, dies als Erklärung für den ungewöhnlichen Fortschritt zu akzeptieren. Halls Kritik richtet sich in erster Linie gegen die WADA und nicht gegen die FINA, die in einiger Hinsicht das Dopingproblem strenger handhaben wollte als die WADA. Die WADA habe es nach Aussage vieler Experten verpasst, die neuen Entwicklungen im Doping aggressiv zu bekämpfen, beispielsweise das Doping mit Gentherapie oder die bereits seit Monaten bekannte Tatsache, dass sich bei Vielen das Testosteron-Doping mit den herkömmlichen Methoden nicht nachweisen lasse (s. Meldung unten). Viele scheinen zu resignieren, Doping sei eben ein Teil des Sports – dies sei nicht der Fall, schreibt swimnews.com. Es handle sich vielmehr um einen dreckigen, betrügerischen Teil des Sports. Jeder, dem Doping angeboten werde, müsse das melden, seinen Eltern, einem Anwalt, dem Verband, der FINA, den Medien und auf einem Blog. Nur mit Härte und lebenslangen Sperren – die übrigens wissenschaftlich gerechtfertigt sind – könne man den Sport auf die Dauer retten. Gary Hall ist sich aber der Schwierigkeiten bewusst, insbesondere nachdem er den New-York-Times-Artikel gelesen hatte: „Es macht dir bewusst, dass die Sache für den sauberen Athleten nicht gut aussieht. Jeder kann sich Testosteron beschaffen und sich für US$ 300 testen lassen, ob das Testosteron bei ihm nachweisbar ist oder nicht, und falls er zu dem Teil gehört, wo das geht, kann er dopen soviel er will.“
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3.5.2008 Einmal gedopt – immer im Vorteil? Bereits vor zwei Jahren wurde in einer Studie der schwedischen Universität in Umeå mit im Rahmen der Studie freiwillig steroidgedopten Gewichthebern nachgewiesen, dass die dadurch erzeugten Muskelveränderungen jahrelang, möglicherweise lebenslang, anhalten. Das wäre ein Grund, Gedopte nicht vier Jahre lang, sondern lebenslänglich zu sperren. Der Autor, Anders Eriksson schreibt: „The findings and conclusions in this thesis raise questions regarding relevant suspension times for athletes caught with banned substances in the body [Studie als PDF]. Das Ergebnis der Studie wurde der WADA vor langem mitgeteilt. Erikkson war früher selber Gewichtheber und wurde als sauberer Sportler wiederholt um Medaillen betrogen. Manchmal hatte er Glück, und den "Besseren" wurden nachträglich aufgrund der Dopingtests die Medaillen entzogen - er erhielt dann jeweils eine per Post, natürlich ohne Siegerehrung (siehe seine eindrücklich geschriebene Synopsis auf Seite 43).
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2.5.2008 Testosteron-Tests können fehlschlagen. In einer Studie des schwedischen Karolinska Institutes wurde gezeigt, dass bei mehr als der Hälfte von Asiaten und bei etwa bei jedem zehnten Europäer nach Testosterongabe die Urin-Dopingtests normal ausfallen. Mehr in der [Süddeutschen Zeitung] oder [New York Times].
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30.4.2008 Kurzbahn-WM war sauber. Alle bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften vor drei Wochen in Manchester durchgeführten Doping-Kontrollen waren negativ. Dies gab heute die FINA in Lausanne bekannt. Demnach wurden bei den Titelkämpfen, bei denen unter anderem auch 18 Welt- und 22 Europarekorde aufgestellt wurden, bei 116 Teilnehmern zusammen 175 Kontrollen vorgenommen. Bei 60 davon wurde auch auf das Blutdopingmittel EPO getestet.
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19.4.2008 Mehr Schweizer treiben regelmässig Sport. (sda) 27 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer betreiben keinen Sport. Ihr Anteil blieb gegenüber 2000 stabil Die Zahl der regelmässigen Sportler nahm hingegen zu. Diese Zunahme der regelmässig Sport betreibenden Bevölkerung geschah nicht zu Lasten der Sportmuffel sondern geht auf das Konto der Gelegenheitssportler, wie das Bundesamt für Sport in der Studie «Sport Schweiz 2008» ausweist. Insgesamt betreiben gemäss der Studie zwei Fünftel der Bevölkerung mehrmals und mindestens drei Stunden pro Woche Sport. Ein gutes Viertel frönt mindestens einmal wöchentlich dem Sport, 6 Prozent immerhin gelegentlich. Von den 27 Prozent erklärten Sportmuffeln räumten indessen zwei Drittel auf Nachfrage ein, wenigstens ab und zu einer Bewegungsaktivität nachzugehen. Nach Geschlecht betrachtet setzten die Frauen ihre Aufholjagd fort. 39 Prozent der Frauen zählen zu den Regelmässigen, bei den Männern sind es 41 Prozent. Ebenfalls vergleichbar ist der Anteil der Nichtsportlerinnen. Im Alter nimmt die sportliche Betätigung ab; indessen leben ältere Menschen keineswegs Sport-abstinent. 39 Prozent der 65- bis 74-jährigen Männer gehören zu den regelmässigen Sportlern, bei den Frauen sind es 30 Prozent. Inaktiv ist in diesem Alter je rund ein Drittel. Bei den Landesteilen zeigen sich deutliche Unterschiede: 45 Prozent in der Deutschschweiz erklären sich als regelmässige Sportler. In der Westschweiz sind es 28 und in der Südschweiz 30 Prozent. Sozial sind ebenfalls Unterschiede auszumachen: Je höher Bildung, berufliche Stellung und Einkommen, desto stärker sind die sportlichen Aktivitäten. Ausländerinnen und Ausländer sind deutlich weniger aktiv als Schweizer Bürger. Dabei zeigt sich aber ein Unterschied: West- und Nordeuropäer unterscheiden sich sportlich kaum von Schweizern, Süd- und Osteuropäer dagegen stark. Grund fürs sportliche Engagement ist allem voran die Gesundheit sowie der Spass. 95 Prozent nannten dies. Am beliebtesten ist Sport an der frischen Luft: Velofahren, Wandern, Schwimmen, Skifahren, Joggen, Fitness und Turnen führen die Hitparade an. Sport geniesst ein ausgezeichnetes Image. Für 98 Prozent der Befragten leistet er einen positiven Beitrag zur Erziehung. Problematische Seiten werden nicht ausgeklammert, wobei die meisten Doping als Hauptproblem nennen, gefolgt von Kommerzialisierung und Hooliganismus. Negative Sportfolgen erlitten im vergangenen Jahr 12 Prozent der Befragten. Sie gaben an, sie hätten sich verletzt. Jeder vierte Verletzte blieb deshalb mindestens einen Tag lang der Arbeit fern. Vier Fünftel interessieren sich für das Sportgeschehen. Beliebteste «Passiv-Sportarten» sind dabei Fussball, Tennis und Skisport. Das Fernsehen ist die wichtigste Sport- Informationsquelle. Für die Studie wurden über 10 000 Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren in allen Landesteilen befragt.
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17.4.2008 Über 4500 Dopingtests in Beijing. Bei den Olympischen Spielen in Peking wird es 4500 Dopingtests geben. Zwischen 120 und 150 Spezialisten werden in drei Schichten rund um die Uhr tätig sein, damit die Auswertung der Proben spätestens 48 Stunden nach Entnahme vorliegt. Dieses Prozedere hat Professor Mario Thevis vom Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule in Köln und selbst einer der Kontrolleure in Peking angekündigt.Etwa 10 500 Athleten treten bei 302 Wettbewerben in 28 Sportarten an. Thevis ist einer der 15 so genannten "external experts", die die Arbeit im offiziellen Anti-Doping-Labor in Peking unterstützen. Die schnelle Analyse der 4500 Proben sei eine "gewaltige Aufgabe", so Thevis im Pressegespräch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). "Bei negativen Proben wird das Ergebnis binnen 24 Stunden vorliegen, bei positiven Proben innerhalb von 48 Stunden." Nur die Auswertung der Tests auf Erythropoietin (EPO) werde länger dauern und nach zwei bis drei Tagen vorliegen. In Peking ist nach Einschätzung des Kölner Dopingexperten ein optimales Kontrollsystem garantiert. Das vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierte Labor verfüge über ausreichend Räumlichkeiten und modernste Geräte. Chinesische Wissenschaftler hätten sich unter anderem am Kölner Institut für Biochemie mit neuen Analysetechniken vertraut gemacht. Das IOC kündigt intelligente Dopingtests an. Dazu gehört laut Thevis, sich auf Substanzen mit kurzer Nachweisbarkeit zu konzentrieren. Auf welche Substanzen getestet wird, hält das IOC unter Verschluss, um potenzielle Sünder abzuschrecken. Auch wie viele von den 4500 Tests Blut- und Urinkontrollen sind, wird kurzfristig mitgeteilt. Für entscheidend hält Thevis vor allem auch die kompromisslose Arbeit der 60 nationalen Anti-Doping-Agenturen, welche die Sportler in der Vorbereitungsphase gezielt testen müssten.
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4.4.2008 Ire testet positiv. Andrew Bree, Silbermedaillen-Gewinner über 200 m Brust an der Kurzbahn-EM 2003 in Dublin, wurde gemäss Mitteilung des irischen Verbandes an der Kurzbahn-EM 2007 in Debrecen positiv auf das Steroid Nandrolon getestet. Bree streitet die Verwendung von Dopingsubstanzen ab.
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2.4.2008 Chinas Schwimmer blieben 2007 sauber. (sid) Vier Monate vor den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) melden Chinas Schwimmer eine weiße Weste. Nach Angaben von Hua Li, Direktor des Schwimm-Verbands-Zentrums, gab es im vergangenen Jahr keinen positiven Dopingfall. Das erklärte Hua Li am Rande der nationalen Olympia-Qualifikation in Shaoxing. Insgesamt wurden laut Hua Li 1105 Tests bei 481 Athleten vorgenommen, davon waren mit 697 Proben zwei Drittel unangemeldete Trainingskontrollen. "Das waren 11,4 Prozent mehr Tests als noch 2006", erklärte Hua Li. Zudem gab es weitere 52 Kontrollen bei 32 Athleten durch den Weltverband FINA und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Zwischen 1994 und 2004 hatten Chinas Schwimmer mit über 40 positiven Dopingfällen für negative Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem hatten australische Sicherheitsbehörden bei der WM 1998 in Perth Doping-Mittel im Hotel der chinesischen Mannschaft gefunden.
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19.3.2008 Buschschulte muss mit Verwarnung rechnen. (sid) Antje Buschschulte wird voraussichtlich wegen eines verpassten Dopingtests am 28. August vergangenen Jahres vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) offiziell verwarnt. Der Verband stufte Buschschultes Abwesenheit bei einer unangemeldeten Kontrolle im August vergangenen Jahres in Magdeburg als so genannten "Missed Test" ein. Einen entsprechenden Bericht der Sport Bild bestätigte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff dem sid. Allerdings könne die Olympiadritte dagegen noch bis zum 23. März Einspruch einlegen, erst danach wird das Urteil rechtskräftig. "Ich glaube nicht, dass sie das tun wird. Sie hat sich bereits einsichtig gezeigt", sagte Fornoff. Buschschulte, die nach ihrer Schulter-Operation auf die EM in Eindhoven verzichtet, weilte zu der Zeit auf Lanzarote und hatte sich nach eigenen Angaben lediglich beim Weltverband FINA, nicht aber wie vorgeschrieben bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) abgemeldet. Fornoff betonte, hinter dem Vorfall stehe "keine Taktik, sondern Schussligkeit der Athletin", schickte jedoch eine unmissverständliche Warnung an die 28-Jährige: "Sie sollte sich keinen zweiten Missed Test erlauben. Dies würde heftige Diskussionen über einen Start bei den Olympischen Spielen nach sich ziehen."
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23.2.2008 Olympische Jugendspiele in Singapur. (sid) Ein kleiner Stadtstaat in Südostasien schreibt Sportgeschichte und empfängt im Sommer 2010 die Nachwuchsathleten der Welt zu den 1. Olympischen Jugendspielen. "Das Internationale Olympische Komitee hat die Ehre, die ersten Sommerspiele der Jugend nach Singapur zu vergeben", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge am Donnerstag am Ende einer per Internet übertragenen 15-minütigen Zeremonie aus dem Olympischen Museum Lausanne. Mit 53:44-Stimmen hatten sich die IOC-Mitglieder per Briefwahl für das 4,5 Millionen Einwohner zählende Land und gegen Moskau ausgesprochen, das mit der Tradition seiner Jugend-Spartakiaden warb. Als Handicap erwies sich womöglich, dass Russland bereits mit Sotschi im Winter 2014 Gastgeber von Olympischen Spielen ist. Rogge: "Singapur trägt jetzt eine große Verantwortung" Rogge, von dem die Idee der Jugendspiele stammt, sprach von einem "Schlüsselmoment" der Olympischen Bewegung: "Singapur trägt jetzt eine große Verantwortung. Ich habe viel Vertrauen in das Organisationskomitee. Die Spiele sind eine Plattform, durch die junge Menschen olympische Werte näher gebracht werden." Ihre Einführung war erst vor siebeneinhalb Monaten auf der IOC-Session in Guatemala beschlossen worden. IOC-Vize Thomas Bach wertete die Entscheidung für Singapur als richtungsweisend: "Die Wahl eines Landes, das die "großen Spiele" kaum ausrichten kann, ist ein klares Zeichen gegen Gigantismus." Zudem ziele die Vergabe in eine Region mit sehr junger Bevölkerung auf eine Gruppe, "die wir für die Olympische Bewegung gewinnen wollen". Singapurs Premier Lee Hsien Loong, der die Übertragung aus Lausanne inmitten tausender Landsleute vor einer großen Leinwand im Zentrum verfolgte, sprach von einem "großen Tag" für Land und Region. "Zum ersten Mal wird das Olympische Feuer in Südostasien brennen." IOC rechnet mit 3200 Athleten An den ersten Jugendspielen sollen 3200 Athleten zwischen 14 und 18 Jahren in jenen 26 Sportarten teilnehmen, die auch auf dem Programm der Sommerspiele von London 2012 stehen. Die Spiele sollen vom 14. bis 26. August 2010 stattfinden und neben den Wettkämpfen breiten Raum für die Themen Olympische Erziehung, Kultur und Antidopingkampf bieten. Singapur, das 2005 Gastgeber der 117. IOC-Session mit der Vergabe der Sommerspiele 2012 nach London war, plant mit einem Budget von 75,5 Millionen Dollar. Eigentlich hatte das IOC eine Obergrenze von 30 Millionen festgelegt, auch Sportstätten-Neubauten sollte es nicht geben. Doch in Singapur sind nur 19 der 24 Sportanlagen vorhanden. Vier sollen temporär errichtet, ein Reitplatz neu angelegt werden. Das Olympische Dorf ist auf einem neuen Campus der Nationalen Universität geplant. Für Athleten und rund 800 Betreuer sind Anreise und Aufenthalt frei. Aus Sicht von Bach bietet der Stadtstaat optimale Bedingungen: "Die Konzentration auf engem Raum ist ein Vorteil. Alle Teilnehmer können ohne weite Wege in die Bereiche Sport, Erziehung und Kultur eingebunden werden." Das Wettkampfprogramm wird gerade von einer IOC-Arbeitsgruppe unter Leitung des Darmstädters Klaus Schormann zusammengestellt. "Es gibt ein vorläufiges Programm, das wir im April in Peking den Nationalen Olympischen Komitees vorlegen", sagte der Weltpräsident der Modernen Fünfkämpfer. Die endgültige Entscheidung trifft die IOC-Vollversammlung im August. Bis dahin muss auch geklärt sein, ob es Flaggen und Hymnen geben wird. "Sicher ist bislang nur, dass wir einen Einmarsch der Nationen haben." Auch Debrecen, Posen, Turin und Athen waren im Rennen Ursprünglich hatten sich neun Städte beworben, von denen Singapur und Moskau nach zwei Vorauswahlen ins Finale kamen. Kuala Lumpur (Malaysia), Debrecen (Ungarn), Posen und Guatemala City waren bereits im Dezember ausgeschieden. Athen, Bangkok und Turin wurden im Januar gestrichen. Die Jugendspiele sollen alle zwei Jahre im Wechsel von Sommer und Winter stattfinden. Die Winter-Premiere ist für 2012 angesetzt. Bewerbungen können bis zum 6. März eingereicht werden.
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5.2.2008 FINA Open Water Marathon. Den ersten Marathon in Argentinien (Santa Fé - Coronda, 57 km) gewannen der Bulgare Petar Stoychev (8h32:33) und die Russin Natalya Pankina (8h22:03). Zweiter wurde bei den Männern der Franzose Stefane Gômez (8h20:13), Dritter der Argentinier Damian (8h20:19). Bei den Frauen wurde Edith van Dijk (8h29:28) Zweite und die Italienerin Laura La Piana Dritte (8h32:33). La Piana konnte starten, weil ihre Dopingsperre von 6 auf 2 Monate gekürzt wurde.
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10.1.2008 Agnes Kovacs sagt Olympia-Teilnahme ab. (dpa) Die ungarische Olympiasiegerin Agnes Kovacs wird bei den Olympischen Spielen in Peking nicht an den Start gehen. Sie leide noch immer unter dem Image, das durch den inzwischen widerlegten Dopingverdacht entstanden sei, begründete sie in Budapest ihre Entscheidung. Kovacs will nur noch an den ungarischen Landesmeisterschaften in diesem Sommer teilnehmen. Es gehe ihr immer noch sehr nahe, dass wegen einer unzureichenden Urinprobe am 30. Oktober vergangenen Jahres der Dopingverdacht aufgekommen sei, sagte Kovacs. "Neben meinem Namen wird immer das Wort Doping stehen." An dem betreffenden Tag hatte sie statt der geforderten Menge von 75 Millilitern nur 25 Milliliter Urin abgegeben. Sie könne nicht verstehen, warum die Kontrolleure nicht am gleichen Tag für einen neuen Versuch wiedergekommen seien. Nach der acht Tage später erfolgten Kontrolle hatten der ungarische Schwimmverband sowie der Weltverband FINA Kovacs vom Dopingverdacht freigesprochen. Die Sportlerin hatte bei den Spielen 2000 in Sydney Gold über 200 Meter Brust gewonnen. In Athen wurde sie 2004 Vierte über 200 Meter Lagen.
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28.12.2007 Veldhuis schwimmt ER. (sid) Zum Abschluss der niederländischen Kurzbahn-Meisterschaften in Amsterdam hat Marleen Veldhuis einen Europarekord über 100 m Freistil auf der Kurzbahn erzielt.Marleen Veldhuis gewann bei der WM in diesem Jahr Silber über 100 Meter Freistil. Mit 52,08 Sekunden blieb die 28 Jahre alte "Sportlerin des Jahres" in den Niederlanden um sechs Hundertstelsekunden unter ihrer eigenen Marke, die sie erst am 18. November dieses Jahres in Berlin aufgestellt hatte. Einen zweiten Titel holte sich die Kurzbahn-Europameisterin mit 24,01 Sekunden über 50 m Freistil, verfehlte aber ihren Weltrekord (23,58). Marleen Veldhuis hatte am Dienstag vergangener Woche für Aufsehen gesorgt, als sie bei einer Doping-Kontrolle nicht im heimischen Eindhoven anzutreffen war, sondern bei der Sportlerehrung des Landes in Amsterdam weilte. Prompt tauchten die Kontrolleure dort auf. "Ich war schon ein wenig überrascht, dass es noch zu einem Rekord reichte, ich war nach den vielen Rennen in den vergangenen Wochen doch ziemlich müde", sagte sie nach ihrem Härtetest. Auf Olympia-Kurs schwamm bei den Titelkämpfen auch der mehrmalige Olympiasieger Pieter van den Hoogenband, der dreimal Meister wurde. Er siegte über 50 m, 100 m (47,30) und 200 m Freistil (1:42,79) mit seit langem nicht mehr erzielten Zeiten. Der Weltrekordhalter auf der Langbahn über 100 m Freistil peilt bei den Spielen in Peking den dritten Olympiasieg in Folge über diese Strecke an, was im Schwimmen bei den Männern noch niemandem gelang [Resultate].
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24.12.2007 Im Abendkleid zur Dopingkontrolle. (sid) Europameisterin Marleen Veldhuis ist bei der Wahl zur niederländischen Sportlerin des Jahres im Abendkleid zu einer improvisierten Dopingkontrolle geeilt, um einen verpassten Test der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) abzuwenden.Marleen Veldhuis gewann bei der EM 2005 in Triest Gold über 100m Freistil. Die Anerkennung der kurzfristig von der Nationalen Anti-Doping-Agentur vorgenommenen Urinkontrolle durch die WADA steht jedoch noch aus. "Ich gebe zu, ich habe die WADA nicht darüber informiert, dass ich in Amsterdam an der Sportlerwahl teilnehme. Ich habe vergessen, anzugeben, dass ich an diesem Abend in Amsterdam und nicht in Eindhoven sein würde", erklärte Veldhuis. "Ich will keine einzige Kontrolle verpassen. Ich will nicht zu den verdächtigten Sportlern gehören. Ich stehe hinter diesen Kontrollen", so Veldhuis weiter. Im Tongelreep-Bad in Eindhoven hatten WADA-Kontrolleure zuvor vergeblich Ausschau nach Veldhuis für eine unangemeldete Kontrolle gehalten. Als sie davon erfuhr, verließ die 28-Jährige den Festsaal in Amsterdam, um nach Eindhoven zu eilen. Auf der Autobahn bei Utrecht wurde sie zurückgerufen, weil die NADA in Amsterdam spontan eine Urinkontrolle organisiert hatte.
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15.12.2007 Kroatischer Schwimmer vorläufig gesperrt. Beim kroatischen Schwimmer Marko Strahija wurde in einer Trainingskontrolle ein erhöhte Konzentration von hCG (humanes Choriongonadotropin) festgestellt. Der Schwimmer wurde von der FINA vorläufig gesperrt (d.h. bis zum Hearing des FINA Doping-Panels).
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9.12.2007 DSV prüft verpasste Dopingtests. (dpa) Der Deutsche Schwimmverband (DSV) prüft derzeit drei Fälle, in denen Athleten bei Dopingkontrollen nicht angetroffen wurden. Die möglichen "Missed Tests" betreffen Antje Buschschulte und Angela Maurer sowie Nachwuchshoffnung Johanna Manz. Anselm Oehlschlägel, Anti-Doping- Beauftragter des DSV, bestätigte der dpa einen entsprechenden Bericht der "Sport Bild". "Ich hoffe, dass dies alles noch bis Ende des Jahres geklärt wird. Es handelt sich aber um schwebende Verfahren, zu denen ich mich jetzt nicht öffentlich äußern darf", meinte Oehlschlägel. "Ich bin zur Verschwiegenheit verpflichtet." Ein erwiesener erster "Missed Test" zieht eine öffentliche Verwarnung, ein zweiter eine dreimonatige Wettkampfsperre nach sich. Verpasst ein Kaderathlet zum dritten Mal eine Dopingkontrolle, wird er für ein Jahr suspendiert. Ex-Weltmeisterin Buschschulte war laut "Sport Bild" am 28. August bei einer angekündigten Kontrolle nicht daheim in Magdeburg. Über einen Trainingslager-Aufenthalt auf Lanzarote soll die 30-Jährige zwar den Weltverband FINA, aber nicht die Nationale Anti-Doping- Agentur (NADA) informiert haben. "Ich hatte mich dort per Fax abgemeldet", wird die Rückenspezialistin aus Magdeburg von dem Blatt zitiert. "Bei der NADA habe ich die eigentlich einfachere Abmeldung über das Internet leider vergessen", erklärte Buschschulte. Langstrecken-Weltmeisterin Angela Maurer und ihre Teamkollegin Johanna Manz wurden bei einer unangemeldeten Kontrolle am 8. Juni in Wiesbaden nicht angetroffen. Maurer war an diesem Tag beim Weltcup in Sevilla, wo sie ohnehin getestet wurde. "Johanna war in Dortmund bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften", sagte Nikolai Evseev, der Trainer der beiden Schwimmerinnen. "Da ist einiges schief gelaufen." DSV-Cheftrainer Örjan Madsen hatte die Athleten in einem internen Schreiben, das "Sport Bild" vorliegt, vor einer zu laxen Haltung im Umgang mit Dopingkontrollen gewarnt und zu mehr Disziplin aufgerufen. "Liebe Leute, wir haben ein Image-Problem, das sich zu einem Glaubwürdigkeitsproblem entwickeln kann", betonte der Norweger.
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8.12.2007 Dopingverdacht: Kovacs freigesprochen. (dpa) Die ungarische Schwimm-Olympiasiegerin Agnes Kovacs ist vom Dopingverdacht freigesprochen worden. Der Weltverband FINA schloss sich, wie in Budapest bekannt wurde, der Entscheidung des ungarischen Schwimmverbandes an, der der Sportlerin vor zwei Wochen attestiert hatte, kein Dopingvergehen begangen zu haben. Kovacs habe hinreichend plausibel erklären können, warum sie bei einer unangekündigten Trainingskontrolle am 30. Oktober keine ausreichende Urinmenge habe abgeben können. Kovacs hatte den Kontrolleuren der ungarischen Anti-Doping-Agentur (MACS) nur 25 anstelle der vorgeschriebenen 75 Milliliter zur Verfügung gestellt. Unter Berufung auf einen «wichtigen Termin» hatte sie weitere Bemühungen am selben Tag verweigert und erst mehrere Tage später eine vollständige Probe nachgereicht. Diese hatte sich als negativ erwiesen. Agnes Kovacs hatte bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Gold über 200 Meter Brust gewonnen. In Athen wurde sie 2004 Vierte über 200 Meter Lagen.
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17.11.2007 Neuer Welt-Antidoping-Code in Madrid verabschiedet. (si) Die dritte Antidoping-Weltkonferenz ist am Samstag mit der Neufassung des Wada-Codes von 2003 und der «Deklaration von Madrid» beendet worden. In der spanischen Hauptstadt waren seit Donnerstag rund 1200 Vertreter aus Sport und Politik versammelt. Zu den wichtigsten Änderungen im Code zählt die erweiterte Kronzeugenregel, die eine Reduzierung der Strafen um bis zu 75 Prozent erlaubt. Künftig kann von der zweijährigen Normsperre in Doping-Erstvergehen sowohl nach oben (auf bis zu vier Jahre) als auch nach unten abgewichen werden, allerdings nur in begründeten Einzelfällen. Eine positive A-Probe hat ab 2009 grundsätzlich die sofortige Suspendierung zur Folge. Die Öffnung der B-Probe – falls beantragt – muss spätestens sieben Tage später erfolgt sein. Die Resolution verpflichtet alle Organisationen des Sports, ihre Statuten bis spätestens 1. Januar 2009 dem neuen Code anzugleichen. Gleichzeitig werden alle Regierungen aufgerufen, bis zum gleichen Zeitpunkt die Unesco-Konvention gegen Doping zu unterzeichnen und damit den Code als universell verbindlich anzuerkennen. Weltmeisterschaften und andere Grossereignisse sollen ab 2009 «in aller Regel» nicht mehr in Länder vergeben werden, die den Code nicht akzeptiert haben – Ausnahmen bleiben aber möglich. Regierungen, die nicht der Unesco-Konvention beigetreten sind, dürfen nicht mehr im Wada-Aufsichtsrat vertreten sein.
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16.11.2007 Aufatmen bei Agnes Kovacs. Die Ungarin wurde am Donnerstag vom nationalen Schwimmverband vom Verdacht des Dopings freigesprochen worden. Kovacs hatte bei einer unangekündigten Kontrolle am 30. Oktober nicht die vorgeschriebene Menge Urin abgegeben, die Abgabe einer neuerlichen Probe scheiterte direkt im Anschluss aus Termingründen. Die Goldgewinnerin von Syndey über 200m Brust musste zu einem Treffen mit UNICEF-Offiziellen. Der nationale Verband erkannte das nun als angemessene Entschuldigung an und wertete die verpasste Probe deshalb nicht als Dopingvergehen. Kovacs gewann acht EM-Titel und zweimal Gold bei Weltmeisterschaften.
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10.11.2007 Olympiasiegerin Kovacs unter Dopingverdacht. (sid) In grosse Erklärungsnot ist Schwimmerin Agnes Kovacs geraten. Die Goldmedaillengewinnerin über 200m Brust bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gab bei einer unangekündigten Kontrolle am 30. Oktober nicht die vorgeschriebene Menge Urin ab und weigerte sich anschliessend auch, eine neue Probe einzureichen. Nach Angaben der ungarischen Anti-Doping-Agentur MACS gab Kovacs einen offiziellen Termin als Hinderungsgrund an.
MACS hat den nationalen Schwimm-Verband angerufen und um die Einleitung eines Verfahrens gegen die 26-Jährige gebeten. Kovacs gewann acht EM-Titel und zweimal Gold bei Weltmeisterschaften.
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8.11.2007 Brasilianerin Gusmao wegen Dopings gesperrt. Die Brasilianerin Rebeca Gusmao ist von der FINA rückwirkend ab dem 2. November gesperrt worden. Die Entscheidung fiel nach einem positiven Dopingtest, wie die FINA am Dienstag mitteilte. Der Freistil-Spezialistin war bei einer Probe vom 13. Juli ein ungewöhnlich hoher Testosteronwert nachgewiesen worden. Gusmao, die bei den Panamerikanischen Spielen Gold über 50 und 100m Freistil gewonnen hatte, begründete dies damit, dass ihr Körper ungewöhnliche Mengen des Hormons produziere. Die Südamerikanerin hat inzwischen die Öffnung einer B-Probe beantragt. Sollte auch diese positiv ausfallen, droht ihr eine Zwei-Jahres-Sperre.

8.11.2007 FINA schliesst Thorpe-Doping-Untersuchung ab. Gemäss Mitteilung der FINA wird die Untersuchung über Thorpes eigentümliche Hormonkonzentrationen eingestellt und das Dossier wird geschlossen. Es gebe keine Hinweise, die weitere Massnahmen nötig machten, sagte der FINA-Direktor Cornel Marcolescu. Der internationale Sportsgerichtshof und die AustralischeAnti-Dopingagentur seien entsprechend informiert worden.
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26.10.2007 Elka Graham unter Druck. Die ehemalige australische Spitzenschwimmerin Elka Graham gerät unter Druck. Nachdem die 26-Jährige öffentlich bekannt hatte, dass sie vor den Spielen 2004 in Athen von einem Schwimmerkollegen Dopingmittel angeboten bekommen hatte, solle sie sich nun dessen oder deren namen bekanntgeben. Grahams früherer Mannschafts-Kollege Craig Stevens riet ihr, «den Weg jetzt zu Ende zu gehen und Namen zu nennen». Dies forderte auch John Coates, Präsident des Olympischen Komitees von Australien. Graham solle unter Eid aussagen, «andernfalls bekommt sie Probleme», wird Coates in australischen Medien zitiert. Die australische Anti-Doping- Agentur ASADA hatte der Athletin Vertraulichkeit zugesichert. Nach Zeitungsinformationen muss ein australischer Schwimmer zudem eine Zweijahressperre wegen Leistungsmittelmissbrauchs befürchten. Bei der betroffenen Person, deren Name und Geschlecht von ASADA nicht genannt wurde, soll eine Trainingskontrolle im Februar 2007 ein positives Doping-Ergebnis erbracht haben. Es läge Missbrauch mit einem Diuretikum vor, hiess es.
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23.10.2007 Buschschulte: Warum keine Razzien? Die deutsche Weltklasse-Schwimmerin Antje Buschschulte hat in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" härteres Vorgehen gegen Dopingsünder im Schwimmsport gefordert. "Am allerbesten fände ich regelmässige Razzien", erklärte die Weltmeisterin von 2003 in Barcelona über 100 Meter Rücken. Sie wäre auch vollkommen damit einverstanden, wenn die Beamten ihre Sachen durchwühlen würden, zeigte sich die 28-Jährige offen für "harte Bandagen". Dabei baut Buschschulte vor allem auf die abschreckende Wirkung unangekündigter Kontrollen. "Ich lasse mich lieber ein bisschen mehr kontrollieren, auch wenn es meine Persönlichkeitsrechte einschränkt, als dass ich alle persönlichen Freiheiten habe und um mich herum gibt es Betrüger", erläuterte die Magdeburgerin. Mit dieser Meinung steht sie zurzeit noch relativ allein auf weiter Flur, doch wäre es sicher nicht nur für den Schwimmsport förderlich, wenn die breite Masse aller Athleten so denken würde. "Gerade vom Sport erwartet man doch, dass er ein Vorbild für die Jugend darstellt und ein faires Miteinander repräsentiert. Wenn es so weitergeht, möchte ich nicht mehr Teil des Ganzen sein", fügte die erfolgreichste deutsche Schwimmerin der letzten Jahre hinzu. Abschiedsgedanken vom Leistungssport hatte sie bereits gehegt, nachdem sie im August ihre Diplomarbeit in Neurobiologie beendet hatte. Weiter schwimmen oder ein ordentlicher Einstieg in den Beruf seien ihre Alternativen gewesen. Zur Freude ihrer Fans entschied sie sich, ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking, für ersteres. "Mittlerweile habe ich wieder mehr Biss bekommen. Ich habe mit den Wissenschaftlern in Leipzig an meiner Technik gefeilt und hoffe, dass sich das in den Zeiten bemerkbar macht." Einen ersten Eindruck von der neuen Technik bekam die Konkurrenz beim Weltcup im südafrikanischen Durban, wo sich Buschschulte in toller Form präsentierte und über 50m sowie 200m Rücken siegte. Nun will sie ihren Fokus voll auf Peking 2008 richten. Allerdings lässt sich die Dopingproblematik mit Sicht auf das Grossereignis nicht von der Hand weisen. "Wenn ich das Gefühl hätte, dass neben mir in Peking auf der Startbrücke nur noch Leute stehen, die mit unsauberen Mitteln arbeiten, würde mir der Sport gar keinen Spass mehr machen." Ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke. Den deutschen Schwimmsport zumindest sieht die Athletin im Kampf gegen verbotene Leistungsförderer aber "auf einem guten Weg". Es gebe den Athletenpass und das Einfrieren von Blutproben, doch das gesamte Abmeldeverfahren sei verbesserungswürdig, "es ist sehr kompliziert". "Wünschenswert wäre ein einheitliches System zwischen NADA, WADA und dem Weltverband FINA. "Und ich hoffe, dass die Substanzen getestet werden, die aktuell sind. Sonst nutzen die ganzen Tests nichts."
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16.9.2007 La Piana suspendiert. Die italiensiche Bronzemedaillengewinnerin über 25 km an der WM 2005 in Montréal wurde wegen einem möglichen Dopingvergehen vorläufig gesperrt. Der italienische Verband stellte Ende Juli an den italienischen Langstreckenmeisterschaften eine auf ein Stimulans positive Urinprobe sicher (Octapamin). Das Ungeöhnliche ist, dass ein Ausdauerathlet sich mit diesem Stimulans dopt.
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16.9.2007 Przemyslaw Stanzyk ist neuer Weltmeister über 800m Freistil. Der Pole Przemyslaw Stanzyk ist neuer Weltmeister über 800m Freistil. Das bestätigte am Freitag die FINA. Damit reagierte sie offiziell auf ein Urteil gegen den des Dopings überführten Titelträger Oussama Mellouli. Der Tunesier war am Dienstag wegen eines positiven Dopingbefundes vom Obersten Sportgerichtshof CAS rückwirkend zum 30. November 2006 für 18 Monate gesperrt worden. Mellouli hatte bei den Weltmeisterschaften Anfang des Jahres in Melbourne überraschend Topfavorit Gene Hackett als 800-m-Weltmeister entthront und den Australier auch über 400 m beim Sieg des Südkoreaners Park Tae-Hwan noch hinter sich gelassen. Hackett wurde nun 400-m-Silber zugesprochen. Mellouli war bei den US Open am 30. November 2006 in Lafayette bei Indianapolis positiv auf Amphetamine getestet worden. Der Freistil-Spezialist verzichtete auf die B-Probe und erklärte, das aufputschende Medikament zur besseren Konzentration auf sein Studium genommen zu haben.
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1.9.2007 Thorpe nicht gedopt. Die australische Antidoping-Agentur (ASADA) hat Ian Thorpe am Donnerstag von allen Vorwürfen freigesprochen. Beim 24-jährigen Thorpe – er war im November 2006 offiziell zurückgetreten – waren im Frühling 2006 auffällige Werte von Testosteron und einem weiteren Hormon festgestellt worden. Die ASADA hatte den Fall bereits abgeschlossen, als die FINA im Dezember 2006 in Lausanne vor den Internationalen Sportgerichtshof (TAS) trat und die ASADA aufforderte, die Probe noch einmal zu beurteilen. Im Frühling 2007 wurde der Fall durch "L''Equipe" publik, worauf der Eindruck entstand, die ASADA habe die Angelegenheit nur nicht weiterverfolgt, weil sie der Reputation des australischen Sportstars nicht schaden wollte. Thorpe sagte, bis zum Bericht von "L'Equipe" nicht über auffällige Ergebnisse informiert worden zu sein. Nun gab die ASADA bekannt, Thorpe habe ihr die auffälligen Werte erklären können – und folgerte: Thorpe war nicht gedopt. Zum selben Ergebnis seien auch von der ASADA konsultierte Antidoping-Organisationen, Labors in Kanada und Australien sowie die Welt-Antidoping-Agentur gekommen. Fraglich bleibt, wie glaubwürdig die ASADA ist in diesem Fall, nachdem sie ihn erst auf massiven Druck wieder aufgerollt hat. Das ist jetzt aber die Aufgabe des Weltverbands: Es ist der FINA vorbehalten, neuerlich ans TAS heranzutreten, sollte sie den Bericht aus Australien als nicht zufriedenstellend erachten. Insofern ist der "Fall Thorpe" noch nicht abgeschlossen. Aber das wäre auch sehr ungewöhnlich in dieser Geschichte, die sich schon über so viele Monate hinzieht.
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16.8.2007 Thorpe reicht Rechtfertigung ein. (AFP) Der wegen eines Artikels in der französischen Sportzeitung l'Équipe wegen Dopings verdächtigte Ian Thorpe hat der Australian Sports Anti-Doping Authority Unterlagen eingereicht, die seine Unschuld beweisen sollen. Es wird ausführlich erklärt, warum seine Urinwerte für Testosteron, Epitestosteron und luteinisierendes Hormon im Mai 2006 abnormal waren. Thorpe hält ausdrücklich an seiner Unschuld fest. Die ASADA bestätigte den Empfang der Unterlagen und kündigte eine sorgfältige Prüfung an. Wann das Ergebnis dieser Untersuchung bekannt werde, könne nicht vorausgesagt werden, teilte der ASADA-Sprecher mit.
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10.8.2007 Flavia Rigamonti mit Landesrekord über 800 m Crawl zum ersten Schweizer Universiade-Gold seit 1967. (NZZ) An der Sommer-Universiade in Bangkok hat die Schweizer Schwimmerin Flavia Rigamonti über 800 m Crawl die Goldmedaille gewonnen. Sie distanzierte die Konkurrenz um 9 Sekunden und senkte ihren eigenen, sieben Jahre alten Landesrekord um 32 Hundertstel. Das Angenehme an den Rennen von Flavia Rigamonti ist ihre Regelmässigkeit. Meist kann schon nach der ersten Wende hochgerechnet werden, mit welcher Zeit die 26-jährige Tessiner Schwimmerin ins Ziel kommt – im Schlechten wie im Guten. Und weil es am Donnerstag in Bangkok, am ersten Wettkampftag der Universiade, ein ansprechender Start war in den 800-m-Crawl-Final, hätte der Staff des Schweizer Teams den weiteren Verlauf des Rennens gelassen verfolgen können. Dass Rigamonti die erste Schweizer Goldmedaille an einer Sommer-Universiade seit 1967 gewinnen würde, war alsbald absehbar: Die erste Bahnlänge im 50-m-Becken legte sie in 29,55 Sekunden zurück und wendete als Erste – was ungewöhnlich ist für sie, zumal das Feld für Studenten-Meisterschaften recht gut besetzt war. Rigamonti blieb schnell, schwamm mit einer Ausnahme jeden 50-m-Abschnitt unter 32 Sekunden – doch irgendwann wurde die Aufregung auf der Tribüne grösser und grösser: Denn bei Rennhälfte unterbot Rigamonti ihren siebenjährigen Schweizer Rekord über 400 m in 4:11,54 um 23 Hundertstel. Und wie das so ist mit der Regelmässigkeit, unterbot sie am Ende auch den Rekord über 800 m; in 8:25,59 war die Tessinerin 32 Hundertstel schneller als an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, wo sie Platz 4 belegt hatte. Die Italienerin Pellegrini, im Frühling für einen Tag Weltrekordhalterin über 200 m Crawl, wurde mit über 9 Sekunden Rückstand Zweite, die Amerikanerin Kelsey Ditto Dritte. Der Regelmässigkeit folgten Ausgelassenheit («Ich hätte nie gedacht, so schnell zu sein» – das ist sehr ausgelassen für das Verständnis Rigamontis), Siegerehrung – und Ausblick: Mit der Verbesserung des Rekords von Sydney lässt sich nämlich bestens ein Bogen spannen zu den Spielen im nächsten Sommer in Peking. Rigamonti wird dort zu den Medaillenfavoriten zählen, und das ist vielleicht das Bemerkenswerteste am Ergebnis von Bangkok. An den WM im März in Melbourne war sie weit über der Bestzeit geblieben und im Vorlauf ausgeschieden – sie machte die Erschöpfung nach Silber und Europarekord über 1500 m Crawl geltend. Mit der Zeit vom Donnerstag hätte Rigamonti in Australien Platz 3 belegt; das macht sie, hinter Kate Ziegler (8:18,52) und Laure Manaudou (8:18,80), nun in der Jahresbestenliste. Es könnte also einen überraschend versöhnlichen Wettkampf geben zum Abschluss einer Karriere, die Flavia Rigamonti seit 1995 und dem Junioren-EM-Titel mehr oder weniger immer an der internationalen Spitze verbracht hat. Es gäbe viel zu sagen zu dieser Karriere, etwa: Rigamonti hat sich die Olympiamedaille 2004 mit dem Intermezzo in Italien selber verbaut (auf den neuen Freund folgten ein etwas unüberlegter Trainer- und Wohnortswechsel). Aber das ist spätestens seit den WM 2005 in Montreal, wo sie zum zweiten Mal Silber über 1500 m gewann, vergessen. Sie ist längst die beste Schweizer Schwimmerin – und eine der wenigen auf der Welt, die es so lange aushalten im Schwimmsport, diesem verschleissenden Sport, der die Besten nie lange atmen lässt. Ebendies hat auch einen kleinen Haken: Dass Rigamonti mit 26 Jahren ihre Bestzeit verbessert in einem Rennen, das meist von deutlich jüngeren Frauen (wie jetzt Ziegler und Manaudou) dominiert wird, spricht einerseits für sie und ist beachtenswert. Andererseits zeigen die Beispiele anderer alternder Sportler wie Oskar Camenzind und Brigitte McMahon, dass der Lockruf des Dopings nicht haltmacht, nur weil sie Schweizer sind und hierzulande scheinbar alles heiler ist. Für Rigamonti spricht, dass sie viele Jahre schon auf dem hohen Niveau schwimmt und es zum Weltrekord von Janet Evans aus dem Jahr 1989 (8:16,22) noch ein Stückchen ist; acht Sekunden auf 800 m – oder eben: eine halbe Sekunde bis zur ersten Wende.
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18.7.2007 Entscheidung in drei Wochen. Im Fall des unter Dopingverdachts stehenden tunesischen Weltmeisters Oussama Mellouli wird eine Entscheidung durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS erst in etwa drei Wochen erwartet.Line element
23.7.2007 Schwimmer bei Afrika-Spielen gedopt. Bei den Afrika-Spielen in Algier hat es zwei Doping-Fälle gegeben. Die nigerianische Gewichtheberin Blessed Udoh und der Schwimmer Rola Nuno aus Angola seien positiv auf Anabolika getestet worden, gaben die Organisatoren der Spiele bekannt. Udoh hatte in der Kategorie bis 48 Kilogramm den Titel gewonnen. Die Goldmedaille wurde ihr aberkannt und ihre Leistung annulliert. Nuno war nicht unter den Medaillengewinnern, sein Ergebnis wird gestrichen.
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14.7.2007 Mellouli vor dem Sportgericht. (eurosport) Der Internationale Sportgerichtshof CAS verhandelt am kommenden Mittwoch den Fall des unter Dopingverdachts stehenden tunesischen Schwimm-Weltmeisters Oussama Mellouli. Das wurde am Freitag bekannt. Mellouli hat im November 2006 in den USA Amphetamine genommen und wurde vom tunesischen Verband bloss verwarnt.
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25.4.2007 Sechs Millionen Sportler nehmen Doping. (WADA) Laut einer Studie des italienischen Wissenschaftlers Alessandro Donati werden weltweit jedes Jahr rund 700 Tonnen anaboler Steroide zu Dopingzwecken missbraucht. Donati schätzt den Markt auf 15 Millionen Personen, darunter 6 Millionen Sportler. In seinem Bericht, der von der Antidopging-Agentur WADA in Auftrag gegeben wurde, weist Donati darauf hin, dass Manipulationen nicht allein für den Spitzensport eine grosse Belastung darstellen. Hauptnachfrager seien Bodybuilder, Fitnessstudio-Kunden, Türsteher und Bodyguards mit einem Gesamtanteil von 38 bis 40 Prozent aller Präparate. Zwischen 35 bis 37 Prozent der Doper sind Athleten und Sportler (gegen 6 Millionen), wobei offen bleibt, wie gross ihr Anteil im organisierten Sport ist. 15 bis 20 Prozent aller Konsumenten sollen Dopingmittel zur Behandlung von Krankheiten und wegen selbst empfundener körperlicher Defizite zu sich nehmen. Die restlichen Anteile betreffen Militär, Polizei und Personen aus dem Showbusiness Aus den Recherchen geht hervor, dass in Staaten wie den USA, Kanada, Australien und Südafrika sowie in Westeuropa und einigen asiatischen Ländern mit einem Gesamtbevölkerungs-Volumen von 790 Millionen Einwohnern etwa 15,5 Millionen Personen mehr oder weniger regelmässig Dopingpräparate anwenden. Die wichtigste Route des internationalen Dopinghandels führe von Russland, der Ukraine und Litauen nach Westeuropa, Nordamerika und den Mittleren Osten. Sie soll 20 Prozent des globalen Umsatzes umfassen. Jede zehnte Dopinglieferung kommt laut Donati aus China. Ebenfalls zehn Prozent der globalen Produktion werde von Indien in die USA und in den Mittleren Osten befördert.
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29.6.2007 Zwei Jahre Sperre für Poljakow. (AFP) Anatoli Poljakow hat die kommenden beiden Jahre Zeit, sich auch um andere Dinge als Schwimmen zu kümmern: Der russische Schwimmer wurde wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Das gab der Weltverband Fina am Donnerstag bekannt. Der 26-Jährige war am 23. Januar positiv auf ein anaboles Steroid getestet worden und deshalb schon seit April suspendiert. Bei der WM 2001 gewann Poljakow in Fukuoka über 200m Schmetterling Bronze. Am Rande der WM im März in Melbourne war bereits Anastassia Iwanenko wegen Doping für zwei Jahre gesperrt worden. Kurzbahn-Weltmeisterin Iwanenko stammt ebenfalls aus Russland, ihre Probe war am selben Tag wie die von Poljakow genommen worden.
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23.6.2007 Schwedin wegen Doping gesperrt. Das Nationalmannschaftsmitglied Ebba Nyberg wurde gemäss Mitteilung von TimedFinals wegen einem positiven Dopingtest im November 2006 gesperrt. Nyberg gewann an den schwedischen Meisterschaften Silber über 50 m Rücken. Nyberg macht geltend, sie habe verunreinigte Nahrungsmittelzusätze erhalten. Der Verband sperrte sie rückwirkend ab 1. März, die Dauer der Sperre ist nicht bekannt. Nahrungsmittelzusätze(hauptsächlich Protein) können mit Anabolika verunreinigt sein; an dieser Stelle wurde schon mehrfach gewarnt.
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30.5.2007 Thiel: Kein Generalverdacht gegen Sportler. (dpa) - Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes und Sprecherin der Spitzensport-Verbände, hat vor einem generellen Doping-Verdacht im deutschen Sport gewarnt. In Anbetracht der aktuellen Doping-Diskussion nach den Geständnissen von Radsport-Profis müsse «ein Generalverdacht gegen Athletinnen und Athleten sowie die Sportverbände entschieden zurückgewiesen werden», hieß es in einer Mitteilung. Zugleich bezeichnete Thiel im Namen der Spitzenverbände den von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble vorgelegten Entwurf für eine Anti-Doping-Gesetzgebung als «richtigen und entscheidenden Schritt zur Bekämpfung von Doping». Die Verbände hofften auf eine zeitnahe Verabschiedung des Entwurfes, der am 30. Mai im Kabinett diskutiert werden soll. Am 1. und 2. Juni treffen sich die Spitzenverbände in Hamburg zu einer Konferenz. Unter anderem wird dabei auch über die Löschung von Rekorden debattiert, die unter Doping-Einfluss aufgestellt wurden.
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26.5.2007 Zehn Dopingfälle bei der FINA. (dpa) - Im Schwimm-Weltverband FINA hat es 2006 zehn Dopingfälle gegeben. Das geht aus einer Aufstellung der Dachorganisation hervor. Die FINA sprach dabei drei Zweijahressperren aus. Den international unbekannten Athleten - ein Italiener, ein Franzose und eine Brasilianerin - war der Leistungsmittelmissbrauch mit Kokain, Testosteron und Stanozolol nachgewiesen worden. Nach FINA-Angaben wurden 2006 insgesamt 1883 Dopingproben durchgeführt. Bei den Weltmeisterschaften im März/April in Melbourne waren alle Proben negativ. 2007 hat die FINA gegen die russische Schwimmerin Anastasia Iwanenko und den tunesischen Schwimmer Sabri Jari jeweils Zweijahressperren wegen Dopings ausgesprochen. Der russische Schwimmer Anatoli Poljakow ist wegen Dopingverdachts vorläufig gesperrt. Der Fall des im November 2006 zurück getretenen australischen Schwimm-Olympiasiegers Ian Thorpe wegen einer umstrittenen Dopingprobe ist noch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS anhängig. Thorpe hatte am 1. April während der Weltmeisterschaft in Melbourne eingeräumt, dass eine im Mai 2006 bei ihm entnommene Dopingprobe «außergewöhnlich hohe Werte» von Testosteron und eines Wachstumshormons aufweise. Unter Dopingverdacht steht der tunesische Schwimm-Weltmeister Oussama Mellouli. Er soll im November 2006 in den USA Amphetamine genommen haben. Sein nationaler Verband soll den Athleten lediglich verwarnt haben.
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25.4.2007 Claudia Poll will weitermachen. (dpa) - Costa Ricas Olympiasiegerin Claudia Poll denkt trotz der bevorstehenden Geburt ihres ersten Kindes nicht an einen Rücktritt vom Leistungssport. Dem Internet- Portal «swimnews.com» sagte die 34-Jährige, sie werde nicht mit dem Schwimmen aufhören. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta hatte sie über 200 Meter Freistil vor der Berlinerin Franziska van Almsick und Dagmar Hase aus Magdeburg die Goldmedaille gewonnen. Nach einem positiven Nandrolon-Test war Claudia Poll 2002 vom Weltverband FINA für vier Jahre gesperrt worden. Diese Sperre war später auf zwei Jahre reduziert worden. Bei den Weltmeisterschaften 2001 im japanischen Fukuoka hatte Claudia Poll über 400 Meter Freistil den zweiten Platz hinter Jana Klotschkowa aus der Ukraine belegt. In Sydney hatte sie im Jahr 2000 jeweils Bronze über 200 und 400 Meter Freistil gewonnen. Die Athletin hatte Doping stets bestritten. Claudia Polls Schwester Silvia hatte bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul hinter der DDR-Schwimmerin Heike Friedrich im Finale über 200 Meter Freistil Platz zwei belegt.
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17.5.2007 Kein Dopingfall 2006 in China. (si) Obwohl die Anzahl der Dopingkontrollen um 4 Prozent erhöht wurde, tappte 2006 kein chinesischer Schwimmer in die Doping-Falle. 36 Prozent aller registrierter Schwimmer in China sind mindestens einmal kontrolliert worden. China bemüht sich vor den Olympischen Spielen in Peking 2008 um "saubere" Schwimmer, nachdem während der 90er-Jahre wiederholt auf grossartige Ergebnisse grosse Dopingskandale folgten. Zuletzt gewann China bei Olympia in Sydney (2000) und Athen (2004) im Schwimmen bloss eine Goldmedaille. An den Weltmeisterschaften vergangenen März in Melbourne holten die Chinesen gar keinen Titel.
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16.5.2007 Dopingsperren der FINA. Die während den tunesischen Meisterschaften am 11.2.07 verweigerte Dopingporobe hat für Sabri Jari eine zweijährige Sperre zur Folge. Die Russin Anastasiya Ivanenko wird wegen Einnahme einer Maskierungssubstanz (Furosemid) für 2 Jahre gesperrt (Trainingskontrolle durchgeführt am 23.1.07).
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23.4.2007 Meloulli droht Dopingsperre und Medaillenverlust. (l'Equipe) Oussama Mellouli droht eine zweijährige Sperre und die Aberkennung der im März in Melbourne gewonnen WM-Medaillen. Nach Informationen der französischen Sportzeitung L´Equipe ist der Weltmeister aus Tunesien bei den US Open am 30. November 2006 in Lafayette bei Indianapolis positiv auf das Aufputschmittel "Adderall" (Amphetamin) getestet worden. Mellouli war daraufhin vom tunesischen Verband nur verwarnt worden. Der Freistil-Spezialist hatte auf die B-Probe verzichtet und erklärt, das aufputschende Medikament zur besseren Konzentration auf sein Studium genommen zu haben. Der Weltverband FINA hat sich inzwischen in der Angelegenheit an den Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne gewandt. Mellouli hatte bei der WM überraschend den Australier Grant Hackett als 800-m-Weltmeister entthrohnt. Über 400m Freistil gewann der 23-jährige Afrikaner Silber.
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17.4.2007 Melbourne: Alle Dopingtests negativ. (FINA) Alle 393 an der WM durchgeführten Dopingtests waren negativ. Dies teilte der Weltverband FINA in Lausanne mit. Laut FINA wurden während der WM in Australien 233 Athleten aus 40 Ländern kontrolliert. Während der zwei Wettkampf-Wochen wurden 304 der üblichen Urintests vorgenommen; bei 89 weiteren Urinkontrollen wurde nach dem Blutdopingmittel EPO gefahndet.
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2.5.2007 Thorpe erhält Aufschub. Ian Thorpes Anwälte haben einen unbegrenzten Aufschub für die Abgabe einer Erklärung zu den "Unregelmässigkeiten" um die Urinprobe vom Mai 2006 erwirkt. Ursprünglich hätte eine Erklärung bis zum 22. April bei der Australian Sports Anti-Doping Authority abgegeben werden müssen, d.h. drei Tage nach dem Bekanntwerden d zuer hohen Hormonwerte. Thorpes Anwälte sagten, es werde eine sehr umfassende Erläuterung der zu hohen Konzentrationen des luteinisierenden Hormons und des Testosterons erarbeitet, was mehr Zeit als geplant benötige. Die Hormonwerte könnten individuell stark variieren und seien "unvorhersagbar".Line element
1.4.2007 Ian Thorpe nahm Stellung zu den Doping-Vorwürfen. (si) Der Weltverband FINA hat mit Zurückhaltung auf den in der Samstagsausgabe der Sportzeitung "L'Equipe" geäusserten Verdacht reagiert, beim australischen Olympiasieger Ian Thorpe habe ein Dopingtest Unregelmässigkeiten aufgezeigt. Thorpe selber gab am Sonntag an einer Medienkonferenz in Melbourne zu, dass es sich bei besagter Probe um seine handle, er wies aber jegliche Verdächtigungen bezüglich Doping energisch zurück. "Ich habe nie betrogen", versicherte der letzten November zurückgetretene Australier. Thorpe wurde nach eigenen Angaben erst am Samstagmorgen um acht Uhr Ortszeit von der australischen Antidoping-Agentur ASADA informiert, dass bei dem im Mai 2006 durchgeführten Dopingtest ein zu hoher Wert an Testosteron sowie an einem weiteren Hormon aufgefunden worden ist. "Obwohl die ASADA mir versicherte, dass ich keinen positiven Test abgeliefert habe, war ich total geschockt. Ich kann mir dieses Ergebnis nicht erklären", sagte Thorpe. Er sei sicher, denn Kampf um den Beweis seiner Unschuld zu gewinnen. Vor allem bedauere er aber sehr, dass sein Ruf durch das Informationsleck so geschädigt werde. "Die Verdächtigungen stellen alles in Frage, was ich im Sport je erreicht habe", so Thorpe, der von allen Seiten aber eine "überwältigende Unterstützung" verspürt.
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31.3.2007 Thorpe gedopt? Gegen den im letzten November zurückgetretenen Ian Thorpe (25) hat die französische Sportzeitung L'Equipe Doping-Verdacht erhoben. Angeblich soll Thorpe bei einem Test im Mai 2006 unter anderem mit einem zu hohen Testosteron-Wert aufgefallen sein. Laut www.lequipe.fr soll der Fall in Australien aber wegen «wissenschaftlicher Zweifel» als nicht positiv abgehakt worden sein. Dennoch habe nun die FINA am Sportgerichtshof in Lausanne (TAS) interveniert, um das Verfahren neu aufzurollen. FINA-Präsident Mustapha Larfaoui will heute Samstag an einer Medienkonferenz an den WM in Melbourne Stellung zu den Vorwürfen gegen Thorpe beziehen.
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31.3.2007 Alle Dopingproben bei Schwimm-WM bisher negativ. (dpa) - Bei den am 1. April zu Ende gehenden 12. Schwimm-Weltmeisterschaften in Melbourne hat es bislang keine positive Dopingprobe gegeben, erklärte der Direktor des Weltverbandes FINA, Cornel Marculescu. Etwa 360 Tests seien bislang durchgeführt worden. Bei den 40 Schwimm-Wettbewerben, die während einer WM auf dem Programm stehen, werden die zu testenden Sportler nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Dabei kommen grundsätzlich alle Starter in Frage. Nach Weltrekorden ist ein Dopingtest Pflicht, auch in den Staffeln.
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26.3.2007 Ivanenko definitiv gesperrt. Ivanenko wegen Dopings zwei Jahre gesperrt. Die russische Schwimmerin Anastassia Ivanenko ist am Sonntag am Rande der Weltmeisterschaften in Melbourne vom Weltverband FINA wegen Dopings definitiv für zwei Jahre gesperrt worden. In einer von der FINA am 23. Januar durchgeführten Trainingskontrolle bei der 18 Jahre alten Kurzbahn-Weltmeisterin über 800m Freistil waren in der A-Probe Diuretika und andere Mittel zur Maskierung von Dopingmitteln gefunden worden. Iwanenko hatte bei der Anhörung angegeben, ihre Grossmutter habe ihr die Substanzen gegeben, als sie krank war. Diese Erklärung reichte der FINA nicht aus. Anastassia Ivanenko wird dem russischen Schwimm-Team damit auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking fehlen.
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24.2.2007 Herasimenias Weltrekord nicht ratifiziert. Der im Juni 2006 von der weissrussischen Schwimmer Aleksandr Herasimenia egalisierte Weltrekord der Deutschen Janine Pietsch von 28.19 wurde von der FINA nicht anerkannt. Der Rekord wurde vom weissrussischen Verband gar nie eingereicht. Die FINA-Sprecherin kommentierte, dass der Rekord wohl geschwommen , aber der erforderliche Dopingtest nicht durchgeführt worden sei. Es liege am weissrussischen Verband die Einzelheiten zu bestätigen und den Rekord zur Ratifizierung zu beantragen. Herasimenia wurde 2003 auf Norandrosteron und Noretiocholanolon positiv getestet und war für 2 Jahre gesperrt. Sie soll an der WM in Melbourne teilnehmen.
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18.2.2007 Iwanenko gesperrt. Doping-Zwangspause für Anastasia Iwanenko: Einen Monat vor den Weltmeisterschaften in Melbourne hat dieFINA die Russin vorläufig gesperrt. In einer von der FINA am 23. Januar vorgenommenen Trainingskontrolle bei der 17 Jahre alten Vize-Europameisterin auf der Kurzbahn über 800 m Freistil wurden in der A-Probe Diuretika und andere Mittel zur Maskierung von Dopingmitteln gefunde Die FINA sprach gegen die russiche WM-Medaillenhoffnung bis zur Anhörung vor dessen Doping-Panel unter dem Vorsitz des Hamburgers Harm Beyer und der Analyse der B-Probe eine vorläufige Sperre aus Dagegen wurde die gegen den kubanischen Wasserspringer Jose Guerra-Olivia vom 22. September vergangenen Jahres wieder aufgehoben. Als Grund nannte der Weltverband, dass "Personen, die in die Öffnung der A-Probe involviert waren, auch bei der Öffnung der B-Probe beteiligt waren." Dies sei nach den Regeln des FINA-Doping-Panels nicht zulässig. Damit kann der Kubaner bei der WM als einer der Medaillenkandidaten vom Drei-Meter-Brett teilnehmen.
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17.1.2006 Zwei französische Schwimmer gesperrt.
Die FINA informierte gestern, dass zwei franzöösische Schwimmer wegen positivem Dopingtest gesperrt wurden: Arnaud Laroche, wurde am French Cup in Saint Raphael im Juni mit einem Testosteron/Episternon-Verhältnis von grösser als 4 für 2 Jahre, und Carlo Bertoncelli wegen Steroideinnahme (Finasterid) am Open Water Cup in Beaumont-du-Lac (Juli 06) für ein Jahr gesperrt.

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12.12.2006 Prozesskostenbeihilfe für Doping-Opfer bewilligt.
Die ehemalige Schwimmerin Karen König hat in ihrem Kampf um Entschädigung für Doping-Opfer des DDR-Sports einen Teilsieg erstritten. Das Kammergericht Berlin hat einen Beschluss des Berliner Landsgerichts aufgehoben, nach der König für ihre Klage gegen die Firma «Jenapharm GmbH» keine Prozesskostenhilfe bewilligt werden sollte. Das teilten die Anwälte von Karen König mit. In der Begründung heisst es: «Die von der Antragstellerin beabsichtigte Schadenersatzklage verspricht hinreichende Aussicht auf Erfolg.» Die Ansprüche von König hängen nach Meinung des Gerichts davon ab, ob die ehemalige Berliner Schwimmerin darlegen kann, dass der «VEB Jenapharm» als Rechtsvorgänger der «Jenapharm GmbH» von 1982 an in das flächendeckende Dopingsystem der DDR eingebunden war und das Medikament Oral-Turinabol wissentlich für den Einsatz im Rahmen des Dopingprogramms hergestellt hat. Für die Jüngeren unter euch: Im [Doping Archiv] haben wir alte Berichte zu diesem Thema (ganz nach unten scrollen).
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9.12.2006 Dopingliste 2007. Swiss Olympic hat die [Dopingliste 2007] und die [Liste der erlaubten Medikamente] veröffentlicht.
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23.11.2006 Härterer Dopingkampf droht am Geld zu scheitern. Die verschärften Dopingkontrollen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) drohen an den Finanzen zu scheitern. DSV-Sportdirektor Örjan Madsen räumte auf der Pressekonferenz vor den nationalen Wintermeisterschaften von Donnerstag bis Sonntag in Hannover "organisatorische Schwierigkeiten" ein. Statt der kalkulierten Kosten für Bluttests in Höhe von 30.000 Euro ist nun von 120.000 Euro pro Jahr die Rede. Ob der DSV die Kontrollen bei seinen Athleten wie geplant im vollen Umfang vornehmen kann, ist fraglich. DSV-Präsidentin Christa Thiel hatte nach der EM in Budapest erklärt, dass die Tests "nicht am Geld scheitern werden". Unterdessen hat Weltmeister Mark Warnecke, der im Vorjahr mit seinem Triumph in Montreal über 50m-Brust mit 36 Jahren zum ältesten Weltmeister aufgestiegen war, allmählich das Ende seiner aktiven Karriere angekündigt. Letzter Höhepunkt des Esseners wird wohl die WM vom 17. März bis 1. April 2007 in Melbourne sein. Bei Olympia 2008 in Peking werde er "eher nicht mehr" dabei sein, erklärte Warnecke. In Hannover will sich Warnecke das WM-Ticket für Melbourne sichern. Im Rampenlicht steht in Hannover aber vor allem der neue deutsche Schwimmstar Britta Steffen. Drei Monate nach ihrer Gala bei der EM in Budapest mit viermal Gold, einmal Silber und drei Weltrekorden peilt die 23-Jährige aus Berlin im Stadionbad über 50, 100 und 200m- Freistil einen Titel-Hattrick an. Sein umfangreiches Programm drosseln muss hingegen wohl Europameister Helge Meeuw. Der Neu-Frankfurter wird wegen einer Erkältung statt sechs geplanter Starts wahrscheinlich "nur" viermal ins Wasser des Stadionbades springen.
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31.10.2006 Steffen bricht sich beim Ballspiel den Finger. Einen doppelten Fingerbruch in der linken Hand hat sich die vierfache Schwimm-Europameisterin Britta Steffen während des ersten Höhentrainingslagers im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking zugezogen. Die 22-Jährige aus Berlin zog sich die Verletzung beim Aufwärmen mit dem Ball in der spanischen Sierra Nevada schon vor einigen Tagen zu und musste sich im Wasser deshalb zuletzt auf Beinarbeit konzentrieren. Ihr Start bei den deutschen Wintermeisterschaften vom 23. bis 26. November in Hannover ist laut Sportdirektor Örjan Madsen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) aber nicht gefährdet. Steffen hätte damit auch die Chance zur Qualifikation für die Kurzbahn-EM in Helsinki (7. bis 10. Dezember) sowie die Langbahn-Weltmeisterschaften in Melbourne 2007. Am Freitag kehrt Steffen mit dem DSV-Team vom ersten von insgesamt sechs vierwöchigen Höhentrainingslagern bis Peking nach Deutschland zurück. Dann erfolgen wie schon beim Abflug direkt in der Flughafen-Klinik in Frankfurt/Main vom DSV gewünschte Blutabnahmen. Diese hatte der DSV für alle Mitglieder seines aktuellen Top Teams im Schwimmen für verbindlich erklärt und damit seine Anti-Doping-Offensive eingeleitet. Line element
28.9.2006 DSV will Doping keine Chance geben. Wenn die deutschen Schwimm-Asse heute ins erste Höhentrainingslager in der Sierra Nevada/Spanien (bis 27. Oktober) starten, bekommen sie als erste die Anti-Doping-Offensive des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) zu spüren. So wird den Athleten unter Regie von Sportdirektor Örjan Madsen vor dem Abflug und unmittelbar nach der Rückkehr aus Spanien in der Frankfurter Flughafen-Klinik Blut entnommen. Die Blutabnahme dient zur Doping-Kontrolle und im Hinblick auf Olympia 2008 zur Dokumentation der Trainingsdaten. DSV-Präsidentin Christa Thiel hatte Anfang August eine neue Initiative des DSV im Kampf gegen Doping ergriffen, um "unbegründeten Mutmaßungen den Boden zu entziehen, die die deutschen Weltrekorde bei der EM in Budapest in die aktuelle Doping-Diskussion einbezogen haben". Mit 20 der aktuell 27 Mitglieder des neuformierten Top-Teams beginnt für die DSV-Schwimmer in der Sierra Nevada die zweijährige Olympia-Vorbreitung. Die Konzeption von Madsen sieht bis Peking insgesamt sechs vierwöchige Lehrgänge in der Höhe vor. Madsen will die Spitzen-Athleten des DSV 2007 und 2008 grundsätzlich an rund 170 Tagen im Jahr zusammenfassen.
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23.9.2006 Bundesrat: Kampf dem Doping. (baspo) Endlich unternimmt der Bundesrat Anstrengungen, um dem Doping-Sumpf Einhalt zu gebieten. Er fasst die Gründung einer nationalen Agentur zur Dopingbekämpfung ins Auge. Das Sportdepartement (VBS) wurde am Freitag beauftragt, den Beitritt zur Dopingkonvention der UNESCO vorzubereiten und die Dopinggesetzgebung zu überprüfen. Die Dopingbekämpfung in der Schweiz geniesse national und international einen guten Ruf, schreibt das Bundesamt für Sport (BASPO). Um diese Reputation zu erhalten, seien auf dem Hintergrund der Entwicklung der Dopingproblematik und der internationalen Anstrengungen weitere Schritte nötig. Eine nationale Anti-Doping-Agentur könnte ein Erfolgsfaktor sein, schreibt das BASPO. Heute teilen sich Swiss Olympic, der Dachverband der Schweizer Sportverbände und das BASPO in die Aufgaben. Swiss Olympic ist verantwortlich für Kontrollen und Sanktionen, das BASPO für Information, Prävention und Forschung. Die UNESCO-Konvention gegen Doping schafft weltweit klare Standards für die Dopingbekämpfung. Die Schweiz erfüllt die Vorgaben zur Ratifizierung. Mit einer möglichst raschen Unterzeichnung könnte sie ein Zeichen der Solidarität im weltweiten Kampf gegen Doping setzen, schreibt das BASPO. Schliesslich habe die bisherige Erfahrung mit den Dopingbestimmungen im Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport von 2002 Schwierigkeiten in der Umsetzung gezeigt. Straftatbestände und Strafen gegen das Umfeld von Athletinnen und Athleten sollen deshalb umfassend überprüft werden.
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29.8.2006 Doping im Breitensport erregt Gemüter. Einen Schlagabtausch zum Thema "Doping im Breitensport" liefern sich derzeit Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathons, und Hans Holdhaus, Direktor des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) http://www.imsb.at. Grund für die heftige Auseinandersetzung ist ein Interview von Holdhaus in der U-Bahn-Zeitung "Heute" vom 22. August 2006, in dem der Doping-Experte davon spricht, dass bei Breitensportveranstaltungen wie dem Wien-Marathon ein Drittel der Starter zu unerlaubten Mitteln greift. Diese Behauptung von Holdhaus hat bei Konrad wenig Begeisterung ausgelöst. In einer Presseaussendung spricht der Veranstalter des Vienna City-Marathons von einer klaren Diskreditierung der Teilnehmer an dieser Veranstaltung. Im pressetext-Gespräch relativert Holdhaus jedoch die Aussagen: "Ich habe im Interview damals von einer Dunkelziffer zwischen zehn und 30 Prozent gesprochen. Leider wurde meine Aussage nicht richtig wiedergegeben." Von einer "Doping-Problematik" im Breitensport kann man jedoch nicht sprechen, so Holdhaus, denn es gelten für den Hobbysportler nicht die gleichen Bestimmungen wie für einen Profi. Würde man jedoch die gleichen Kriterien auch beim Hobbysportler anwenden, sähe die Situation anders aus. "Wenn ein Hobbyläufer beispielsweise einen Nasenspray verwendet, der offiziell auf der Doping-Liste angeführt ist, wäre er nach dem Reglement gedopt", so Holdhaus im pressetext-Interview. Dennoch ist Holdhaus davon überzeugt, dass auch im Breitensport bewusst gedopt wird. "Das sieht man beispielsweise in der Kraftszene und es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, warum sich Sportler in anderen Sportarten nicht ähnlich verhalten sollten", so Holdhaus. Die Gefahr eines gesundheitlichen Schadens ist dabei für den Hobbysportler wesentlich höher einzustufen als für den Profi. "Die Spitzensportler unterziehen sich regelmässigen Untersuchungen durch Spitzenmediziner. Probleme werden dadurch früher erkannt", so Holdhaus abschliessend im presstext-Gespräch.Line element
28.8.2006 Schweizer Dopingjäger im Cannabis-Sumpf. Jan Ullrich, Floyd Landis, Justin Gatlin - Dopingfälle haben diesen Sommer wieder Hochkonjunktur. Im Schweizer Sport hingegen müssen sich die Dopingjäger insbesondere mit harmlosen Kiffern auseinandersetzen. Fast jedes zweite Dopingverfahren in der Schweiz betrifft einen kiffenden Spitzen- oder Freizeitsportler. Dabei hätten die Dopingfahnder zweifellos Wichtigeres zu tun, wie in diesem Sommer wieder einmal offensichtlich wurde. Seit zwei Jahren ist Cannabis weltweit in allen Sportarten verboten. Bei 28 der 60 Schweizer Dopingfälle der letzten Jahre handelte es sich aber um Kiffer, die in der Kontrolle hängenblieben. Vereinzelt betrifft dies Spitzensportler (wie der noch bis Anfang November gesperrte Jan von Arx), meist aber Amateursportler, die einfach das Pech hatten, in der jeweils höchsten nationalen Liga zu spielen - und somit von Swiss Olympic kontrolliert zu werden. So sind überdurchschnittlich viele American Footballer und Billardspieler vom Cannabis-Verbot betroffen. Dass auch diese Freizeitsportler mit einer Busse (meist einige Hundert Franken) und einer achtmonatigen Sperre gebüsst werden, stösst vielen sauer auf. «Früher hiess es, mit Sport hole man die Jugendlichen von der Strasse», so ein Statement von einem Schweizer Footballklub, «heute schickt man die Jugendlichen auf die Strasse zurück, wenn sie am Wochenende mal eins gekifft haben.» Dass die Betroffenen dabei auch noch öffentlich an den Pranger gestellt werden (die Namen der Dopingsünder werden in den nationalen Medien bekannt gemacht) lässt viele Hobbysportler endgültig die Faust im Sack machen. Denn dass Cannabis beispielsweise im American Football - wo sechs Schweizer Spieler in den letzten drei Jahren überführt wurden - leistungsfördernd sein soll, glaubt mittlerweile niemand mehr. Trotzdem sind auch heute noch von vielen Dopingkontrolleuren Platitüden à la «Sportler nehmen keine Drogen!» zu hören. Auch bei Swiss Olympic ist man sich der Cannabis-Problematik bewusst. Der Präsident der Disziplinarkammer, Gerhard Walter, weiss, dass es sich bei den «Gedopten» vorwiegend um Personen handelt, «die am Wochenende in den Ausgang gehen und unter anderem Haschisch konsumierten. Dann geht der Sportler oder die Sportlerin ein paar Tage später an einen Wettkampf und wird positiv getestet.» Die Freizeitkiffer mussten anschliessend wie alle «harten Fälle» im Haus des Sports in Bern zur mündlichen Verhandlung erscheinen, vor der Disziplinarkammer in dreiköpfiger Besetzung. Immerhin wurde dieses teure und aufwändige Vorgehen mittlerweile entschlackt. Neuerdings entscheidet nur noch ein Mitglied der Kammer und auf dem Schriftenweg. Die persönliche Anhörung der Dopingsünder fällt weg, diese dürfen sich schriftlich rechtfertigen. Noch lieber aber wäre den Dopingfahndern, wenn Haschisch international wieder den Status erhielte, den es vor 2004 hatte. Bis dahin wurde nach Sportart unterschieden, ob Cannabis auf die Dopingliste kam oder nicht. Der nationale Verband hat deshalb schon bei der internationalen Dopingagentur WADA versucht, Cannabis von der Dopingliste streichen zu lassen – ohne Erfolg. Das Verfahren ist damit zwar einfacher geworden, für kiffende Sportler bleibt aber faktisch alles beim Alten. Wer erwischt wird, muss mit einer Sperre, einer Busse und einer öffentlichen Blossstellung rechnen. Line element 10.8.2006 DSV geht mit Doping-Thema weiter offensiv um. (sid) Sportdirektor Örjan Madsen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hat seinen Athleten seinen Anti-Dopingkurs noch einmal vehement ans Herz gelegt. Der Norweger verfasste einen offenen Brief an seine Kader-Schwimmer, in dem er auf Defizite im deutschen Team aufmerksam macht und seine Athleten unter anderem davor warnt, sich keinesfalls unangemeldeten Kontrollen zu entziehen. Das berichtete die Sport-Bild am Mittwoch. "Die SchwimmerInnen des Deutschen Schwimm-Verbandes sind in Sachen No Shows ´führend´ in Europa. Wir haben (zu viele) AthletInnen, die nicht dort anwesend sind, wo sie laut den selbst eingereichten Unterlagen sein sollten, wenn Dopingbeauftragte unangemeldete Tests durchführen wollen", zitiert das Wochenmagazin aus dem Brief. Darin spricht Madsen auch von einem "Imageproblem, das sich zu einem Glaubwürdigkeitsproblem entwickeln kann, falls wir nicht aktiv eine andere Haltung hierzu einnehmen und unsere Vorgehensweise ändern". Zugleich sei es aber auch Besorgnis erregend, dass "Skeptiker" (Madsen) noch immer voller Misstrauen über die Athleten redeten und sie damit in Misskredit bringen würden. Madsen hatte das Thema Doping zuletzt bei der am Sonntag zu Ende gegangenen EM in Budapest offensiv angegangen und eine Initiative auf den Weg gebracht, nach der schon ab Ende September für die 30 Olympia-Kandidaten ein erweiterter Athletenpass mit zusätzlichen Bluttests vor und nach den jeweiligen Höhentrainingslagern eingeführt werden. Zudem will Madsen die Antidoping-Agenturen um mehr Kontrollen seiner Athleten bitten. Line element 8.8.2006 Thompson bangt um "Aussie"-Dominanz. Die Leistungen der deutschen Schwimmerinnen bei der EM in Budapest haben offenbar auch bei den bis dato so dominanten Australiern für reichlich Respekt gesorgt. Dessen Cheftrainer Alan Thompson sieht die Vormachtstellung seiner Athletinnen offenbar stark gefährdet. "Ohne Zweifel sind unsere Frauen nicht mehr so dominant wie noch vor zwölf Monaten", sagte der Coach der Tageszeitung Herald Sun mit besonderem Blick auf Britta Steffen (Berlin) und die drei Weltrekorde der deutschen Frauen in Ungarn. Thompson nahm die Aktiven des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) ausdrücklich gegen Doping-Verdächtigungen in Schutz: "Es ist eine Schande, dass nach guten Leistungen immer wieder solche Fragen aufkommen. Es ist nach den Dopingfällen Floyd Landis und Justin Gatlin zwar leicht, auf dieses Thema aufzuspringen. Aber es gibt überhaupt keine Anzeichen dafür, in einem Atemzug über die Zeiten der deutschen Schwimmerinnen und Doping zu sprechen." Line element 6.8.2006 Madsen fordert WADA zu mehr Dopingkontrollen auf. (sid) Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) geht beim Thema Doping weiter in die Offensive: Der neue Sportdirektor Örjan Madsen bittet die Welt-Antidoping-Agentur WADA freiwillig um mehr Kontrollen. "In der nächsten Woche wird ein Schreiben an die WADA rausgehen, darin bitten wir um häufigere Untersuchungen", sagte Madsen am Rande der EM in Budapest. Laut Madsen möchte der DSV zudem Blut- und Urinproben der eigenen Schwimmer einfrieren lassen, um nachträgliche Untersuchungen zu gewährleisten. "Darüber hinaus wollen wir, dass bei unseren Athleten auch Methoden angewendet werden, die noch nicht anerkannt sind", erklärte Madsen: "Wir wollen jegliche Vermutungen im Keim ersticken." Zuletzt hatte der DSV bereits angekündigt, seine internen Dopingkontrollen zu verschärfen. Auf Initiative von Madsen soll schon ab Ende September für die 30 Olympia-Kandidaten ein erweiterter Athletenpass mit zusätzlichen Bluttests vor und nach den jeweiligen Höhentrainingslagern eingeführt werden. "Das ist auch im Sinne unserer Athleten, damit nach solchen Leistungen wie dem Weltrekord durch Britta Steffen gar nicht erst irgendwelche Verdächtigungen aufkommen können", sagte Madsen. Line element 5.8.2006 10 Meter gehen, 100 Meter fliegen. Vielleicht ist es die freundliche Art, die ihn ungewöhnlich macht. Wenn der Name vor einem Rennen vom Speaker ausgerufen wird, winkt er nicht prahlerisch in die Kamera oder ignoriert er nicht die ihm zugeteilte Aufmerksamkeit, sondern er verneigt sich vor dem Publikum. Die Bewegung ist jeweils eine sanfte, aber unbemerkt bleibt sie nicht. Wenn er, wie an den EM in Budapest nach dem Sieg über 200 m Crawl am Mittwoch, den Medien Auskunft gibt, bedankt er sich zum Schluss bei der Dolmetscherin. Er hatte so viel zu erzählen und sie so viel zu übersetzen, dass er ein Händeschütteln und ein Lächeln angebracht fand. Im persönlichen Gespräch hält er die Augen zu und sitzt er ruhig, gibt ehrliche und nie oberflächliche Antworten. Der Niederländer Pieter van den Hoogenband ist eine spezielle und erfrischende Erscheinung. Nicht nur überragt er die Masse europäischer Schwimmer, aus der nur wenige Berühmtheit abseits der Szene erlangen. Hoogenband wird zu Hause «Hoovercraft» oder «Flying Dutchman» genannt. Höher als jeder andere liegt er im (oder: auf dem) Wasser. Die Spezialisten des Hamburger Strömungskanals stellten fest, dass keiner so perfekte Voraussetzungen für diesen Sport hat wie er. Dass van den Hoogenband in 47,84 s der schnellste Mann der Welt ist über 100 m Crawl, die Königsdisziplin des Schwimmsports, setzt ihn dieser Tage per se einem Generalverdacht aus: Wurde die Leistung im Sommer 2000 ohne Doping erbracht? Fest steht: Die niederländischen Medien gelten als unzimperlich im Umgang mit zweifelhaften Erfolgen schwimmender Landsleute. Das wurde während der Karriere Inge de Bruijns, die der ungewöhnlichen Leistungskurve wegen latent unter Dopingverdacht stand, des Öfteren bewiesen. Van den Hoogenband («Ich werde vierzigmal pro Jahr getestet, dann und wann mehr als einmal pro Woche»), sah sich noch nie Anschuldigungen konfrontiert, die über das einem Ausdauersportler gegenüber grundsätzlich gehegte Misstrauen hinausgingen. Der 28-jährige Eindhovener hat seit 2000 drei olympische Goldmedaillen gewonnen. In Peking könnte er über 100 m Crawl der erste Schwimmer werden, der dreimal dasselbe Rennen gewinnt. Es gab eine Zeit, in der er nicht mehr glauben mochte, zum Triple ansetzen zu können. Schon als Knaben plagten ihn Rückenschmerzen, 2005 musste er sich an den Bandscheiben operieren lassen. «Ich konnte nicht mehr als 10 Meter gehen.» Seit Olympia in Athen fehlte er an jedem Ernstkampf; bis er an den EM nun die 200 m Crawl in 1:45,65 Minuten zum vierten Mal nach 1999, 2002 und 2004 gewann. Er blieb zwei Hundertstel hinter dem Weltrekordhalter Michael Phelps, der das Rennen am Donnerstag an den amerikanischen WM-Trials gewann. Am selben Tag qualifizierte sich der Niederländer in 49,27 s als Fünfter für EM-Final über 100 m Crawl. Van den Hoogenband sagt: «Ich bin wieder ein glücklicher Mensch.» Während der WM 2005 in Montreal, die er von zu Hause aus verfolgte, habe er realisiert, dass sein Traum nicht zu Ende sei. «Ich fragte mich, ob ich genügend Motivation aufbringen würde zur Rückkehr. Wissen Sie, Schwimmen ist ein harter Sport.» Es sei daher eine grosse Befreiung gewesen, festzustellen, dass es vorwärts gehe - «wenn das Training auch nicht ein Spiel ist wie früher». Auf intensives Krafttraining muss er seit der Operation gänzlich verzichten. Stattdessen macht er neuerdings Yoga. Punkto Berühmtheit, folgt van den Hoogenband in der Heimat hinter den Fussballern Johan Cruyff und Marco van Basten auf Platz 3 - 98 Prozent der Niederländer assoziieren mit seinem Namen Schwimmen und Olympiagold. Es wurde in den letzten Jahren ein Hype erzeugt um ihn wie in den USA um Phelps oder in Australien um Ian Thorpe. Philips, Sony und Volkswagen sind seine Sponsoren, der Fussballer Ruud van Nistelrooy war der Trauzeuge bei van den Hoogenbands Hochzeit mit der Schwimmerin Minouche Smit. Mit ihr lebt er in Belgien, nahe Eindhovens und der Grenze. Die Steuersätze sind tiefer dort. Was aus ihm einen nicht unfreundlicheren, aber beinahe schon gewöhnlichen Menschen macht. Line element 5.8.2006 Eine Fabelzeit birgt Verdächtigungen. 53,30 s? So schnell? Der Name der deutschen Schwimmerin Britta Steffen war selbst in der Szene lange nur wenigen ein Begriff. Entsprechend erstaunt wurde am Mittwoch ihr Weltrekord (0,12 s schneller als ihre Vorgängerin) über die 100 m Crawl registriert. Ihr Trainer Norbert Warnatzsch sah sich noch am selben Abend der Aufgabe ausgesetzt, die auf den ersten Blick wundersam anmutende Leistungsverbesserung seiner Athletin zu erklären. In Zeiten, in denen das kritische Hinterfragen aussergewöhnlicher Leistungen grösser ist denn je, setzen sich gute Ausdauersportler dem Generalverdacht aus. Hat sie? Ist sie sauber? Schwimmen hat eine belastende Vergangenheit, auch der Vorkommnisse (aber nicht nur) in der früheren DDR und in China wegen. Die gegenwärtige Situation ist schwierig zu beurteilen. Verhältnismässig viele Dopingkontrollen und wenig bis keine positiven Proben sprechen zwar für eine Läuterung - aus Sportarten wie Rad und Leichtathletik ist aber längst bekannt, dass nicht jeder Dopingsünder überführt wird, da die Schlupflöcher noch immer viel zu gross sind. Eine merkwürdig anmutende Theorie, die an den Europameisterschaften herumgereicht wird, lautet: Dopen tun diejenigen Athleten, die im Mittelfeld tingeln. Vordere Ränge würden von Ausnahmetalenten belegt. Britta Steffen, so das Argument des Trainers, gehört dazu. Im Jahr 1999 gewann sie sechs Titel an den Junioren-EM, persönliche und gesundheitliche Probleme hätten den raschen Aufstieg verhindert. Erst eine Auszeit von Herbst 2004 bis Herbst 2005 sowie psychologische Hilfe hätten die Schwimmerin (2004 hatte sie eine Bestzeit von 55,27 s) dorthin gebracht, wo sie laut Warnatzsch, der im DDR-Sportsystem aufgewachsen ist, mit kontinuierlichem Fortschritt im Lauf der vergangenen sieben Jahre jetzt angelangt wäre. Örjan Madsen, der Sportdirektor im Deutschen Schwimmverband, möchte gerne so argumentieren. «Wäre Britta Steffen nicht in meinem Team, würde ich zunächst auch Doping hinter ihrer Leistung vermuten.» Weil er sich der belastenden Vergangenheit bewusst ist, hat er in Budapest den «Weg des Pro- Aktivismus» angekündigt. Die sechs bis 2008 anstehenden Höhentrainingslager lässt er von einem wissenschaftlichen Institut und regelmässigen Blutentnahmen begleiten. Daraus sollen Aussagen zur Leistungsentwicklung gemacht und ein sogenannter Athleten-Pass kreiert werden. Diesen kennt der Internationale Skiverband bereits seit Jahren. Mit sechs und mehr Blutproben jährlich (je vor und nach einem Aufenthalt in der Höhe) lasse sich damit die Entwicklung der roten Blutkörperchen dokumentieren, immerhin. Neben höherer Glaubwürdigkeit erhofft sich Madsen mit der Offenlegung besagter Werte eine Vorbildwirkung und die Nachahmung durch andere Verbände. Die Nationale Antidoping- Agentur Deutschlands jedenfalls begrüsst die aktive Vorgehensweise. Line element 5.8.2006 "Wir sind sauber und gläsern". Interviiew mit dem Trainer der 22-Jährigen, Norbert Warnatzsch, über die "Kopfsache" des Erfolgs, das leidige Thema Doping und was Steffen mit ihrer einstigen Klub-Kollegin Franziska van Almsick gemeinsam hat.
Frage: Herr Warnatzsch, Britta Steffen meinte, 70 Prozent Anteil an ihrem 100-m-Freistil-Weltrekord hat der Kopf. Wie muss man das verstehen?
Norbert Warnatzsch: Da ist zum einen die sehr akribische Saisonplanung, die sehr viel Köpfchen verlangt. Für Britta aber mindestens genauso wichtig ist, das sie nun so viel an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gewonnen hat, dass sie keine Angst mehr hat vor großen Namen. Das haben wir schon über viele Jahre versucht hinzukriegen. Jetzt kann sie frei aufzuschwimmen, hat keine Ressantiments mehr und große Namen interessieren sie nicht. Da wollten wir hin.
Frage: Wie war es denn früher?
Warnatzsch: Nun ja, Trainingsergebnisse in Wettkampfleistungen umzumünzen, das war Brittas großes Problem. Jetzt klappt das wunderbar. Jetzt weiß sie, dass sie es drauf hat, ganz vorne zu sein.
Frage: Auch ein Erfolg der Psychologin, mit der Sie zusammenarbeiten?
Warnatzsch: Natürlich, sie hat unglaublich viel bewegt, ist mit ihr Programme durchgegangen, hat ihr das Selbstbewusstsein eingeimpft. Aber vor allem ist es ein Erfolg des knochenharten Trainings.
Frage: Sie sollen auch neue Trainingsmethoden ausprobiert haben. Was genau haben Sie gemacht?
Warnatzsch: Es ging vor allem um die Belastungsgestaltung. Das war auch ein Lernprozess. Wir haben im Training jede Situation vermieden, die zu zu starker Ermüdung führte. Das verlangt natürlich ganz genaue Absprachen.
Frage: Ist das so unüblich?
Warnatzsch: Unüblich ist das nicht. Aber wir haben das ganz genau getimt. Aber da spielen natürlich auch andere Faktoren eine Rolle. Sie hat sich zum Beispiel sehr genau belesen, was die Ernährung betrifft.
Frage: Es heißt, sie hätte zehn Kilogramm abgenommen.
Warnatzsch: Ja, das stimmt. Sie schleppt nicht mehr viel mit sich rum. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Dadurch hat sich das Kraft-Last-Verhältnis sehr günstig geändert. Sie ist kräftig und trotzdem wiegt sie nicht allzu viel. Demzufolge fällt es ihr leichter, durchs Wasser zu fliegen.
Frage: DSV-Sportdirektor Madsen spricht vom idealen Schwimmkörper.
Warnatzsch: So ist das auch. Sie ist schlank wie eine Gerte, leicht wie eine Feder, ist groß, hat große Hebel. Das ist fürs Schwimmen optimal.
Frage: Sie haben mit Franziska van Almsick schon einen anderen Superstar trainiert. Was unterscheidet die beiden, was haben sie gemeinsam?
Warnatzsch: Beide sind zweifelsohne sehr motiviert, Britta ist genauso ehrgeizig und erfolgshungrig wie Franziska. Auch die körperlichen Voraussetzungen sind zumindest von der Körperhöhe ähnlich. Sie sind beide fast gleich groß. Allerdings ist Franziska mehr aus den Beinen geschwommen, Britta schwimmt mehr aus den Armen.
Frage: Das ist der sportliche Teil. Aber wie sieht's denn menschlich aus?
Warnatzsch: Zwei Menschen zu vergleichen, ist immer schwierig. Franziska ist Franziska und Britta ist Britta. Beide sind zwei intelligente junge Frauen, die ihren Weg gefunden haben. Beide sind bzw. waren leicht zu lenkende Sportler, weil sie ein Ziel haben und das auch eisenhart verfolgen.
Frage: Die Biographie von Steffen unterscheidet sich doch etwas von der von van Almsick. Steffen hat nach den verkorksten Olympischen Spielen 2004, als sie im Vorlauf ausschied, ein Jahr pausiert.
Warnatzsch: Bei Franziska war es doch ähnlich. Sie kam 2001 zu mir, war total runter, hatte Bandscheibenbeschwerden, war auch psychisch in einem Loch. Da hat es ja dann auch funktioniert, sie wieder aufzubauen.
Frage: Ein Jahr vom Leistungssport auszusetzen ist dennoch nicht die Normalität.
Warnatzsch: Ja, aber das Jahr Pause hatte Britta nötig. Sie musste erstmal den Kopf frei kriegen, was anderes sehen und sich selbst finden.
Frage: Und in diesem Jahr hat sie nichts gemacht?
Warnatzsch: Gar nichts in Sachen Leistungssport, aber natürlich hat sie sich fit gehalten. Radfahren, laufen oder Gymnastik. Aber kein wirkliches Training.
Frage: In den Zeiten der Landis', Gatlins und Co. ruft eine solche Leistungsexplosion nach einer einjährigen Pause natürlich auch die Zweifler auf den Plan.
Warnatzsch: Ich weiß, was jetzt kommt. Das leidige Thema Doping. Als mir die erste Frage dazu gestellt wurde, habe ich mich maßlos aufgeregt. Weil ich mich nicht in diesen Topf werfen lasse.
Frage: Aber jetzt verstehen sie die Frage?
Warnatzsch: Mittlerweile kann ich es nachvollziehen. Denn es ist für viele schon ein bisschen sensationell, was Britta abliefert. Aber wir arbeiten sauber. Wir verlangen auch, dass wir häufiger kontrolliert werden. Wir können nur immer wieder sagen: Kommt, kontrolliert uns, jeden Tag, jeder Zeit, wann immer ihr wollt. Wir sind offen, wir sind gläsern. Wir können damit nur offensiv umgehen und uns stellen. Aber wir haben diese Leistungssteigerung erreicht, in dem wir trainingsmethodische Dinge in den Vordergrund gestellt haben. Weil Britta störungsfrei trainieren konnte. Dazu kommt ihr außergewöhnliches Talent. Dass sie das hat, hat sie als Juniorin schon bewiesen. Jetzt ist es uns endlich gelungen, alles zusammenzufügen.
Frage: Budapest soll nur eine Zwischenstation sein. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Olympia 2008 in Peking. Was trauen Sie ihr in Zukunft noch zu?
Warnatzsch: Da werden Sie von mir keine Prognosen hören. Nur folgendes: Bei 100 Prozent ist sie noch nicht. Sie hat aber noch Reserven, zum Beispiel im konditionellen Bereich. Und wenn wir die noch ausnutzen, dann geht es noch ein bisschen schneller.
Frage: Deutschland hat jetzt einen neuen Star. Wissen Sie schon, was da in den nächsten Tagen und Wochen auf Steffen zukommt?
Warnatzsch: Wir müssen sie jetzt vor allzu großen Rummel schützen. Immerhin muss sie hier noch mal ins Wasser. Sie hat jetzt schon eine Lawine losgetreten. Aber darauf sind wir vorbereitet, entsprechende Gespräche - auch was die Vermarktung angeht - haben wir geführt. Noch ist nichts spruchreif. Aber bald. Line element 20.7.2006 EU-Gericht stützt Doping-Entscheide. Die beiden Profi-Schwimmer David Meca und Igor Majcen wurden 1999 wegen positiven Nandrolontests an einem FINA Marathon Swimming Wolrdcup von der FINA für 2 Jahre gesperrt. Der Gang vors internationale Sportgericht in Lausanne half den beiden nicht. Anschliessend richteten sie Beschwerde an die EU-Kommission -ohne Erfolg. Sowohl die Vorinstanz als nun auch das oberste EU-Gericht stützten den Entscheid der EU-Kommission. Die Dopingsperre stehe in Einklang mit EU-Recht bzw. verletze dieses nicht. Die Antidopinggesetze und -regeln würden in den Kompetenzbereich der EU-Rechtssprechung fallen, aber die Regeln würden bloss den ordnungsgemässen Ablauf des Wettkampfsport sicherstellen und tangierten die Wettbewerbs- und persönliche Freiheit nicht. Line element 20.1.2006 Dopingkontrollen 2005. Im 2005 hat die Fachkommission Dopingbekämpfung insgesamt 2087 Kontrollen, davon 50 bei Schwimmern, durchgeführt. Im eigenen Kontrollprogramm wurden 1714 Athleten getestet, 602 Athleten wurden im Wettkampf und 1112 Athleten ausserhalb der Wettkämpfe kontrolliert. 337 Kontrollen ausserhalb der Wettkämpfe wurden bis heute im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Turin durchgeführt. Bei den Schwimmern waren sämtliche Proben negativ [Kontrollstatistik]. Line element 5.1.2006 Meca will nach Ibiza schwimmen. Der spanische Langstreckenschwimmer David Meca ist in Jávea nahe Alicante zu einem neuen Rekordversuch gestartet. Der 31-Jährige will als erster Mensch in weniger als 30 Stunden vom Festland aus die Balearen-Inseln schwimmend erreichen. Sein Ziel ist das 110 Kilometer entfernte Ibiza. «Das wird die härteste Prüfung meines Lebens», sagte Meca mit Blick auf das zwölf Grad kalte Wasser. Ausserdem bereite ihm die nächtliche Beleuchtung der begleitenden Boote Sorgen: «Dies zieht die Fische an, und davor habe ich Angst.» Wegen schwerer See hatte der mehrfache Medaillengewinner seinen Rekordversuch um einen Tag verschieben müssen. Der aus Sabadell bei Barcelona stammende Katalane hat bereits in der Vergangenheit mit spektakulären Aktionen Schlagzeilen gemacht. So war er aus Protest gegen Dopingvorwürfe mit Fussschellen von der früheren Gefängnisinsel Alcatraz nach San Francisco geschwommen oder hatte die 14 Kilometer breite Meerenge von Gibraltar durchquert. Im südamerikanischen Fluss Parana legte er 88 Kilometer und im Nil 30 Kilometer zurück. Ausserdem bewältigte er 2001 als erster Schwimmer die 44,5 Kilometer lange Strecke zwischen den Kanaren-Inseln La Gomera und Teneriffa. Line element 27.12.2005 Doping-Rekorde können getilgt werden. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat bestätigt, dass unter Dopingeinfluss erzielte Rekorde aus den Listen getilgt werden können. «Wir betrachten es als Individualrecht, wenn ein Athlet bei einem unter unlauteren Bedingungen erzielten Rekord aus den Bestenlisten gestrichen werden will», sagte DSV- Generalsekretär Jürgen Fornoff. Das ARD-Magazin «Kontraste» hatte am 22. Dezember darüber berichtet, DDR-Olympiasiegerin Petra Schneider wolle ihren deutschen Rekord über 400 Meter Lagen für ungültig erklären lassen, weil er von Doping beeinflusst gewesen sei. Die Marke vom 1. August 1982 solle von 4:36,10 Minuten «auf Null» gesetzt werden, hatte Schneider argumentiert. Fornoff bestätigte, dass er der «Kontraste»-Redaktion ein Telefax des Inhalts zugestellt habe, eine Person könne aus den Bestenlisten gelöscht werden, wenn der offizielle Antrag gestellt werde. Dann sähe der DSV keinen Grund, «diesem Wunsch nicht nachzukommen». Der DSV betrachte dies als Sonderfall, bei dem die Dachorganisation des deutschen Schwimmsports das Recht der Einzelperson zu berücksichtigen habe. Das sei auch mit DSV-Präsidentin Christa Thiel abgestimmt, die als Juristin in Wiesbaden tätig ist. Auf der Ebene des europäischen Verbandes LEN oder des Weltverbandes FINA sei diese Frage sicherlich anders zu klären, sagte Fornoff. Nach Informationen des Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gegenüber dem Politikmagazin «Kontraste» hatte auch Ute Geweniger, Inhaberin des ältesten deutschen Schwimmrekords, eingeräumt, dass «unsere Rekorde von damals auch auf dieser Basis entstanden» sind. Damit deutete sich Leistungsmittelmissbrauch an. Sie hatte am 4. Juli 1981 in Berlin über 200 m Lagen 2:11,73 Minuten erzielt. Diesen Rekord will sie dennoch nicht streichen lassen, weil er auch «auf harter trainerischer Arbeit» basiere. Line element 26.12.2005 Schneider will eigenen Rekord streichen lassen. Als Reaktion auf die Dopingpraktiken der damaligen DDR will die frühere DDR-Schwimmerin Petra Schneider ihren bis heute gültigen deutschen Rekord über 400m Lagen annullieren lassen. Das erklärte die Doppel-Olympiasiegerin von 1980 in dem am Donnerstagabend gesendeten ARD-Politmagazin Kontraste. Schneider fordert den Deutschen Schwimmverband (DSV) zu einem Neuanfang auf: "Mein Rekord war von Doping beeinflusst. Der Rekord ist nur noch ein Rekord der Vergangenheit. Ich möchte, dass die aktuelle Rekordliste auf Null gesetzt wird", sagt die Chemnitzerin, die am 1. August 1982 bei den Weltmeisterschaften in Guayaquil/Ekuador die seitdem gültige deutsche Bestmarke geschwommen hatte. Auch ihre damalige Klubkameradin Ute Geweniger räumte gegenüber Kontraste ein: "Unsere Rekorde von damals sind auch auf dieser Basis entstanden." Ihren eigenen Rekord will die Moskau-Olympiasiegerin aber nicht streichen lassen. "Meine eigenen Erfolge basieren nicht nur auf Doping, sondern auch auf harter trainerischer Arbeit", sagte Geweniger, die am 4. Juli 1981 in Ost-Berlin deutschen Rekord über 200 m Lagen schwamm und damit heute die älteste Bestmarke im deutschen Schwimmsport hält. Eigenen Angaben zufolg liegen Kontraste zudem geheime Forschungsberichte von DDR-Wissenschaftlern vor, in denen die Anabolika-Dosierungen von zahlreichen deutschen Leichtathletik-Rekordhalterinnen detailliert protokolliert sind. Line element 15.12.2005 IOC fühlt sich im Kampf gegen Gendoping gerüstet. Auf dem 2. Symposium zum Gendoping hat eine Expertenkommission in Stockholm eine sieben Punkte umfassende Erklärung verabschiedet, die den möglichen Segen der Gentherapie herausstellt und gleichzeitig auf die Gefahren verweist, die den Athleten sowie dem organisierten Sport durch Gendoping drohen. Zwar glaubten die meisten Experten nicht daran, dass Gendoping derzeit von Athleten genutzt wird, sagte der Wissenschaftliche Direktor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Olivier Rabin, einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge. "Doch wir wissen, dass Athleten eines Tages versuchen werden, auf diese Weise ihre Leistung zu steigern." Das Internationale Olympische Komitee (IOC) fühlt sich im Kampf gegen Gendoping gerüstet. "Die exzellente Nachricht der Konferenz ist, dass der Nachweis von Gendoping künftig möglich sein wird", verkündete IOC-Präsident Jacques Rogge. Die "Welt" berichtet, dass Dopingproben künftig acht Jahre lang zur Nachuntersuchung aufbewahrt werden sollen, so dass sie später bei begründetem Verdacht mit neuentwickelten Verfahren erneut analysiert werden können. Rogge: "So können sich Betrüger nie sicher sein. Das ist eine grossartige Abschreckung." In Stockholm hatten 50 Wissenschaftler aus 15 Ländern zwei Tage lang über Gendoping beraten.
Kommentar der Ärztezeitung: "Die auf dem 2. Symposium zum Gendoping geäußerte Behauptung von IOC-Präsident Jacques Rogge, der Nachweis von Gendoping werde künftig möglich sein, klingt so vollmundig wie nebulös. Rogge begründet das damit, daß Dopingproben in Zukunft acht Jahre lang aufbewahrt werden sollen. Aber was garantiert das? Und um welche Dopingproben soll es sich dabei handeln? Hier muß man sich zunächst vergegenwärtigen, was durch neu entwickelte gentherapeutische Verfahren im Leistungssport möglich wäre: Gendoping könnte zur Bildung von mehr Muskelmasse oder schnelleren Muskelfasern ebenso wie zur Stimulation der Synthese von Hormonen wie etwa Erythropoetin (EPO) zum Einsatz kommen. Der einzig sichere Nachweis des Gendopings wäre die Identifizierung der eingeschleusten Erbinformation selbst. Dazu müßte den Athleten jedoch vor den Wettkämpfen eine Probe Muskelgewebe entnommen werden. Welcher Sportler würde dem zustimmen? Jacques Rogges Optimismus erscheint vor diesem Hintergrund wie Zweckoptimismus. Zunächst werden wahrscheinlich erst die Juristen das Wort haben, bis rechtlich zweifelsfreie Testverfahren entwickelt sind." Line element 1.12.2005 Dopingliste 2006. Die neue Dopingliste, die am 1. Januar 2006 in Kraft teten wird, ist erschienen. Sie steht allen Interessierten zum Download zur Verfügung [Dopingliste] [Liste der erlaubten Mittel] . Line element 5.11.2005 Vielversprechender Dopingtest. In den USA haben Forscher einen neuen Dopingtest für Anabolika entwickelt, der es erlauben soll, auch unbekannte Designersubstanzen nachzuweisen. Das im Zentrum des BALCO-Skandals gestandene THG konnte nur dank einer Indiskreation entdeckt werden. Die alten Methoden erlauben es nicht, unbekannte Substanzen zu finden. Man musste wissen, wonach man sucht. Das Forschungsteam an der City of Hope hat darum einen anderen Ansatz statt der Suche nach spezifischen Substanzen gesucht. Der neue Test basiert auf dem so genannten Androgen Rezeptor, der in jeder Körperzelle vorhanden ist. Dieser Rezeptor ist gewissermassen das Schloss, in den der Schlüssel (das Anabolikamolekül) passt. Wenn der richtige Schlüssel andockt, schaltet die Zelle vereinfacht gesagt auf Anabolika-Betrieb. Wenn man weiss, welche Strukturen solche Schlüssel grundsätzlich gemeinsam haben, um das Schloss zu öffnen–unabhängig von ihrer gesamthaften Gestalt–kann man nach Molekülen mit entsprechenden Passformen suchen. Dies geschieht beispielsweise mit entsprechenden Antikörpern, die gegen solche Strukturen gerichtet sind. Dr. Berry Forman, eineExperte in der Rezeptorforschung sagte, diese Idee sei quasi das Heureka der Dopingforschung. Die Resultate werden in Kürze publiziert. Der volle Umfang der Folgen für den Sport seien noch nicht absehbar, sagte die Redaktion der wissenschaftlichen Zeitschrift „Nuclear Receptor Signalling Journal“ [Medienmitteilung City of Hope]. Line element 2.11.2005 DDR-Dopingprozess geht in neue Runde. Der Schadenersatzprozess der ehemaligen DDR-Schwimmerin Karen König aus Berlin gegen das Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland wurde nach einjähriger Hängepartie mit der Befragung von zwei Zeugen fortgesetzt. Vor dem Amtsgericht Schöneberg erklärte die Medizinerin Dorit Rösler, die von 1980 bis 1989 Sektionsärztin Schwimmen beim damaligen DDR-Club TSC Berlin war, dass sie von 1982 bis 1987 bei der Vergabe von anabolen Steroiden an die Athletin mitgewirkt habe. Die heutige Hausärztin aus Berlin konnte allerdings nicht bestätigen, dass bei Karen König bereits im Vergabezeitraum gesundheitliche Schäden aufgetreten waren. Karen König fordert vom NOK in dem von ihr bereits seit über fünf Jahren bestrittenen Verfahren Schmerzensgeld wegen Körperverletzung in Höhe von 10 225 Euro. Zuvor hatte das Landgericht Frankfurt/Main mit Beschluss vom 11. Dezember 2003 klargestellt, dass Schadenersatz-Ansprüche gegen das NOK wegen der Vergabe von Dopingmitteln in der DDR prinzipiell zulässig seien. Befragt wurde in Berlin zudem der ehemalige TSC-Schwimmtrainer Berndt Christochowitz. Günter Paul, Prozessvertreter für das NOK, erklärte, dass in der nicht öffentlichen Befragung nicht bestätigt wurde, was die Klägerin von der Zeugin behauptet hätte. «Wir sind der Überzeugung, dass die Gesundheitsschäden und der Zusammenhang mit der Dopingvergabe nicht bewiesen wurden», sagte der Frankfurter Rechtsanwalt. Das NOK rechne damit, dass der Prozess noch mehr als ein Jahr dauern werde. Rechtsanwalt Jens Steinigen, der das Zivilverfahren für die heutige Literaturwissenschaftlerin und frühere Europameisterin König führt, erklärte, zu DDR-Zeiten seien Leistungssportler gezielt davon abgehalten worden, außerhalb des Sportbetriebs Ärzte zu konsultieren. «Wir werden durch ein Sachverständigengutachten die heute bestehenden Beschwerden von Karen König auflisten», so der Anwalt. Zudem soll per Gutachten geklärt werden, dass Karen Königs gesundheitlichen Beeinträchtigungen kausal auf die Dopinggabe zurückzuführen ist. Karen König erklärte vor Journalisten, sie habe neben einer tiefen Stimme weitere hormonelle Störungen und Fettstoffwechselprobleme, die auf die Vergabe des Dopingmittels Oral-Turinabol zurückzuführen seien. «Es steht zu befürchten, dass das NOK den Kampf gegen das Vergessen gewinnen wird», erklärte der Jurist Steinigen weiter. Line element 19.10.2005 Dopingkontrollen im 3. Quartal 2005. Die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) hat im 3. Quartal 2005 insgesamt 594 Kontrollen durchgeführt. Im eigenen Kontrollprogramm wurden 158 Athletinnen und Athleten in Wettkämpfen und 335 ausserhalb der Wettkämpfe getestet. Davon konnten 84 Athletinnen und Athleten (17%) im Juniorenalter kontrolliert werden. Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele TORINO 2006 wurden in diesem Jahr bereits 259 Athleten des erweiterten Olympiakaders ausserhalb der Wettkämpfe getestet. Im Auftrag von externen Organisationen wurden 101 Kontrollen durchgeführt. Davon wurden im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur 69 Athleten kontrolliert. Als grösster Auftrag der WADA wurden im Vorfeld der Rad MTB Weltmeisterschaften in Livigno 20 Kontrollen durchgeführt. Im dritten Quartal wurden fünf positive Fälle durch die Disziplinarkammer für Dopingfälle beurteilt: Cannabis (Landhockey, Basketball und Hornussen), Kokain und Cannabis (American Football) und EPO (Triathlon). Line element 4.10.2005 Neue WADA-Dopingliste. Die WADA hat die neue Dopingliste 2006 veröffentlicht. Line element 3.10.2005 Erica Watts gesperrt. Die US-Open-Water Schwimmerin Erica Watts wurde von der US-Dopingagentur (USADA) für 2 Jahre gesperrt. Watts wurde an den US-Open-Meisterschaften Zweite. Die USADA nannte das Vergehen eine "unbeabsichtigte Verletzung der Dopingvorschriften mit einem rezeptpflichtigen Medikament". Die Sperre begann am 13.9., als Watts die Sanktion akzeptierte. Für die Meisterschaftsrevanche vom 2. Juni in Fort Myers gab sie forfait. Watts erhielt ein Stimulans das Methylphenidat enthielt verschrieben, und vergass, den Gebrauch zu melden. Die Regeln erlauben unter Umständen ein ärtztlich verschriebenes Medikament, das auf der Dopingliste steht, wenn es vor dem Wettkampof gemeldet und von unabhängigen Ärzten beurteilt wurde. Line element 26.9.2005 Alle Dopingtests bei WM in Montreal negativ. An den Weltmeisterschaften im Juli in Montreal sind alle 437 Doping-Kontrollen negativ gewesen. Dies teilte der internationale Schwimm-Verband (FINA) in Lausanne mit. Insgesamt wurden an den WM nach den Wettkämpfen 237 Athleten aus 42 Ländern kontrolliert. Vorgenommen wurden 313 Urin-Tests und 61 Kontrollen auf das Blutdopingmittel EPO. Die Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA) führte in Zusammenarbeit mit der FINA weitere 63 Trainingskontrollen vor der WM durch. Line element 29.8.2005 EPO geklaut. Im Spital in Sierre ist zum zweiten Mal EPO gestohlen worden. Vieles deutet auf den Doping-Missbrauch in Sportkreisen hin. Augustin Genaud, Lauftrainer, spricht in diesem Zusammenhang Klartext und durchbricht die Mauer des Schweigens. Er ist überzeugt, dass im Regionalsport regelmässig unerlaubte Substanzen verwendet werden und plädiert für Kontrollen und harte Strafen auf allen Stufen. Beweise habe auch er keine. Aber wenn Athleten im Alter von 40 Jahren Bestleistungen erreichen, die vorher während 15 Jahren stagniert hätten, sie dies doch etwas auffällig. Line element 1.8.2005 TAS-Grundsatzentscheid verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel. (Kamber/baspo) Am 20. Juli hat das oberste Sportschiedsgericht in Lausanne die Sperre von 18 Monaten gegen den österreichischen Skirennfahrer Hans Knauss bestätigt. In Knauss Urin wurde an einer Wettkampfkontrolle vom 27. November 2004 Metaboliten des verbotenen Anabolikums Nandrolon gefunden. Er appellierte gegen das Urteil mit der Begründung, dass er unabsichtlich ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel eingenommen habe. Er habe alles unternommen, um einen positiven Dopingfall zu vermeiden, der habe nichts von der Verunreinigung gewusst. Er argumentierte, dass ihn kein bedeutendes Verschulden treffe und somit die Sperre weiter reduziert werde. Das TAS folgte diesem Argument nicht sondern hielt vielmehr fest, dass der Athlet zuwenig unternommen hatte, um sich zu schützen. So hätte er wissen müssen, dass derartige Nahrungsergänzungsmittel verunreinigt sein können. Zudem habe er sich ungenügend bei Fachpersonen über die Risiken und Gefahren informiert. Als Fazit kann erneut geraten werden, Nahrungsergänzungsmittel nur nach Beratung durch eine Fachperson einzunehmen. Unsere Studien haben zudem gezeigt, dass die Verwendung von Produkten Schweizer Hersteller, die über eine Bewilligung der Arzneizulassungsbehörde Swissmedic oder des BAG innehaben, als risikoarme Alternative zu den auf dem Internet angebotenen Produkten mit zweifelhafter Qualität empfohlen werden kann.

1.8. FINA sperrt 2 Schwimmer. Oleg Shteinikov (Kasachstan) und Daniel Pereira (Portugal) wurden wegen Anabolikamissbrauch von der FINA für 2 Jahre gesperrt. Beim 20-jährigen Shteinikov wurde an der Islamischen Solidaritätsspielen in Saudi Arabien Nandrolon gefunden. Beim 22-jährigen Pereira wurde an den portugiesischen Meisterschaften Stanozolol entdeckt. Line element 23.7. China wird dominieren. US-Trainer Jack Bauerle glaubt, dass die chinesischen Frauen im Schwimmen nach Jahren der "Läuterung" wieder an die Spitze vorstossen werden. Chinas Frauen waren in den neunziger Jahren gefürchtet - sie gewannen 12 der 16 Disziplinen an der WM 1994 in Rom - bis eine Reihe von Dopingskandalen den "Erfolg" stoppte. Mit dem gewaltigen Bevölkerungspotenzial sowieeinem systematischen und wissenschaftlichen Aufbau liesse sich der Erfolg aber auch ohne Doping erreichen. Bauerle glaubt, dass die Chinesen nun diesen Weg beschreiten. "Wir wissen nicht, wie schnell sie jetzt sein werden, aber sie werden besser sein als letztes Jahr," sagte er den Reportern. "Wir werden das im Schwimmen sehen, aber nicht nur dort." Als Chef der US-WM-Mannschaft beobachtet Bauerle sehr genau, was bei den Rivalen abläuft. Die WM in Montréal sei der Beginn von Chinas Wiederaufstieg aus dem Nichts. Die Zielsetzungen Chinas würden klar kommuniziert: An den olympischen Spielen in Beijing wollen sie die USA schlagen. "Wir haben 1984 in Los Angeles auch mit diesem Ziel gearbeitet im eigenen Land die Besten sein zu wollen," sagte Bauerle. "Sie werden alles daran setzen das Heimspiel zu gewinnen." Line element 20.7.2005 FINA sperrt drei Schwimmer. Die FINA-Dopingkommission hat drei Schwimmer aufgrund von positiven/verpassten Trainingskontrollen gesperrt. Betroffen sind der brasilianische Brustschwimmer Danilo Carrega (2 Jahre, Stanozolol), der venezuelanische Delfinschwimmer Luis Rojas Carpena (1 Jahr, verpasste Kontrolle) und die griechische Freistilschwimmerin Martha MAtsa (1 Jahr, Stanozolol). Line element 14.7.2005 Dopingkontrollen 2. Quartal 2005. (baspo) Die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) hat im 2. Quartal 2005 insgesamt 518 Kontrollen durchgeführt ((Schwimmen 28). Im eigenen Kontrollprogramm wurden 182 Athletinnen und Athleten in Wettkämpfen und 336 ausserhalb der Wettkämpfe getestet. Davon konnten 103 Athletinnen und Athleten (20%) im Juniorenalter kontrolliert werden.Zusätzlich wurden 66 Kontrollen im Auftrag von externen Organisationen durchgeführt. Von diesen 66 Kontrollen wurden 36 Kontrollen (davon 27 ausländische Athleten) im Auftrag der Welt Anti-Doping Agentur in der Schweiz und im Ausland erledigt. Die durch die FDB durchgeführten Kontrollen haben fünf positive Befunde ergeben. Ein Athlet und eine Athletein wurden positiv auf EPO und drei Athleten positiv auf Cannabis getestet. Somit konnten im 1. Halbjahr 2005 im eigenen Kontrollprogramm insgesamt 899 Kontrollen durchgeführt werden, davon entfielen 332 (37%) auf Kontrollen in Wettkämpfen und 567 (63%) auf Kontrollen ausserhalb der Wettkämpfe. Zusätzlich wurden 200 Kontrollen im Auftrag externer Organisationen erledigt [Detaillierte Zahlen]. Line element 1.7.2005 Brigitte McMahon gedopt. Die ehemalige Schwimmerin und Triathlon-Olympiasiegerin Brigitte McMahon wurde als EPO-Sünderin überführt [Bericht in der NZZ]. Brigitte McMahon (38) hat nach einer positiven A-Probe bei einer Wohnort-Trainingskontrolle durch Swiss Olympic die Einnahme des Blutdoping-Mittels EPO eingestanden. Der Olympiasiegerin von 2000 in Sydney droht damit eine Sperre von maximal zwei Jahren. Aus dem Nationalmannschafts-Kader ist McMahon bereits mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen worden. Ob McMahon ihre Karriere dennoch fortsetzen wird, liess sie an einer Medienkonferenz in Zürich offen.
Die 38-jährige Zugerin gab an, EPO zu "therapeutischen Zwecken und in geringer Dosis" genommen zu haben. Dies in den letzten Wochen, als sie sich nach der Rückkehr von Frühjahrs-Trainingslagern plötzlich schlapp fühlte und sich die Blutwerte "in mehreren Bereichen, darunter auch der Anzahl roter Blutkörperchen" im Keller befanden, obschon sie in der Nahrungs-Ergänzung neben Multivitaminen auch Eisen supplementiert hätte. Die EPO-Bezugsquelle wollte McMahon nicht bekannt geben, "letztlich liegt die Verantwortung bei mir", sagte die Schweizer Sportlerin des Jahres 2000. Die gelernte Biochemikerin McMahon betonte, dass sie ihren Olympiasieg in Sydney nicht mit unerlaubten Substanzen errungen hätte. "Mir waren bis in diesem Frühling auch noch nie Dopingmittel angeboten worden." Die dreifache Mutter hatte in den letzten zwei Jahren den Tod ihres Vaters sowie die Trennung und Scheidung von Michael McMahon zu verkraften, der bei Olympia 2000 auch noch ihr Trainer gewesen war. Line element 23.6.2005 Smith de Bruin "grösste Irin". In der Telefonumfrage von RTE, Radio Ireland, ist die Dopingünderin Michelle Smith de Bruin inzwischen zur grössten Irin in der irischen Geschichte aufgerückt, mit 17.8% der Stimmen, vor Nano Nagle, der Nonne, die vor 200 Jahren die Schule für junge Mädchen propagierte und Ex-Präsidentin und UN-Menschrechtskommissarin Mary Robinson auf Platz drei. Die Radiomacher können sich das Phänomen nicht erklären. Line element 22.6.2005 Michelle Smith de Bruin wieder in den Schlagzeilen. Die seit 1998 aus der Öffentlichkeit verschwundene Michelle Smith de Bruin wird möglicherweise bei einer Umfrage in Irland zur "grössten irischen Frau" den dritten Platz erreichen. In der Telefonumfrage einer bekannten irischen Radiostation befindet sie sich auf Platz drei, hinter Mary Robinson, der ersten Präsidentin, und Nano Nagle, einer Nonne aus dem 18. Jahrhundert. Smith de Bruin gewann 1996 in Atlanta als praktisch unbekannte Schwimmerin dreimal Gold und einmal Bronze. Bereits damals wurde spekuliert, dass sie gedopt war, und zwar mit Hilfe ihres Freundes und späteren Mannes Erik, der als Leichathlet ebenfalls mit Anabolika experimentierte. Line element 27.5.2005 Brasilianerin Azevedo lebenslänglich gesperrt. Das FINA-Dopingpanel hat die 23-jährige Laura Azevedo wegen Verweigerung der Trainingskontrolle vom 6.6.2004 lebenslänglich gesperrt. Sie war bereits im Mai 2003 wegen Anabolikagebrauch für 2 Jahre gesperrt worden. Diese Sperre wurde vom internationalen Sportgerichtshof bestätigt. 3 Wasserballspieler wurden wegen Cannabisknosum verwarnt (Andrey Oleynik, UKR) bzw. für 6 Monate gesperrt (Emilio Pagani, ITA, Yann Lejuste, FRA), ein Vierter (Jérémy Serreau, FRA) wurde wegen Anabolika für 2 Jahre gesperrt. Line element 15.5. Gesperrter Schwimmer gewinnt Prozess gegen Firma. Der wegen Dopings für zwei Jahre gesperrte US-Schwimmer Kicker Vencill hat einen Prozess gegen die Firma Ultimate Nutrition in Farmington, Connecticut, USAgewonnen, bei der er verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine) gekauft hatte. Ein Gericht in Kalifornien entschied am Freitag, dass die Firma Ultimate Nutrition 578.635 US$ an den Freistilsprinter zahlen muss. Das Vitaminpräparat war nachweislich mit Steroiden verunreingt gewesen.Vencill hatte die verbliebenen Pillen von einem privaten Labor testen lassen. Im Januar 2003 wurde der heute 26-jährige positiv auf 19-Norandrosteron gestestet. und von der US Antidopinagentur für 4 Jahre gesperrt. Die Sperre wurde nach einem Berufungsverfahren auf 2 Jahre reduziert (Sperre endet am 22.5.05). Vencill argumentierte, er habe wegen der Sperre nicht an den Pan-American Games und an den olympischen Spielen teilnehmen können. Line element 12.5.2005 Dopingkontrollen im 1. Quartal 2005. Die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) hat im 1. Quartal 2005 insgesamt 515 Kontrollen, darunter 13 bei Schwimmerinen und Schwimmer, durchgeführt. Davon entfielen 134 Kontrollen im Auftrag von externen Organisationen, 381 Kontrollen wurden im Rahmen des eigenen Kontrollprogramms durchgeführt.
Im eigenen Kontrollprogramm wurden 150 Athletinnen und Athleten in Wettkämpfen und 231 (60%) ausserhalb der Wettkämpfe getestet. 62 Athletinnen und Athleten (16%) konnten im Juniorenalter getestet werden (geplant für 2005: 20-25%).
Vermehrt werden die Athleten während Trainingsaufenthalten im Ausland kontrolliert. Vom 1. Januar – 31. März 2005 waren dies 41 (in Südafrika, Spanien, Italien, Australien). Die Kontrollen werden durch die Kontrolleure der FDB oder durch ausländische Dopingagenturen durchgeführt.
Von den 134 im Auftrag externer Organisationen durchgeführten Kontrollen (davon 40 Kontrollen für die Welt-Anti-Doping-Agentur) entfielen 69 auf Wettkämpfe und 65 auf ausserhalb der Wettkämpfe. 31 Kontrollen wurden im Ausland durchgeführt und 35 im Juniorenbereich (hauptsächlich European Youth Olympic Festival in Monthey).
Die durch die FDB durchgeführten Kontrollen haben einen positiven Befund ergeben (Cannabis). Im Ausland wurden zwei weitere Athleten mit Schweizer Lizenz positiv getestet (Carphedon und Cannabis).
Die detaillierten Kontrollzahlen sind im Bericht (PDF) ersichtlich. Line element 9.5.2005 Zwei Brasilianer mit Dopingproblemen. Die FINA teilt mit, dass der brasilianische Schwimmer Danilo Carrega am 9. März 2005 in einer Trainingskontrolle positiv auf das Anabolikum Stanozolol getestet wurde. Nach Rücksprache mit dem FINA-Dopingpanel wurde Carrega vom 2. Mai an bis zum Vorliegen des Resultates der B-Probe und der Anhörung provisorisch gesperrt. Im Fall des Brasilianers Leonardo Costa, bei dem ebenfalls im November 2004 in einer Trainingskontrolle Stanozolol im Urin gefunden wurde, erfolgte nun die definitive 2-jährige Sperre mit Beginn am 27.12.04. Costa kann noch Berufung beim internationalen Sportgerichtshof in Lausanne einlegen. Line element 4.5.2005 Wasserballer Kreuzmann positiv auf Doping getestet. Der deutsche Nationalspieler Tobias Kreuzmann ist bei einer Trainingskontrolle positiv getestet und mit sofortiger Wirkung vom Deutschen Schwimmverband gesperrt worden. Er hatte seit Anfang 2004 auf Verschreibung seines Arztes ein Mittel gegen Haarausfall eingenommen, welches zur Wirkstoffgruppe der Finasteride gehört. Diese stehen seit 1. Januar 2005 auf der Verbotsliste der Welt Anti-Doping Agentur. Line element 2.5. Shirley Babashoffs späte Ehrung. Die US-Olympiateilnehmerin 1972 und 1976 wurde vom amerikanischen olympischen Komitee für ihren Einsatz gegen das Doping mit einem "olympischen Orden" geehrt. Babashoff und viele amerikanische Schwimmsportfreunde fühlen sich von den DDR-Schwimmerinnen um Olympiagold mehrfach betrogen. Babshoff gewann insgesamt 2-Mal Staffelgold und 6-Mal Olympiasilber. Ohne DDR-Doping wären es nach der Meinung der Amerikaner in Montreal 5 Goldmedaillen geworden. Babashoff war die Einzige, die offen sagte was alle wussten, nämlich, dass die DDR-Schwimmerinnen mit Steroiden vollgepumpt waren. Das trug ihr damals den Ruf als mürrische Person ein. "Surly Shirley" wurde sie genannt. Das IOC hatte 1998 Babashoffs Antrag, ihr und 3 Staffelkameradinnen die Goldmedaillen nachträglich zuzusprechen, abgewiesen. Die USOC-Ehrung wird als nachträgliche Anerkennung und Kompensation verstanden. Als weiterer Schwimmer wurde Michael Phelps ein Preis überreicht: Die Auszeichnung für den USOC-Sportler des Jahres. Line element Line element 27.4.2005 Haarshampoo mit Dopinghinweis. Als vermutlich erster Hersteller der Welt hat die Firma Alpecin in Deutschland eines ihrer Produkte mit einem Warnhinweis für Leistungssportler versehen. Ausdrücklich wird auf dem neuen Coffein-Shampoo darauf hingewiesen, dass der Wirkstoff Coffein in den Haarfollikeln nachgewiesen werden kann. Das Kuriose daran: Coffein ist seit zwei Jahren - nämlich seit Inkrafttreten der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur - gar nicht mehr im Leistungssport verboten.Line element 15.4.2005 Chinas Schwimmer sauber. Gemäss einem Bericht von People's Daily wurden in China 2004 bei 794 Schwimmern durchgeführten Dopingtests keine positiven Proben gefunden. 352 Schwimmer wurden z.T. mehrmals getestet, 724 der Tests wurden in China selber und 70 durch die FINA bzw. WADA durchgeführt. Seit den späteren 90er Jahren habe China sich grosse Mühe gegeben, das Dopingproblem anzugehen und auszurotten. Der chinesische Schwimmverband setzt für Übertreter lebenslange Sperren an.Verbandsvizepräsident Li Hua sagte: "Die Statistik sagt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.Wir hoffen, dass wir 2008 brillant schwimmen werden und zwar mit sauberen Büchern." China hat das WADA-Antidopingübereinkommen 2003 unterzeichnet. Das Dopinglabor in Beijing ist vom IOC für 15 Jahre akkreditiert worden und rangiert als Klasse A Labor.China ist eines der wenigen Länder, das in der normalen Rechtssprechung ein Dopinggesetz hat (seit 2003 in Kraft). Line element 9.4.2005 Alltagsdoping in den USA die Norm. Der amerikanische Wissenschaftler John Hoberman (Autor des Buches "Testosterone Dreams") äussert sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zu Fragen des Profisports in einer chemisch aufgeladenen Gesellschaft. Er vertritt die Meinung, dass der Druck sich dopen zu müssen am ehesten im Sport umzukehren möglich sei, da die Zahlen der Beteiligten sehr gering seien. Im Vergleich zu Geschäftsleuten auf Prozac, Musikern auf Beta-Blockern, Studenten auf Amphetaminen und Polizisten unter Anabolika, seien die Zahlen der Sportler verschwindend klein. Die selektive Entrüstung, die sich momentan in den USA über dem Sport entleert, führt dazu, dass der Sport sich mit einer "Standardverteidigung" wehrt und fragt, wieso er denn besser sein solle als der Rest der Gesellschaft. Seiner Ansicht nach hat der Sport das Recht diese beunruhigende Frage zu stellen (Sebastian Moll, Süddeutsche Zeitung, 26.03.2005). Line element 31.3.2005 Janet Evans in der WADA. Die Weltdopingagentur WADA hat 13 neue Mitglieder ins Athletenkomitee gewählt, darunter Janet Evans [WADA-News]. Die 34-Jährige US-Schwimmerin durchbrach als erste Frau die 16-Minuten-Grenze über 1500 m Freistil und gewann an den olympischen Spielen 1988 in Seoul 3-Mal Gold, 1992 in Barcelona je einmal Gold und Silber und hält immer noch die Weltrekorde über 1500 und 800m Freistil. Line element 4.3.2005 Neues Nachweissystem für Doping entwickelt. (baspo) Forscher der Universität Nottingham haben ein neues System zum Aufspüren von Dopingmitteln entwickelt. Das neue Erkennungssystem, das auf Hydro-Pyrolyse basiert, erlaube den haargenauen Nachweis von verbotenen Substanzen, sagt der beteiligte Forscher Colin Snape. Line element 18.2.2005 China unter Druck. China hat offensichtlich die ehemalige Chefin des DDR-Dopingprogrammes, Dr. Helga Pfeifer, für Analysen in einem Strömungskanal angestellt. Dieser Schritt ist in der internatioanlen Schwimm- und Sportszene mehrheitlich auf negative Resonanz gestossen. In einer ersten Reaktion hat zwar John Coates als Präsident des australischen olympischen Komitees den Schritt begrüss:. "Wir sind froh um alles, was die Chinesen gegen das Doping unternehmen. Die Anstellung von Frau Pfeifer als Expertin bei Analysen in einem Schwimmkanal ist völlig legal." Australien hat mit China einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen, Johan Coates beruft sich in seinem Statement auf diese persönlichen Erfahrungen. Coates wird nun unter Druck gesetzt, diese Aussage zu widerrufen. Coates' Stellungnahme hat z:B. den Präsidenten der amerikanischen Schwimmtrainervereinigung John Leonard aufgeschreckt: "Diese Frau ist eine Sport-Kriminelle, die 13 Jahre lang untergetaucht ist, um der Bestrafung zu entgehen," schrieb Leonard in einem Brief an Coates. "Die Entwicklung in unserer Gesellschaft in Richtung sauberen Sports verlangt, dass die olympischen Komitees Australiens und der USA sowie die WADA sich für eine Erklärung einsetzen und den Verbannung dieser Frau aus der Sportgemeinde und dem Land Chinas verlangen." Aus Deutschland wird bestätigt, dass Frau Dr. Pfeifer im DDR-Doping eine Schlüsselposition innehatte. Coates Stellungnahme wird in Australien von Don Talbot und Susie O'Neill als völlig verharmlosend kritisiert. In den Medien läuft nun weltweit die Kampagne gegen Chinas Schritt an. Line element 10.2.2005 Neues Designersteroid.(© FG/svl) In Folge des Skandals um das Designersteroid THG hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) ein zweites nur zum Zwecke des Dopings entwickeltes Steroid entdeckt.Wie Olivier Rabin, wissenschaftlicher Direktor der Wada, einem BBC-Bericht zufolge mitteilte, ist man der neuen Substanz nach einem anonymen Tip auf die Spur gekommen. Kanadische Zollbeamte hätten ein Muster an der Grenze zu den USA beschlagnahmt. Rabin bezeichnete die Substanz als Desoxy-Methyl-Testosteron (DMT). Mit diesem Fund habe man bewiesen, daß THG nicht das einzige Designersteroid sei, sagte Rabin.Tetrahydrogestrinon, eine Modifikation des Steroidhormons Gestrinon, war 2003 erstmals in die Schlagzeilen geraten. Als Hersteller konnte das US-Labor Balco identifiziert werden. Nachdem eine Nachweismethode für THG gefunden war, wurden Tausende von Dopingproben nachuntersucht. Mehrere internationale Top-Athleten sind in den Skandal verwickelt, so die US-Sprinterin Kelli White und der britische Sprint-Europameister Dwain Chambers.Nach Aussagen von Wada-Forschungsdirektor Rabin ist inzwischen auch eine Nachweis-Methode für DMT entwickelt worden. Derzeit lägen jedoch keine Erkenntnisse darüber vor, ob und wie viele Athleten das neue Designer-Anabolikum benutzt haben. Line element 26.1.2005 Justen: Keine Dopingspuren gefunden. Die Obduktion der ehemaligen Schwimm-Europameisterin Christel Justen ist abgeschlossen. Die am Donnerstag mit 47 Jahren verstorbene Ex-Weltmeisterin hatte vor rund elf Jahren ausgesagt, als Minderjährige von ihren Trainern Aufputschmittel verabreicht bekommen zu haben. Der um sie kursierende Dopingverdacht verleitete die Staatsanwaltschaft zu der Untersuchung. Ein Sprecher: "Im Moment spricht alles für einen natürlichen Tod." Justen wurde in Waldenburg beigesetzt. Line element 24.1.2005 Justen wird wegen Dopings obduziert. (dpa) - Die frühere Schwimm-Weltrekordlerin Christel Justen wird nach ihrem überraschenden Tod vergangene Woche obduziert. Dies bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Heilbronn. «Im Moment spricht alles für einen natürlichen Tod», sagte sie. «Wegen der Doping-Gerüchte wurde jedoch ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.» Justen hatte vor knapp elf Jahren öffentlich gemacht, dass sie als Minderjährige gedopt wurde. Die frühere Leistungssportlerin aus Aachen war am Donnerstag im Alter von 47 Jahren in ihrem Wohnort Waldenburg (Baden-Württemberg) tot aufgefunden worden. Die «Sportlerin des Jahres» von 1974 arbeitete seit einigen Jahren als Sportlehrerin bei der Turn- und Sportgemeinde Schwäbisch Hall. Die in Vaals/Niederlande geborene Justen feierte ihren größten Erfolg bei den Europameisterschaften 1974 in Wien, als sie in 1:12,55 Minuten über 100 Meter Brust einen Weltrekord aufstellte. 1994 hatte Justen in einer Fernsehsendung gesagt, dass sie von ihrem damaligen Trainer Klaus Vandenhirtz das Anabolikapräparat Dianabol am Beckenrand verabreicht bekommen habe, «zum ersten Mal mit 14 Jahren». Ob ihr Tod eine Spätfolge des Dopings ist, soll nun die Obduktion klären. Line element 21.1.2005 Maradona will mit Schwimmen abnehmen. (dpa) - Diego Armando Maradona will mit Schwimmen wieder schlanker werden, hat die Nase gestrichen voll von Anwälten und verehrt Fidel Castro als «die einzige historische Person auf der Welt». «Es geht mir gut», lautete die lachend gegebene Antwort des einstigen «Fußballgottes» auf die Frage der schwedisch-griechischen Interviewerin Alexandra Pascalidou nach dem Stand des Drogenentzugs. Nach den griechischen konnten sich auch die schwedischen TV-Zuschauer nach langer Interviewpause ein Bild davon machen, wie es um den lange von Kokain abhängigen und extrem in die Breite gegangenen Argentinier steht. Erst habe Maradona in seinem Athener Hotelzimmer «zornig und auch stark niedergedrückt» gewirkt, berichtete Pascalidou in der Zeitung «Aftonbladet». Als er aber begriffen habe, dass er nicht in erster Linie zu seinen Problemen mit Drogen befragt werden sollte, sei Maradonas Stimmung steil nach oben gegangen. «Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Gott, und er will mich noch nicht da oben haben», erklärte der von Medien mehrfach als lebensbedrohlich krank gemeldete Südamerikaner. «Die Argentinier nennen mich den Fußballgott. Es gibt nur einen Gott. Aber weil Pelé schon der König war, wollten sie mich nicht auch so nennen,» meinte der in kurzen Fußballerhosen und Sweatshirt in argentinisch-blau zum Interview erschienene Dribbelkünstler. Das Gespräch mit der schönen und temperantvollen Journalistin schien ihm Spaß zu machen. «Wenn ich nicht beim Doping erwischt worden wäre, wäre Argentinien auch 1994 Weltmeister geworden», meinte «El Diego» zu seinem ruhmlosen Abgang von der WM in den USA nach vier Turnieren mit einem Titel. Viel wichtiger als aller Fußballruhm sei ihm heute aber ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern: «Wenn man diesen Pfad verlässt, geht alles schief. Sie sind die einzigen, die einen nie verlassen oder übers Ohr hauen.» Umgekehrt habe er «die Nase gestrichen voll von Anwälten und Managern». Als nächstes Nahziel peilt Maradona nach eigener Aussage den Abschluss seiner Entzugsbehandlung auf Kuba an. Hier ist für ihn Staatschef Fidel Castro als persönlicher Gastgeber der Größte: «Er ist die einzige historische Persönlichkeit, die am Leben ist. Alle wollen ihm gleich sein, aber keiner erreicht ihn.» Bei der angeblich strengen Diät mit täglich einer Stunde Schwimmen, Sauna und totalem Zuckerverbot gibt es nach Aussage von Interviewerin Pascalidou Lücken: «Ich habe gesehen, wie Maradona Schokoladenkuchen auf das Hotelzimmer geschmuggelt hat.» Line element 21.1.2005 Weltrekordlerin Christel Justen tot aufgefunden. (sid) Deutschlands Schwimmer trauern um Christel Justen. Die Ex-Weltrekordlerin ist im Alter von 47 Jahren am Donnerstagmorgen tot in ihrer Wohnung in Waldenburg aufgefunden wurden. Die Todesursache ist allerdings noch nicht bekannt.Christel Justen feierte ihren größten Erfolg 1974 mit ihrem Sieg bei der Europameisterschaft in Wien. In einem spannenden Finale über 100m Brust schwamm sie in 1:12,56 Minuten Weltrekord und durchbrach die Phalanx der damaligen DDR-Schwimmerinnen um Renate Vogel. Im gleichen Jahr wurde Christel Justen in der Bundesrepublik Deutschland zur Sportlerin des Jahres gewählt. Vor einem Monat nahm sie noch als Gast an der Zeremonie der Sportler-Wahl in Baden-Baden teil. In den vergangenen zehn Jahren arbeitete Christel Justen als Diplom-Sportlehrerin und Sporttherapeutin bei der Turn- und Sportgemeinde Schwäbisch Hall. Line element 16.1.2005 US-Schwimmerin wegen Doping gesperrt. (© svl/FG) Die 21-jährige US-Schwimmerin Rachael Burke, die, wie am 1.8.04 bereits berichtet , am 1. Mai 2004 in einem Trainingstest positiv auf Boldion gestestet wurde, ist nun von der US Anti-Dopingagentur definitiv für 2 Jahre gesperrt worden. Alle seit dem 1. Mai erzielten Resultate werden gestrichen. Sie kann ab 15.7.06 wieder Wettkämpfe bestreiten. Bei Boldion (Boldeneon) handelt es sich um ein androgenes Steroid (Testosteronderivat), welches u.a. von Bodybuildern für den Muskelaufbau verwendet wird. Es ist in den USA frei erhältlich. Line element 14.1.2005 Susie O'Neill tritt aus dem IOC zurück. Aus persönlichen Gründen hat sich O'Neill (31) entschlossen, die wichtige Aufgabe als Athletinnenvertreterin beim IOC aufzugeben. Die Aufgabe beanspruche sie in Bezug auf Reisen und Abwesenheiten sehr stark und ihr sei die Beziehung zum Mann und zur Tochter wichtiger. Vor 1998, als die diversen Skandale das IOC druchrüttelten und zwangen sich zu reformieren, waren im IOC fast nur alte und überalterte Herren anzutreffen, die entweder nicht mehr an eine Familie gebunden waren oder sich nicht gebunden fühlten. Susie O'Neill war eines der neuen kreativen und initiativen MItglieder, welche von der IOC-Athletenkommission während den olympischen Spielen 2000 in Sydney ins IOC gewählt wurden. Seit O'Neill im Mai 2004 Mutter geworden ist, wurde das Nebeneinander von Familie und IOC immer schwieriger. Die Aufgabe war mit rund 6 Reisen nach Lausannne und 8 Reisen innerhalb Australiens pro Jahr verbunden, erklärte O'Neill. John Coates, Präsident des australischen olympischen Komitees sagte, dass O'Neill eine ausgezeichnete Vertreterin im IOC war, aber dass man ihren Entscheid voll verstehe und respektiere. Insbesondere lobte Coates O'Neills Beitrag im Kampf gegen das Doping. IOC-Präsident Jacques Rogge und andere IOC-Mitglieder schlossen sich Coates Aussage an. "Susie O'Neill war für uns das Rollenmodel der olympischen Bewegung," sagte Rogge. O'Neill hofft, sich wieder für die olympische Bewegung und den Sport nützlich machen zu können, wenn die familiären Verhältnisse dies zulassen. "Sport und Olympia waren schon immer Teil meines Lebens, und ich will, dass diese Türe offen bleibt," sagte O'Neill. Im Übrigen lobte sie die Änderungen im IOC: "Das IOC hatte sehr viele schlechte Presse, aber ich muss sagen, dass die Wahrnehmung und die Realität stark auseinanderklaffen. Ich war sehr überrascht, wie gut dass gearbeitet wird, vor allem seit Jacques Rogge Präsident geworden ist." Das IOC wird O'Neills Nachfolge zügig regeln. Line element 2.1.2005 Rogge für mehr Härte. IOC-Präsident Jacques Rogge sagte, die WADA habe 2004 grosse Fortschritte bei der Bekämpfung des Dopings gemacht. Insbesondere habe er in vielen Verbänden ein Umdenken bemerkt. Er sei dafür, in Zukunft Athleten, die einen Test verpassen, sofort zu disqualifizieren: "Wir müssen konsequent strafen, wenn sie zu den Kontrollen nicht erscheinen. Sie sollten sofort disqualifiziert werden." Die Wartezeit sei etwa bei 1 bis 2 Stunden anzusetzen. Ausnahmen für Sportler, die 3-4 Mal nicht erscheinen, sollte man nicht mehr machen. Die unangekündigten Tests hätten den grössten Nutzen, sagte Rogge. Line element 24.12.2004 Neue Dopingliste ab 1. Januar 2005 (baspo) Am 3. März 2003 wurde in Kopenhagen das Anti-Dopingprogramm der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) von allen Delegierten der Sportverbände und Regierungen angenommen. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) wie auch Swiss Olympic haben dem Programm zugestimmt.
Das Programm umfasst den Code, vier Standards und Beispiele bester Praxis. Der Code und die vier Standards müssen zwingend angewendet werden.
Einer der Standards ist die Liste der Dopingmittel und -methoden. Sie wurde erstmals von der entsprechenden Kommission der WADA erarbeitet und tritt auf den 1. Januar 2004 in Kraft. Der Hauptzweck der Liste ist die Festlegung der verbotenen Substanzen und Methoden im Sport im Rahmen der Regeln des Codes.

Nicht nur der Herausgeber der Liste ist neu, sondern auch der Aufbau der Liste wurde geändert. Folgende Artikel erläutern die Änderungen: Line element 14.12.2004 Scott Volkers lobt China. Der mit einer australischen Schwimmmannschaft in China weilende australische Trainer Scott Volkers lobt Chinas Dopingpolitik und -kontrolle: "Ich war 10 Jahre lang Nationaltrainer und habe den Eindruck, dass China noch nie so gut dastand wie heute," sagte er in einem Interview mit der chinesischen Presseagentur Xinhua. "In der Verganganheit hat man immer einige erwischt, sozusagen die Spitze des Eisberges." Als wichtiges Merkmal einer sauberer gewordenen Sportkultur nennt Volkers die Tatsache, dass die chinesischen Schwimmerinnen und Schwimmer offener und zugänglicher geworden sind. "Die haben offenbar Nichts mehr zum verstecken," sagte Volkers. Line element 11.12.2004 Wissenschaftler plädieren für Doping-Freigabe. Anstelle der Dopingkontrollen solle es künftig Gesundheitstests geben, fordern britische und australische Forscher [mehr]. Line element Line element 8.12.2004 Strafen für Doping-Sünder - Ständerat verlangt Schliessung der Gesetzeslücke. Für den Ständerat ist Doping im Sport Betrug. Mit 27 zu 4 Stimmen hat die kleine Kammer am Montag eine Motion angenommen, die vom Bundesrat die Ausarbeitung einer Strafnorm gegen fehlbare Athleten verlangt... [mehr in der NZZ]. Line element Line element 24.11.2004 WADA: Mehr Geld für Dopingkontrollen. Die internationale Anti-Dopingagentur WADA erhöht ihr Budget für das Jahr 2005 um 1,5 Millionen US-Dollar auf 21,7 Millionen. Diese Erhöhung sei die erste seit zwei Jahren, gab die Behörde an ihrem Sitz in Montreal (Kanada) bekannt. Die nationalen Regierungen, die mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die WADA finanzieren, wollten nach anfänglichem Zögern den Kampf gegen Doping offenbar aufnehmen, sagte Richard W. Pound, der für weitere drei Jahre zum Präsidenten gewählt wurde. Für nächstes Jahr ist eine grosse Computer-Datenbank geplant. Zudem ist ein Anti-Doping-Labor in Warschau akkreditiert worden, womit es nun 33 IOC-Laboratorien gibt.Line element 11.11.2004 Doping mit falschem Penis. Neu ist der "Whizzinator" aus Kalifornien nicht. Neu ist nur, dass die Weltdopingbehörde WADA auf diese unglaubliche Vorrichtung aufmerksam geworden ist, die eine Dopingprobe zu umschiffen hilft. Für 150 Dollar kann jeder anonym einen Set aus Gürtel, Slip und falschem Penis erwerben, und der garantiert reine (fremde oder zu einem anderen Zeitpunkt vorproduzierte) Urin kommt aus einem geschickt angebrachten Säckchen, das sich auf Druck entleert. Hersteller des "Whizzinator" sind die "Puck Technologies" aus Kalifornien, die auf ihrer Homepage seitenweise Lobeshymnen vorlegen. Die Vorrichtung sieht täuschend echt aus, und den Gummi-Penis gibt es anscheinend wahlweise in fünf Färbungen. Auch bei den Olympischen Sommerspielen in Athen soll der "Whizzinator" eingesetzt worden sein. Line element 3.11.2004 China intensiviert Dopingtests. (© FG/svl) Das chinesische olympische Komitee hat für die olympischen Spiele 2008 intensivere Dopingkontrollen im eigenen Land angekündigt. Rund 4500 Kontrollen sollen durchgeführt werden. Für Sydney waren es 3000, für Athen 3500.Line element 13.10.2004 Schwimmer sind sauber. (FG) Unter den von der Fina zwischen Januar und August 2004 durchgeführten Dopingtests befand sich keine positive Probe. 821 der 1160 Tests erfolgten als unangemeldete Trainingskontrollen. Dabei erhielten 547 Athleten in 49 Nationen Besuch von den Doping-Kontrolleuren. Allerdings wurden in 49 Fällen die Schwimmer nicht angetroffen und mit einer schriftlichen Verwarnung belegt. Die 339 Wettkampfkontrollen entfielen auf 265 Schwimmer aus 43 Nationen. Line element 8.10.2004 Schweizer Dopingagentur. Eine nationale Dopingagentur soll die Dopingbekämpfung in der Schweiz unter einem Dach vereinigen. Sie soll wegen der angespannten Finanzlage aber erst 2007 geschaffen werden. Durch die heutige Trennung der Verantwortlichkeiten von Kontrollen (Swiss Olympic) und Information/Prävention sowie Forschung (Bundesamt für Sport) fehle eine gemeinsame Strategie und ein geschlossenes Auftreten. Der finanzielle Bedarf für eine Agentur wird auf jährlich 3 Mio geschätzt. Zudem könnte diese Agentur auch andere Kompetenzen wie z.B. Ethik im Sport übernehmen. Es wird im Weiteren auch geprüft, ob Doping nur ein Sportproblem oder auch ein gesundheitliches Problem darstellt. Im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport soll deshalb überprüft werden, ob der Konsum von schweren Dopingmitteln wie z.B. Anabolika, Wachstumshormon oder EPO ohne medizinische Indikation unter Strafe gestellt werden soll. Line element 1.10.2004 Europäischer Gerichtshof stärkt Anti-Doping-Kampf. (dpa) Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat mit einem Urteil eine Klage der beiden Langstrecken-Schwimmer David Meca-Medina (Spanien) und Igor Majcen (Slowenien) gegen eine zweijährige Doping-Sperre durch die FINA abgewiesen. In der Begründung heisst es, dass die Regeln "den Geist des Fair Play ebenso wie die Gesundheit der Athleten erhalten" wollten. Das Verbot von Doping sei eine "grundsätzliche Regel des Sports". Deshalb sei die Klage der Schwimmer als "unbegründet" abgelehnt worden. Meca-Medina und Majcen waren beim Marathon-Weltcup der Schwimmer 1999 in Salvador da Bahia (Brasilien) des Dopings überführt worden. Die FINA hatte daraufhin beide Athleten für vier Jahre gesperrt, 2001 halbierte der Internationale Sportsgerichtshof (CAS) in Lausanne in einer Berufungsverhandlung den Bann. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs können im Sport von weit reichender Bedeutung sein. So hatte die Klage des belgischen Fussball-Spielers Jean-Marc Bosman 1995 vor dem Europäischen Gerichtshof zu einer umfassenden Änderung des Transfersystems in Europa geführt.Line element 24.9.2004 Experten zweifeln nicht am Blutdopingtest [mehr in der NZZ vom 23.9.04]. Line element 23.9.2004 WADA verabschiedet neue Dopingliste. Die Antidoping-Weltagentur WADA hat eine neue Dopingliste verabschiedet. Danach ist beispielsweise der Gebrauch von kortisonhaltigen Cremes oder Tropfen bei lokaler Anwendung ab 1. Januar 2005 nicht mehr deklarationspflichtig. Anderseits muss nun die Verwendung von Medikamenten mit Beta-2-Antagonisten, die zur Behandlung von Asthma-Erkrankungen eingesetzt werden, von den Athleten nicht nur vor Wettkämpfen, sondern auch im Training angemeldet werden. Verboten wird die Benutzung von Finasterid, das gegen Prostata-Leiden und Haarausfall benutzt wird. Im Rahmen eines WADA-Forschungsprojekts war festgestellt worden, dass dieses Mittel zur Maskierung von Doping-Substanzen dienen könnte. Nicht erlaubt sind fortan auch intravenöse Infusionen zu nicht-medizinischen Zwecken. Die Liste wird am 1. Oktober 2004 publiziert werden. > Website der WADA (englisch) Line element
21.9.2004 Europarat beurteilt Dopingbekämpfung in der Schweiz gesamthaft positiv. (baspo) Seit 1998 überprüft der Europarat im Projekt "respect des engagements" die Erfüllung der Verpflichtungen, die Regierungen bei der Unterzeichnung von Abkommen eingegangen sind. Im Sport betrifft dies u.a. die "Konvention gegen Doping im Sport". Eine Delegation von internationalen Experten hat im April 2004 die Schweiz besucht. Der daraus resultierende Bericht liegt nun vor. Der Bericht des Europarates zur Erfüllung der Verpflichtungen im Bereich der Dopingbekämpfung zeichnet allgemein ein positives Bild. Betont werden insbesondere die lange Tradition der Dopingbekämpfung in der Schweiz mit gemeinsamer Verantwortung und gut funktionierender Aufgabenteilung zwischen dem Bund und Swiss Olympic als Dachverband der Schweizer Sportverbände. Ebenfalls positiv vermerkt wurde die allgemein hohe Qualität der Massnahmen, insbesondere im Bereich der Prävention, sowie das beispielhafte Sanktionssystem durch die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic. Im Rahmen von elf Empfehlungen geht der Bericht auch auf Verbesserungspotenzial und mögliche künftige Entwicklungen der Dopingbekämpfung in der Schweiz ein. Vorgeschlagen werden insbesondere eine Erhöhung der Anzahl Dopingkontrollen mit einer breiteren Definition der zu kontrollierenden Personen, die Überprüfung der gesetzlichen Bestimmungen zur effektiveren Dopingbekämpfung, eine umfassendere Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Amtsstellen sowie ein verstärkter Einbezug des Dopinganalyselabors in die nationale Dopingbekämpfung. Die Schweiz wird dem Europarat innerhalb von zwei Jahren einen schriftlichen Bericht zum Stand der Umsetzung der Empfehlungen einreichen. Noch in diesem Jahr wird zudem dem Bundesrat ein Aussprachepapier unterbreitet, in welchem die wesentlichen Aspekte des Berichtes aufgenommen werden. Darin sollen auch Optionen zur Weiterentwicklung der Dopingbekämpfung Schweiz im Hinblick auf zukünftige Anforderungen aufgezeigt werden. Für Rückfragen: Dr. Matthias Kamber
Bundesamt für Sport
Sportwissenschaftliches Institut
2532 Magglingen
Tel. 032 327 63 24 Line element 10.9.2004 Wasserballer Rafael Liechti bis am 31.12.2004 gesperrt.
Mediencommuniqué Swiss Olympic Association
Der am 6. Juli 2004 anlässlich des Playoff-Halbfinals Aegeri - Schaffhausen in Baar positiv auf Cannabis getestete Wasserballer Rafael Liechti (Aegeri) ist von der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic verurteilt worden:
1. zu einer Sperre bis am 31. Dezember 2004, beginnend ab dem 19. August 2004;
2. zur Bezahlung der Kosten der positiven A-Probe in der Höhe von Fr. 333.50;
3. zur Bezahlung der Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.--. Line element 17.8.2004 Steaks im Haifischbecken. Die Schwimmelite pflegt neuerdings einen diplomatischen Umgang mit dem Thema Doping [mehr] Line element 13.8.2004 Richard Quick in ungemütlicher Lage. Der von australischen Journalisten wahrscheinlich zu Unrecht erhobene Dopingverdacht gegen Stanfordtrainer Richard Quick und einige seiner Sydney-2000-Schwimmerinnen (Misty Hyman, Jenny Thompson und Dara Torres) verursacht in den USA einen gewaltigen Wirbel bei der Presse und den Untersuchungsorganen. Wahrscheinlich ging es damals nicht um Doping, sondern um den Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln, die aber nach derzeitigem Wissen weder mit Dopingsubstanzen verunreinigt noch selber als illegal leistungsfördernd bezeichnet werden können. Es handelte sich bei den Supplementen gemäss den verfügbaren Informationen wahrcheinlich bloss um Aminosäurenpräparate, die evtl. einen Einfluss auf die Hypophyse haben. In den USA läuft nun aber der Untersuchungapparat gegen Quick und die genannten Schwimmerinnen an, wie der lokalen Presse aus der Region von San Francisco und San Jose zu entnehmen ist, für die die Story ein gefundenes Fressen darstellt. Wer Recht hat, und was sich tatsächlich abgespielt hat, kann zur Zeit nicht beurteilt werden. Wer Lust hat, alles auf Englisch zu lesen: swiminfo.com / sfgate.com / MercuryNews Line element 12.8.2004 Jacobsen verliert Bronze. Die 31-jährige Dänin muss die an der EM in Madrid gewonnene Bronzemedaille über 200 m Delfin zurückgeben. Dies entschied die LEN am Mittwoch. Jacobsen hatte den therapeutischen Gebrauch von entzündungshemmenden Corticosteroiden (Prednison und Predinisolon) nicht angegeben und wurde am 16. Mai bei einem Dopingtest ertappt. Line element 11.8.2004 Dementi der US-Schwimmer nach Doping-Verdächtigung. (sid) Das US-Schwimmteam hat in Athen Meldungen australischer Zeitungen dementiert, wonach zwei US-Schwimmer vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney leistungssteigernde Mittel genommen hätten. "USA Swimming hat von den Gerüchten gehört, die von Glen Luepnitz gestreut worden sind. Luepnitz war in Sydney aber kein Mitglied der Olympiamannschaft, er hatte lediglich mit einigen Schwimmern zu tun", sagte Chuck Wielgus, Exekutivdirektor von USA Swimming, am Mittwoch. Sollte USA Swimming Kenntnis von den Fällen erhalten, werde der Verband sofort die Welt-Antidoping-Agentur Wada und die US-Antidoping-Agentur Usada informieren, sagte Wiegus weiter. Luepnitz war mit dem Satz zitiert worden, zwei US-Schwimmer hätten sich mit Hilfe von Wachstumshormonen (HGH) auf Olympia in Sydney vorbereitet. Line element 6.8.2004 Zum ersten Mal Bluttests.Zum ersten Mal in der Geschichte der olympischen Spiele werden alle AthletInnen zusätzlich zu den Urin- auch Bluttests unterworfen. Die Betroffenen werden nach den Einsätzen informiert und müssen sich innerhalb von 12 Stunden (!) in der olympischen Klinik melden. Das IOC sagte, dass ein spezielles Augenmerk auf Betrugsversuche wie Bluttransfusion, -verdünnung etc. gerichtet wird. IOCs medizinischer Chef Patrick Schamasch sagte, dass alle Betrugsversuche als Dopingvergehen eingestuft würden. Line element 5.8.2004 Thorpe ist heiss auf das Duell mit Phelps. (sid) Bei den Schwimm-Wettkämpfen der Männer bei den Olympischen Sommerspielen in Athen (13. bis 29. August) steht das Duell von Ian Thorpe und Michael Phelps im Mittelpunkt. Der Australier Thorpe hat seinem US-amerikanischen Kontrahenten am Rande des Trainingslagers in Sindelfingen den Kampf angesagt. "Er ist nicht der Einzige, der schnell schwimmen wird, es gibt auch starke Europäer, aber mein Name ist Ian Thorpe, und ich werde in Athen auch schnell schwimmen", sagte der 21-Jährige. Thorpe kann in Athen sechs Medaillen gewinnen: Über 100 m, 200 m und 400 m Freistil sowie in allen drei Staffeln, Phelps bestreitet fünf Einzelrennen und zwei oder drei Staffeln. Zu den Höhepunkten in Athen zählt das Rennen über 200 m Freistil, Weltmeister Ian Thorpe hatte vor vier Jahren in Sydney gegen den Niederländer Pieter van den Hoogenband überraschend das Rennen um Gold verloren. Bis Sonntag bleiben die Australier noch in Sindelfingen. "Wir haben in Deutschland weniger Medieninteresse als zu Hause, hier haben wir unsere Ruhe", sagte Thorpe bei der einzigen Pressekonferenz am Donnerstag mit acht Fernseh-Teams, einem Dutzend Fotografen und zahlreichen Journalisten. "Ich will auf mindestens zehn Jahre im Spitzensport kommen", kündigte der mit 13 Werbeverträgen ausgestattete Millionär in Sindelfingen an. Damit hat Thorpe vor allem noch die Spiele in Peking im Visier. Zu den grössten Konkurrenten von Thorpe über 200 m Freistil zählt Teamkollege Grant Hackett. "Ich habe viel von Ian Thorpe gelernt. Es ist eine Ehre, gegen ihn zu schwimmen. Wir sind keine Rivalen, sondern Freunde und müssen uns auch nach dem Rennen noch in die Augen sehen können", sagte Hackett als hoher Favorit über 1500 m Freistil. "Ich hoffe, dass alle Athleten bei Olympia clean sein werden", meinte Thorpe zum Thema Doping. Weiter wollte sich der 21-Jährige aber nicht äussern: "Ich habe nicht die Energie, jeden Tag Fragen dazu zu beantworten." Thorpe hatte vor seiner Abreise den Schwimm-Weltverband Fina wegen dessen seiner Meinung nach unzureichender Massnahmen im Kampf gegen Doping heftig kritisiert und sich prompt einen FINA-Rüffel eingehandelt. Line element 4.8.2004 Griechische Schwimmerin unter Dopingverdacht. (sid) Das griechische Olympia-Team steht vor seinem ersten grossen Doping-Eklat. Dabei steht die Schwimmerin Tonia Machaira im Mittelpunkt des Geschehens. Die 33-Jährige hatte es abgelehnt, sich einer erneuten Doping-Kontrolle durch den nationalen Schwimm-Verband (Koe) zu unterziehen, nachdem sie vorher nach einem Wada-Test, dessen Ergebnis noch gar nicht veröffentlicht ist, aus "gesundheitlichen Gründen" aus der Mannschaft ausgeschlossen worden war. Einer ausserordentlichen Sitzung am Mittwoch zum "Fall Machaira" war die Schwimmerin trotz schriftlicher Aufforderung aus Protest ferngeblieben. "Warum soll ich wieder kontrolliert werden? Die Anti-Doping-Weltagentur hat die Ergebnisse meines Tests noch gar nicht bekannt gegeben, der Verband hat mich aber trotzdem schon aus dem Olympia-Team ausgeschlossen", sagte Machaira. Machaira war von der Koe ursprünglich für die 4x100-m-Freistilstaffel nominiert worden und hatte sich am 28. Juli neben weiteren sechs Schwimmern bei der Olympia-Vorbereitung im zentralgriechischen Volos einer unangemeldeten Wada-Kontrolle unterziehen müssen. Die Koe schloss Machaira einen Tag später völlig überraschend "aus gesundheitlichen Gründen" aus. Griechischen Medienberichten zufolge war keine der bei Machaira bis Ende Juni erfolgten Doping-Kontrollen durch die Koe positiv ausgefallen. Die Koe-Tests wurden im nationalen Doping-Kontrollzentrum im Athener Olympiastadion (Oaka) untersucht. Line element 3.8.2004 Hall unterstützt Thorpe. Von Gary Hall hätte niemand erwartet, dass er je mit Ian Thorpe einer Meinung sein könnte. Hall hatte im Vorfeld von Sydney 2000 mehr als ein Wortgefecht und wurde von den Australiern nach der verlorenen 4x 100-m-Freistilstaffel zur Lachnummer degradiert. Das Unerwartete ist aber eingetroffen, Hall applaudiert Thorpe zu seiner Stellungnahme in Scachen Dopingverdacht im Schwimmen: "Ich applaudiere Ian für seine Offenheit, und dass er die Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt hat." Thorpe sei völlig ungerechtfertigt von der FINA angeschossen worden. Hall macht sich darüber hinaus auf seiner Website www.theraceclub.net für Blutentnahmen stark. Das Blut solle für spätere Analysen aufbewahrt werden. So könne man später auf neue Dopingmittel, die zur Zeit der Blutentnahme noch nicht bekannt waren, nachtesten, wie der THG-Skandal in den USA zeige. Hall selber kritisiert die FINA ebenfalls und fordert mehr Taten statt Worte. Line element 3.8.2004 Körperkult verführt immer mehr Jugendliche zum Doping. Doping im Spitzensport sorgt immer wieder für Skandale. Doping im Breitensport dagegen wird weitgehend tot geschwiegen. Die Tatsache, dass es keine Kontrollen im Breitensport gibt, macht die Diskussion schwierig. Experten sind jedoch alarmiert, weil inzwischen auch viele Jugendliche für einen muskulösen Körper zu Anabolika greifen [mehr]. Line element 1.8.2004 US-Schwimmerin gedopt. Die Amerikanerin Rachael Burke (21) wurde am 1. Mai im Training von der US-Antidopingangentur positiv auf Boldion (Boldenon) gestestet. Sie ist bis zum Abschluss der Abklärungen gesperrt worden. Bei Boldenon handelt es sich um ein androgenes Steroid (Testosteronderivat), welches u.a. von Bodybuildern für den Muskelaufbau verwendet wird. Line element 30.7.2004 Claudia Poll im Training getestet. Die Costarikanerin Claudia Poll wurde am Dienstag im Training einer Dopingkontrolle unterworfen. "Sie wollen unser Training ohne Aussicht auf Erfolg stören," sagte ihr Trainer Francisco Rivas zu den Medien. Line element 30.7.2004 Thorpe und Co. zur Vorbereitung in Sindelfingen. Die australische Schwimmnationalmannschaft weilt derzeit in Sindelfingen und wird sich dort bis zum 5. August auf die Olympischen Spiele in Athen vorbereiten. "Alle sind gesund und munter, wir haben derzeit keine Probleme", erklärte Chefcoach Leigh Nugent, der das Team mit 44 Schwimmern und 21 Offiziellen anführt. Bereits zum dritten Mal bereiten sich die Australier damit in Sindelfingen auf den jeweiligen Jahreshöhepunkt vor. Zum Empfang hatten sich auch Doping-Fahnder eingefunden, die elf Athleten zur Kontrolle baten. Dies hatte aber nichts mit den Äusserungen von Ian Thorpe zu tun. Line element 28.7.2004 FINA bedauert Äusserungen von Ian Thorpe. Die FINA nimmt die Äusserungen des "grossen Champions" Ian Thorpe zur Kenntnis und bedauert sie sehr. Die FINA weist darauf hin, dass sie in Zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden in den vergangenen 11 Jahren Wesentliches getan und erreicht habe. Kürzlich sei die Zusammenarbeit mit der WADA aufgenommen und der Kampf gegen das Doping nochmals intensiviert worden. Die Trainings- und Wettkampftests hätten eine grosse präventive Wirkung. Als Ergebnis habe die Anzahl positiver Fälle abgenommen. Die FINA verurteilt solche Äusserungen, weil sie ohne Beweise alle Teilnehmenden an den Spielen anschwärze. Janet Evans verurteilt als ehemalige Olympiasiegerin und Vorsitzende der FINA Athletenkommission Thorpes Statement ebenfalls. Sie versichert, dass die FINA alles gegen das Doping tue, und dass die Spiele sauber sein würden. "Ich glaube, das Schwimmen ist ein sauberer Sport," sagte Evans. Line element 28.7.2004 Thorpe: "Saubere Spiele sind eine Illusion." "Es ist naiv zu glauben, dass die Schwimmwettkämpfe nicht mit Doping befleckt sind," sagte Ian Thorpe. Ohne Namen zu nennen, gab sich Thorpe überzeugt, dass er schon gegen gedopte Athleten antreten musste. Und sehr wahrscheinlich würde das wieder passieren, meinte Thorpe. Er habe keine Sorgen, mit der FINA in Konflikt zu geraten: "Ich bin nicht das Liebkind der FINA, aber ich kann damit leben, weil ich so ruhiger schlafen kann." Thorpe reist heute mit der australischen Nati nach Sindelfingen ab. Line element 21.7.2004 Dawn Frazer: "Wir sollten uns lieber erst an die eigene Nase fassen." (FAZ, 14.7.04) Die australische Schwimmerin Dawn Frazer spricht klare Worte nach den Enthüllungen im australischen Sport. Das lange gehegte Image vom ach so sauberen Sport in Australien sollte kritisch hinterfragt werden. Tatsache ist, dass Australien gemessen an der Einwohnerzahl sehr erfolgreiche Delegationen an die Olympischen Spiele schickte. Nach den Enthüllungen des Radprofis Mark French gab der australischen Zoll bekannt, 1999 ein Paket mit Dopingsubstanzen für den Radsprinter Sean Eadie abgefangen zu haben. Seine Nomination für Athen wurde sistiert. Bekannt geworden ist ausserdem, dass eine Gewichtheberin ihren Platz im Olympiateam verloren hat, weil sie eine Dopingkontrolle verweigerte. Line element 1.7.2004 Zusammenarbeit LEN - IDTM. Auch die LEN hat mit International Doping Test und Management einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen. Die IDTM führt im Auftrag von verschiedenen Verbänden, darunter die FINA, von der WADA anerkannte Dopingkontrollen durch. Der Zusammenarbeitsvertrag mit der LEN beschränkt sich aber auf die Ausbildung von Nachwuchstrainern und Athleten im Kampf gegen das Doping. Die LEN hat vor, weitere Einzelheiten ihres Antidopingprogrammes an den Junioreneuropameisterschaften vom 15.-18. Juli 2004 in Lissabon vorzustellen. Line element 27.6.2004 Hackett wünscht bessere Dopingkontrollen. Die Amerikaner haben nicht weniger gedopt als andere, obwohl sie mit den Fingern immer auf andere Nationen gezeigt haben. Sie haben ihre Affären einfach besser verschleiert. Auch Australiens Sportwelt wird momentan von einer Dopingaffäre bei den Radfahrern durchgeschüttelt. Grant Hackett will deshalb, dass den Dopingfahndern endlich schärfere Waffen zur Verfügung gestellt werden. "Ich denke, die Tester müssen schlauer und raffinierter werden," sagte er im Rahmen eines Interviews bei der Eröffnung einer "Wall of Fame" in Brisbane. "Darüber hinaus müssen die Dopingfahnder die Pflicht erhalten, ihre Befunde umgehend in der Öffentlichkeit bekanntzumachen." So wie das heute laufe, hätten die Betrüger gegenüber den Fahndern immer einen Vorsprung, sagte Hackett. Line element 2.6.2004 China führt Doping-Liste an. (sid) Allen Anti-Doping-Kampagnen zum Trotz sorgt Chinas Spitzensport vor den Olympischen Spielen 2004 weiter für Negativschlagzeilen. Nach Vorlage der Doping-Statistik des Jahres 2003 in Peking wurden in acht Sportarten 15 Aktive positiv getestet. Die prominenteste Vertreterin war die Schwimmerin Li Ning, die nach einem positiven Testosteron- Trainingstest im November für zwei Jahre gesperrt wurde. Gegen ihren Trainer Liu Guangtan wurde eine lebenslange Sperre ausgesprochen. Es war der erste Dopingfall in Chinas Schwimmsport seit zwei Jahren. Shi Kangcheng, Direktor der Anti-Doping-Kommission des Nationalen Olympischen Komitees (COC), bestätigte die Dopingfälle in einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Außerdem wurden ein Rettungsschwimmer und zwei Pferde (!!) positiv getestet. 2004 wurden bisher insgesamt 1366 Urin- und 79 Bluttests vorgenommen. Insgesamt fünf Leichtathleten wurde 2003 das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) nachgewiesen. Diskuswerfer Dai Wenbing war anabolika-positiv und wurde für drei Jahre gesperrt. Zhang Shuai, Verteidiger von Hyundai Peking, war der erste gedopte Fußballprofi Chinas. Chinas Schwimmer hatten zuletzt 1998 bei der WM im australischen Perth für einen weltweiten Skandal gesorgt, als im Gepäck einer Athletin Wachstumshormone gefunden und vier weitere Schwimmer der Einnahme von Diuretika überführt wurden.Im Olympiajahr 2002 waren in China 34 Sportler des Dopings überführt und gesperrt worden. Diese Zahl der Positiv-Tests im Land des Olympia-Gastgebers 2008 lag um 11 über der des Jahres 2001. Line element 19.5.2004 Strasburgers Optimismus in Sachen HGH-Test. (baspo) Der deutsche Endokrinologe Christian Strasburger hat in den vergangenen Wochen in sechstägiger Arbeit die Mitarbeiter von fünf akkreditierten Dopinglabors in der Technik des von ihm entwickelten Nachweises von Wachstumshormon unterrichtet. Der deutsche Professor ist überzeugt, dass Betrüger schon vor Athen entlarvt werden könnten. Dieser Optimismus eilt den Absichten des IOC weit voraus, die nur einen "gerichtsfesten" Test einführen wollen. Ob der Test an den kommenden Olympischen spielen bereits eingesetzt werden wird, entscheidet das IOC. Line element 18.5.2004 IOC beendet Untersuchung über US-Dopingfälle. Das IOC hat gestern entschieden, dass die zwei Dutzend Dopingfälle bei olympischen Medaillengewinnern der USA in den Jahren 1988-2000 nicht weiter verfolgt werden. "Man habe die Fälle gemäss den Regeln der damaligen Zeit verfolgt," sagte IOC-Sprecherin Giselle Davies. "In Zukunft gelten die Regeln der WADA." Davies gab zu, dass es Unregelmässigkeiten gab, aber "man müsse das Kapitel schliessen". Von den 24 Medaillengewinnern, darunter 4 Schwimmer, waren 19 mit Stimulantien wie Ephedrin ertappt worden. Die positiven Tests wurden in den meisten Fällen mehr als ein Jahr vor dem Medaillengewinn gefunden. Line element 15.5.2004 Sportparlament einstimmig für neues Doping-Statut. (Swiss Olympic) Die Delegierten der Schweizer Sportverbände haben sich am heutigen ausserordentlichen Sportparlament von Swiss Olympic in Bern einstimmig für das neue Doping-Statut ausgesprochen. Mit der vollzogenen Revision wurde das für Anti-Dopingbelange grundlegende Reglement an das Programm der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) angepasst. Bis zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen muss dieses Programm vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC), den nationalen Olympischen Komitees, den nationalen Anti-Doping-Agenturen sowie von den Weltverbänden der olympischen und anderen Sportarten unterzeichnet und umgesetzt werden. Swiss Olympic erfüllt mit dem neuen Doping-Statut diese Forderung vollumfänglich [Dopingstatut]. Line element 10.5.2004 Vom Wasserträger zum Blutträger: Im Zeitalter der EPO-Kontrollen greifen Sportler auf archaische Dopingmittel zurück [Mehr in der NZZ vom 9.5.2004]. Line element 7.5.2004 Popov verpasst Trainingskontrolle. Alexander Popov hat eine Trianingsdopingkontrolle der FINA verpasst. Wie die FINA mitteilte, konnten die Tester Popov zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht am vorher mitgeteilten Ort finden. Gemäss FINA kommt das bei den Spitzenschwimmerin mindestens einmal jährlich vor. Sie erhielten erst bei der dritten verpassten Kontrolle eine Strafe. Popov hat der FINA umgehend eine nachgeführte Liste mit seinen Aufenthaltsorten zugestellt. Line element 20.4.2004 Dopingbekämpfung in der Schweiz: Beurteilung durch internationale Experten. (baspo) Ein internationales Expertenteam hat im Rahmen des Programms "respect des engagements" vom 6. bis 8. April 2004 in der Schweiz die Erfüllung der Verpflichtungen aus der Europaratskonvention gegen Doping überprüft. Das vorläufige Fazit des Besuches:
  • Transparente und vollständige Präsentation der Massnahmen in der Schweiz.
  • Gute Zusammenarbeit der Hauptverantwortlichen beim BASPO und bei Swiss Olympic.
  • Hohe Qualität der Massnahmen.
  • Beeindruckender Ansatz von ausgeführten Massnahmen und deren Evaluation (vor allem bei den Informations- und Lehrmitteln).
  • Beispielhaftes System des Sanktionswesens durch die unabhängige Disziplinarkammer für Dopingfälle.
  • Die innerstaatliche Koordination zwischen den Bundesstellen könnte noch verbessert werden.
  • Die Umsetzung der Dopingbestimmungen im Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport ist noch zu wenig effektiv.
  • Der Ansatz zur Bildung einer unabhängigen Agentur zur Dopingbekämpfung wird als richtig erachtet.
Ein detaillierter Bericht der Experten wird bis in zwei Monaten dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) übergeben. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Öffentlichkeit näher darüber informiert. Anschliessend hat die Schweiz Zeit, innert zweier Jahren entweder die Empfehlungen umzusetzen oder darzulegen, weshalb diese nicht umgesetzt werden. Line element 15.4.2004 WADA passt Dopingliste 2004 per sofort an. (baspo) Wie die Welt Anti-Doping Agentur WADA am 27. März in einer Medienmitteilung bekannt gibt, wird die Liste 2004 per sofort angepasst. Die Änderungen betreffen nicht Substanzen, die auf der Liste stehen, sondern schliessen nur ein rechtliches Schlupfloch im Falle einer zukünftigen Entdeckung eines neuen Designer-Steroids. Die Entdeckung des Designer-Steroides Tetrahydrogestrinon THG im Herbst 2003 machte deutlich, dass die Definition von Analogen wie sie in den Sektionen S4 und S5 der Liste 2004 aufgeführt waren, zu restriktiv sind. Damit in einem ähnlichen Fall auch in Zukunft schnell gehandelt werden kann, wird die Liste per 26. März 2004 angepasst. Diese Anpassung mitten im Jahr steht im Einklang mit Artikel 4.1 des WADA Codes, der die Möglichkeit einer sofortigen Anpassung der Liste vorsieht. In der Sektion S4 Anabolika wird der Ausdruck "und ihre Analoge" durch den Term "und andere Substanzen mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher(n) pharmakologischer(n) Wirkung(en)" ersetzt. Diese Formulierung wird auf der im Januar 2004 veröffentlichten Liste bereits in den Sektionen S1 "Stimulanzien" und S8 "Maskierende Substanzen" angewendet. Ebenso wird die Formulierung in der Sektion S5 "Peptidhormonen" angepasst. Die Terme Analoge und Mimetika werden durch den oben stehenden Ausdruck ersetzt. Im weiteren hat die FIFA der WADA mitgeteilt, dass sie im Fussball kein Verbot für Alkohol und Betablocker vorsehen. Die WADA streicht deshalb - in Übereinstimmung mit Artkiel 4.2 des WADA Codes - die Einträge für den Weltfussballverband FIFA in den Kapiteln P1 und P2 [Nachgeführte Dopingliste von Swiss Olympic]. Line element 6.4.2004 Wachstumshormontest evtl. schon in Athen einsatzbereit. IOC-Präsident Jacques Rogge hat mögliche Olympiateilnehmer bereits vorgewarnt, dass die natürliche Substanz "humanes Wachstumshormon" in den Dopingtests an den olympischen Spielen eingesetzt werden könnte. Diese Möglichkeit wird immer wahrscheinlicher, wie an einm zweitägigen Symposium der US-Antidopingagentur bekanntgegeben wurde. "Wir werden Blutentahmen an den Spielen machen, und dieser Test könnte dann bereits validiert sein," sagte USADA-Direktor Olivier Rabin. "Das Wachstumshormon ist eine verbotene Substanz, und entsprechende Sanktionen werden getroffen im positiven Fall." Am Symposium wurde darüber diskutiert, welche Blutspiegel des im Körper natürlicherweise vorkommenden Hormons als akzeptabel gelten und welche nicht. Sobald man sich geeinigt habe und alles überprüft sei, werde der Test eingesetzt. Line element 1.4.2004 Olympiasiegerin Poll kehrt ins Becken zurück. (sid) Die lange Zeit des Wartens ist für Claudia Poll endlich beendet. Der Schwimmstar aus Costa Rica wird nach abgelaufener Dopingsperre ein Comeback in Frankreich geben. Die 200-m-Freistil-Olympiasiegerin von Atlanta hat für die französischen Meisterschaften vom 18. bis 25. April in Dünkirchen als Gaststarterin gemeldet. Das gab der französische Schwimmverband FFN am Mittwoch bstätigt. Die Enkelin deutscher Einwanderer war im Februar 2002 nach einer positiven Trainingskontrolle auf Norandrosteron für vier Jahre gesperrt worden. Weil sich der Weltverband Fina auf seinem Kongress im Vorfeld der Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Barcelona aber dem Medical Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) angeschlossen hatte, wurde die Sperre auf zwei Jahre reduziert. Der Medical Code verlangt bei erwiesenem Anabolika-Doping im Erstfall zwei Jahre Sperre. Die 31-Jährige ist somit seit dem 26. März 2004 wieder startberechtigt und kann an den Olympischen Spielen in Athen teilnehmen. Dort wird es möglicherweise zu einer Revanche gegen Franziska van Almsick kommen, der sie in Atlanta Gold weggeschnappt hatte. Die fünfmalige Lang- und Kurzbahn-Weltmeisterin ist seit dem 19. Dezember vergangenen Jahres wieder im Training. Line element 24.3.2004 Neuer Dopingfall im chinesischen Schwimmsport. (dpa) Knapp fünf Monate vor den Olympischen Spielen gibt es nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur "Xinhua" vom im Schwimmsport des Landes einen neuen Dopingfall. Ein nicht näher genannter Athlet sei am 17. November 2003 des Doping-Missbrauchs überführt worden. Der chinesische Verband habe die FINA informiert, hiess es. Am Sitz des Welt-Verbandes FINA in Lausanne gab es hierzu auf dpa-Anfrage keine Bestätigung. Li Hua, Generalsekretär des chinesischen Verbandes, kündigte unterdessen eine Bestrafung an. Nach FINA-Angaben waren bis dato bei 429 Trainings- und 388 Wettkampfkontrollen chinesischer Schwimmer im WM-Jahr 2003 keine Dopingvergehen festgestellt worden. Line element 17.3.2004 Comeback von Claudia Poll? Die ehemalige Weltrekordhalterin aus Costa Rica über 200 m Freistil versucht gemäss Gerüchten ein Comeback an den französischen Meisterschaften, die in Dünkirchen vom 19.-25. April ausgetragen werden. Der Costa Ricanische Verband hat dem französischen Verband ein entsprechendes Gesuch gestellt. Falls FFN zustimmt, wird die 32-jährige Poll über 400 und 200 m Freistil starten. Claudia Poll hatte bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta vor Franziska van Almsick Gold über 200 m Freistil gewonnen. Im Februar 2002 wurde Claudia Poll positiv auf das Dopingmittel Norandrosteron getestet und war daraufhin für vier Jahre gesperrt worden. Nach der nun erfolgten Reduzierung der Strafe könnte Claudia Poll bei den Olympischen Spielen in Athen starten, wo sich Franziska van Almsick endlich den Traum vom olympischen Gold erfüllen will. Line element 7.3.2004 US-Synchronschwimmerin gesperrt. (AFP) Mary Hofer (24), Mitglied des US-Olympiateams [Biographie], wurde wegen Verweigerung der Trainings-Dopingkontrolle vom 20.1.2004 von der US-Antidopingagentur für 2 Jahre gesperrt. Mary Hofer akzeptiert die Sperre und tritt vom Wettkampfsport zurück. Line element 10.2.2004 735 Doping-Tests in Italien. (Ärztezeitung) Drei Prozent der Leistungssportler Italiens, die von den Gesundheits-Carabinieri bei Wettkämpfen im vergangenen Jahr zum Dopingtest geholt wurden, hatten verbotene Mittel genommen. Die Polizei hatte 56 800 Medikamente beschlagnahmt, 1061 Personen angezeigt und 95 festgenommen. Im Visier waren vor allem weniger publikumswirksame Sportarten wie Gewichtheben, Bogenschiessen und Squash. Zwar gab es im Jahr 2003 insgesamt nur 735 Tests - dennoch sind die Vertreter des italienischen Gesundheitsministerium beunruhigt. Die Dunkelziffer sei hoch, heisst es in dem Internet-Sportmagazin "Sportpro": Hormone, Anabolika und Stimulantien würden in vielen Fällen vor allem im Training genommen. Line element 22.1.2004 Ist der grosse THG-Skandal zur Mini-Affäre verkommen? In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger vertritt der Leiter des Doping-Analysenlabors in Lausanne, Martial Saugy, die Ansicht, es sei nicht erstaunlich, dass nur so wenig zusätzliche THG-Fälle gab. Wie andere Experten ist er der Meinung, THG sei lokal auf den Bereich um die kalifornischen Athleten beschränkt. Die Affäre zeige aber, dass es immer noch möglich ist, aus einer Grundsubstanz ein anderes, vorher nicht bekanntes Molekül für Dopingzwecke zu designen. Die Aufarbeitung der THG-Affäre habe in der Schweiz wenige Ressourcen gebunden, da die Analytik schnell an die neue Substanz adaptiert werden konnte. Line element 11.1.2004 Van Almsick wünscht mehr Medienpräsenz im Schwimmen. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" sagte die Berlinerin: "Beim Schwimmen wäre mehr Fernsehzeit begrüssenswert. Wenn ich sehe, dass im Skispringen Trainingssprünge übertragen werden - dann ist mir das eindeutig zu wenig." Darüber hinaus bestätigte sie ihre frühere Meinung in Bezug auf lebenslängliche Dopingsperren: "Warum sollte sich einer rehabilitieren dürfen, der die anderen verarschen wollte." Im weiteren kündigte ihr Trainer Norbert Warnatzsch den Verzicht auf den Start über 200 m Freistil am kommenden ARENA-World Cup in Berlin an. Dies liege am Trainingsaufbau der 25-jährigen. "Sie wird den Weltcup aus dem vollen Training heraus schwimmen, Spitzenresultate sind deshalb nicht zu erwarten. Das geht methodisch nicht", sagte Warnatzsch. Stattdessen wird sie die 100 m Delfin und 100 m Rücken bestreiten. Line element 21.12.2003 Sportmediziner protestieren gegen Anti-Doping-Regel. (Ärztezeitung) Zum Jahreswechsel treten die neuen Vorschriften der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Kraft, die für die überwiegende Zahl der Profi-Sportler verbindlich sein werden. Danach wird künftig der Einsatz von Glukokortikoiden vor ihrer Anwendung genehmigungspflichtig sein. Das gilt speziell für Injektionen etwa in Gelenke oder an Sehnen. Gegen diese Änderung der bisher geltenden Anti-Doping-Regel protestieren die Sportärzte in Deutschland: "Die medizinisch notwendige Behandlung in Form von intraartikulären oder lokalen Injektionen mit Glukokortikoiden - wie sie jedem Patienten aus medizinischer Indikation zusteht - wird damit den Athleten bewusst vorenthalten", heisst es in einer Stellungnahme der Sportmediziner. Die Wada geht von einem leistungssteigernden Effekt der verabreichten Glukokortikoide aus. Line element 12.12.2003 Letztlich ist der Tatbeweis gefragt. (baspo) Die Harmonisierung der weltweiten Dopingbekämpfung schreitet voran, doch trifft die WADA nicht überall auf offene Türen. Neben der schlechten Zahlungsmoral - am 18. November stand noch ein Drittel der Beträge aus - kämpft die WADA mit weiteren Problemen. Einige Verbände haben Mühe damit, in Zukunft nicht mehr autonom in Dopingfragen entscheiden zu können. Der Fussballweltverband (FIFA) und der Internationale Radsport Verband (UCI) haben den Code bisher nicht unterzeichnet. Ebenso lassen sich die amerikanischen Profiligen nicht in die internationale Dopingbekämpfung einbinden. Vorbehalte werden vor allem gegen die Zweijahressperre vorgebracht. Die beiden Verbände fordern ein "Individual Case Management". Line element 4.12.2003 Neue Dopingliste ab 1.1.2004. (baspo) Am 3. März 2003 wurde in Kopenhagen das Anti-Dopingprogramm der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) von allen Delegierten der Sportverbände und Regierungen angenommen. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) wie auch Swiss Olympic haben dem Programm zugestimmt. Das Programm umfasst den Code, vier Standards und Beispiele bester Praxis. Der Code und die vier Standards müssen zwingend angewendet werden. Einer der Standards ist die Liste der Dopingmittel und -methoden. Sie wurde erstmals von der entsprechenden Kommission der WADA erarbeitet und tritt auf den 1. Januar 2004 in Kraft. Der Hauptzweck der Liste ist die Festlegung der verbotenen Substanzen und Methoden im Sport im Rahmen der Regeln des Codes. Nicht nur der Herausgeber der Liste ist neu, sondern auch der Aufbau der Liste wurde geändert. Folgende Artikel erläutern die Änderungen:
  • Neue Einteilung
  • Änderungen bei den verbotenen Substanzen
  • Ausnahmebewilligungen zu therapeutischen Zwecken ATZ
  • Was bedeuten die Änderungen für Sporttreibende?
Line element 3.12.2003 FINA: WM 2003 war THG-frei. Die vom IOC- und WADA-akkreditierten Dopinglabor in Barcelona nachträglich auf THG getesteten WM-Proben sind THG-frei. Dies teilte die FINA heute in einer Medienmitteilung mit. Line element 2.12.2003 Kieren Perkins im Vorstand der WOA. An der Generalversammlung 2003 der World Olympians Association, der Organsiation ehemaliger Olympiateilnehmer, wurde der Doppelolympiasieger über 1500 m Freistil in den Vorstand gewählt. "Die Dopingbekämpfung hat für mich den höchsten Stellenwert," sagte Perkins nach seiner Wahl. Seiner Meinung nach muss die Dopingbekämpfung bereits in der Schule beginnen, indem man die jungen Menschen davon überzeugt, dass es kein Doping braucht, um sportlich erfolgreich zu sein. Die 1995 gegründete WOA operiert unabhängig vom IOC, wird aber von diesem und von vielen nationalen olympischen Komitees anerkannt und unterstützt. Auch in der Schweiz gibt es einen Ableger (Swiss Olympians). Die WOA hütet die Rechte der Athleten und setzt sich für einen umweltgerechten Sport ein. Darüber hinaus fördert die WOA die Gleichberechtigung der Frauen und unterstützt wohltätige Zwecke im Sportsektor. Line element 25.11.2003 Überraschende Kehrtwende der Wada. (baspo) Die Welt-Antidopingagentur (Wada) will eine überraschende Kehrtwende in der Antidopingpolitik vollziehen. Noch vor Olympia 2004 in Athen könnte die im Antidopingkodex verankerte zweijährige Regelsperre zugunsten von fallbezogenen variablen Strafen gekippt werden. Dieses Abrücken von der automatischen Zweijahressperre kommt unerwartet, das die Wada noch im März bei der Verabschiedung des Antidopingkodexes auf das Dogma des zweijährigen Bannes bestanden hatte. Line element 22.11.2003 Weltweit weniger Doping-Kontrollen im nächsten Jahr. Die Welt-Anti-Dopingagentur (Wada) wird aufgrund von Budgetproblemen auch 2004 voraussichtlich weniger Dopingtests als geplant durchführen können. Wada-Chef Dick Pound sagte in Montreal: "Wir werden so handeln müssen, da wir bisher nur 80 Prozent unseres Budgets erhalten haben." Laut Pound musste die Zahl der vorgesehenen Dopingkontrollen in diesem Jahr bereits von 7500 auf 5000 reduziert werden. (rom/si) Line element 20.11.2003 THG-Nachanalysen in der Schweiz negativ. (baspo) Nach bekanntwerden der THG-Vorfälle in den Vereinigten Staaten hat die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) von Swiss Olympic im Oktober beschlossen, eine Anzahl von bereits analysierten A-Proben im Laboratoire Suisse d'Analyse du Dopage in Lausanne auf THG analysieren zu lassen. Sämtliche 61 nachkontrollierten Proben aus fünf Sportarten haben ein negatives Resultat ergeben. Das neue Nachweisverfahren konnte vom Schweizer Labor in die heutigen Standard-Verfahren eingebaut werden. Damit ist sichergestellt, dass per sofort alle Urinproben auch auf THG getestet werden. Line element 11.11.2003 THG - Chronik des grössten Dopingskandals seit dem Dopingfall Ben Johnson Line element 7.11.2003 Italiens grösster Doping-Prozess verläuft im Sand. (Ärztezeitung) Der Prozess gegen Professor Francesco Conconi und zwei Mitarbeiter vom Biomedizinischen Studienzentrum in Ferrara wegen Dopings scheint im Sande zu verlaufen. Am 19. November wird in einem abgekürzten Verfahren und ohne Zeugen nach Angaben der Internetseite "SportPro" vermutlich ein Freispruch verkündigt, da von allen Anklagen nur "Sportbetrug" übrig geblieben und indessen verjährt sei, heisst es. Die Nebenklage des Ex-Radprofis Maurizio Marchetti als Geschädigter wurde abgewiesen. Noch im Februar 2002 hatte die Zeitung "Corriere della Sera" den Prozess als grössten des Landes angekündigt und ihn als Aktion gegen "Staatsdoping" gewertet, da Conconi Rektor der Universität Ferrara sei und einflussreiche Freunde habe. Line element 6.11.2003 Sweetenham: Regelmässige Bluttests gefordert. Bill Sweetenham, Chef Leistungssport bei British Swimming, fordert im Vorfeld der olympischen Spiele regelmässige Bluttests auf unerlaubte leistungsfördernde Mittel. "Jeder Athlet, der in Athen starten will, muss sich mindestens 6 Tests unterziehen." "Das würde helfen, das Doping aus dem Sport zu eliminieren und Betrüger könnten sich nicht mehr verstecken." Sweetenham begrüsst auch die Entscheidung der FINA, die WM-Proben nchträglich auf THG zu testen. Line element 5.11.2003 Die FINA testet WM-Proben definitiv auf THG. Die FINA folgt dem Rat ihrer Dopingexperten und wird alle 312 Dopingproben der WM (Schwimmen, Synchroschwimmen, Wasserball und Wasserspringen) nachträglich auf THG testen. Diese teilte Cornel Marculescu, Geschäftsführer der FINA, heute in einer Medienmitteilung mit. Line element 5.11. Nahrungsergänzungsmittel werden auf Doping getestet. In Grossbritannien werden Nahrungsergänzungsmittel demnächst routinemässig auf Dopingsubstanzen getestet. Die Initiative hat das Olympic Medical Institute der britischen Olympia-Bewegung einem Online-Bericht des "New Scientist" zufolge auf den Weg gebracht. Im vergangenen Jahr hatte Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln, zusammen mit Mitarbeitern Nahrungsergänzungsmittel auf Prohormone analysiert. Von den 634 untersuchten Produkten aus 13 Ländern waren fast 15 Prozent mit Substanzen kontaminiert, die bei Dopingproben ein positives Ergebnis nach sich gezogen hätten. In der Regel handelte es sich dabei um Prohormone wie etwa Norandrostendion, das im Körper zu Nandrolon umgewandelt wird. Mit Rückständen dieses anabolen Steroids waren den Dopingkontrolleuren gleich reihenweise prominente Athleten wie etwa Merlene Ottey, Linford Christie oder Alexander Leipold ins Netz gegangen. Als mögliche Ursache wurden häufig verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel genannt. Line element 31.10.2003 Die Schweiz will Dopingprävention und -kontrollen verstärken. Der Bundesrat hat die Unterzeichnung des Zusatzprotokolls zur Europaratskonvention gegen Doping durch die Schweiz gutgeheissen. Das Zusatzprotokoll will die Anwendung der Vereinbarung stärken und insbesondere die Harmonisierung in der Dopingbekämpfung auf internationaler Ebene fördern [Mehr]. Line element 29.10. FDA verbietet THG. Die US Food and Drug Administration verbietet den Verkauf und die Verwendung des Steroids THG. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt. Die Bundesbehörde begründete ihren Entscheid mit der möglichen gesundheitsschädlichen Wirkung. Dr. Don Catlin, Chef des Dopinglabors an der UCLA sagte, dass dieser Entscheid überraschend schnell gekommen sei. "Das ist wunderbar." Catlin hat den Dopingskandal aufgedeckt. Line element 29.10. FINA prüft WM-Dopingproben auf THG. In einer knappen Medienmitteilung kündigt die FINA die Überprüfung der WM-Proben von Barcelona 2003 auf THG an, sofern das IOC/WADA-Labor dafür zur Verfügung steht und die FINA-Experten "die Notwendigkeit feststellen". Line element 27.10.2003 Das Bundesamt für Sport informiert: Tetrahydrogestrinon (THG), bisherige Erkenntnisse. Line element 25.10.2003 Keine gütliche Einigung zwischen König und NOK. (sid) - Die ehemalige DDR-Schwimmerin Karen König und das Deutsche Nationale Olympische Komitee (NOK) prozessieren weiter. Eine gütliche Einigung ist vor dem Landgericht in Frankfurt am Main am Freitag gescheitert. Wie es im Pilotprozess um Schadenersatzforderungen wegen der Dopingpraxis in der DDR nach dem ersten Verhandlungstag weiter geht, will der Vorsitzende Richter Frowin Kurth 28. November bekannt geben. "Ich gehe davon aus, dass wir in die Beweisaufnahme eintreten werden. Es könnte aber auch ein Urteil geben. Doch das ist weniger wahrscheinlich", erklärte anschliessend König-Anwalt Jens Steinigen aus Traunstein. Für den Fall einer Niederlage seiner 34-jährigen Mandantin, die nicht in Frankfurt erschienen war, kündigte ihr Rechtsbeistand sofort den Gang vor das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt an. In dem Pilotprozess verklagt Karen König das NOK auf rund 10.000 Euro Schadenersatz. Sie hatte zuvor "Veränderungen der Stimme und der Haut sowie Depressionen" zu Protokoll gegeben, deren Ursache die Einnahme von anabolen Stereoiden sein soll. Gegen-Anwalt Günter Paul wiederholte, das NOK sei "die falsche Adresse" für Ansprüche gegen die Sportführung der früheren DDR. Der Vorsitzende Kurth betonte, für das Gericht werde die Frage von vorrangigem Interesse sein, ob das NOK der DDR und sein Präsident Manfred Ewald "generell etwas mit dem Dopingkonsum zu tun hatten oder nicht". Zudem sei zu bewerten, inwiefern das NOK bei der Vereinigung mit dem DDR-NOK neben dessen Vermögen von 5,4 Millionen Mark auch die Mitverantwortung für die Dopingpraxis übernahm, obwohl damals ausdrücklich festgelegt worden war: "Eine Rechtsnachfolge findet nicht statt." Line element 25.10.2003 In Athen wird auf THG getestet. Gemäss einer Medienmitteilung des IOCs wird in Athen 2004 auf das Steroid Tetrahydrogestrinon getestet werden. Dies teilte das IOC-Mitglied Denis Oswald mit. "Die Spiele werden sauber sein." Red.: Es können nur bekannte Substanzen gefunden und identifiziert werden, wie der Fall THG gezeigt hat. Gemäss dem Dopingexperten Prof. Wilhelm Schänzer aus Köln können neue, unbekannte MIttel nicht detektiert werden. "Das ist das Problem der Massenspektrometrie. Wir regen mit dieser Methode genau jenes Molekül an, das wir mit seiner Masse kennen. Das heisst, dass uns die Struktur der Substanz bekannt sein muss, bevor wir danach suchen können. Die Dopingsubstanz konnte im Labor von Los Angeles nur darum als anabole Substanz erkannt werden, weil die Wissenschaftler das entsprechende Material von unbekannter Seite zur Untersuchung zugespielt erhielten," sagte Prof. Schänzer. Er fügte bei, dass es nicht auzuschliessen sei, dass weitere anabole Substanzen auf dem Markt sind, von denen die Forschung nichts weiss. Anabole Substanzen sind nach wie vor sehr effektive und deshalb beliebte Mittel. Sie haben einen wesentlichen Teil zur Leistungssteigerung in vielen Sportarten in den letzten 20 Jahren beigetragen. Wegen ihrer Wirksamkeit werden sie häufig verwendet und darum ist nach wie vor ein grosser Teil der Dopingbefunde auf anabole Steroide zurückzuführen. In der Schweiz werden auf Beschluss der nationalen Fachkommission für Doping die noch vorhandenen A-Urinproben, die in letzter Zeit in sogenannt kritischen Sportarten (Leichtathletik, Rudern, etc.) genommen wurden, nachträglich auf THG getestet. Gemäss Auskunft von Matthias Kamber, dem Leiter der Dopingbekämpfung am Bundesamt für Sport, sind Nachkontrollen juristisch heikel, weil den betroffenen Athleten in der Regel mitgeteilt wird, dass die Dopingproben negativ ausgefallen sind. Der neue WADA-Kodex sieht nämlich vor, dass auf Doping kontrollierte Athleten innerhalb von 2 Arbeitswochen über das Ergebnis informiert werden müssen. Im Urin nachgewiesen werden können verbotene Produkte auch etliche Monate später. Im Gegensatz zum Abbau im eigenen Körper - das in letzter Zeit häufiger aufgefundene Steroid Nandrolon kann 1 Woche nach oraler Aufnahme nicht mehr nachgewiesen werden - findet in einer Urinprobe kein weiterer Abbau mehr statt. Kamber vermutet, dass THG in der Praxis nicht zum Muskelaufbau (es wirkt nur schwach anabol) sondern zur verbesserten Regeneration eingesetzt wird. In medizinischen Kreisen wurde deshalb sogar vorgeschlagen, THG und Verwandte wegen zu geringer Wirksamkeit aus der Verbotsliste zu entfernen. Line element 23.10.2003 FINA-WM-Urinproben nochmals getestet? (FG/Fox) Der Dopingskandal in der Leichathletik schlägt nun auch im Wasser Wellen: Gemäss einer Mitteilung von FINA-Geschäftsführer Cornel Marculescu werde geprüft, ob man die Urinproben der im Juli in Barcelona durchgeführten FINA-WM nachträglich auf das Steroid THG (Tetrahydrogestrinon) analysieren könne. Am Dienstag beschloss der Internationale Leichtathletikverband IAAF, dass die Proben der WM in Paris vom August nachträglich auf THG untersucht werden. Das Steroid THG steht im Zentrum eines offenbar professionell und systematisch organisierten Dopingrings in den USA. Mehrere Leichtathleten wurden überführt. Sie können aber aus verfassungsrechtlichen Gründen vor Gericht alle Aussagen verweigern, die ihnen selber schaden könnten, ohne dass ihnen deswegen Nachteile erwachsen (5th Amendment), so dass die Ermittlungen äusserst schwierig sind. Bis jetzt sind keine Schwimmer verdächtigt worden. "Ich denke es gibt keinen Grund das nicht zu machen," sagte Marculescu, "wir haben nichts zu verstecken und müssen das aus wissenschaftlicher Sicht anschauen." Marculescu kündigt den Entscheid der FINA für anfangs nächste Woche an. An der WM in Barcelona wurde bloss die ukrainische Schwimmerin Nataliya Khudyakova mit dem Anabolikum Stanozolol ertappt. Sie wurde über 50 m Delfin 7. Line element 20.10.2003 Über 40 US-Athleten vorgeladen. (Ärztezeitung) Am Samstag, einen Tag nach Bekanntwerden des vermutlich grössten Doping-Skandals im US-Sport, sind erste Konsequenzen gezogen worden: Ein Bundesgericht in San Francisco hat mehr als 40 Sportler vorgeladen. Ob auch Schwimmsportler darunter sind, ist nicht bekannt. In der A-Probe vieler Profisportler ist das neue Designer-Steroid Tetrahydrogestrinon (THG) nachgewiesen worden. Die vorgeladenen Athleten aus olympischen und anderen Sportarten, die möglicherweise in den Skandal verwickelt sind, sollen in dieser Woche über das Labor aussagen, in dem THG offensichtlich entwickelt worden ist, so "Spiegel online". Das von Dopingfahndern in den USA erstmals entdeckte neue Steroid ähnelt in seiner chemischen Struktur den Anabolika Gestrinon und Trenbolon, schreibt der Online-Dienst "sport.de". Nur Gestrinon steht auf der Liste der weltweit verbotenen Dopingmittel. THG zählt zu den artverwandten Substanzen. Auch seine Einnahme führt zu einer Sperre von zwei Jahren. Um das Steroid THG herzustellen, seien vier Wasserstoff-Atome in Gestrinon eingeführt worden, so der Dopingexperte Professor Wilhelm Schänzer. "Auch diese leichte chemische Veränderung ist ein Verstoss gegen das Reglement, denn die Grundstruktur ist erhalten geblieben", sagt der Leiter des Kölner Anti-Doping-Instituts. Nach Angaben von Schänzer sei es "sehr leicht, Steroide zu verändern, und ich habe mit so einem Fall gerechnet. Dies ist nun der erste konkrete Hinweis, dass so etwas schon gemacht wird." Der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur (USADA), Terry Madden, nennt THG ein von "spitzfindigen Chemikern sehr hoch entwickeltes Designer-Steroid. Die Athleten, die das nahmen, waren sich sicher, nicht erwischt zu werden." THG wirke über Monate, doch die Nachweisbarkeit dauere nur drei bis sieben Tage. Ungewöhnlich ist nach Angaben von Madden die Einnahme von THG: Einige Tropfen des öligen Steroids werden unter die Zunge geträufelt. Line element 17.10.2003 Umfangreiche Dopingtests in China. An den am Samstag beginnenden fünften chinesischen Stästemeisterschaften werden gemäss Informationen des chinesischen Schwimmverbandes insgesamt 120 Dopingtests bei 439 teilnehmenden durchgeführt, d.h. jeder 4. Schwimmer muss mit einer Kontrolle rechnen. Ein Viertel der Kontrollen werden Blutproben sein. "Wir wollen mit allen Mitteln das Dopingproblem ausmerzen, und beweisen, dass die chinesischen Schwimmer grosse Wellen auch mit fairen und ehrlichen Mitteln erzeugen können" sagte Shang Xitang, Vizepräsident der Chinese Swimming Association, CSA. Line element 13.10.2003 Natalia Chudjakowa wegen Dopings gesperrt. Die ukrainische Weltklasse-Schwimmerin Natalia Chudjakowa ist vom Weltverband FINA wegen erwiesenen Dopings mit dem anabolen Steroid Stanozolol bis zum 18. August 2005 gesperrt worden. Das teilte die FINA in Lausanne mit. Chudjakowa war während der Weltmeisterschaften in Barcelona positiv getestet worden. Sie hatte über 50 m Schmetterling den siebten Platz belegt, der ihr nachträglich entzogen wurde. Line element 2.10.2003 Weitere ukrainische Schwimmerin gesperrt. Die LEN sperrt die 16-jährige Yuliya Pidlisna für 2 Jahre. Bei ihr wurde bei einem Dopingtest an der Jugend-EM in Glasgow vom 31.7.-3.8.2003 das Anabolikum Stanozolol gefunden. Pidlisna gewann in Glasgow Bronze über 400 Lagen. Line element 1.10.2003 WADA veröffentlicht Dopingliste 2004. (FG/baspo) Wie bereits angekündigt, sind ab dem 1. Januar 2004 Koffein und Pseudoephedrin nicht mehr auf der Liste der verbotenen Substanzen aufgeführt. Weitere grössere Änderungen ist das definitive Verbot der Cannabinoide bei Wettkämpfen und eine formal gänzlich neu strukturierte Liste. Eine Vereinfachung und Verbesserung ist die Auflistung aller Internationalen Sportverbände, die Alkohol, Betablocker und Diuretika verbieten. Bis am ersten Januar 2004 bleiben die Bestimmungen der aktuellen Liste bestehen. Das heisst, dass bis Ende Jahr die Überschreitung des Grenzwertes von Koffein und auch von Pseudoephedrin weiterhin ein Verstoss bedeutet und entsprechend bestraft werden kann. Swiss Olympic wird in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Dopingbekämpfung die neue Liste für die Schweiz erarbeiten und rechtzeitig veröffentlichen. Die Informationen werden gegen Ende Jahr auf dieser Website veröffentlicht werden [WADA: the 2004 Prohibited List]. Line element 29.9.2003 Ukrainischer Schwimmerin droht 2-jährige Sperre. Der ukrainischen Schwimmerin Natalia Chudjakowa droht wegen Doping mit dem Steroid Stanozolol eine Zwei-Jahres-Sperre durch den Weltverband FINA. Wie Der Verband in Lausanne mitteilte, werde das Doping-Panel unter der Leitung des Hamburgers Harm Beyer "in den kommenden Monaten" über eine Bestrafung der WM-Siebten (50 m Delfin) entscheiden. Chudjakowa war während der WM im Juli in Barcelona in A- und B-Probe positiv getestet worden. Seit dem 18. August ist sie deshalb vorläufig von Wettkämpfen ausgeschlossen. Line element 27.9.2003 FINA präzisiert Dopingregeln. Aufgrund des Medieninteresses für die Strafreduktionen sieht sich die FINA gezwungen, folgendes bekannt zu machen:
  • Die FINA hat ihre Regelungen vom 11.9.2003 mit Beschluss des ausserordentlichen FINA-Kongresses vom Juli 2003 in Barcelona an diejenigen der WADA vom 5.3.2003 angepasst;
  • Im Sinne einer Übergangsregelung werden laufende Straffristen den neuen Fristen angepasst (Beginn der Sperrfrist mit dem Urteil);
  • Bei laufenden Verfahren wendet die FINA die neuen maximalen Sperrfristen von 2 Jahren an;
  • Im Sinne der Fairness gegenüber SportlerInnen, bei denen die alten Regeln angewendet wurden, werden in Übereinstimmung mit der Praxis des Internationalen Sportgerichtshofs in Lausanne die Sperren für einzelne SportlerInnen reduziert;
  • Die FINA hat sich bei der Diskussion der neuen Sperrfristen durch die WADA für die alten, vierjährige Sperren für die erstmalige verbotenen Anwendung von Anabolika und ähnlichen Substanzen eingesetzt. Schliesslich überwogen die Stimmen für eine 2-jährige Sperre [Press Release].
Line element 27.9.2003 FINA reduziert Strafe für Gerasimenya. Die ursprünglich 4-jährige Sperre für die 17-jährige Weissrussin Alexandra Gerasimenya wurde auf 2 Jahre reduziert, sodass sie ab 3.6.2005 wieder starten kann. Gerasimenya hat stets bestritten sich mit Norandrosteron gedopt zu haben und plane inoffiziell an den kommenden weissrussischen Meisterschaften teilzunehmen. Line element 25.9.2003 Van Almsick fordert lebenslänglich für Dopingsünder. "Wenn jemand gedopt hat, bin ich generell dafür, dass er lebenslänglich gesperrt wird", sagte die 25 Jahre alte Weltrekordlerin über 200 m Freistil der Zeitung"Die Welt". Die Berlinerin reagierte damit auf die Begnadigung von Claudia Poll, deren Sperre vom Schwimm-Weltverband (FINA) von vier auf zwei Jahre verkürzt worden ist. Mit der Reduzierung der Strafe passte die FINA ihre Sanktionen dem Strafen-Katalog der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) an. Die 30 Jahre alte Schwimmerin aus Costa Rica hatte bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta vor Franziska van Almsick Gold über 200 m Freistil gewonnen. Im Februar 2002 wurde Claudia Poll positiv auf das Dopingmittel Norandrosteron getestet und war daraufhin für vier Jahre gesperrt worden. Nach der nun erfolgten Reduzierung der Strafe könnte Claudia Poll bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Athen starten, wo sich Franziska van Almsick endlich den Traum vom olympischen Gold erfüllen will."Ich habe mir für Athen etwas vorgenommen", sagte die Berlinerin,"mit oder ohne Poll, das ist mir egal." Line element 24.9.2003 Koffein und Pseudoephedrin von der Dopingliste gestrichen. (FG/Fox) Ohne Kommentar kündigte gestern die Geschäftsleitung der WADA die Streichung der beiden Substanzen von der Liste der gesperrten Mittel an. Arne Ljungqvist, Leiter der medizinischen Ausschüsse des IOC und der IAAF, meinte, dass die Liste dem Stand des Wissens und unseren Einstellungen angepasst werden müsse. Die Frist für die endgültige Ratifizierung läuft am 1.10.2003 ab und sie wird am 1.1.2004 in Kraft treten. Line element 19.9.2003 WADA: Koffein und Pseudoephedrin kein Doping? (FG/AP) Die medizinische Forschungskommission der WADA unter der Leitung des schwedischen Professors Arne Ljungqvist soll gemäss einem Interview der WADA-Geschäftsleitung eine modernisierte Dopingliste vorschlagen, auf der einige bekannte Substanzen nicht mehr aufgeführt sein sollen. Unter den fehlenden Substanzen befinden sich Koffein und Pseudoephedrin, welches in Medikamenten gegen Husten vorkommt. Das Stimulans Modafinil, das der Leichtathletin White zwei Goldmedaillen kostete, ist hingegen enthalten. Als einzige Begründung für den Vorschlag wird ein Trend "zur Modernisierung" angegeben. Line element 18.9.2003 Brasilianische Schwimmerin für 2 Jahre gesperrt. Das FINA-Dopingpanel hat Laura Azevedo wegen Anabolikamissbrauch (positive Proben an der Troféu Brasil vom Mai 2003) schuldig gesprochen und für 2 Jahre gesperrt. Line element 16.9.2003 Forbes Carlile mit 2-minütiger "Standing Ovation" geehrt. Die australische Trainerlegende Forbes Carlile wurde an der Jahresversammlung der American Swimming Coaches Association, ASCA, für sein jahrzehntelanges, erfolgreiches Wirken mit einer 2-minütgen "Standing Ovation" geehrt. Zu "seinen" Schwimmerinnen gehörte beispielsweise Shane Gould, die 1972 als 16-jährige alle Weltrekorde von 100 bis 15000 m Freistil hielt und an den olympischen Spielen 1972 in München alle Freistilstrecken gewann. In jüngster Zeit hat sich Carlile vor allem als engagierter Kämpfer gegen das Doping im Schwimmsport bemerkbar gemacht [Bildbericht auf Englisch]. Line element 3.9.2003 Allen Richardson gestorben. In Hawaii ist am Montag der frühere Teamarzt des University-of-Hawaii-Sportteams 56-jährig gestorben. Er war ab 1980 auch als Vorsitzender des FINA-Dopinggremiums international bekannt geworden. Richardson hinterlässt seine Frau Pokey Watson Richardson, die in 1964 Rom und 1968 Mexico-City im Schwimmen in Weltrekordzeit in der 4x100-m-Freistilstaffel Gold gewann, sowie 2 Töchter und einen Sohn. Line element 12.8.2003 US-Schwimmer verwarnt. Nach einem positiven Dopingtest auf Pseudoephedrin wurde Stephen Rehrmann von der US-Antidopingagnetur verwarnt. Rehrmann wurde am Janet-Evans-Meeting vom 13. Juli getestet. Das auf der Dopingliste stehende Pseudoephedrin ist in vielen Medikamenten gegen Husten und Allergien enthalten. Line element 6.8.2003 Bodybuilder als Insulin-Junkies. (Pressetext) Mediziner warnen Bodybuilder davor, zum Aufbau der Muskelpakete Insulin zu spritzen. Die Zahl der Missbrauchsfälle durch Insulin ist nach Angaben der Forscher der Hull Royal Infirmary weiter im Steigen, berichtet das British Journal of Sports Medicine http://bjsm.bmjjournals.com . Die Folgen für Nicht-Diabetiker können aber fatal sein, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk . Insulin als Dopingpräparat für Bodybuilder kann zu irreversiblen Körperschäden bis hin zu komatösen Zuständen und zum Tod führen, warnen Ärzte. Darüber hinaus kann auch passieren, dass die Einnahme von Insulin zur Entwicklung einer Diabetes führen, da der Mechanismus zur Produktion von Insulin dadurch ausgesetzt wird berichtet Studien-Autor Richard Lynch von der Pontefract General Infirmary in Yorkshire. Der Mediziner hat selbst einen bewusstlosen Bodybuilder nach einer Insulinspritze behandelt. "Die Symptome sind ähnlich einer Hypoglykämie, einer gefährlichen Unterzuckerung", so der Mediziner. Normalerweise nehmen die Bodybuilder Insulin mit einer Kombination aus extrem zuckerreicher Nahrung zu sich. Dann bleibt der Blutzuckerspiegel lange hoch. Insulin induziert eine Stimulation anaboler Stoffwechselwege wie die Glykogensynthese, die Lipidsynthese und die Proteinsynthese. Ob Insulin auch leistungssteigernd wirkt, ist umstritten. Klaus Müller, Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sport-Biochemie in Kreischa, bezweifelt das. Trotzdem, so ist auch Müller überzeugt, wird Insulin zu diesem Zwecke missbraucht. Daher habe man die Substanz vor drei Jahren auf die Liste der verbotenen Doping-Präparate gesetzt. Doch Insulin ist leicht verfügbar. Damit sind auch Hausärzte in Gefahr, von geschickten Dealern oder Dopingkonsumenten hinters Licht geführt zu werden. Athleten könnten aufgrund der Verfügbarkeit schneller in Versuchung kommen, die Substanz zu missbrauchen. Auf Insulin wird im Hochleistungssport nicht getestet. "Dabei wäre ein Nachweis leicht zu führen", meint der Münchner Endokrinologe Christian Strasburger, ein Experte auf dem Gebiet. Nicht nur in Grossbritannien auch in Deutschland sind zahlreiche Fälle des Insulinmissbrauchs schon bekannt geworden. In der Zwischenzeit ist auch bekannt geworden, dass auch Ausdauersportler Insulin spritzen, um ihre Leistung zu steigern. Durch die Kombination von Insulin und Glykogen liessen sich die Energiereserven der Muskeln vor dem Wettkampf erhöhen. Mediziner bezweifeln, dass es dabei zu einer Leistungssteigerung kommt. Fest steht allerdings, dass das Insulin für Nicht-Diabetiker sehr gefährlich ist. Line element 2.8.2003 Weissrussische Schwimmerin positiv auf Norandrosteron getestet. Die Weissrussin Alexandra Gerasimenya (17) wird deswegen für 4 Jahre gesperrt. Falls die neuen FINA-Regeln im September 2003 zur Anwendung kommen, wird die Strafe möglicherweise auf 2 Jahre beschränkt. Gerasimenya ist 3-fache Junioreneuropameisterin und gewann an den Europameisterschaften 2002 in Berlin 2-Mal Bronze. Alle resultate seit dem 25.9.2002 werden aberkannt. Line element 28.7.2003 550 Dopingtests an der WM durchgeführt. Nach Mitteilung der FINA wurden an den Weltmeisterschaften in Barcelona in allen vier Sportarten rund 550 Dopingtests durchgeführt: - rund 310 konventionelle Urintests
- rund 100 kombinierte Urin-/Bluttests
- rund 50 Urintests auf EPO
Die WADA hat ca. 3 Tage vor Beginn der Wettkämpfe rund 80 Tests durchgeführt. Resultate sind noch keine bekannt. Line element 20.7.2003 Kanadischer Wasserballer vom FINA-Dopingpanel verwarnt. Wegen Nachweis eines Cannabismetaboliten im Urin wurde der kanadische Wasserballer Andrey Shevtsov von der FINA verwarnt. Der Test wurde am 14.7. im Anschluss an das Spiel Kanada - Rumänien in Barcelona durchgeführt. Line element 19.7.2003 Matthias Kamber Mitglied der WADA-Arbeitsgruppe "Ethik und Erziehung". (Swiss Olympic) Erneut ist die Arbeit der Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) von Swiss Olympic international honoriert worden. Nachdem bereits im April Oliver Hintz, Geschäftsführer FDB, in die Exekutive des neu gegründeten Netzwerks der Anti-Doping-Agenturen berufen wurde, hat nun der Exekutivrat der WADA den Schweizer Matthias Kamber in die neu bestellte Arbeitsgruppe "Ethik und Erziehung" gewählt. Die Arbeitsgruppe soll der zu stark Kontroll- und Sanktionen-lastigen Arbeit der WADA entgegenwirken. Sie wird vor allem in den Bereichen der Entwicklung von Modellen zur Prävention sowie deren Evaluation tätig sein. Die Wahl von Matthias Kamber zeigt, dass die Anstrengungen der Schweiz im Gebiet der Doping-Information und -Erziehung auch weltweit Anerkennung finden. Line element 18.7.2003 Ian Thorpe kritisiert Doping-Politik. In zwei Tagen beginnen die Schwimmwettkämpfe bei den Weltmeisterschaften in Barcelona und Schwimmstar Ian Thorpe setzt sich erneut für schärfere Dopingkontrollen ein. "Ich glaube nicht, dass es jemals saubere Meisterschaften geben wird, und es ist höchst bedauerlich, so etwas sagen zu müssen", sagte der Mehrfach-Weltrekordler einem australischen Fernsehsender. Vor allem der Weltverband Fina gerät mit seiner Doping-Politik in Kritik. Anstatt die Regeln zu verschärfen, wurde die Strafe für Doping-Ersttäter auf zwei Jahre reduziert. Bisher wurden positiv getestete Schwimmer für vier Jahre gesperrt. Line element 12.7.2003 Irak mit drei Schwimmern an der WM. Der irakische Schwimmverband hat drei Schwimmer angemeldet, die allerdings noch nicht in Spanien angekommen sind. Die Teilnahme an der Schwimm-WM wäre der erste Auftritt an einem internationalen Sportanlass seit Beginn des UNO-Embargos gegen den Irak vor 13 Jahren. Line element 11.7.2003 FINA reduziert Höchststrafe für Dopingvergehen. Der Schwimm-Weltverband FINA hat bei seinem Kongress in Barcelona die Höchststrafe für Doping-Erstvergehen auf zwei Jahre festgelegt. Bislang war eine Höchststrafe von vier Jahren möglich. Mit seiner einstimmigen Entscheidung folgte der Kongress den Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Line element 26.6.2003 US-Schwimmer Kicker Vencill des Dopings überführt. Kicker Vencill ist wegen Dopings von der nationalen Anti-Doping-Agentur (Usada) für vier Jahre gesperrt worden. Das bestätigte die Agentur am Dienstag. Vencill, Mitglied der US-Mannschaft bei den Panamerikanischen Spielen, wurde das Anabolikum Norandrosteron nachgewiesen. Trainer David Salo sagte, sein Schützling könne sich den positiven Test nicht erklären. Der Freistilsprinter führt das Ergebnis auf verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel zurück und will Einspruch gegen die Sperre einlegen. Line element 19.6.2003 US-Schwimmerin gedopt - aber nur verwarnt. Wie die US Doping Agentur am Dienstag mitteilte, ist Kristen Lewis (21) während den US Grand Series positiv auf Pseudoephedrin getestet worden. Sie erhält aber nur eine Verwarnung und wird nachträglich an den Grand-Prix-Wettkämpfen disqaulifiziert. Lewis konnte glaubwürdig darstellen, dass sie glaubte, es handle sich nicht um einen Hustensirup mit verbotenen Substanzen. Pseudoephedrin ist in vielen Hustensäften enthalten. Line element 18.6.2003 James Malcolm Cameron gestorben. "Taffy" Cameron, der Architekt des FINA Dopingkontrollsystems, ist am 15. Juni 73-jährig in seinem Heim in Kent, U.K., gestorben. Cameron hatte im Laufe seiner Karriere verschiedene Positionen in der britischen ASA, der LEN ud der FINA inne. Ursprünglich Arzt in Schottland wurde er später Professor für Pathologie am London Hospital. Sein sportliches Herz schlug zuerst für Rugby dann aber für den Schwimmsport. Cameron wurde dieses Jahr in die ISHOF aufgenommen. Line element 12.6.2003 WADA droht Kollaps. Die Welt Anti-Doping Agentur WADA leidet unter der schlechten Zahlungsmoral. Erst 25 Prozent des Budgets für 2003 sind gedeckt. Viele Staaten haben ihre Beiträge noch nicht eingezahlt. Line element 29.5.2003 Wissenschaftliche Studie bringt Chlor und Asthma in Zusammenhang. Belgische Wissenschaftler publizierten in der britischen Zeitschrift 'Occupational and Environmental Medicine' eine Studie, wonach Chlor im Badewasser bei Kindern Asthma erzeuge. Das Chlor solle bei Kindern, die häufig in öffentlichen Badeanlagen schwimmen, die Lungen beeinträchtigen. Wenn Chlor und Stickstofftrichlorid (s. Schluss der Meldung) vom Wasser in die Luft übertreten würde, bilde sich eine schädigende Atmosphäre knapp über der Wasseroberfläche, welche die Lungenepithelzellen angreife. Dadurch könnten andere Reizstoffe, wie Pollen, Russ und andere Partikel leichter Asthmaattacken provozieren. Die belgischen Forscher halten fest, dass ihr Befund eine mögliche Erklärung für den deutlichen Anstieg von Asthma bei Kindern in den vergangenen 20 Jahren bedeute. Über 40% der Eliteschwimmer seien als Asthmatiker registriert. Den belgischen Forschern gelang es nachzuweisen, dass bei Kindern, die sich häufig in Hallenbädern aufhalten, tatsächlich das Lungenepithel geschädigt ist, was es den allergenen Stoffen erleichtere, in das Gewebe einzudringen. Sie konnten auch nachweisen, dass die Lüftung sowie die Grösse der Hallen ein Rolle spielt. Abschliessend stellen die belgischen Wissenschaftler fest, dass die Badewasserrichtlinien einseitig auf die Hygiene und weniger auf die Luftqualität ausgerichtet seien. Kritiker der Studie meinen, dass das Chlor und die Chlorverbindungen nicht ursächlich Asthma erzeugen, sondern nur einen nebensächlichen Beitrag leisten. Die Hauptursachen von Asthma seien Übergewicht, (Passiv-)Rauchen, Luftverschmutzung, Autoabgase und Staubmilben zu Hause. Der hohe Anteil an Asthmatikern bei Schwimmern könne durchaus andere Ursachen haben: Viele Kinder würden gerade wegen des Asthmas zum Schwimmen geschickt. Ein anderer Teil möchte sich die leistungssteigernde Wirkung der Asthmamittel zunutze machen (Doping). Kommentar Redaktion: Die aus hygienischen Gründen gebotene Verwendung von Chlor führt durch Reaktion der organischen Belastungstoffe im Badewasser mit dem freien Depot-Chlor zur Bildung von Desinfektionsnebenprodukten. Diese umfassen Organohalogenverbindungen, insbesondere die gesundheitsschädlichen Trihalogenmethane, sowie Chlorstickstoff-Verbindungen wie Chlorharnstoff, Chloramine (typ. Hallenbadgeruch), Stickstofftrichlorid etc., die als "gebundenes Chlor" erfasst werden. Der Stickstoff stammt aus dem Abbau organischer Verbindungen, v. a. Harnstoff. Molekulares Chlor sowie die Chlorverbindungen kommen bei richtiger Dosierung des Chlors und richtigem pH-Bereich nur in sehr geringer Konzentration im Badewasser vor, der grösste Teil reagiert mit Wasser zur unterchlorigen Säure. Unterchlorige Säure wirkt eigentlich desinfizierend. Bei Verwendung von Ozon/Aktivkohle-Aufbereitungsschritten kann dieses Problem in Grenzen gehalten werden. Auch Chlordioxid führt z. B. zu keiner Chloramin-, Haloform- und Chloritbildung. Wegen der gefährlichen Handhabung von Chlor wird in vielen Bädern Chlor oder Chlordioxid bei der Anwendung synthetisiert (Salzsäure-Natriumhypochlorit-Verfahren). Line element 21.5.2003 Brasilianerin testet positiv auf Anabolika. (FG/AFP) Die brasilianische Delfinschwimmerin Laura Azevedo (21) wurde vom brasilianischen olympischen Kommitee mit positiven Anabolikawerten erwischt. Azevedo ist Mitglied der brasilianischen WM-Mannschaft. Falls die B-Probe auch positiv ausfällt, hat sie eine 4-jährige Sperre zu gewärtigen. Line element 20.5. FINA sperrt 3 SchwimmerInnen. Das Doping-Panel der FINA hat folgende SchwimmerInnen gesperrt: Den Wasserballer Reza Ojagh (Iran) für 4 Jahre ab Februar 2002 wegen positivem Test auf Nandrolon, den Schwimmer Mahmoud Jadaan (Syrien) für 4 Jahre ab April 2002 wegen positivem Test auf Metenolon, und die Schwimmerin Linda van Herk (Niederlande) für 2 Jahre ab Dezember 2002 wegen Verweigerung. Line element 14.5.2003 Die Schweiz will den Welt-Anti-Doping-Code unterstützen. (baspo) Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Mittwoch die Unterzeichnung der "Deklaration von Kopenhagen" der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gutgeheissen. Die Deklaration gilt als Absichtserklärung, gemeinsam mit den Sportorganisationen die Bestimmungen des neuen Weltcodes gegen Doping umzusetzen. Sie wurde bisher weltweit von 50 Regierungen unterzeichnet. Line element 9.5.2003 Karen König klagt gegen deutsches NOK. (dpa) - Die frühere Berliner Schwimmerin Karen König hat die angekündigte Klage gegen das Nationale Olympische Komitee (NOK) wegen der in der DDR erlittenen Dopingschäden eingereicht. Damit wurde die vom Landgericht in Frankfurt/Main vorgegebene Frist bis 14. Mai eingehalten. "Alle durch Doping im DDR-Sport Geschädigten profitieren von der Zivilcourage der Frau König. Ich gehe davon aus, dass jetzt weitere Klagen anderer Sportler folgen werden", erklärte ihr Anwalt Jens Steinigen der dpa. Line element 6.5.2003 Weltklasseniveau ohne Doping. Im Projekt "Doping freier Spitzensport" stellen sich 20 ausgewählte Schweizer Ausdauersportlerinnen und -sportler in einer Studie über zwei Jahre zur Verfügung, um zu beweisen, dass Weltklasseleistungen auch ohne Doping möglich sind. Sie akzeptieren dabei regelmässige und detaillierte Untersuchungen inklusive Bluttests. Die Glaubwürdigkeit des Spitzensports hat unter zahlreichen, spektakulären Dopingfällen in den letzten Jahren deutlich gelitten. Dies betrifft wegen der Problematik um die Anwendung und den Nachweis von Erythropoietin (EPO) vor allem Ausdauersportarten. Bevölkerungsumfragen des Bundesamts für Sport Magglingen (BASPO) haben gezeigt, dass heute etwa 90% der Befragten Doping als grosses oder sehr grosses Problem im Spitzensport betrachten. Im Jahr 1998 waren 12% der Bevölkerung der Ansicht, Spitzensportlerinnen und Sportler seien keine Idole, im Jahr 2001 bereits 40%. Gleichzeitig will die Schweizer Bevölkerung Doping bekämpfen und überträgt die Hauptverantwortung dafür auf die Athletinnen und Athleten.
Das Projekt
Das BASPO will mit dem Projekt "Doping freier Spitzensport" Athletinnen und Athleten helfen, ihre Verantwortung in der Dopingbekämpfung wahrzunehmen. Das Projekt ist ein Forschungs- und Präventionsprojekt und wird vom Sportwissenschaftlichen Institut (SWI) des BASPO sowie vom Laboratoire suisse d'analyse du dopage in Lausanne (LAD) durchgeführt. Die Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic unterstützt es. Am Projekt nehmen 20 in ihren Sportarten international und national bekannte Athletinnen und Athleten aus 5 Ausdauersportarten teil. Die Teilnehmenden werden 4 Mal pro Jahr mittels Blut- und Urinanalysen untersucht und sind in ein engmaschiges Netz von überraschenden Dopingkontrollen eingebunden. Mit dieser langfristigen Studie bis ins Jahr 2004 soll gezeigt werden, dass es möglich ist, Weltklasseniveau auch ohne Doping zu erreichen.
Urin- und Blutentnahmen
Mit den vierteljährlichen Blut- und Urinuntersuchungen wird den Teilnehmenden ein medizinischer Gesundheitstest geboten. Ziel ist, natürliche Schwankungen wichtiger Parametern (z.B. Hämatokrit, Hämoglobin oder Retikulozyten) zu bestimmen, um damit Hinweise auf mögliche Leistungsmanipulationen zum Beispiel mit EPO zu erhalten. Es sollen aber auch mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt werden. Falls bei diesen Blut- und Urinproben abnorme Laborwerte auf den Gebrauch verbotener Substanzen schliessen lassen, führt dies zum Ausschluss aus der Studie.
Alle Beteiligten zeigen durch ihre Projektteilnahme ihr Engagement für einen dopingfreien Spitzensport und nehmen ihre Verantwortung als Vorbilder gegenüber dem Nachwuchs und dem Sport wahr.
Kontakt: simone.bader@baspo.admin.ch Line element 5.5.2003 Nationale Anti-Doping-Organisationen vereinigen sich. (baspo) Im französischen Strasbourg haben diese Woche die Anti-Doping-Agenturen von 23 Nationen die Association of National Anti-Doping Organisations (ANADO) gegründet. Swiss Olympic ist durch die Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) in der Vereinigung vertreten. Die Bildung dieses weltumspannenden Netzwerks wird von der World-Anti-Doping Agency (WADA) begrüsst. Zweck der Organisation ist die Unterstützung und der Aufbau nationaler Anti-Doping-Programme, der Know-how-Transfer zwischen den nationalen Anti-Doping-Organisationen, die Intensivierung der internationalen Kommunikation sowie die Entwicklung von Qualitätsstandards und professionellen Methoden der Dopingbekämpfung. Zudem soll die ANADO allen Anti-Doping-Professionals als Informationsplattform dienen. Im siebenköpfigen Exekutivkomitee hat für die Schweiz der Geschäftsführer der Fachkommission für Dopingbekämpfung Swiss Olympic, Oliver Hintz, Einsitz. Präsidiert wird die Organisation vom Kanadier Paul Melia. Das Führungsgremium der ANADO wird zur Festlegung von Strategie und Vorgehensweisen im Sommer erstmals tagen. Das Sekretariat von ANADO wurde zunächst in Norwegen angesiedelt. Dessen Standort wechselt im Zwei-Jahres-Turnus. Line element 23.4.2003 WADA untersucht mögliche italienische Dopingfälle. (FG/swiminfo) Die Weltantidopingagentur unter der Leitung von Richard Pound untersucht, ob italienische Spitzensportler, darunter der Schwimmer Massimiliano Rosolino, im Vorfeld der olympischen Spiele 2000 mit menschlichem Wachstumshormon HGH "experimentiert" hatten. Es besteht ein nachhaltiger Verdacht, dass das italienische Olympiatrainingszentrum im Vorfeld der Spiele (Juni 2000) bei 61 Mitgliedern des Olympiateams abnormal hohe HGH-Blutwerte festgestellt hatte. Es gibt weder Richtwerte für die Blutkonzentration noch die Möglichkeit zwischen Eigenproduktion des Körpers und gedoptem HGH zu unterscheiden. Die WADA hat nun einen Offiziellen mit dem Auftrag nach Italien delegiert, den während den Spielen vom Corriere della Sera publizierten Skandal zu untersuchen. Pound sagte an der gestrigen Pressekonferenz der WADA, dass es offensichtlich ein Forschungsprogramm mit HGH in Italien gegeben habe. Die Frage sei, ob einige der Athleten und Athletinnen an dieser Studie teilgenommen hatten. Ein Teil der Geschichte hätte bereits aufgeklärt werden können, aber nicht alles, teilte Pound mit. Insbesondere hätte die WADA noch keinen Zugang zu den von der Staatsanwaltschaft sichergestellten Dokumenten erhalten. Der Präsident des italienischen olympischen Komitees CONI, Gianni Petrucci, beharrt darauf, dass "kein italienischer Goldmedaillengewinner" schuldig sei, und dass die Resultate der Forschungsstudie nicht hätten publiziert werden sollen. Line element 16.4.2003 Chinas SchwimmerInnen 2002 sauber. Der chinesische Schwimmverband teilte mit, dass sämtliche 745 Dopingtests negativ ausgefallen seien. 639 SchwimmerInnen seien durch den chinesischen Verband und der Rest von der FINA getestet worden. Line element 19.3.2003 Nahrungsmittelsupplemente. Das Bundesamt für Sport baut einen Leitfaden über Nahrungsmittelsupplemente auf (auf dieser Seite Links oben links beachten). Line element 13.3.2003 2. Weltkonferenz Doping im Sport (mitgeteilt von Matthias Kamber, baspo) Die Zeitungsmeldungen zu Doping der letzten Woche wurden dominiert von dieser Konferenz. Als Mitglied der Schweizer Delegation gebe ich einen kurzen Kommentar dazu. Die zweite Weltkonferenz zu Doping im Sport fand vom 2. bis 5. März in Kopenhagen statt. Das Hauptziel war, einen universellen Code gegen Doping anzunehmen. Ausgearbeitet wurde der Code von der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) innert 1 1/2 Jahren. Der vorliegende Code war die Version 3.0, im Verlauf der Erarbeitung hat sie Schweiz stets ihre Vorschläge eingereicht. Trotz Diskussionen über Punkte wie Dopingdefinition, Mindeststrafe, Einbindung der Profi-Ligen oder Kontroll- und Sanktionslastigkeit des Codes, wurde dieser einstimmig angenommen. Leider wurden auch die Vorschläge der Schweiz, Standards für die Erziehung und Evaluation zu entwickeln, nicht berücksichtigt. In Kopenhagen habe ich einen eigentlichen Paradigmawechsel gespürt. Ich war positiv überrascht vom Willen der fast 1000 Delegierten, Doping gemeinsam und mit einheitlichen Regeln zu bekämpfen. Für die Schweiz hat dies folgende Konsequenzen: In einem ersten Schritt wird in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Bund und Swiss Olympic der Code analysiert und allfällige Massnahmen auf die Gesetzgebung und das Dopingstatut aufgezeigt. Diese Massnahmen müssen anschliessend von Swiss Olympic bis zu den Olympischen Sommerspielen 2004, vom Bund bis zum 1.1.2006 umgesetzt werden. Line element 5.3.2003 Deutschem NOK droht Klageflut: Ex-Schwimmerin erhält Prozesskostenhilfe. (dpa) - Auf das deutsche Nationale Olympische Komitee rollt möglicherweise eine Flut von Klagen ehemaliger DDR-Sportler zu. Am Dienstag gab das Oberlandesgericht Frankfurt/Main einem Antrag der Ex-Schwimmerin Karen König auf Prozesskostenhilfe statt. In der Begründung hiess es, dass "das NOK für Deutschland verpflichtet sei, der Antragstellerin jeden durch Einnahme von Dopingmitteln entstandenen materiellen und immateriellen Schaden zu ersetzen". König will nun das NOK für ihre zu DDR-Zeiten erlittenen Schädigungen in die Pflicht nehmen. Line element Endgültige Fassung des Anti-Doping Codes veröffentlicht. (baspo) Die Welt Anti-Doping Agentur WADA hat am 20.2.2003 die endgültige Version des Anti-Doping Codes veröffentlicht. Diese Fassung soll an der von 3. bis 5. März in Kopenhagen stattfindenden Konferenz von internationalen Sportverbänden und Staaten verabschiedet werden. Mit dem Code sollen weltweit die Regeln standardisiert und harmonisiert werden. Diese nun vorliegende dritte und letzte Fasssung kann auf der Website der WADA eingesehen werden. Line element 20.2.2003 Cypriotin wegen Doping gesperrt. Das Dopingpanel der FINA hat die Cypriotin Anna Stylianou mit Wirkung ab 2.7.2002 für 4 Jahre gesperrt. Am 16.6.2002 wurde 19-Norandrosteron, ein Nandrolonmetabolit, in ihrem Urin gefunden. Alle ein halbes Jahr vor dem Dopingtest geschwommenen Resultate sind ungültig. Frau Stylianou kann innerhalb eines Monats beim Internationalen Sportsgerichtshof in Lausanne Berufung einlegen. Line element 18.2.2003 Intensivierung des Kampfs gegen Doping. (baspo) Der Bundesrat hat letzte Woche die Unterzeichnung des Zusatzprotokolles zur Konvention des Europarates gegen Doping gutgeheissen und das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, eine entsprechende Botschaft zu Handen der Eidgenössischen Räte auszuarbeiten. Durch das Zusatzprotokoll werden die Voraussetzungen für eine Intensivierung des Kampfes gegen Doping auf europäischer Ebene geschaffen. Die Konvention des Europarats gegen Doping ist in der Schweiz am 1. Januar 1993 in Kraft getreten. Auf Grund der dramatischen Entwicklung der Dopingproblematik will der Europarat mit einem Zusatzprotokoll der Anwendung dieser Konvention mehr Nachdruck verschaffen. Im Zentrum steht dabei die Vereinfachung und Harmonisierung der Zusammenarbeit zwischen den Unterzeichnerstaaten, beispielsweise im Bereich grenzüberschreitender Kontrollen, sowie die gegenseitige Anerkennung der Resultate von Dopingkontrollen. Die Schweiz gehört zu den führenden Staaten im Bereich der Dopingbekämpfung und -prävention. Der Grossteil der im Zusatzprotokoll definierten Massnahmen wird in unserem Land bereits heute umgesetzt. Ebenfalls beabsichtigt die Welt-Antidoping-Agentur WADA, ihren europäischen Sitz in Lausanne einzurichten. Die Unterzeichnung des Zusatzprotokolles durch die Schweiz erfolgt am 27. Und 28. Februar 2003 in Strassburg. Das Zusatzprotokoll wird zu einem späteren Zeitpunkt dem Parlament zur Beratung vorgelegt. Line element 5.2.2003 Poll klagt in der Schweiz vor ordentlichem Gericht. (sid) Claudia Poll wehrt sich gegen die vom internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne endgültig bestätigte vierjährige Dopingsperre. Die 29 Jahre alte Olympiasiegerin aus Costa Rica will vor einem ordentlichen Gericht in der Schweiz gegen ihre Zwangs-Auszeit klagen. "Das normale Prozedere ist ausgeschöpft. Jetzt gehen wir in der Schweiz vor Gericht", erklärte Poll-Trainer Francisco Rivas am Mittwoch. Die Schwimmerin, die 1996 in Atlanta über 200m Freistil der Berlinerin Franziska van Almsick Gold vor der Nase weggeschnappt hatte, war am 25. Februar 2002 im Training positiv getestet worden. In Polls Urin fand sich Norandrosteron, ein Abbauprodukt der unerlaubten Muskelaufbausubstanz Nandrolon. Die Sperre läuft seit dem 26. März. Sollten auch die Schweizer Richter die Beschwerde abweisen, dürfte das das Ende Polls Karriere bedeuten, die im Verlauf ihrer Laufbahn immer wieder Doping-Verdächtigungen ausgesetzt war. Line element 4.2.2003 Claudia Poll bleibt gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die Berufung der Schwimm-Olympiasiegerin Claudia Poll gegen ihre vierjährige Doping-Sperre abgewiesen. Dies teilte der CAS in Lausanne mit. "Claudia Poll konnte nicht überzeugend darstellen, dass ihre Doping-Probe in Kontrolllabor nicht korrekt untersucht wurde", hiess es in der Erklärung. Die 30 Jahre alte Athletin aus Costa Rica war im Februar 2002 in einer Trainingskontrolle positiv auf die anabole Substanz Norandrosteron getestet worden. Poll hatte 1996 in Atlanta die Goldmedaille über 200 m Freistil vor Franziska van Almsick (Berlin) gewonnen. Ob Poll in Zukunft nochmal ins Wettkampfgeschehen eingreifen wird ist mehr als ungewiss. Denn bis zum Jahr 2006 muss Poll ihre Doping-Sperre noch absitzen. Line element 30.1.2003 US-Schwimmerin für 4 Jahre gesperrt. Die US-Schwimmerin Sarah Baham verweigerte im Oktober 2002 eine Trainingskontrolle der amerikanischen Dopingkontrollbehörde in Tempe, Arizona. Baham wurde nun für 4 Jahre gesperrt. Sie begründete die Verweigerung damit, dass sie zum Zeitpunkt des Tests bereits vom Wettkampfsport zurückgetreten sei. Die US Anti-Doping Agency hat von ihrem Rücktritt allerdings nichts gewusst. Line element 9.1.2003 Susie O'Neill: Proteinsupplemente können schaden und nützen nichts. Australiens Ex-Schwimmstar Susie O'Neill und die Spitzenläuferin Cathy Freeman warnten im Rahmen des Australian Youth Olympic Festivals alle, die Proteinergänzungsnahrung in Form von Riegeln oder Pulvern zu sich nehmen. "Diese Produkte können Dopingstubstanzen enthalten, man muss sogar davon ausgehen, dass alle Nahrungsergänzungsmittel verseucht sein können." O'Neill ist Mitglied der World Anti-Doping Agency, WADA. O'Neill fügte bei, dass der Nutzen von sämtlichen Nahrungsergänzungsmitteln sowieso nicht erwiesen ist, man könne sich das Geld sparen. Line element 12.12.2002 Pressemitteilungen der FINA: Line element 6.6.2002 WADA lanciert Anti-Dopingspiel. Die World Anti-Doping Agency (WADA) lanciert ein Spiel mit Lerneffekt für Athleten, Trainer und andere im Sport beteiligte Personen. Das auf französisch und englisch zur Verfügung gestellte interaktive Spiel heisst "The True Game", erhältlich bei www.truegame.org. Line element 25.11.2002 "Advanced Technologies in Doping". Am 22.11.02 hat die Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic im Haus des Sportes in Bern einen internationalen Workshop zur Beurteilung der Entwicklung neuer medizinischer Technologien mit möglichem Einsatz zu Dopingzwecken durchgeführt. Dazu eingeladen waren Wissenschafter aus den Gebieten der Endokrinologie (Lehre von den Hormonen) und des Einsatzes der Gentechnologie am Menschen sowie nationale und internationale Experten der Dopingbekämpfung. Ziel der Konferenz war es, das Potential dieser neuen Technologien zur Leistungsmanipulation abzuschätzen, mögliche Kurz- und Langzeitschäden beim Menschen zu erörtern, Nachweisstrategien zu entwickeln und Forschungsdefizite aufzudecken. Folgende Punkte wurden dabei festgestellt:
  • Die klinische Anwendungen der gentechnologischen Methoden sind noch nicht ausgereift. Eine missbräuchliche Anwendung dieser Technologien ist aber nicht auszuschliessen. Als Konsequenz müssen bereits jetzt entsprechende Präventionsanstrengungen unternommen werden.
  • Die Entwicklung auf diesem Gebiet erfolgt aber derart schnell, dass eine intensive und kontinuierliche Beobachtung notwendig ist. Dies würde sinnvollerweise in einer internationalen Kooperation erfolgen.
Auskünfte erteilt am 25.11.02 zwischen 16.00 - 20.00 Uhr unter Tel. 079 279 76 16: Prof. Dr. med. Hans Hoppeler, Präsident der Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB) von Swiss Olympic, hoppeler@ana.unibe.ch Line element 21.11.2002 Rosolino in Melbourne: Vom "Lieblings-Doping" abgeschnitten! (FG/SMH) Der Wechsel von Neapel nach Melbourne brachte für Massimiliano Rosolino eine Reihe von Umstellungen. Am Schlimmsten für ihn sei, dass er nun von der Zufuhr seines liebsten und legalen Dopingmittels, Spaghetti con pomodoro e parmigiano, abgeschnitten sei! In Neapel, wo Rosolino während 15 Jahren im Circolo Canottieri Napoli Club trainierte, stellte der Spaghetti-Nachschub kein Problem dar. In Melbourne, bei seinem neuen Mentor Ian Pope, ist vieles neu. Oder vielleicht doch nicht? Mit seinen Eltern und seiner Schwester lebte der 3-jährige für 3 Jahre in Australien, bevor sie wieder nach Italien zurückkehrten. Massis 91-jährige Grossmutter lebt immer noch in Melbourne. Totz Spaghettimangel ist Rosolino nach 3 Wochen Australienaufenthalt zuversichtlich: "Schwierig war der Entscheid. Jetzt wo ich hier bin gefällt es mir sehr gut. Ich kann nur noch ans Schwimmen denken, keine Ablenkung." Zum Grund für den Wechsel sagt Rosolino: "Der Grund ist der Trainer. Ian Pope ist sehr technikorientiert und kann mir beim Start, den Wenden und der Schwimmtechnik helfen. Das soll nicht heissen, dass ich sehr viel schneller werde, aber versuchen kann man es. Alles kann nützen. Ich glaube auch nicht an die Risiken 2 Jahre vor Athen. Ich kann immer wieder zurückkehren, aber ich gehe davon aus, dass ich profitiere." Über die Dopinganschuldigungen regt er sich (trotz einer laufenden Verleumdungsklage gegen die Zeitung La Repubblica) nicht mehr auf: "Alles was ich tun kann ist lächeln und im Leben vorwärts schauen." Line element 7.11.2002 Schering-Angebot "regelrechter Witz". (FAZ) Der in die früheren DDR-Dopingvergehen involvierte Schering-Konzern hat 25'000 Euro in den Dopingopferhilfefonds überwiesen. Von den Direktbeteiligten wird dieses Engagement verhöhnt und als Witz bezeichnet. Der Thüringer Landesbeauftragte Jürgen Haschke hatte eine Zahlung von mindestens einer Million Euro gefordert. Line element 4.11.2002 Klaus Steinbach Präsident des Deutschen Olympischen Komitees. Klaus Steinbach ist zum Nachfolger von Walther Tröger gewählt worden. In den 70er Jahren gehörte Klaus Steinbach zu den schnellsten Schwimmern der Welt. In den 80ern folgten die Promotion, die Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und die ersten Ehrenämter im Sport. Im vorigen Jahrzehnt war er Chefarzt, ärztlicher Klinik-Direktor im saarländischen Weiskirchen und Präsidiumsmitglied im NOK, im Jahr 2000 Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams in Sydney. Diese Karriere eines hervorragenden Sportlers, der auch im Beruf Besonderes erreicht hat, wurde am Sonntag mit der Wahl zum fünften Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gekrönt. "Es stimmt, die grosse Erfahrung von Walther Tröger kann ich nicht bieten, seine hohe Sachkenntnis steht ausser Zweifel und auch seine vielen Verdienste", sagt der 48-Jährige über den 25 Jahre älteren Titelverteidiger. "Ich möchte meine Qualitäten einbringen, die Erfahrung eines Athleten und die Nähe zu den Sportlern, die ärztlichen Kenntnisse über die sportliche Hochleistung und die Gefahren des Dopings, sicher auch Organisationstalent und Teamfähigkeit." Als Ermunterung hat Klaus Steinbach das öffentliche Zeugnis von IOC-Präsident Jacques Rogge empfunden: "Er hat sportlich und beruflich das gleiche Profil wie ich, er wäre ebenfalls ein exzellenter NOK-Präsident. "Seit meinem 15. Lebensjahr bin ich mit dem olympischen Bazillus infiziert", sagt Steinbach. Die Kandidatur "für das Amt, nicht gegen Walther Tröger", ist für den ehemaligen Weltklasseschwimmer eine Konsequenz aus Erfahrungen, Ehrgeiz, und der Erkenntnis, dass es im deutschen Sport so nicht weiter gehen kann: "Vieles ist erstarrt. Es gibt zu wenig Aktivitäten und zu wenig Dynamik." Line element 27.10.2002 Rogge: Keine Sportart ist dopingfrei. (dpa) Den Kampf gegen das Doping hat sich IOC Präsident Jacques Rogge auf die Fahnen geschrieben. In einem Interview mir der Tageszeitung "Die Welt" macht der Belgier klar: "Ich bin völlig entschlossen im Kampf gegen Doping, ich werde keine Ausnahme tolerieren. Wir ziehen das zur Not bis ins Extrem durch." Für seine entschlossene Haltung hat Rogge einen Grund. Der IOC Präsident ist überzeugt: "Es gibt keinen Sport, der von sich behaupten kann, er sei dopingfrei." Lebenslange Sperren für überführte Sportler hält Rogge jedoch für falsch. Line element 24.10.2002 Neuer Anti-Doping Code der WADA. (baspo) Die Welt Anti-Doping Agentur WADA hat eine überarbeite Version des neu zu schaffenden Anti Doping Codes veröffentlicht.. Die erste Version war im Juli an alle Regierungen, nationale Sportorganisationen und internationale Verbände zur Stellungnahme unterbreitet worden. Es gingen 120 Stellungnahmen zum neuen Code ein. Auch zu dieser überarbeiteten Version kann wieder Stellung genommen werden [World Anti-Doping Code Main Page]. Line element 23.10.2002 Der ehemalige DDR Sportchef Manfred Ewald ist tot. (dpa) Nach Meldungen des "Inforadio Berlin" erlag der Präsident des Deutschen Turn-und Sportbundes (DTSB) der DDR (1961 bis 1968) am Montag im Alter von 76 Jahren in Berlin einer Lungenentzündung. Neben seinem DTSB-Amt hatte Ewald 1973 zudem die Führungsspitze des Nationalen Olympischen Komitees der DDR übernommen und war Mitglied des Zentralkommitees der SED gewesen. Im September 2000 war Ewald vor dem Landgericht Berlin des Dopingmissbrauchs im DDR-Sport angeklagt und wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden [Berliner Dopingprozess]. Line element 23.10.2002 DDR-Dopingopfer werden entschädigt. (dpa, sid) Leberschäden, Skelettverformungen, Unfruchtbarkeit, Vermännlichung, Eierstockzysten, Fehlbildungen bei Kindern - das sind nur einige der Spätfolgen des systematischen Staatsdopings in der ehemaligen DDR. Jahrelang hatten sich Sportfunktionäre und Politiker nicht für die Belange der Opfer interessiert, doch mit der Verabschiedung des Dopingopfer-Hilfegesetzes im Juni 2002 wurde das Unrecht offiziell anerkannt. Der Fonds, der beim Bundesverwaltungsamt in Köln eingerichtet wird, ist derzeit mit zwei Millionen Euro aus Bundesmitteln ausgestattet. Das Gesetz sieht vor, dass Betroffene bis zum 31. März 2003 einen Antrag beim Bundesinnenministerium einreichen und dazu ein ärztliches Gutachten beibringen, das plausibel macht, dass ihre gesundheitlichen Schäden auf die Einnahme von Dopingmitteln zurückzuführen sind. Der Pharmabetrieb Jenapharm (Hersteller orale Anabolika) hat im Streit um eine Beteiligung am Doping-Opfer-Hilfefonds eingelenkt und eine Zahlung von 25.000 Euro angekündigt. Das meldet das Magazin Focus in seiner neuesten Ausgabe. Das Geld soll der Beratungsstelle des Doping-Opfer-Hilfevereins zukommen, die sich seit August 2002 in Berlin um die Geschädigten des DDR-Sports kümmert. Grösster Geldgeber ist bislang der Bund mit zwei Millionen Euro für die Dopingopfer. 20.000 Euro steuerte der Deutsche Sport-Bund (DSB) bei. Gebraucht werden nach Angaben des Vereins rund acht Millionen Euro, um den 500 schwer geschädigten ehemaligen Leistungssportlern ausreichend helfen zu können. Rund 300 Geschädigte haben sich bereits an die Beratungsstelle gewandt, darunter sollen sich 18 Kinder von Sportlern befinden, die behindert zur Welt kamen. Jenapharm gehört seit 2001 zum Schering-Konzern und soll in der DDR als Volkseigener Betrieb (VEB) Dopingmittel hergestellt haben. Line element 17.10.2002 Startet Rosolino in Athen 2004 für Australien? (FG/insweep) Der italienische Olympiasieger und Weltmeister zieht wie berichtet wurde Ende Oktober nach Melbourne. Bei Ian Pope will er seine schwächste Lage, das Rückenschwimmen, verbessern. Er werde Italien mindestens bis zu den Weltmeisterschaften in Barcelona vertreten, sagte Rosolino. Nach einer Aussage von Pope könnte Rosolino aber in Athen das australische Team verstärken: "ich würde sagen, dann müsste Rosolino für ein Jahr lang keine Wettkämpfe bestreiten. Wir könnten ihn in den Lagen sicher einsetzen, eine unserer schwächsten Disziplinen." Rosolino erwog die Möglichkeit für Australien zu starten bereits im Juni, als er von einem früheren Mafiamitglied des Dopinggebrauchs angeklagt wurde. Line element 14.10.2002 Nationalrat will kein extra Doping-Gesetz. (sda) Die seit den grossen Dopingskandalen im Sport ergriffenen Massnahmen zur Dopingbekämpfung sind nach Ansicht des Nationalrates ausreichend. Es brauche kein neues Gesetz zur Bekämpfung des Dopings. Mit einer Parlamentarischen Initiative hatte Christian Gobet (SP/GE) die Ausarbeitung eines solches Gesetzes vorgeschlagen. Die Auswüchse beim Doping nähmen ständig zu, führte er zur Begründung an. Es sei klar, dass die Verantwortlichen von Sportverbänden und -vereinen nicht selber die nötigen Massnahmen ergreifen würden. Line element 14.10.2002 Kronzeugenregelung gegen Doping : "Nicht praktikabel!" (dpa) In Deutschland wird die Frage diskutiert, ob eine Kronzeugenregelung analog der Strafverfolgung im Terrorismus ein geeignetes Mittel wäre. Die Idee: Strafminderung bei eigenen Vergehen im Tausch gegen Informationen aus dem Dopingsumpf. Die Spezialisten sind skeptisch und glauben nicht an einen Erfolg. Im Sport würde man sich kaum "verpfeiffen", viel eher steige man selber komplett aus, wenn man sich mit der aktuellen Situation nicht mehr identifizieren kann. Und dann sei das Interesse zur Mitarbeit ohnehin gering. Line element 5.10.2002 British Swimming führt Trainingskontrollen ein. (FG/ASA) Die Dopingkontrollen werden nicht nur für die Elite-, sondern auch für Juniorenelite- ab 16 Jahren und alle behinderten Schwimmer eingeführt, die vom "Lottery Fund" finanziell unterstützt werden. Bis jetzt führen in Grossbritannien erst 3 Sportarten Trainingskontrollen durch, (Leichathletik, Gewichtheben, schottischer Rugbyverband). Die Trainingskontrollen bedeuten, dass die betroffenen Schwimmer dem Verband ihre Aufenthaltsorte jeweils 3 Monate im voraus bekannt geben müssen. Jede Änderung muss dem Verband mindestens 5 Tage vorher mitgeteilt werden. [Pressemitteiling ASA]. Line element 1.10.2002 WADA und IOC veröffentlichen die neue Dopingliste für das Jahr 2003. (baspo) Die neue Liste der verbotenen Substanzen und Methoden wird per 1.1.2003 in Kraft treten. Bis dann bleibt die aktuelle Liste in Kraft. Mit der Veröffentlichung der Liste geben die beiden Organisationen den internationalen Verbänden und den nationalen Olympischen Komites die Möglichkeit, während einer dreimonatigen Frist eine Stellungnahme zu den Änderungen abzugeben. [IOC] [WADA] Line element 27.9.2002 Zwei griechische Schwimmer wegen Doping für 4 Jahre gesperrt. Die FINA sperrt Vasilios Demetis und Katarina Bliamou wegen eines positiven Anabolikatests (19-Norandrosteron) an den Mediterranean Games von Tunis 2001 (5./6.9.2001) für 4 Jahre. Die beiden Athleten können an den Court of Arbitration for Sport in Lausanne appellieren. Line element 17.9.2002 120 offizielle Stellungnahmen zum Anti-Doping Code. (baspo) In einer Pressemitteilung vom 12.9.2002 teilt die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) mit, dass mehr als 120 offizielle Stellungnahmen zum neuen Anti-Doping Code eingereicht wurden. Eine erste Version des Codes wurde im Juni dieses Jahres an alle Regierungen und Sportdachverbände gesendet. Die eingegangen Kommentare werden nun ausgewertet. Eine zweite Version des Codes soll Mitte Oktober vorliegen [Pressemitteilung]. Line element 5.9.2002 Die EPO-Trilogie: Nach EPO und Aranesp gelangt mit Dynepo ein neues Dopingmittel auf den "Markt". Line element 10.8.2002 EU-Kommission weist Beschwerde von Meca und Majcen gegen IOC ab. Die EU-Kommission hat eine Beschwerde der beiden wegen Dopings gesperrten Schwimmer gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) zurückgewiesen. Die Antidoping-Regeln des IOC und des Weltschwimmverbandes FINA, mit denen "die Lauterkeit des Sports gewährleistet werden soll", falle nicht unter die Wettbewerbsregeln der Union, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti in Brüssel. David Meca aus Spanien und der Slowene Igor Majcen waren 1999 in Brasilien beim Langstrecken-Weltcup positiv auf Nandrolon getestet worden. Beide wurden zunächst für vier Jahre gesperrt, die Strafe aber später auf zwei Jahre verkürzt. In ihrer Beschwerde in Brüssel stellten die Sportler die Regeln von IOC und FINA über die Definition des Dopings, die Schwellenwerte verbotener Substanzen im Körper sowie die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Einschränkung der Dienstleistungsfreiheit von Schwimmsportlern in Frage. Die EU-Kommission wies die Beschwerde ab, weil sie "es nicht als ihre Aufgabe ansieht, anstelle der sportlichen Instanzen darüber zu befinden, auf welche Weise Dopingvergehen am besten bekämpft werden können". Die Schwimmer haben nun zwei Monate Zeit, die Entscheidung der EU- Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg anzufechten. (dpa) Line element 7.8.2002 Dopingspekulationen und kein Ende. Die Briten bzw. die Australier könnens nicht lassen. Londoner Times: [Swimming must ask questions to keep water clean]. Der Weltrekord der Polin Otylia Jedrejczak und das Comeback von Franziska van Almsick seien Überraschungen, mit denen niemand gerechnet habe. Die Zeiten würden sich zwar ändern, aber im Schwimmsport, wenn sich schnell etwas ändere, dann müsse man sich gemäss Times-Artikel immer Fragen stellen... Beim Durchlesen des Times-Artikels wird man sich rasch bewusst, dass diese Verdächtigungen dem Times-Journalisten Martin Samuel aus australischen Schwimmkreisen eingeflüstert worden sind. Samuel stellt abschliessend glücklicherweise fest, dass solche unter die Gürtellinie zielenden Verdächtigungen dem Sport nur schaden. Bei aller Sympathie für den australischen Schwimmsport: Alles hat seine Grenzen. "Schnelle" Fortschritte sind eben immer möglich, wie jeder Schwimmer aus persönlicher Erfahrung weiss. Line element 29.7.2002 EM Berlin 2002: Alle Doping-Proben negativ. Alle bislang durchgeführten 31 Doping-Proben bei den Schwimm-Europameisterschaften in Berlin sind negativ. Das erklärten zu Beginn der Becken-Wettbewerbe Vertreter des europäischen Verbandes LEN. Unangemeldete Trainingstests wurden in der deutschen Hauptstadt unter anderem bei Weltrekordlerin Franziska van Almsick und den Olympiasiegern Jana Klotschkowa (Ukraine), Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden und Massimiliano Rosolino (Italien) durchgeführt. Die LEN prüft in Berlin einen Teil der Athleten mit Bluttests auf Leistungsmittelmissbrauch mit EPO (Erythropoietin). Für die rund 1000 Dollar teuren Kontrollen auf das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) stellt die LEN insgesamt mindestens 30.000 Dollar zur Verfügung. Die Kosten von rund 20.000 Dollar für die üblichen Dopingkontrollen (etwa 170 Dollar pro Einzeltest) sind im Etat des Organisations-Komitees enthalten. "Wir nehmen die Kontrollen nach den Regeln des Weltverbandes Fina vor. Es wird insgesamt rund 100 Dopingtests geben", versicherte LEN-Generalsekretär Sven Egil Folvik (Norwegen). Durch die Gesamtkosten von mehr als 50.000 Dollar soll sichergestellt sein, dass bei den Schwimmern rund 20 Prozent der teilnehmenden Athleten kontrolliert werden. Fünf Tests wurden bei den Langstreckenschwimmern genommen, die am Sonntag ihre Wettbewerbe beendeten. Es gab dabei kein Positiv-Ergebnis. (dpa) Line element 19.7.2002 FINA-Dopingkontroll-Prozedere im Anschluss an einen Weltrekord. Der Schwimm-Weltverband FINA macht die Anerkennung von Weltrekorden künftig auch von einer Doping-Kontrolle abhängig. Wie die FINA in Lausanne nach einer Entscheidung des Exekutivkomitees erklärte, werde die Doping-Kontrolle nur mit einem Urintest durchgeführt. Bei den Proben werde auf das synthetische Hormon Erythropoietin (rEPO) und Darbopoietin (dEPO) und verwandte Substanzen kontrolliert.

19.7.2002 Dopingexperte Prof. Dr. Wilhelm Schänzer will Kreatin auf die Liste der verbotenen Substanzen setzen lassen. "Für mich erfüllen die im Hochleistungssport gebräuchlichen Kreatin-Dosierungen eindeutig den Tatbestand des Dopings", erklärte der Leiter Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Außerdem machte Schänzer auf die zunehmende bewusste Verunreinigung von Nahrungsergängzungsmitteln aufmerksam. Der Dopingfahnder hat nach eigenen Angaben auf dem britischen Markt Produkte entdeckt, denen bewusst das anabole Steroid Metandienon beigemischt war (dpa) [Hintergrund: Bringt Kreatin im Schwimmen etwas?] Line element 17.7.2002 Thorpe kritisiert fehlende Bluttests an den Commonwealth Games. "Es ist enttäuschend, dass die inzwischen eingeführten Bluttests nicht bei allen Sportveranstaltungen eingesetzt werden, mir fehlt dafür jedes Verständnis", sagte Ian Thorpe vor den Commonwealth Games in Manchester. Der Schwimmer übte an dem englischen Organisationskomitee herbe Kritik, weil bei den Wettbewerben keine Bluttests durchgeführt werden. Thorpe kämpft seit Jahren engagiert gegen Doping. Zuletzt hatte auch der Weltverband Fina Bluttests zugestimmt, um wirksamer gegen den Missbrauch des Dopingmittels Erythropoietin (EPO) vorgehen zu können. Der 19-Jährige hatte sich als erster Athlet der Welt schon vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney freiwilligen Bluttests unterzogen. Thorpe wird in Manchester in sieben Wettbewerben an den Start gehen. (sid) Line element 16.7.2002 Nahrhaftes Doping unter Beschuss. Rund 15 Prozent der Sport-Nahrungsergänzungsmittel sind mit Anabolika kontaminiert. Das zeigt eine internationale Studie der Sporthochschule Köln. Line element 5.7.2002 Neuer Serumtest zum Nachweis von Wachstumshormonen. Line element 12.6.2002 Turetski ein harter Trainer - aber mit sich selber nicht hart genug. In einem Bericht des Sydney Morning Herald wird mit Gennadi Turetski hart ins Gericht gegangen. Von seinen Schwimmern verlange er eiserne Disziplin, aber mit sich selber habe er diesbezüglich Mühe. Seinen mit Steuergeldern bezahlten, privilegierten 80000 A$ Job (71000 Franken / 48000 €) beim AIS sei er jetzt ziemlich sicher los. Er werde zwar mit allen Mitteln kämpfen und mit den Anwälten, die ihn vor der Dopingverurteilung schützten, wieder alles versuchen einem Urteil zu entkommen. Touretski schiebe die Schuld auf die Bluthochdruck-Medikamente, die ihn in der dünnen Kabinenluft des Flugzeugs zu schaffen machten. Er leide an einer medizinischen Funktionsstörung mit Namen "Hypnogogia" (Ed.: Der Zustand der Halbwachheit oder des Tagträumens), die sich beim Gewecktwerden in Flüchten oder Kämpfen manifestiere. Die von den Flight-Attendants gefundene leere Whiskyflasche in seinem Handgepäck hat er im Dutyfree (leer? Ed.) gekauft - das sei viel die wahrscheinlichere Erklärung seiner "Disorientierung". Heute (12.6. Ed.) habe Tourestki im ASI immer noch Training gegeben, er sei vom AIS noch nicht freigestellt worden. Touretskis Leistungen als Schwimmtrainer, sowie seine intellektuellen Fähigkeiten werden im Zeitungsbericht voll respektiert - aber man frage sich, wiviel Australien jetzt noch davon profitiere. Gerade 2 Schwimmer werden von ihm betreut: der Brustschwimmer Ray Hass und die Rückenschwimmerin Clementine Stoney. [SMH-Bericht]

12.6.2002 Nachweis für Doping. Dem Institut für Dopinganalytik in Kreischa (D) ist offenbar ein grosser Schritt im Kampf gegen das Doping mit Wachstumshormonen gelungen. Das vom IOK akkreditierte Labor hat während sieben Jahren eine Methode entwickelt, bei der verschiedene Vorgänge im Organismus analysiert werden. Dabei kann von körpereigenen sowie künstlichen und von aussen zugeführten Hormonen unterschieden werden. Der Test eignet sich besonders für Trainingskontrollen. In Kreischa wurden letztes Jahr rund 5400 Dopinganalysen durchgeführt. (dpa) Line element 11.6.2002 Neue Untersuchung gegen Touretski? Das Australian Institute of Sports hat eine Untersuchung gegen einen seiner Trainer eingeleitet wegen Belästigung des Flugpersonals auf einem Flug von Malta nach Sydney. Es soll sich nach Presseberichten um den 52-jährigen Gennadi Touretski handeln, der nach der Rückkehr in Sydney von der Polizei verhaftet worden sei. Er habe einem Flightattendant einen Becher Kaffee ins Gesicht geschüttet. Das Flugpersonal habe ihm daraufhin Handschellen angelegt. Alkohol sei ihm keiner serviert worden, aber in seiner Reisetasche sei eine leere Whiskyflasche gefunden worden. Touretski habe Medikamente gegen seinen zu hohen Blutdruck verantwortlich für sein Handeln gemacht. Bereits 1995 musste der russische Trainer eine 30-tägige Gefängnisstrafe absitzen und 10000 US$ Busse bezahlen, weil er auf einem Flug nach Hawaii den First Officer geboxt und einen Passagier ins Auge geschlagen hatte. Falls sich die neuen Vorwürfe als stichhaltig erweisen, hat sich Touretski die Teilnahme an den Commonwealth Games verspielt. Die Polizei rechnet mit einer 5-6 wöchigen Untersuchung. (AFP) Line element 7.6.2002 Australien würde Rosolino genau testen. Ian Hansen von Australian Swimming sagte, falls Rosolino tatsächlich für Australien schwimmen wolle, müsste er sich rigorosen Dopingtests unterziehen. Die erste positive Stellungnahme von AS-Präsident John Devitt wird damit relativiert. (fox) Line element 6.6.2002 FINA sperrt Claudia Poll. Das FINA-Dopingpanel hat am 31. Mai entschieden, dass Claudia Poll wegen einem positiven Test auf Norandrosteron (unangekündigte Trainingskontrolle am 25.2.2002) ab 26.3.2002 für 4 Jahre gesperrt wird. Claudia Poll kann noch an das Tribunal arbitrage du sport appellieren [FINA Pressemitteilung]. Line element 5.6.2002 Italienischer Schwimmverband droht mit EM-Boykott. Falls das italienische Olympische Komitee CONI Massimilio Rosolino nicht vor den Angriffen schütze, überlege man sich die Schwimm-Europameisterschaften zu boykottieren, sagte der Präsident des italienischen Schwimmverbandes Paolo Barelli gestern in einer Pressekonferenz. "Wir haben Vertrauen in das CONI und sind selber nicht in der Lage uns auf geeignete Weise vor den den Beschuldigungen eines Fremden zu schützen." Barelli sagte weiter, er habe dem Präsidenten des CONI, Gianni Petrucci, und den Kulturminister Giuliano Urbani um Hilfe gebeten. Falls nichts unternommen werde, müssten sie vom Verband aus extreme Massnahmen in Erwägung ziehen. (fox)

5.6.2002 Globale Regeln im Anti-Doping-Kampf. Die Doping-Weltagentur Wada hat 30 Monate nach ihrer Gründung einen Regelentwurf fertiggestellt, der auf eine Harmonisierung der unterschiedlichen Verfahrensweisen in den einzelnen Fachverbänden und Nationen setzt. Der universelle Anti-Doping-Code sei ein wesentlicher Schritt zur Verschmelzung der weltweiten Kräfte, um Betrüger an Olympischen Spielen und anderen internationalen Sportveranstaltungen zu stoppen, sagte der kanadische Wada-Vorsitzende Richard Pound. Der universelle Code soll Doping eindeutig definieren, die verbotenen Substanzen auflisten und mit einheitlichen Strafen die derzeitige Konfusion der unterschiedlichen Regeln und Strafen beenden. (sid) 4.6.2002 Australier sehen Hindernisse für Rosolino. Gemäss einem [Bericht] der australischen Zeitung "The Age" würde es für Rosolino zum Starten mit einer australischen Lizenz einen administrativen Hürdenlauf geben. Der italienische Nationalheld bräuchte eine Transferbewilligung der FINA, des italienischen und australischen olympischen Komitees, und von Australia Swimming. Zwischen den Zeilen schimmert auch eine gewisse Skepsis durch, ob man einen mit Dopingverdacht behafteten Schwimmer in Australien aufnehmen will. Der Präsident von Australian Swimming, John Devitt, sendete aber positive Signale aus.

4.6.2002 Rosolino weist Vorwürfe zurück. In einer eilig gestern Nachmittag in Neapel einberufenen Pressekonferenz [News La Repubblica] wies Rosolino die Vorwürfe scharf zurück: "Ich habe nie Dopingmittel verwendet und möchte die mich beschuldigende Person gerne persönlich sehen. Ich kenne den Mann nicht und weiss auch nicht, ob es ihn wirklich gibt." Flankiert von seinem Anwalt Alfonso Furgiuele drohte Rosolino, dass er aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft Italien/Australien in Zukunft auch für Australien starten könne (seine Mutter ist Australierin). Die Dopingvorwürfe stammen von einem ehemaligen Mafiamitglied. Der Anwalt will gerichtlich gegen den Informanten vorgehen. Es gehe nicht an, dass man ohne Beweise jemanden in den Schmutz ziehe und das Ganze auch noch publik mache. (AFP) Line element 3.6.2002 Rosolino erneut unter Dopingverdacht. Der Anti-Doping-Skandal in Italien hat nun auch Schwimm-Olympiasieger Massimiliano Rosolino erwischt. Wie die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Montag berichtete [Bericht], soll der 24-Jährige mit Wachstumshormonen gedopt sein. Erneut aufgekeimt ist der Doping-Verdacht, nachdem bereits nach den Olympischen Spielen in Sydney erste Doping-Verdächtigungen gegen Rosolino geäußert wurden durch eine Belastungsaussage eines Kronzeugen. Dieser behauptete, neben einigen Radprofis auch das Schwimm-Ass mit Wachstumshormonen beliefert zu haben. Rosolino hatte bisherige Beschuldigungen mit der Aussage "Mein Doping sind die Spaghetti" gekontert. (dpa) Line element 30.5.2002 Thorpe und Welsh: Ja zu mehr Dopingtests - aber koordiniert. Für mehr Dopingtests haben sich Ian Thorpe und Matt Welsh ausgesprochen. Zudem fordert die Australier eine zentrale Doping-Kontrollinstanz an Stelle der derzeit drei zuständigen Organisationen. Die Antidoping-Weltagentur Wada, der Schwimm-Weltverband Fina und die nationalen Antidoping-Agenturen sollten ihre Systeme standardisieren und sich zu einem Verbund zusammenschliessen. "Ich bin absolut für mehr Dopingtests, aber es gibt eine Menge Verwirrung und hohe Ausgaben, wenn drei verschiedene Verbände kontrollieren", meinte Thorpe, der in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 45-mal getestet wurde, auf einer Pressekonferenz in Sydney. Der Vierfach-Olympiasieger kritisierte: "Ich hatte schon einen Tag einen Test der einen und am nächsten Tag eine Kontrolle der anderen Agentur. Manchmal denke ich, die einen wissen nicht, was die anderen tun." Thorpe traut der Zuverlässigkeit der Kontrollen überdies "nicht zu 100 Prozent". Eine Testprozedur beim Weltcup in Berlin im Jahr 2000 sei nicht korrekt abgelaufen. "Das war lächerlich", sagte Thorpe. Die Urin-Behälter entsprachen damals nicht dem neuesten Standard, der komplette Ablauf der Prozedur wurde jedoch von der Fina als absolut regelkonform bestätigt. Thorpe äusserte sich generell besorgt: "Selbst bei der WM 2001 in Japan hatte ich kein Vertrauen, dass alles akkurat ablief." [The Age] Line element 29.5.2002 Australische Pressestimme begrüsst häufige und strenge Dopingkontrollen. Ein Pressekommentar von Jacquelin Magnay im Sydney Morning Herald vom 29.5. relativiert den Protest der SchwimmerInnen und nimmt die Dopingfahnder in Schutz: wenn man schon die Nummer 1 im Schwimmsport sein wolle, dann müsse man mit den strengen Kontrollen leben. Die Dopingtests seien nicht zu kritisieren sondern zu begrüssen, weil man dann der Welt zeigen könne, dass man selber sauber sei. Es sei noch nicht lange her, da hätten die Australier strengere und häufigere Kontrollen bei den Chinesen verlangt. Insbesondere Thorpe habe der FINA vorgeworfen zuwenig zu kontrollieren [Sydney Morning Herald]. Line element 28.5.2002 Schwere Vorwürfe australischer Spitzenschwimmer an die Dopingtester. SpitzenschwimmerInnen inklusive Ian Thorpe werfen den Dopingtestern unfaire Behandlung und Belästigung vor. Die Dopingtests würden grundsätzlich begrüsst, es stelle sich aber die Frage, warum sie mehr als SchwimmerInnen in anderen Ländern gestestet würden. Darüber hinaus seien sie innerhalb von 48 Stunden von mehreren "konkurrenzierenden" Dopingteams völlig unkoordiniert in einer Blitzaktion "überfallen" worden. Thorpe sei am einen Abend von den FINA-Testern kontrolliert worden und am anderen Morgen von den ASDA-Testern (Australian Sports Drug Agency). Nach einzelnen Berichten hätten sich die Dopingfahnder bei den Athleten gegenseitig behindert, und einige SchwimmerInnen seien nun durch die häufigen Einstiche verletzt. ASDA-Chef John Mendoza gab zu, dass es mit der Koordination Probleme gab. Es handle sich bei einem Dopingtest gezwungenermassen um einen Eingriff in die Privatsphäre, den man deshalb so unspektakulär wie nur möglich durchführen sollte. Er verlangte von FINA-Präsident Mustapha Larfaoui eine dringende Sitzung. Die FINA und die WADA beauftragten ein schwedisches Unternehmen für die Dopingtests in Australien. (DailyTelegraph) Line element 27.5. 2002 Gefährliche Tendenzen im Jugendsport: In Italien erklärte bei einer Umfrage einer von vier jugendlichen Spieler grosser Vereine, er sei bereit, sich zu dopen, wenn dies seine Leistung verbessere. Bei den Amateuren sagten dies sogar 38 Prozent. Gleichzeitig halten 70 bis 90 Prozent Doping für falsch. Der Fussballverband Figc (Federazione Italiana Gioco Calcio) hatte 2700 Amateure und 700 Vereinsspieler befragt, alle zwischen 13 und 17 Jahren. Mehr als die Hälfte nehmen Nahrungsergänzungsmittel, die ihnen sogar oft von Medizinern empfohlen worden sind. Der Jugendtrainer Sergio Vatta sagte, Eltern setzten sich über den Rat von Ärzten hinweg und gäben ihren Kindern Ergänzungsmittel. "Sie treiben ihre Kinder zu grossen Leistungen, weil sie den Champion mit millionenschwerem Bankkonto aufbauen wollen, ohne zu wissen, dass sie so ihre Kinder eher in die Isolation treiben." Line element 29.5.2002 Australische Pressestimme begrüsst häufige und strenge Dopingkontrollen. Ein Pressekommentar von Jacquelin Magnay im Sydney Morning Herald vom 29.5. relativiert den Protest der SchwimmerInnen und nimmt die Dopingfahnder in Schutz: wenn man schon die Nummer 1 im Schwimmsport sein wolle, dann müsse man mit den strengen Kontrollen leben. Die Dopingtests seien nicht zu kritisieren sondern zu begrüssen, weil man dann der Welt zeigen könne, dass man selber sauber sei. Es sei noch nicht lange her, da hätten die Australier strengere und häufigere Kontrollen bei den Chinesen verlangt. Insbesondere Thorpe habe der FINA vorgeworfen zuwenig zu kontrollieren [Sydney Morning Herald]. Line element 26.5. 2002 Schwere Vorwürfe australischer Spitzenschwimmer an die Dopingtester. SpitzenschwimmerInnen inklusive Ian Thorpe werfen den Dopingtestern unfaire Behandlung und Belästigung vor. Die Dopingtests würden grundsätzlich begrüsst, es stelle sich aber die Frage, warum sie mehr als SchwimmerInnen in anderen Ländern gestestet würden. Darüber hinaus seien sie innerhalb von 48 Stunden von mehreren "konkurrenzierenden" Dopingteams völlig unkoordiniert in einer Blitzaktion "überfallen" worden. Thorpe sei am einen Abend von den FINA-Testern kontrolliert worden und am anderen Morgen von den ASDA-Testern (Australian Sports Drug Agency). Nach einzelnen Berichten hätten sich die Dopingfahnder bei den Athleten gegenseitig behindert, und einige SchwimmerInnen seien nun durch die häufigen Einstiche verletzt. ASDA-Chef John Mendoza gab zu, dass es mit der Koordination Probleme gab. Es handle sich bei einem Dopingtest gezwungenermassen um einen Eingriff in die Privatsphäre, den man deshalb so unspektakulär wie nur möglich durchführen sollte. Er verlangte von FINA-Präsident Mustapha Larfaoui eine dringende Sitzung. Die FINA und die WADA beauftragten ein schwedisches Unternehmen für die Dopingtests in Australien. (DailyTelegraph) Line element 23.5.2002 Erweiterte Urin- und Bluttests durch die FINA. Ab Juni 2002 wird das Programm bei den unangekündigten Trainingsdopingkontrollen um die Substanzen rekombinantes Erythropoietin (rEPO) und Darbopoietin (dEPO) sowie verwandte Substanzen erweitert [FINA Pressemitteilung]. Line element 22.5.2002 EU unterstützt Doping-Agentur. Die europäische Finanzierung der Welt-Doping-Agentur (WADA) ist vorerst gesichert. Darauf haben sich die EU-Sportminister im spanischen Almeria geeinigt. Bis 2006 sollen insgesamt über 14 Millionen Euro von den Mitgliedern der Europäischen Gemeinschaft (EU) zur Verfügung gestellt werden, heisst es. Line element 22.5.2002 Probenicid als Dopingmittel? Line element 20.5.2002 Doping im Fitnesscenter: Fast 6 Prozent aller Besucher von Fitnesszentren nehmen regelmässig Doping Line element 17.5.2002 Blutkontrollen bei Schwimm-EM in Berlin. Bei den Schwimm-Europameisterschaften in Berlin wird es im Rahmen der Dopingkontrollen erstmals auch Bluttests auf EPO geben. Durchgeführt werden die Kontrollen vom europäischen Verband LEN, der die Tests selber organisiert und auch finanziell abwickelt. Zu den LEN-Kontrollen kommt es aufgrund eines Beschlusses des Weltverbandes Fina Anfang April in Moskau. Danach treten die neuen Regeln am 2. Juni 2002 in Kraft und haben damit für den Zeitraum der EM bereits Gültigkeit. (dpa) Line element 7.5.2002 Kurzbahn WM Moskau 2002: Alle Dopingtests negativ. Die FINA teilte offiziell mit, dass alle 150 Dopingtests, die bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Moskau Anfang April durchgeführt wurden, negativ verlaufen seien. In der russischen Hauptstadt waren erstmals auch 92 Bluttests auf Erythropoietin (EPO) durchgeführt worden. Doch auch sie zeigten ausnahmslos negative Ergebnisse. Erst im Februar kündigte die FINA kombinierte Blut- und Urintests vor und während der Kurzbahn-WM an. Line element 29.4.2002 Touretskis "Mannschaft" erhält Zuwachs. Die Rückenschwimmerin Clementine Stoney, Mitglied der australischen Olympiamannschaft 2000, hat sich nach ihrer Rückkehr ans Australian Institute of Sports für Touretski als Trainer entschieden. Nach der Dopingaffäre ist nur der Südafrikaner Raymond Hass bei Touretski geblieben. Der berühmteste Touretski-Schüler Alex Popov bereitet sich inzwischen auf die Mare Nostrum Wettkämpfe vor um dann im Juli in Berlin an der Europameisterschaft teilzunehmen. (fox) Line element 25.4.2002 Touretski wurde verwarnt. Das Australian Institute of Sports hat Touretski vor die Wahl gestellt. Entweder er schweigt oder muss sich von seiner Trainertätigkeit zurückziehen. Touretski warf am Rand der Kurzbahn-WM im Moskau seinen Trainerkollegen vor, ihm während seiner Suspension die Schwimmer gestohlen zu haben. AIS-Direktor Michael Scott an einer dringlichen Sitzung des AIS: "Diese Aussagen haben die Anstandsregeln verletzt, wir werden Touretski darüber informieren." Scott sagte, die Sache könne im Prinzip ad acta gelegt werden und er freue sich darauf, dass Touretski weiterhin zum Erfolg des AIS und Australian Swimming beitrage. Leistungsdirektor Greg Hodge befindet sich zur Zeit auf der Reise nach Barcelona, um sicher zu stellen, dass an der nächsten WM das Umfeld in Bezug auf Verpflegung, Hygiene etc. für das australische Team stimmt. (fox)

25.4.2002 Neuer Nandrolon-Test. In Frankreich wurde gemäs einem Bericht des New Scientist ein Test entwickelt, mit dem sich die natürliche, körpereigene Produktion von der Dopingsubstanz unterscheiden lässt. Das sehr häufig verwendete Nandrolon wird auch in Schwimmerkreisen gelegentlich zur besseren Erholungsfähigkeit und zum Muskelaufbau verwendet. Nandrolon machte vor allem deshalb Schlagzeilen, weil SportlerInnen immer wieder behaupteten, ihre hohen Werte seien entweder natürlich oder resultierten aus der Einnahme aus bestimmten (Ergänzungs-)Nahrungsmitteln. Die französischen Wissenschaftler unter der Leitung von Bruno Le Bizec von der Nationalen Veterinäschule in Nantes können nun zwischen den Abbauprodukten der natürlichen und der chemischen Substanz unterscheiden. Le Bizec wird den Test nach dem Bericht des New Scientist nun dem IOC vorstellen. Der medizinische Direktor des IOC, Patrick Schamasch habe gesagt, sie hätten schon gute Tests, sein aber an besseren immer interessiert. Line element 16.4.2002 Fitnesswahn verführt Freizeitsportler zum Doping. Eine EU-Studie zum Doping-Missbrauch in Fitness-Studios belegt: Doping ist kein Phänomen, das lediglich auf Leistungssport und Body-Building-Szene beschränkt ist. Selbst Freizeit- und Breitensportler greifen zu Arzneimittel, um Trainingserfolge zu verbessern. Bei allen vernünftigen Vorschlägen, wie dieser Trend bekämpft werden kann, wissen die Studien-Verfasser: "Massnahmen zur Dopingbekämpfung können erst dann wirklich greifen, wenn der Leistungssport sich auch in diesem Bereich als Vorbild präsentiert.". Line element 7.4.2002 Zwei Chinesinnen mit positivem Steroidtest. Gemäss FINA-MItteilung wurden bei den beiden Chinesinnen Shan Ying und Zhou Jiawei am 31.1.2002 bei einem Routinetest Clenbuterol nachgewiesen. Beide seien vom chinesischen Verband sofort gesperrt worden. Der Verband untersuche nun das weitere Vorgehen gemäss FINA-Regeln. Kommen diese zur Anwendung, müssten beide für 4 Jahre gesperrt werden. Shan Ying, eine 54-Sekunden 100-m-Sprinterin gewann 1998 an der WM in Perth zweimal Bronze und war bei mehreren WR-Staffeln Teammitglied. In Perth wurden im Gepäck der Chinesin Yuan Yuan 13 Ampullen mit Wachstumshormon gefunden. Sie wurde für 4 Jahre und ihr Trainer für 15 Jahre gesperrt. In Perth wurde darüber hinaus bei 4 Chinesen ein vebotenes Diuretikum nachgewiesen. Gesamthaft stellt China von allen Ländern bisher am meisten Dopingsünder. Line element 6.4.2002 Kautabak als neue Modedroge unter Sportlern. Die Sportlerdroge Snus findet immer mehr Verbreitung. Fachleute warnen vor dem hohen Suchtpotezial und der gesundheitsschädigenden Wirkung des Kautabaks. Vor allem in Eishockeykreisen ist Snus weit verbreitet. Gesnüst wird aber auch in anderen Sportarten, etwa unter Handballern, Skifahrern, Langläufern oder Orientierungsläufern. Das Problem: Nikotin steht auf keiner Dopingliste. "Eine gefährliche Nikotinbombe", warnt Anton Lehmann, Präventionsverantwortlicher im Bundesamt für Sport in Magglingen. (TA) Line element 6.4.2002 Für immer abhängig von Blutspenden. Durch Doping können aus gesunden Sportlern Nierenkranke werden, die zeitlebens auf Bluttransfusionen angewiesen sind. Darauf weist die Medizinerin Nicole Casadeval aus Paris hin. Sie hat in einem Untersuchungszeitraum von drei Jahren 13 nierenkranke Patienten ermittelt, die Antikörper gegen rekombinantes, also gentechnisch erzeugtes Erythropoietin (Epo) gebildet haben. Das bedeutet, dass auch bei exogener Epo-Gabe keine roten Blutkörperchen im Knochenmark gebildet werden können. Für diese Patienten mit ausgeprägter Blutarmut kann dadurch eine lebenslange Abhängigkeit von Bluttransfusionen entstehen. Gefährdet sind auch Gesunde, die etwa zum Zweck der Leistungsmanipulation Epo illegal anwenden. (FAZ) Line element 31.3.2002 Morgan Knabe (20) nimmt Vorwürfe an Domenico Fioravanti zurück. Er habe sehr impulsiv gehandelt und den Mund zu voll genommen, als er vor einem Jahr Fioravanti des Dopingmissbrauchs bezichtigte, sagte der kanadische Brustschwimmer, der sich soeben mit 1:00.95 für die Commonwealth Games qualifizierte und darüber hinaus mit 2:13.29 neuen kanadischen Rekord über 200 m Brust erzielte. Der alte 200-m-Rekord stammte von Victor Davis, erzielt an den olympschen Spielen 1984 in Los Angeles. Line element 28.3.2002 Untersuchung von nicht-hormonellen Nahrungsergänzungsmitteln (NEM): Das deutsche Dopinglabor in Köln hat in einer vom IOK in Auftrag gegebenen Studie 634 nicht-hormonelle Nahrungsergänzungsmittel aus 13 Ländern analysiert. 94 Produkte (14.8 %) wiesen positive Befunde für verbotene anabol-androgene Steroide (sog. Prohormone) auf, die nicht auf der Packung deklariert waren. Bei Firmen, die auch Prohormone in ihrem Sortiment führen, waren 21 % der Proben positiv. Bei Firmen, die keine Prohormone verkaufen, waren 9.6 % positiv. Line element 24.3.2002 Touretski zurück im Geschäft. Ein Jahr nachdem die Polizei in einem in Touretskis Haus gestohlenen Safe Dopingsubstanzen gefunden hatte, wurde er nun als einer der Coaches für Australiens Commonwealth-Team bestimmt. Die Anklage gegen Touretski musste fallen gelassen werden, weil seine Frau Inna die Aussage gegen ihren Mann verweigerte. Die Suspendierung als Trainer im Australian Institute of Sports wurde dann umgehend wieder aufgehoben. Nun wurde Touretski von Greg Hodge, Chef Leistungssport bei Australian Swimming, wieder voll rehabilitiert: "Gennadi hat dem australischen Schwimmsport so viel zu bieten. Dieser Guy ist ein Zauberer und verfügt über ein riesiges Wissen und grossartige Fähigkeiten. Was letztes Jahr passiert ist sehr unglücklich, aber die Geschichte hat gezeigt, dass das für Gennadi kein Problem war. Wer weiss denn schon was passiert ist?" Touretski hat massgeblich die Karrieren einer Anzahl von Weltklasseschwimmern mitbeeinflusst, darunter Popov und Klim. Der Dopingfall und die anschliessende Herz-Bypass-Operation haben einige Schwimmer bewogen den Trainer zu wechseln. (FG/fox) Line element 24.3.2002 EU-Kommission finanziert WADA nicht mehr . Die Entscheidung der EU-Kommission sich aus der Finanzierung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zurückzuziehen, hat zu harscher Kritik aus den Reihen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) geführt. "Für die Ankündigung, sich zurückzuziehen, fehlt mir jegliches Verständnis auch vor dem Hintergrund, dass sich die EU-Kommission immer als Herold des Kampfes gegen Doping aufgespielt hat", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Ankündigung der EU-Kommission, sich in Zukunft vollständig aus der WADA zurückzuziehen. (dpa) Line element 21.3.2002 WADA: Gendoping noch nicht aktuell. Nach Abschluss der ersten Gendoping-Konferenz der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in New York ist man sich in einem Punkt einig: Nach Auskunft führender Wissenschaftler ist das Gendoping in naher Zukunft noch nicht in Reichweite. "Noch sind die Gentherapien im tierexperimentellen Stadium. Es wird noch ein langer Weg bis zur Anwendung bei Menschen sein" so der deutsche Professor Klaus Müller. Die WADA hatte mit Experten über die Risiken und Gefahren diskutiert, die aufgrund neuer Erkenntnisse auf dem Gebiet der Genforschung und -therapie auf den Sport zukommen könnten. Line element 26.2. FINA wird ab Kurzbahn-WM in Moskau Bluttests einführen: Fina procedural guidelines for blood testing for doping control.

FINA wird ab Kurzbahn-WM in Moskau rekombinantes EPO und verwandte Substanzen testen. Fina Press Release.
Aktuellste Informationen über:
EPO, Erythropoietin
Darbepoietin alfa / NESP Line element 19.2.2002 900 EPO-Kontrollen in Salt Lake City. Nach Sydney 2000 werden Athleten bei den Winterspielen in Salt Lake City zum zweiten Mal auf Erythropoetin (EPO) getestet. 900 Kontrollen sind bis Ende der Spiele vorgesehen. Das Kontrollverfahren kombiniert einen Blut- und einen Urintest. In dem für die Spiele eingerichteten Doping-Labor kommt dabei das Advia 120 Hämatologie System der Bayer AG zum Einsatz. Das Diagnostika-System wird in der Medizin zur Bestimmung von Blutbildern, etwa bei der Anämie- und Leukämie-Diagnostik sowie beim Dialyse-Therapie-Monitoring eingesetzt. Sind bestimmte Parameter im Blut des Athleten auffällig (etwa Hämatokrit oder EPO-Serumspiegel), wird er zur Urinprobe gebeten. Ein auf Urintests basierendes direktes Nachweisverfahren existiert seit zwei Jahren, ist aber vom IOC nur in Kombination mit dem Bluttest anerkannt. Auf EPO getestet werden während der Winterspiele Athleten in den Ausdauersportarten Biathlon, Nordische Kombination, Ski-Langlauf und Eisschnell-Lauf. (Smi) Line element 6.2.2002 Der genmanipulierte Sportler nicht mehr länger nur Utopie (NZZ, 6.2.2002) Line element 1.2.2002 Britische Anti-Dopingbehörde warnt. Dopingkonsumenten könnten mit Hilfe der medizinischen Forschung bald neue Wege finden, um die Kontrollen zu umgehen. Im besonderen wird vor dem neuen Medikament Aranesp gewarnt. Aranesp wurde zur Therapie der "renalen Anämie" entwickelt. Der in Aranesp enthaltene Wirkstoff NESP wirkt, wie schon früher an dieser Stelle berichtet, blutbildend. Da das Medikament mit dem Wirkstoff NESP nun auf den Markt kommt, steige die Verfügbarkeit trotz Rezeptpflichtigkeit und damit die Versuchung zu betrügen an. Nach verschiedenen Berichten (s. auch Links oben) soll aber NESP nicht für Doping geeignet sein, da es im Blut sehr leicht nachzuweisen ist (auch lange nach Abbruch der Therapie). Letzte Woche hat IOC-Präsident Rogge die FINA darauf aufmerksam gemacht, dass es dringend nötig sei auch bei Schwimmern auf EPO zu testen. "Die FINA soll endlich die World Anti-Doping Agency unterstützen," sagte Rogge (insweep/FG). Line element 28.1.2002 Das Internationale Sportschiedsgericht fällte Grundsatzentscheid im Doping Line element 24.1.2002 Neues Buch über die Doping-Folgen in der DDR: Im Buch von Ines Geipel, "Verlorene Spiele", erzählen DDR-Doping-Opfer von ihrem Schicksal und dem ihrer Kinder. Hintergrund: Der grösste Dopingprozess in der Geschichte Deutschlands. An dessen Ende, im Juli 2000, wurden der führende DDR-Sportmediziner Manfred Höppner und der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR, Manfred Ewald, zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Für die Zeugen - meist vom Doping geschädigte Sportlerinnen und Sportler - ein Hohn. Ihre Geschichten hat die ehemalige Weltklassesprinterin und heutige Publizistin Ines Geipel festgehalten, die im Prozess als Nebenklägerin aufgetreten ist. In ihrem Buch "Verlorene Spiele - Journal eines Doping-Prozesses", erschienen im Transit Verlag, berichten sechs ehemalige Spitzensportlerinnen von den Folgen des Anabolika-Konsums. Die Präparate hatten sie als Mitglieder der DDR-Kaderschmiede ohne ihr Wissen teils über Jahre eingenommen. Depressionen, Bulimie, Unfruchtbarkeit - Folgen, mit denen die betroffenen Frauen nach dem Ende ihrer Karriere klar kommen müssen. Einige haben sogar behinderte Kinder auf die Welt gebracht. Ines Geipel leiht ihnen ihre Stimme: einfühlsam und prägnant. Ines Geipel: Verlorene Spiele. Journal eines Doping-Prozesses. Transit Verlag. Berlin 2001. 160 Seiten. 14,80 Euro. ISBN 3-88747-160-1. Line element 21.1.2002 Klaus Rudolph ehemaliger Mitarbeiter des DDR-Stasi? Der auch in der Schweiz bekannte, seit 1992 in am Olympiastützpunkt in Hamburg wirkende Trainingswissenschaftler Klaus Rudolph (Trainerseminar 2000, Magglingen), soll gemäss einem Bericht des Deutschlandfunks in der DDR als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Staatssicherheitsdienstes gearbeitet haben. Ausserdem sei in einer Anklageschrift vom 13. August 1999 die Mitwirkung des unter dem IM-Namen "Otto" geführten Trainers am Zwangsdoping im DDR-Schwimmsport dokumentiert. Dagegen hatte Rudolph im "Hamburger Abendblatt" erklärt, "nie als Informeller Mitarbeiter für die Staatssicherheit gearbeitet" zu haben. Veröffentlichungen zu seiner früheren Tätigkeit nannte der 62-Jährige "glatten Rufmord". Auf einer ausserordentlichen Sitzung Anfang dieses Monats hat das Präsidium des Deutschen Schwimm- Verbandes (DSV) seinen Justiziar mit der Überprüfung der jüngsten Stasi- und Doping-Fälle im deutschen Sport beauftragt. Line element 17.1.2002 Italiens Cheftrainer nimmt zu Dopingvorwürfen Stellung: Alberto Castagnetti sagte, der Gebrauch von Doping setze eine gute medizinische Unterstützung, viel Wissen und ein grosses Budget voraus. Das alles fehle dem italienischen Verband. Die Geschichte zeige, dass Doping im Frauensport mehr bewirke, aber gerade hier hapere es in Italien.

Die Australian Sports Drug Agency (ASDA) evaluiert ein neues System zur Bestrafung von gedopten SportlerInnen, nämlich die Veröffentlichung der Namen auf einer Liste. Leider würden die Namen bis heute geheim gehalten. Auch British Swimming überlegt sich, vom nächsten Monat an alle Resultate, ganz gleich ob positiv oder negativ, mit Namen zu nennen. Line element 10.1.2002 Philip Whittens Vorwürfe an China im Originalton: 8.1.2002 Neue Dopingvorwürfe aus den USA an Chinas Adresse: Die an den chinesischen Meisterschaften in Guangzhou erzielten Resultate haben in den USA starken Argwohn erweckt. Philip Whitten, Chefredaktor von Swimming World, wundert sich über die Weltklassezeiten, die in Guangzhou von jungen und jüngsten Schwimmerinnen erzielt wurden. Whitten vermutet, dass dies nur mit systematischem Doping möglich gewesen sei. Seine Analyse der Wettkampfresultate stützt sich auf die Erkenntnis, dass jetzt in China einmal mehr die Entwicklung stattfindet, wie sie in den 70er und 80er Jahren in der DDR und anfangs der 90er Jahre in China stattgefunden hat, nämlich, dass junge Frauen aus "dem Nichts" an die Weltspitze katapultiert werden. Beispielsweise: Zhang Liang (17) 200 m Freistil in 1:58.11, 400 Freistil in 4:06.97 und 8:26.48 über 800 m. Eine so schnelle Entwicklung schaffte vorher nur Michelle Smith. Eine andere Newcomerin ist Pang Jiang (400 4:07.12 / 200 1:59.01) u.s.w. Insgesamt schafften die Chinesinnen 34 Rangierungen in den Topten. Die Männer brachten es nur auf zwei 10. Plätze. Die Schanghaier-Privinzstaffel über 4x200 m Freistil erzielte in Guangzhou 7:56.52, gerade mal 5/100 über dem DDR-Altrekord. Die Nationalmannschaft erreichte in Fukuoka mit 8:08 nicht mal den Final. Die chinesischen Dopingtests in Guangzhou entlarvten zwar einige Sünder und Sünderinnen - aber offenbar nicht alle. Whitten meint, dass der chinesische Staat bis Peking 2008 noch Einiges zu tun habe. Line element 28.12.2001 Rogge für einheitliche Dopingstrafen. IOK-Präsident Jacques Rogge hat in einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Gazzetta dello Sport" erneut für einheitliche Strafen wegen Doping-Missbrauchs plädiert. Gleiche Vergehen sollen in verschiedenen Sportarten und Ländern gleich geahndet werden. Line element 27.11.2001 Turetski nach Freispruch wieder Nationalcoach. Der vom Vorwurf des Dopinghandels freigesprochene australische Schwimm-Trainer Gennaid Turetski darf auf seinen alten Posten als Nationalcoach zurückkehren. Der australische Verband gab seinen Gnadenerlass am Dienstag bekannt. Zuvor war Turetski nach dem Abschluss der Ermitlungen einer eigens eingerichteten Untersuchungskommission von sämtlichen Dopingvorwürfen "rein gewaschen" worden. Mitte September war in Canberra das Verfahren gegen den früheren Trainer des vierfachen Olympiasiegers Alexander Popow eingestellt worden. Der Verband hob daraufhin zunächst die seit April 2001 bestehende Suspendierung des gebürtigen Russen als Trainer am Nationalen Sportinstitut in Canberra auf. Die Einstellung des Verfahrens begründeten die australischen Justizbehörden damit, dass es keine Aussicht auf eine Verurteilung gab, weil Turetskis Ehefrau Irina, eine frühere russische Olympia-Schwimmerin, die er bis 1991 noch selbst trainiert hatte, ihr Recht auf Aussageverweigerung in Anspruch genommen. Ende September kündigte der australische Weltrekordler Michael Klim die Zusammenarbeit mit Turetski auf. Der Olympiasieger und Weltmeister wird künftig gemeinsam mit seiner Freundin, der Weltklasse-Schwimmerin Giaan Rooney, von Denis Cotterell in Queensland betreut. Line element 22.11.2001 Neue Welt-Doping-Konferenz. Eine zweite Weltkonferenz gegen Doping soll im Frühjahr 2003 einen neuen Anti-Doping-Code in Kraft setzen. Veranstalter der Konferenz ist die Anti-Doping-Weltagentur (Wada). Deren Präsident Richard Pound bekundete die Absicht, neue Bestimmungen zu erlassen, in einem Schreiben an das Internationale Olympische Komitee (IOK), die internationalen Sportverbände, die nationalen Olympischen Komitees und Regierungen. "Um wirksam zu sein, muss der neue Code auf alle Sportarten anwendbar und von allen Regierungen sowie nationalen und internationalen Sportorganisationen anerkannt werden, die sich dem dopingfreien Sport verpflichtet fühlen", sagte Pound. Einen ersten Entwurf will die Wada im Dezember vorlegen. Zurzeit hat ein vom IOK beschlossener Anti-Doping-Code internationale Gültigkeit. Line element 2.11.2001 NESP - wirksamer als EPO, aber wohl genauso gut nachweisbar. Line element 13.11.2001 CH-Sportparlament sagt Ja zu zentraler Doping-Strafbehörde Line element 12.11.2001 Zusammensetzung der Zentralen Doping-Strafbehörde Line element 9.11.2001 Swiss Olympics: 23 Dopingfälle, darunter 1 Schwimmer. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2000 bis zum 30. September 2001 wurden 1779 Schweizer Athletinnen und Athleten auf Doping kontrolliert. 1225 dieser Kontrollen fanden während Wettkämpfen statt, 554 im Training. Die Zahl der Kontrollen ist je nach Verband sehr unterschiedlich. An der Spitze stehen in der Schweiz die Radfahrer (281 Tests), gefolgt von den Leichtathleten (157) und den Teamsportarten Fussball (153), Handball (137) und Eishockey (110). Auffällig wenig Kontrollen gab es in der Berichtsperiode im Tennis (4). Zwischen Oktober 2000 und September 2001 wurden unter dem Dach von Swiss Olympic 23 positive Fälle entweder abgeschlossen oder mindestens erstinstanzlich behandelt. Dabei wurden von den jeweiligen Fachverbänden folgende Sanktionen erstinstanzlich verhängt:
  • Fussball: Kokain, Sperre für 12 Spiele
  • Gewichtheben: Verdünnen des Urins, Sperre von 2 Jahren
  • Handball: Cannabis, Sperre für 6 Spiele, Busse 400 Franken (zwei gleiche Fälle)
  • Handball: Cannabis, Sperre für 1 Spiel, Busse 600 Franken (vier gleiche Fälle)
  • Leichtathletik: Verweigerung einer Kontrolle, Sperre von 2 Monaten
  • Mehrkampfverband: Salbutamol, Verwarnung
  • Rad: EPO, Wachstumshormone, Glucokortikosteroide, Sperre von 9 Monaten, Busse 4000 Franken
  • Rad: EPO, Sperre von 8 Monaten, Busse 4000 Franken
  • Rad: Nandrolon, Amphetamine, Sperre von 7 Monaten
  • Rad: Etilefrin, Sperre von 2 Monaten, Busse 500 Franken
  • Rad: Nandrolon, Sperre von 7 Monaten, Busse 500 Franken
  • Rad: Lidocain, Busse 2000 Franken
  • Rad: Glucokortikosteroide, Sperre von 6 Monaten, Busse 2000 Franken
  • Rollsportverband: Cannabis, Sperre von 3 Monaten
  • Rollsportverband: Salbutamol, Sperre von 6 Monaten
  • Schwimmen: Cannabis, Sperre von 3 Monaten
  • Skicross: Metenolon, Norandrosteron, Stanozolol, Sperre von 2 Jahren
  • Triathlon: Salbutamol, Sperre von 2 Monaten
  • Unterwassersport: Pseudoephedrin, Disqualifikation der Mannschaft, Verwarnung
Aktuelle Artikel zur Dopingproblematik in der Schweiz (NZZ 9.11.2001): Line element 8.11.2001 Deutschland: Kein Antidoping-Gesetz. Die deutsche Bundesregierung denkt derzeit trotz 200'000 Gedopten nicht an die Einführung eines Antidoping-Gesetzes, sondern setzt weiter auf die konsequentere Anwendung des Arzneimittelgesetzes. Das erörterte die im Bundesministerium des Innern (BMI) für Sport zuständige Staatssekretärin Brigitte Zypries an der Universität Tübingen in einer Vorlesung zu Doping im Sport klar. Mit der Schaffung neuer Gesetze müsse behutsam umgegangen werden. Es gebe eher ein Vollzugsdefizit bei den bestehenden Vorschriften, sagte Zypries. Das Arzneimittelgesetz biete bei Import, Verkauf oder Verordnung von Dopingmitteln immerhin einen Strafrahmen bis zu drei Jahren Haft, bei Manipulationen mit Minderjährigen sogar bis zu zehn Jahren. Im Weiteren wies Zypries darauf hin, dass auch in Deutschland auf Grund bestehender Gesetze Doping-Razzien bei sportlichen Grossveranstaltungen durchaus möglich seien, ähnlich wie dies in Frankreich oder Italien geschehen sei. Dopende Sportler stünden zwar nicht selbst unter Strafe, wohl aber Ärzte, Trainer und Betreuer: "Wenn es um die Sicherung von Beweismitteln geht, sind dann auch Durchsuchungen bei Athleten möglich." Um die Strafverfolgung von Polizei und Gerichten zu erleichtern, schlug die Staatssekretärin auch im Namen von Innenminister Schily vor, hierfür Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften einzurichten: Leider habe es dazu von Seiten der zuständigen Landesjustizbehörden aber noch keine Resonanz gegeben.

200'000 Gedopte in Deutschland. Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, geht in Deutschland von 200'000 Doping-Konsumenten aus. Aufgrund dieser erschreckenden Zahl forderte Zypries die Sportverbände um Mithilfe beim Kampf gegen Doping auf.Das Doping-Problem ist nicht nur im Spitzensport aktuell. Laut einer Studie nehmen 22 Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen in Fitness-Studios Anabolika. Line element 7.11.2001 Deutsche Trainer-Legende nahm sich das Leben. Der frühere Erfolgstrainer Werner Langer aus Dresden hat Selbstmord begangen. Der 54-Jährige, der den Deutschen Jan Hempel 1996 in Atlanta zum Gewinn der Silbermedaille vom 10-Meter-Turm geführt hatte, sprang in Österreich von einer Brücke und war sofort tot. Ein Verbrechen schliesst die Polizei nach einem Bericht der Dresdner Morgenpost aus. Langers Fahrzeug war knapp 500 Meter vom Ort des Geschehens abgestellt.

Cannabis-Verbot im Sport wirkt abschreckend.Cannabis wird vor allem von jenen Hochleistungssportlern konsumiert, die in Spielsportarten antreten. Die Bereitschaft, zu Marihuana oder Haschisch zu greifen, wächst, wenn der betroffene Verband kein ausdrückliches Verbot verfügt hat. Das legt eine neue Studie nahe. Das Institut für Biochemie an der Sporthochschule Köln hat 1998 7'421 und ein Jahr später 10'641 Urin-Proben analysiert. 1998 wiesen 0,5 Prozent der Proben eine Konzentration von mehr als 15 Nanogramm pro Milliliter des Cannabis-Metaboliten Carboxy-THC auf, 1999 waren es 0,6 Prozent. Es stellte sich heraus, dass vor allem Athleten von Spielsportarten betroffen waren, vor allem Baseball- und Squash-Spieler. Dagegen war die relative Häufigkeit auffälliger Dopingproben in Spielsportarten wie Fussball und Basketball, die Cannabinoide explizit verboten haben, sehr gering. Bei den Olympischen Spielen ist der Konsum von Cannabisprodukten laut IOC für sämtliche Sportarten grundsätzlich verboten (Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 10, 2001, 280).

US-Schwimmer für 4 Jahre gesperrt. Der 20-jährige Michael Picotte aus San Diego (CA) verweigerte den Dopingtest, was unweigerlich die 4-jährige Sperre durch die US-Antidopingagentur nach sich zog. Zusätzlich werden rückwirkend für 6 Monate vom 20.6. an gerechnet alle Wettkampfresultate annulliert. Es handelte sich um eine am 20. Juni angesetzte Trainingskontrolle. Picotte kündigte nach der verweigerten Kontrolle seinen Rücktritt vom Wettkampfsport an. Picotte belegt auf der Weltrangliste über 50 m Freistil mit 23.32 den 110. Platz (50-m-Bahn) und über 100 m Freistil mit 50.51 Platz 56. Auf der kurzen Bahn liegt er mit 22.30 auf Rang 34 bzw. mit 48.51 auf Rang 18. Line element 31.10.2001 IOC-Chef Rogge bittet "saubere" AthletInnen um Hilfe. Gegen Dopingbenützer soll protestiert und die Funktionäre der Verbände sollen unterstützt werden. Im Unterschied zu seinem Vorgänger Samaranch macht Rogge den Kampf gegen das Doping zum zentralen Anliegen des IOC. "Wir können nur gewinnen, wenn alle am gleichen Strick ziehen", sagte Rogge. Rogge zitierte die britische Langstreckenläuferin Radcliffe als positives Beispiel. Radcliffe protestierte im August offen gegen Olga Yegorova an der WM in Edmonton wegen Verwendung von EPO. Radcliffe wurde von Offiziellen angewiesen ihre Protesttafel aus dem Stadion zu entfernen, seither gewann sie aber breite Unterstützung durch viele Athleten. Line element 23.10.2001 DDR-Dopingopfer sollen entschädigt werden. Im Streit um die Entschädigung von Opfern des DDR-Dopingsystems kommt Bewegung: Mittlerweile haben sich alle Parteien positiv zur Einrichtung eines Entschädigungsfonds geäussert. In der vergangenen Woche hatte es eine vom Sportausschuss anberaumte Experten-Anhörung im deutschen Bundestag gegeben, bei der die Notwendigkeit einer institutionalisierten Opfer-Entschädigung deutlich wurde. Bislang werden ehemalige Athleten, die durch die unwissentliche Einnahme von Dopingpräparaten - meist Anabolika oder Cortison-Präparate - geschädigt worden sind, von einem privaten Verein betreut. Weder die Verbände noch die Politik haben die Verantwortung für die Folgen des DDR-Dopingsystems übernommen. Viele ehemalige DDR-Athleten darunter einige SchwimmerInnen leiden an Regelstörungen, Skelettverformungen, Unfruchtbarkeit, Leberschäden und Eierstockzysten. Einige Sportlerinnen brachten Kinder mit Behinderungen auf die Welt. Line element 19.10.2001 IOC und EU spannen zusammen. Die Europäische Union (EU) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollen im Kampf gegen Doping noch enger zusammenarbeiten. Dies vereinbarten die für den Sport zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding und IOC-Präsident Jacques Rogge beim 10. Europäischen Sportforum in Brüssel. Nach einer Meldung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung brachte Frau Reding dabei auch den Gedanken ins Spiel, Europol künftig bei der Dopingfahndung einzuschalten. Die Kommission werde die IOC-Forderung unterstützen, die Doping-Gesetzgebung in den EU-Staaten zu harmonisieren. Line element 18.10.2001 Dopingkontrollen: Der Bundesrat hat Mindestanforderungen für Dopingkontrollen erlassen. Die neue Verordnung tritt Anfang 2002 in Kraft und verlangt Tests, die unabhängig von den Sportverbänden und ohne Vorankündigung erfolgen. Als Kontrollorgan wird Swiss Olympic fungieren. Line element 17.10.2001 Geschädigte des DDR-Dopingsystems fordern Wiedergutmachung. Die Problematik, Opfer zu sein. Mit der Verurteilung des DDR-Sportführers Manfred Ewald zu einer Bewährungsstrafe war der Schlusspunkt unter die juristische Aufarbeitung des DDR-Staatsdopings gesetzt. Eine Gruppe geschädigter Athleten - darunter auch Schwimmer - fordert nun vehement Wiedergutmachung [Alle Informationen zum Berliner Doping-Prozess]. Line element 15.10.2001 Thorpe kritisiert FINA. Ian Thorpe hat den Weltverband Fina wegen dessen Doping-Politik heftig kritisiert und gleichzeitig dazu aufgefordert, die Anzahl der Bluttests drastisch zu erhöhen. "Ich glaube, sie wollen sich mit diesem Problem gar nicht richtig befassen. Da sind Dinge wie Bluttests, die man viel häufiger durchführen könnte. Aber sie schauen nicht auf dieses Problem", sagte der dreifache Olympiasieger aus Australien dem Londoner Daily Telegraph. Thorpe, der jüngst drei neue Werbeverträge mit einem Gesamtvolumen von rund elf Millionen Mark abgeschlossen hat, fürchtet auch um die Anerkennung seiner Resultate. "Es macht mich ärgerlich, wenn meine Leistungen infrage gestellt werden, weil andere Leute etwas nehmen. Die Fina sollte zugeben, dass es da ein Problem gibt und dass der Kampf gegen Doping zu gewinnen ist."

"Lebenslänglich" für griechischen Dopingsünder. Die zwei bei den Mittelmeer-Spielen im September in Tunis des Dopings überführte Schwimmer aus Griechenland wurden von ihrem nationalen Verband hart bestraft. Der bereits wegen Dopings vorbestrafte Vasilis Demetis wurde auf Lebenszeit, Aikaterina Bliamou für vier Jahre gesperrt. Beiden Athleten war die Einnahme von Norandrosteron nachgewiesen worden. Line element 14.10.2001 DDR-Staatsgeheimnis gelüftet: Amtliche Dopingrichtlinie gefunden. Zum ersten Mal ist eine amtliche Dopingrichtlinie aus Zeiten des DDR-Sports aufgefunden worden, eines der grossen Staatsgeheimnisse der DDR. Das Protokoll vom 16. März 1979 wurde zwar "ordnungsgemäss" vernichtet, zur "Selbstüberwachung" aber abfotografiert und nun vom Potsdamer Sport-Historiker Giselher Spitzer in den Akten der Berliner Gauck-Behörde entdeckt. Das Dokument belastet besonders den Leipziger Harold Tünnemann, der seit 1990 dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) als persönliches Mitglied angehört. Der Professor für Pädagogik ist heute Vizepräsident des Deutschen Ringer-Bundes und Forschungsleiter am Institut für Angewandte Trainings-Wissenschaft (IAT) in Leipzig. Im Deutschlandfunk wurde der Rücktritt Tünnemanns von allen Ämtern und die Entfernung aus dem IAT gefordert. "Zum ersten Mal kann durch ein offizielles Dokument belegt werden, dass DDR-Athleten extrem hohe Dosen an Anabolika erhielten." Mit Hilfe des Dopings wurden Kraft und Ausdauer der Athleten entwickelt und dann die Werte der Ausscheidungskinetik" am "2., 4. bis 7. Tag nach Absetzen" getestet, um bei Dopingkontrollen positive Resultate zu vermeiden. Line element 9.10.2001 Zwei Griechen mit positiven Dopingtests. An den Mediterranean Games von Anfang September in Tunis wurde die Schwimmerin Aikaterini Bliamou (Silber über 100 m Rücken und Bronze mit der 4x100-m-Lagenstaffel) sowie der Schwimmer Vasileios Demetis (Silber über 400 m Lagen) positiv auf Doping getestet (Substanz noch nicht bekannt). Line element 22.9.2001 Der Berliner Doping-Prozess ist abgeschlossen. Lange Zeit herrschte Funkstille, doch jetzt ist es klar: Die Verurteilung des ehemaligen DDR-Sportchefs Manfred Ewald aufgrund seiner Verantwortung für das systematische Staatsdoping gerade auch im Schwimmsport ist rechtskräftig [um was geht es überhaupt? -> Berliner Doping-Prozess]. Der 5. Leipziger Strafsenat des Bundesgerichtshofes hat Ewalds Revision durch einstimmigen Beschluss verworfen, wie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe jetzt mitgeteilt hat. Ewald ist wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 20 Fällen zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der mitangeklagte leitende DDR-Sportarzt Dr. Manfred Höppner hatte seine 18monatige Bewährungsstrafe im Unterschied zu Ewald nicht angefochten. Line element 20.9. 2001 Das IOC warnt vor Ergänzungsnahrung: Nandrolonhaltig! Von den 200 bis jetzt geprüften Produkten waren gemäss Mitteilung des Leiters der medizinischen Kommission des IOC, Peter Schamasch, 20% für verbotene Stoffe positiv, unter anderem für Nandrolon. Gesamthaft sollen 600 Produkte getestet werden. Ausgelöst wurde die Untersuchung durch positiv getestete Athleten, die jeglichen Gebrauch von Doping abstritten und die positiven Tests auf Ergänzungsnahrung zurückführten. Das IOC werde jedoch keine Liste von zulässigen Produkten herausgeben, das sei aus rechtlichen Gründen zu riskant. Line element 16.9. Das Leben riskieren mit Insulin als Dopingmittel Line element 13.9.2001 LEN will das Internet künftig als Plattform für den Kampf gegen Doping nutzen. Wie die Dachorganisation jetzt in Rom mitteilte, startete am Mittwoch ein Pilot-Projekt, an dem zunächst 50 europäische Schwimm-Trainer beteiligt sind. Ziel ist es, auf möglichst breiter Ebene Kenntnisse zur Doping-Bekämpfung zu vermitteln und dabei auch über ethische Hintergründe zu informieren. Nach LEN-Angaben unterstützt die Europäische Union (EU) die Initiative. Über die Kosten des Projekts machte die Europäische Schwimm-Liga keine Angaben. Line element 13.9.2001 Neue Doping-Listen von Swiss Olympics. Ab 1. September 2001 gelten nun auch die Dopinglisten von Swiss Olympic, zusätzlich zu denen der FINA. Im wesentlichen nichts Neues. Line element 3.9.2001 Doping-Test mit Silikon-Chip: Einen Silikon-Chip für Urinproben zur Doping-Kontrolle haben Forscher des Randox-Labors im britischen Crumlin entwickelt. 25 verschiedene Anabolika können damit innerhalb weniger Stunden identifiziert werden, meldet der Online-Dienst von "New Scientist". Das Neue daran: Mit dem Chip ist es möglich, etwa vor grossen Sportveranstaltungen, alle Athleten einem Doping-Test zu unterziehen. Bislang werden nur Stichproben einzelner Sportler genommen und die ersten drei Gewinner getestet. Auf der Chip-Oberfläche sind Antikörper, die an spezielle Medikamente und ihre Metabolite binden. Bei einem positiven Test strahlt der Chip fluoreszierendes Licht ab. Das Verfahren soll als erstes Screening bei Wettkämpfen benutzt werden. Das Labor will den Chip nächsten Monat bei der Jahreskonferenz der British Association of Sport präsentieren. Line element 31.8.2001 Die FINA lässt endlich EPO-Test zu. Lange hats gedauert, bis sich die FINA für die Einführung der EPO-Tests überwunden hat [Was ist EPO?]. Zu ungenau seien die Proben, wissenschaftlich nicht ausreichend abgesichert. Eine international unhaltbare Position [Zum Stand der Forschung vor 18 Monaten]. Jetzt hat der Verband auf die anhaltende Kritik reagiert und wird an diesem Wochenende im Rahmen der Goodwill Games in Brisbane Dopingteste auf das die Ausdauerfähigkeiten verbessernde EPO vornehmen. Damit stösst er sowohl bei Australiens Ausnahmeschwimmer Ian Thorpe als auch bei dessen Verband auf ein positives Echo. "Ich hasse es, wenn mein Blut mit einer Nadel entnommen wird, aber wenn das dazu beiträgt, unseren Sport sauber zu halten, dann bin ich mehr als glücklich, meinen Arm hinzuhalten", meinte der mehrmalige Olympiasieger und Weltmeister. Auch der amerikanische Verband befürwortet die Bluttests, moniert aber den späten Zeitpunkt. Allerdings möchte die Fina vor Abnahme der Proben grundsätzlich das Einverständnis der Aktiven einholen. David Gerrard, Vorsitzender der Medizinischen Kommission der Fina, geht allerdings davon aus, dass sich kein Sportler gegen eine Blutabnahme wehren wird. Da die Teilnehmer zu Beginn der Wettkämpfe darüber informiert worden waren, dass auf Bluttests verzichtet würde, wolle man mit der Abnahme erst am Wochenende beginnen, so Gerrard. Zur Anwendung kommt die sogenannte "australische Methode", eine Kombination aus Urin- und Bluttest. Line element 22.8.2001 Wada nach Montréal statt Lausanne: Die Schweizer Sportpolitik hat einmal mehr verloren Line element 16.8.2001 Neue Dopingliste der FINA: Am 1. September 2001 tritt die neue Liste der verbotenen Substanzen in Kraft. Sie gilt bis zum 31. Dezember 2002 [Link zur FINA-Homepage mit der neuen Dopingliste]. Line element 9.8.2001 Die internationalen Sportverbände wollen die Welt-Antidoping-Agentur (Wada) in der Westschweiz: Rettungsversuch für Lausanne Line element 9.8.2001 Wachstumshormone: Test auf gentechnisch hergestellte Wachstumshormone soll es nun erst bei den Olympischen Spielen 2004 geben [Mehr]. Line element 15.7.2001 Entwarnung an der Dopingfront Der Welt-Schwimmverband Fina hat vor Beginn der Weltmeisterschaften in Fukuoka (16. bis 29. Juli) am Sonntag zunächst Entwarnung an der Dopingfront gegeben. Alle seit Januar 2001 von der Fina weltweit durchgeführten 600 Dopingtests verliefen negativ, bestätigte Fina-Generalsekretär Cornel Marculescu am Sonntag in Fukuoka. Zusätzlich wurden im Schwimmssport weltweit 110 unangemeldete Trainingskontrollen durch die Anti-Doping-Weltagentur Wada durchgeführt. Marculescu: "Zu den Ergebnissen kann ich noch nichts sagen." Bei den Weltmeisterschaften werden insgesamt 350 Wettkampftests durchgeführt. Untersucht werden die Dopingproben im vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) akkreditierten Analyseinstitut in Tokio.Alle asthmaerkrankten Athleten wie Sandra Völker (Hamburg) und Thomas Rupprath (Wuppertal) können nur mit ärztlichen Attests an den Start gehen. Die Weltmeisterschaften 1998 waren von Dopingverstössen überschattet worden. Schon vor Auftakt der Titelkämpfe waren bei der Einreise der chinesischen Mannschaft 13 Ampullen mit Wachstumshormonen entdeckt worden. Ausserdem wurden bei den Wettkämpfen vier weitere Chinesen positiv auf Diuretika getestet. Nach den Dopingproblemen von Perth hatte es weltweit lautstarke Kritik an der Fina gegeben. Marculescu: "Wir sind kritisiert worden, aber wir haben seitdem grosse Anstrengungen unternommen. Niemals zuvor hat die Fina so viele unangemeldete Trainingskontrollen weltweit durchgeführt. Line element 15.7.2001 Ohne Langstrecken-Vizeweltmeister David Meca aus Spanien werden die Schwimm-Weltmeisterschaften in Fukuoka/Japan (16. bis 29. Juli) stattfinden. Meca hatte vergeblich versucht, gegen eine vom Weltverband Fina angeordnete Doping-Sperre vorzugehen. Fina-Generalsekretär Cornel Marculescu bestätigte dagegen engültig die Suspendierung bis zum 25. Juni 2002. Auch der Slowene Slobodan Mecej ist bis zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Beiden Athleten war der Missbrauch von Anabolika nachgewiesen worden. Beide hatten versucht, zu argumentieren, die Mittel ohne eigenes Wissen über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen zu haben. Line element 12.7.2001 China mit Team von Neulingen an der WM: Angeführt von der Weltrekordlerin Qi Hui über 200 m Brust (2:22.99) wird China ein Team von jungen unerfahrenen SchwimmerInnen nach Fukuoka schicken (Durchschnittsalter 19.5. Jahre). China ist offensichtlich nach der Doping-WM von Perth und diversen weiteren Dopingaffären bemüht, neu anzufangen. Aus Barcelona 1992 brachten die chinesischen SchwimmerInnen 4-mal Gold, aus Rom 1994 12-mal Gold (alles Frauentitel) mit nach Hause. An den asiatischen Spielen 1994 kam aber aus, was hinter den Erfolgen steckte: Die verbesserten Nachweismethoden brachten 11 gedopte chinesische SportlerInnen zum Vorschein, darunter 7 SchwimmerInnen. In Atlanta gewann das dezimierte Team nur gerade einmal Gold. 1998 waren die Chinesinnen schon wieder Top bis nochmals 4 Fälle entdeckt und menschliches Wachstumshormon im Gepäck gefunden wurde. Die Skandale brachten Chinas Offizielle endlich auf Trab, und man bemühte sich, die Dopingseuche unter AthletInnen und Trainern in den Griff zu bekommen. Deshalb nun das praktisch neue WM-Team mit 13 SchwimmerInnen, 13 SpringerInnen und 10 Synchroschwimmerinnen. Line element 11.7.2001 350 Doping-Proben an der WM. Der Schwimm-Weltverband Fina will dreieinhalb Jahre nach der "Doping-WM" von Perth auf jeden Fall einen weiteren Skandal verhindern. Bei den Welttitelkämpfen vom 16. bis 29. Juli im japanischen Fukuoka werden insgesamt 350 Dopingtests durchgeführt, so viele wie nie zuvor bei einer WM. "Wir wollen das, was in Perth passiert ist, nicht noch einmal sehen", sagte Cornel Marculescu, Exekutiv-Direktor der Fina, in einem Telefon-Interview. In Fukuoka werden insgesamt rund 1500 Schwimmer aus 135 Ländern erwartet, damit wird mehr als jeder Fünfte kontrolliert. Vor der WM im Januar 1998 in Perth waren im Gepäck der chinesischen Schwimmerin Yuan Yuan bei der Einreise von Peking nach Sydney 13 Ampullen mit Wachstumshormonen gefunden worden. Ihr Trainer Zhou Zhewen hatte die Verantwortung dafür übernommen und wurde für 15 Jahre gesperrt, sein Schützling für vier Jahre. Während der Titelkämpfe wurden vier weitere Athleten aus China des Dopings mit einem Diuretikum überführt.

Im Epo-Kampf scheint der Durchbruch kurz bevor zu stehen: "Die Chancen stehen gut, dass wir schon Ende Juli einen simplen Urin-Test freigeben können, mit dem die künstliche Epo-Einnahme zweifelsfrei nachzuweisen ist. "Zusätzliche Blutproben könnten dann entfallen", erklärte Patrick Schamasch, Medizinischer Direktor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), in Moskau. Vier IOC-Labors (Sydney, Paris, Barcelona, Lausanne) befinden sich in der Endphase ihrer Untersuchungen. Der Radsport-Weltverband UCI hatte als Vorreiter bereits zum 1. April die Urin-Testmethode als alleinigen Nachweis genehmigt. Sie werden auch bei der laufenden Tour de France vorgenommen. Nun will das IOC schnell nachziehen. Die Urin-Tests sollen bei den Winterspielen von Salt Lake City 2002 allein zur Überführung dienen. In Sydney wurde noch die "Doppelkontrolle" angewandt. Von den letztjährigen Sommerspielen gab der Franzose "erstaunliche Zahlen" bekannt. Von dort überprüften 2052 Athleten, deren Fragebögen speziell (aber anonym) ausgewertet wurden, hatte jeder in den letzten drei Tagen vor dem Dopingtest im Schnitt sechs bis sieben "Zusatzsubstanzen" eingenommen. Einer brachte es sogar auf 29 "Mittel aller Art", wobei Schamasch klarstellte: "Es handelte sich durchgehend um Substanzen, die nicht auf der Dopingliste stehen. Am meisten wird Kreatin genommen, gefolgt von Antibiotika, Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln aller Art. Über den Umfang, mit dem im Spitzensport alles konsumiert wird, was der Markt anbietet, kann ich mich nur wundern." Weil gerade Kreatin "mit dem Nandrolon-Problem eng zusammenhängt", hat das IOC eine weltweite Suche nach Nandrolon in Zusatznahrung gestartet. Schamasch: "Unsere Labors sind dabei, 600 Produkte zu überprüfen, die auf allen Kontinenten gekauft worden sind." Auch dem Wachstumshormon HGH will das IOC endlich zu Leibe rücken: "Wir haben einen Forschungsauftrag für zwei Jahre an die Uni München vergeben, die dafür 425.000 US-Dollar erhält. Der Vertrag ist unterzeichnet." Damit kann das von Prof. Christian Strasburger entwickelte Verfahren verfeinert werden. Noch vor Sydney hatte das IOC die Methode abgelehnt, nun ist man umgeschwenkt. Schamasch: "Wir hoffen schon bis Jahresende auf erste Zwischenergebnisse." Auch der "Asthma-Flut" von Spitzenathleten will das IOC einen Riegel vorschieben. Schamasch: "In Salt Lake City reicht keinem Olympiastarter mehr ein Attest seines Hausarztes. Wir verlangen die detaillierten ärztlichen Unterlagen und werden zumindest teilweise den Sportler noch einmal untersuchen, bevor er Startrecht erhält." Line element 10.7.2001 Grieche sucht Doping: Die griechischen Organisatoren der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen erwägen den Aufbau eines Antidoping-Centers für 1,5 Milliarden Drachmen, das sind rund 12 Milionen Frabken. Das Budget dafür solle anteilig vom griechischen Staat und vom Organisationskomitee (ATHOC) aufgebracht werden, sagte Georges Floridis, Staatsekretär für Sport, anläßlich der Unterzeichnung eines entsprechenden Kooperationsvertrages in Athen. Während der Olympischen Sommerspiele 2004 sollen in dem Center täglich rund 180 und insgesamt etwa 3500 Blut- und Urin-Analysen durchgeführt werden, 650 weitere bei den Paralympics. Line element 6.7.2001 Nicht nur Ärzte, auch Sportler setzen auf Kunstblut: Erster künstlicher Sauerstoffträger wurde kürzlich in Südafrika zugelassen / IOC setzt Kunstblut auf die Dopingliste Line element 29.6.2001 Das Schreckgespenst der genmanipuluerten SportlerInnen rückt näher: Der Leiter des Doping-Kontrolllabors in Kreischa, Klaus Müller, erwartet die Manipulation menschlichen Erbgutes zur Leistungssteigerung frühestens in einem Jahr. "Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass es in einem Jahr kommt, aber vielleicht auch erst in fünf Jahren", erklärte der Wissenschaftler. MaSSnahmen zur Verhinderung von Gen-Doping und dessen Aufdeckung sind indes bereits weit fortgeschritten: "Es ist nicht so, dass wir immer hinterherhinken. Gen-Doping gibt es nach unserer Einschätzung noch nicht. Deswegen haben wir eine Art Vorwärtsverteidigung auf dem Gebiet, weil das sicher kommen wird", berichtete Müller. Bislang ist die Veränderung des Erbgutes nicht auf der Dopingliste. Allerdings existiert schon ein fertiger Text, der in der Rubrik "verbotene Methoden" neben Blutdoping, Verabreichung künstlicher Sauerstoff-Träger und jegliche Manipulation des Urins als Punkt vier eingefügt wird. Müller: "Gen-Doping ist in absehbarer Zeit definitiv verboten." Für die weitere Erforschung der erwarteten Entwicklung stehen den Wissenschaftlern aus dem Fonds der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) voraussichtlich 1,5 Millionen Dollar (rund 1,74 Millionen Euro/3,41 Millionen Mark) zur Verfügung. Für Müller ein Beleg dafür, dass vom Gen-Doping eine reale Gefahr für den Sport ausgehen kann. "Wir nehmen es ernst. Was für therapeutische Zwecke möglich ist, wird alsbald auch missbraucht", sagte er. Anwendung könnte die Methode vornehmlich bei Blutbildung finden, um mehr körpereigenes Erythropoietin (EPO) zu erzeugen. Dies wäre dann im Gegensatz zum künstlich hergestellten EPO nicht mehr nachweisbar. Eine zweite Einsatzmöglichkeit wäre die Förderung des Muskelwachstums. Voraussetzung für Genmanipulation im Sport ist die Erbgut-Veränderung zu medizinischen Zwecken, um Erbkrankheiten behandeln zu können. Davon aber scheint die Wissenschaft noch weit entfernt. "Die Erwartungen haben die Erfolge bei weitem übertroffen. Es gibt nicht eine einzige erfolgreiche Methode zur Krankheitsbehandlung", urteilte Müller. Zudem stellte er möglichen Betrügern mit Gen-Doping eine schnelle Überführung in Aussicht: "Es lässt sich nichts so empfindlich nachweisen wie eine Genmanipulation. Wenn man weiSS, was verändert worden sein muss, weil eine bestimmte Wirkung erzielt wurde, kann das mit einer DNA-Analyse nachgewiesen werden." Line element 28.6.2001 USA führen Anti-Dopingpässe ein. Die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) will auf Druck der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) noch in diesem Jahr für ihre Athleten so genannte Anti-Dopingpässe einführen. Allerdings soll das vorerst auf freiwilliger Basis geschehen, wie aus Kreisen der USADA in Colorado Springs verlautete. USADA-Offizielle hatten sich zu Wochenbeginn mit dem ehemaligen norwegischen Weltklasse-Eisschnellläufer und jetzigen WADA-Vertreter Johann Olav Koss zur Beratung getroffen. Dabei legte Koss den Amerikanern ans Herz, dass sie einen Anti-Dopingpass einführen sollten, um der Welt zu zeigen, dass sie nichts zu verbergen haben. Die USADA hofft, dass sich trotz Freiwilligkeit alle der etwa 300 Sportler, die zur Olympia-Mannschaft für die Winterspiele im nächsten Jahr in Salt Lake City gehören werden, mit einem entsprechenden Pass ausrüsten. Ähnliche Initiativen laufen derzeit in Südafrika, Australien, China, Kanada und Finnland. Line element 28.6.2001 Asthma-Inhalatoren: "Man hat mehr Lungenvolumen, kann mehr atmen" Glaubt man dem Olympiadritten Thomas Rupprath (Neuss), dann nehmen Sportlern Asthmamittel ein, um sich einen Leistungsvorteil zu verschaffen. Solche Asthmamittel würden die Lungen- und Bronchienfunktion erweitern, meinte der 24 Jahre alte deutsche Rekordschwimmer über 50 und 100 Meter Delfin am Mittwoch im DSF. "Man hat mehr Lungenvolumen, kann mehr atmen. Dies bringt natürlich 10 bis 15 Minuten vor dem Start, wenn man ein solches Medikament einnimmt, schon einen Vorteil. Man hat mehr Sauerstoffzufuhr und man kann die Strecke besser durchschwimmen, als wenn man es nicht machen würde." Auf die Frage, ob sich die Athleten ein solches Mittel verschreiben lassen würden, um einen Vorteil zu haben, meinte der selbst unter Asthmaproblemen leidende Rupprath: "Ich denke schon. Einige werden dies bestimmt machen. In jeder Sportart ist es so, dass gedopt wird oder etwas gemacht wird, um an der Spitze zu sein." In der letzten Zeit war bekannt geworden, dass bis zu 80 Prozent aller Spitzensportler, darunter auch der ehemalige Tour-Sieger Jan Ullrich, wegen asthmatischer Probleme Rezepte über kortisonhaltige Medikamente erhalten, die auf der Doping-Liste stehen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte bereits vor Monaten angekündigt, die Bestimmungen würden in diesem Punkt deutlich verschärft [Info über Inhalatoren].

28.6.2001 HGH-Test bald einsatzbereit? Die Anti-Doping-Weltagentur Wada gibt weitere 1,7 Millionen Dollar für ein australisches Forschungsprojekt freigegeben, mit dem die Nachweisbarkeit des Wachstumshormons HGH endgültig gelingen soll. Das bestätigte Australiens Sportministerin Jackie Kelly in Sydney. Insgesamt setzt die Wada mehr als fünf Millionen Dollar für Forschungsprojekte ein. Um die Forschungsförderung bewarben sich 40 Wissenschaftler aus 17 Ländern. Dem Münchner Genetiker Dr. Christian Strasburger war als erstem die Unterscheidung von körperproduziertem und synthetisch hergestelltem HGH gelungen. "Das Doping mit HGH ist ein Riesenproblem. Ein Überschuss an Wachstumshormonen über lange Zeit kann zum Tod durch Herzversagen und zur Bildung von Darmkrebs führen", hatte Strasburger zuletzt in einem Interview erklärt. Ein höhere Hemmschwelle angesichts der Nebenwirkungen bei den Athleten sieht der Genetiker aber nicht. "Ich fürchte, dass das die Sportler in keinster Weise abschreckt", erklärte Strasburger. HGH gilt wegen seiner angeblichen Nicht-Nachweisbarkeit bisher als der Renner auf dem Dopingmarkt. Strasburger waren vom IOC 460.000 Dollar zur Entwicklung eines gerichtsfesten Nachweisverfahrens von HGH zugesagt worden. Line element 15.6.2001 Anabole Steroide sind weit verbreitet - auch jenseits des Leistungssports. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass jeder fünfte Freizeitsportler in Fitness-Studios Dopingpräparate, in der Regel Anabolika, konsumiert [Mehr].

Der Kanadische Schwimmer Morgan Knabe entschuldigt sich bei Domenico Fioravanti. Im Nach Sydney veröffentlichte der Corriere della Sera, das CONI (Italienisches Olympisches Komitee) habe bei 61 italienischen Medailengewinnern im Juni 2000 "astronomische" Wachstumshormonspiegel im Blut gemessen. Das CONI wertete die zuerst zrückgehaltenen Befunde als nicht signifikant - im Gegensatz zu den meisten Dopingexperten im Ausland. Fioravanti (in Sydney Gold 100 und 200 Brust) war nicht auf der Liste, im Gegensatz zu Massi Rosolino, dessen Wert 15-mal über dem Normalwert lag (Gold 200 Lagen, Silber 400 Freistil und Bronze 200 Freistil. Knabe beschuldigte Fioravanti nach den Spielen Wachstumshormone gebraucht zu haben, und er wolle ihm ins Gesicht schlagen. Knabe nahm seine Aussage jetzt zurück und entschuldigte sich sowohl bei Fioravanti als auch beim italienischen Schwimmverband. Line element 9.6.2001 Susie O'Neill setzt sich für Athleten-Dopingpass ein. Die im letzten September ins IOK gewählte Susie O'Neill nimmt ihr Amt genauso ernst wie den Wettkampfsport: An ihrer ersten Sitzung in Lausanne machte sie Ihre Mission deutlich. Sie präsentierte in der Athletenkommission ihre Vorstellungen zur Dopingbekämpfung und den von der Australian Sports Drug Agency vorgeschlagenen Athleten-Dopingpass. In Australien würden 98% der Athleten den Pass unterstützen. O'Neill wird am IOC-Meeting in Moskau teilnehmen (s. Mitteilung unten). Ob sie für oder gegen Beijing stimmen werde und wer ihr Kronfavorit als Nachfolger von Samaranch ist, konnte sie noch nicht sagen. Abschliessend meinte sie: "Mir gefällt die neue Rolle wirklich und damit sichere ich meine olympische Zukunft für die nächsten 8 Jahre". Line element 7.6.2001 Einbrecher belastet Turetski: Der australische Schwimm-Trainer Gennadi Turetski, der des Dopings beschuldigt wird, ist durch die Aussage eines Zeugen vor Gericht in Canberra schwer belastet worden. Der 18 Jahre alte Gavin Massey, dem der Einbruch in Turetskis Villa in Canberra nachgewiesen wurde, gab an, in dem von ihm gestohlenen und in einem nahegelegenen See versenkten Safe hätten sich "viele Pillen" befunden. Dabei handelte es sich um Stanozololpräparate. Der gebürtige Russe, seit 1996 australischer Staatsbürger, bestreitet alle Vorwürfe. Das Steroid Stanozolol war 1988 bei Olympia in Seoul dem kanadischen Sprinter Ben Johnson zum Verhängnis geworden. Turetskis Anwälte hatten zuletzt trotz gravierender Vorwürfe auf "nicht schuldig" plädiert. Das Urteil wird nicht vor Mitte Oktober erwartet. Turetskis Anwalt Jason Parkinson: "Wir sind sicher, dass die Angelegenheit dann erledigt ist. Dann kann Turetski wieder das machen, was er am besten kann: Champions trainieren." Dem Coach der Olympiasieger Alexander Popow und Michael Klim drohen bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten und eine lebenslange Sperre für Verbandsarbeit auf australischem Boden. Der 1992 nach Australien ausgewanderte Turetski, der Popow 1992 und 1996 jeweils zu Olympiagold über 50 und 100 Meter Freistil geführt hatte, bleibt bis zum Ende des Verfahrens von seiner Tätigkeit im Nationalen Sportinstitut in Canberra suspendiert. Zudem wurde er aus dem Team für die Weltmeisterschaften im Juli im japanischen Fukuoka gestrichen.

Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln: Vor dem zunehmenden Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln mit Pro-Hormonen im Leistungssport hat Professor Wilfried Kindermann, Leitender Olympiaarzt und Sportmediziner an der Universität des Saarlandes, gewarnt. Er kritisierte den unüberschaubaren Markt der Nahrungsergänzungsmittel. Viele Sportler meinten, dass sie im Nachteil seien, wenn sie jene Präparate, die ihre Konkurrenten konsumieren, nicht nähmen, sagte er gestern auf einer Informationsveranstaltung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft in Saarbrücken, die auch von der gemeinsamen Antidoping-Kommission vom Deutschen Sportbund und vom Nationalen Olympischen Komitee getragen wurde. Das kann dazu führen, dass die Sportler sich unbeabsichtigt dopen. Vor allem Produkte aus den USA seien häufig mit Pro-Hormonen versetzt, so Kindermann. Wenn es schon Ergänzungsmittel sein müssen, dann sollte darauf geachtet werden, dass sie in Deutschland hergestellt worden sind. Denn in Deutschland dürfen keine Präparate, die Nandrolon oder entsprechende Pro-Hormone enthalten, produziert werden. Line element 2.6.2001 Verantwortung liegt allein bei den Sportlern. Fünf Millionen Dollar werden der Internationalen Anti-Doping-Agentur (Wada) für neue Forschungreihen vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zur Verfügung gestellt, darunter 500000 Dollar für Projekte gegen Gen-Doping. Zugleich gab die Wada bekannt, dass die weltweiten Trainingskontrollen 2001 von 2500 auf 3500 und im Olympiajahr 2002 auf 4500 ausgedehnt werden. Erstmals soll es dabei auch Blutkontrollen geben. Darüber hinaus kündigte der Kanadier Richard "Dick" Pound, aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch, die Intensivierung des Kampfes gegen den vermehrten Missbrauch des anabolen Steroids Nandrolon an. "Wir werden nicht locker lassen und hart bleiben", erklärte Pound nach einem Treffen der Wada-Exekutive im südafrikanischen Kapstadt. "Es ist kein Zufall, dass derzeit so viele Nandrolonfälle hochkommen. Meine persönliche Meinung ist, dass einige der positiv getesteten Sportler ganz genau wussten, dass sie Mittel benutzten, die Nandrolon enthielten." Die missbräuchliche Nutzung von Nandrolon hatte in den Niederlanden und Italien wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt, ausserdem zählen drei deutsche Top-Athleten zu den überführten "Sündern": Die Leichtathleten Dieter Baumann und Falk Balzer sowie Alexander Leipold, der seine olympische Goldmedaille zurückgeben musste. Pound zeigte in Kapstadt keinerlei Verständnis für die Rechtfertigungsversuche der Athleten, es habe sich um verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel gehandelt. "Wenn jemand positiv gestestet ist, dann handelt es sich um ein Niveau oberhalb dessen, was natürlich produziert werden kann. An diesem Punkt gibt es keine Diskussion mehr", sagte Pound. "Es kann vielleicht sein, dass manchmal jemand nicht exakt weiss, was genau in den Produkten enthalten ist oder die Inhalte nicht exakt ausgewiesen sind. Die Verantwortung für die Einnahme liegt dennoch allein bei den Sportlern. Sie müssen ohne Wenn und Aber sicher gehen, keine unsicheren und unerlaubten Substanzen einzunehmen." Line element 2.6.2001 Entscheid über den Sitz der WADA vertagt: Erst im August bei einer Vollversammlung in der estnischen Hauptstadt Tallin soll der künftige Sitz der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) festgelegt werden. Das Exekutivkomitee der WADA vertagte am Freitag in Kapstadt eine Entscheidung. Um den Sitz der Agentur bewerben sich Bonn, Lausanne, Montreal, Stockholm und Wien. Line element 1.6.2001 Neue Substanzen auf der Dopingliste. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat in Zusammennarbeit mit der Welt-Doping-Agentur (WADA) am Freitag mitgeteilt, dass zwei neue Substanzen auf die Liste der verbotenen Dopingmittel genommen werden. Neben einer neuen Definition des Blut-Dopings beinhaltet die Liste Mittel, die "Beta-2-Agonisten" mit anaboler Wirkung enthalten. Diese sind vor allem in Asthma-Medikamenten zu finden, was zu einem Verdacht des Missbrauchs führte. Athleten mit Asthma müssen in Zukunft einen klinischen Beweis ihrer Erkrankung erbringen. Ausserdem besteht die Möglichkeit von unangekündigten Tests um die Notwendigkeit des Medikaments zu prüfen. Die neue Liste des IOC tritt am 1. September in Kraft und gilt bis 31. Dezember 2002. Line element 17.5.2001 WADA: Am 21. August wird die Entscheidung über die zukünftigen Heimat der Welt-Antidopingagentur Wada gefällt. Dies gab der Vorsitzende Dick Pound (Kanada) in Lausanne bekannt, wo sich die provisorische Zentrale seit Wada-Gründung im letzten Jahr befindet. Bewerber um den endgültigen Sitz sind Lausanne, Bonn, Montreal, Stockholm und Wien. Line element 5.5.2001 Dieb von Touretskis Safe erklärt sich als schuldig: Gemöss einer australischen Pressemitteilung hat sich der Dieb von Touretskis Safe, in dem kleine Mengen des Steroids Stanozolol gefunden wurden, vor dem Gericht als "schuldig" erklärt. Er habe den Safe am 1. April gestohlen und darauf in einen Teich geworfen. Aus der australischen Pressemitteilung geht aber nicht hervor, ob und wie dieser Mann den Safe geöffnet hat und wie die Steroide in den Safe gelangten. Die Gerichtsuntersuchung gegen diesen Mann wird Ende Mai fortgesetzt. Der nächste Gerichtstermin für Touretski ist am 26. Juli. Die Untersuchung wird sich mindestens bis in den Oktober hinziehen. Die Hauptverhandlung ist auf den 15.-18. Oktober angesetzt. An den WM, wo Touretskis Schwimmer Michael Klim, Sarah Ryan, Antony Matkovich, Ray Hass, David Jenkins und Alexander Popov teilnehmen, wird er fehlen müssen. 3.5.2001 Bald Schwimmer mit Schwimmhäuten? Auf Einladung des Deutschen Olympischen Instituts referierte der Dopinganalytiker Professor Klaus Müller in Berlin über die "Gefahren des Gendopings". In einer zweistündigen Rede referierte der Toxikologe Professor Klaus Müller über Fiktion und Realität, über medizinische Machbarkeit und leistungsphysiologische Wirksamkeit. Der Leiter des Instituts für Dopinganalytik in Kreischa rechnet damit, dass Athleten in Zukunft gentechnisch manipuliert werden, um ihr Muskelwachstum oder auch die Produktion der Blutkörperchen in ihrem Körper anzuregen. Bereits heute wird das in der Niere gebildete Erythropoietin (EPO) in den Ovarialzellen chinesischer Hamster reproduziert. Das EPO-Gen wurde bereits in Muskeln von Affen injiziert, die nach Monaten einen höheren Hämoglobinspiegel aufwiesen als vor der Gentherapie. Bekannt ist auch, dass die Rinder-Rasse Belgian Blue über eine gigantische Muskelmasse verfügt, weil ihr das Myostatin-Gen fehlt, das bei Menschen das Muskelwachstum hemmt. Dieses Gen bei Sportlern zielgerichtet ausgeschaltet, könnte ungehemmt das Wachstum fördern. Noch ist die Gentechnik nicht ausgereift - und "mit Pillenschlucken ist es nicht getan", sagte Müller. Um Gene in Zellen einzuschleusen, müssten die Zellwände durchschlagen werden - durch Vektoren, die die Gene transportieren oder durch Elektroporation, bei der Stromstösse die Zellwände öffnen. Diese Verfahren gelten noch als kompliziert und mit hohen pathogenen bis letalen Risiken versehen. "Das nächste Problem ist, die Wirkung der veränderten Gene im Körper zu steuern", betonte Müller. Mit der wachsenden Kenntnis darüber dürfte aber die Hemmschwelle sinken, sie einzusetzen. Auch wenn aus heutiger Sicht der sportleistungssteigernde Effekt nicht sicher zu bemessen ist. Müller warnte vor Hysterie. Bisher wurde Gendoping noch nicht angewandt, der Begriff taucht bislang auch nicht im Anti-Doping-Code des IOC auf. Müller fordert daher eine schnelle Nachbesserung. Gelegenheit dazu gibt im September eine Konferenz der Welt-Antidopingagentur in New York. Diese wird sich mit Gentherapie und gentechnischen Methoden beschäftigen.

Gerichtsfall Touretski eröffnet. Touretski plädiert auf unschuldig in Bezug auf den Anklagepunkt "illegaler Besitz des Steroides Stanozolol", teilte sein Anwalt vor dem Gericht mit. Touretski selber schwieg. Die maximale Strafe gemäss dem australischen Poisons and Drugs Act beträgt 6 Monate Gefängnis. Für Touretski schlimmer wäre aber die lebenslange Sperre als Trainer. Zurzeit ist er bloss suspendiert und erhält nur ein Teilgehalt. Der Diebstahl von Touretskis Safe mit Medaillen von Popov und Klim wurde von 2 Heroinsüchtigen begangen (s. Berichte vom 10., 11. und 23. April). Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 26. Juli angesetzt. Line element 23.4.2001 Touretski-Doping-Affäre: Einbrecher gefasst. Canberra - Die nächste Runde in der "Doping-Affäre" um den australischen Schwimm-Trainer Gennadi Turetski ist eingeläutet worden . Der Einbrecher, der einen Safe mit den Goldmedaillen der Olympiasieger Alexander Popow und Michael Klim sowie unerlaubten leistungssteigernden Substanzen aus dem Haus des in Russland geborenen Turetski entwendet hatte, scheint gefunden. Am Freitag wurde der in neun Fällen wegen Diebstahls und Einbruchs vorbestrafte Matthew Taylor des Diebstahls anaboler Steroide angeklagt. Der 20-Jährige machte keine Aussage, am 4. Mai muss er vor Gericht erscheinen. Einen Tag davor muss sich Turetski wegen illegalen Besitzes von Stanozolol verantworten. Der Missbrauch dieses Anabolikums war 1988 bei Olympia in Seoul dem kanadischen Sprint-Star Ben Johnson nachgewiesen worden. Bei einer Verurteilung drohen Turetski eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten und eine lebenslange Sperre für Verbandsarbeit auf australischem Boden. Der 1992 nach Australien ausgewanderte Erfolgscoach, der Popow 1992 und 1996 jeweils zu Gold über 50 und 100 Metern Freistil geführt hatte, bleibt bis zum Ende des Gerichtsverfahrens von seiner Tätigkeit in der Trainingsakademie in Canberra bei vollem Gehalt suspendiert. Zudem wurde er aus dem Team für die WM im Juli im japanischen Fukuoka gestrichen. Turetski beteuert seine Unschuld. Derweil sieht Australiens Olympia-Held Ian Thorpe einen Schaden für das in "down under" sehr populäre Schwimmen. Nach dem Startschuss für den Ticketverkauf für die Commonwealth-Spiele in Brisbane im August sagte der zweifache Sydney-Olympiasieger und Weltrekordler über die Freistildistanzen 200, 400 und 800 Meter: " Egal, was das Ergebnis im Fall Turetski ist: Es wird einen negativen Effekt auf den gesamten australischen Schwimmsport haben." Auf sein eigenes Verhalten habe der Fall keine Auswirkungen: " Es ändert nichts an dem, was ich tue", sagte der "Thorpedo", der sich 2000 Doping-Verdächtigungen aus deutschen Schwimmerkreisen ausgesetzt sah: "Ich weiss, was ich tue. Was andere Leute denken, macht mir weniger aus als früher." Line element 18.4.2001 Unstimmigkeiten zwischen der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) und der Medizinischen Kommission des Int. Olympischen Committees (IOC) verzögern die Herausgabe der neuen Doping-Liste. Die letztjährige Liste vom 1.4.2000 bleibt somit bis auf weiteres gültig. Neben der SOV-Liste hat für den SSCHV auch die Doping-Liste der Fédération International de Natation (FINA) Gültigkeit. Wo die beiden Listen voneinander abweichen, gilt die strengere Bestimmung. Line element 17.4.2001 WADA verteilt weitere 5 Mio. Dollar: In diesem Jahr wird die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) weitere fünf Millionen US-Dollar für Forschungsprojekte an Universitäten, Institute und Fachlabors vergeben. Bis zum Stichtag 1. April gingen in der Wada-Zentrale Lausanne 40 Anträge aus 17 Ländern mit der Bitte um finanzielle Unterstützung ein. Die Forschungsvorhaben konzentrieren sich auf drei Bereiche: Wachstumshormone, EPO und Steroide. Sie werden nun von einem unabhängigen Expertengremium geprüft. Die Entscheidung über die Verteilung der Gelder soll im Juni und im August in zwei Abschnitten fallen. Line element 12.4.2001 Australiens Schwimmsport im Banne der Dopingaffäre Turetzki. Die Affäre um die Verstrickung des australischen Schwimmtrainers Gennadi Turetski in Dopinggeschäfte schlägt weiter hohe Wellen. Turetski muss sich am 3. Mai in Canberra wegen des vermeintlichen Besitzes von Dopingmitteln vor Gericht verantworten. Bei der ersten gerichtlichen Anhörung am Donnerstag im australischen Canberra war der Coach der Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow und Michael Klim nur durch seinen Anwalt Jason Parkinson vertreten. Richterin Maria Doogan setzte in der nur zweiminütigen Sitzung den Gerichtstermin fest und entschied, dass eine Kaution nicht notwendig sei. Bei einer Verurteilung drohen dem Erfolgstrainer eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten und eine lebenslange Sperre für Verbandsarbeit auf australischem Boden. Nach Bekanntwerden des Dopingfundes führte der Australische Schwimm-Verband (AIS) sofort bei 250 Athleten Dopingtests durch. Die Ergebnisse sollen kommende Woche vorliegen. Dies gab ein AIS-Sprecher am Donnerstag bekannt. Doch auch diese Blitzaktion kann den entstandenen Imageschaden in der Öffentlichkeit nicht mehr abwenden. "In kaum einem anderen Land werden Schwimmer so oft gestestet wie bei uns. Aber trotzdem bleiben Zweifel", meinte 1500-m-Olympiasieger Grant Hackett, der auf eine neue Testmethode im Anti-Doping-Kampf hofft. "Es wäre wichtig, dass die Wissenschaftler ein eindeutiges Testverfahren einführen, das alle Zweifel ausschliesst", sagte der australische Schwimmstar. Bislang würde nur auf 60 oder 70 Prozent der Dopingmittel getestet, das würde in der Öffentlichkeit immer für Argwohn sorgen. "Die Situation im Anti-Doping-Kampf ist vergleichbar mit den Tätigkeiten der Polizei. Diese kontrolliert die Verbrechen, kann sie aber nicht stoppen", erläutert Hackett, der über die massiven Dopinggerüchte nach dem Fund von verbotenen Substanzen bei Schwimmtrainer Turetski verärgert ist. Der 1992 nach Australien ausgewanderte Turetski, der Popow 1992 und 1996 jeweils zu Gold über 50 und 100 m Freistil geführt hatte, bleibt bis zum Ende des Gerichtsverfahrens von seiner Tätigkeit in der Trainingsakademie in Canberra bei vollem Gehalt suspendiert. Zudem wurde er aus dem Team für die Weltmeisterschaften im Juli im japanischen Fukuoka gestrichen. Der gebürtige Russe, der seit 1996 auch australischer Staatsbürger ist, bestreitet die Vorwürfe. "Herr Turetski hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Er hofft, in einem schnellen Verfahren diese schweren Anschuldigungen zu widerlegen und seine Unschuld zu beweisen", sagte Parkinson. Das anabole Steroid Stanozolol, das auch 1988 bei Olympia in Seoul bei Leichtathletik-Star Ben Johnson nachgewiesen wurde - war in einem Privatsafe Turetskis gefunden worden. Der Safe war dem Coach Anfang des Monats aus seinem Haus gestohlen und kurze Zeit später in einem nahe gelegenen See entdeckt worden.

Müssen die Australier jetzt für Scheinheiligkeit zahlen? Der frühere Olympiacoach Laurie Lawrance sagte am Mittwoch, jetzt müsse Australien für seine Scheinheiligkeit in Sachen Doping bezahlen, nachdem der australische Schwimmaport in Aufruhr geraten sei. Die australischen Trainer und Offiziellen haben jeweils am lautesten gesschrien, wenn irgendwo in der Welt ein Dopingfall ans Licht kam (China, USA). Das Gerücht Tourtzki habe die kleine Anabolikamenge Stanozolol von einem Schwimmer konfisziert beruhigte die Situation nicht.Alles starrt gebannt auf den Gerichtssaal wo gerade jetzt die Verhandlung läuft. Berichterstattung im Sydney Morning Herald Line element 11.4.2001 Australischer Premierminister spricht Vertrauen aus. Australiens Schwimmer haben sich hinter den in einen Dopingskandal verwickelten Trainer Gennadi Turetski gestellt. Premierminister John Howard sprach im "Namen von Millionen Australiern" den auf dem fünften Kontinent überaus populären Schwimmern das Vertrauen aus und sagte ihnen Unterstützung zu. Der in Russland geborene Turetski muss sich am Donnerstag wegen illegalen Besitzes von Anabolika vor einem Gericht verantworten. Er war am Dienstag von seinem Trainingsamt am australischen Sportinstitut in Canberra (AIS) suspendiert worden. Im droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Sperre. Für das AIS-Team sagte die Schwimmerin Petria Thomas, dass die Mannschaft an Turetski festhalten werde. Auch Schwimmstar Alexander Popow will seinem Coach die Treue halten. Um Kritik aus dem Ausland vorzubeugen, wurden am Mittwoch Ergebnisse von Dopingtests australischer Spitzenschwimmer veröffentlicht. So ist allein Turetskis Schützling Michael Klim 47 Mal überprüft worden, seitdem er in Canberra trainiert. Dabei handelt es sich ausschliesslich um die Tests, die unter Aufsicht der australischen Dopingbehörde durchgeführt worden sind. Dazu kommen noch die Proben bei internationalen Veranstaltungen. Um weitere Gerüchte im Keim zu ersticken, hatte die australische Doping-Agentur ASDA sofort nach Bekanntwerden des Skandals damit begonnen, 250 Sportler des AIS zu Dopingtests heranzuziehen. Der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Klim erklärte am Mittwoch am Beckenrand in Canberra, er sei "erschüttert und enttäuscht". Im Gespräch mit ihm habe sich Turetski entschuldigt. Klim hatte auch einen Anruf von Australiens derzeitigem Superschwimmer Ian Thorpe erhalten, in dem dieser ihm seine Unterstützung versprach. Der ebenfalls in Canberra lebende und trainierende Russe Popow, der unter Turetskis Führung 1992 und 1996 jeweils die 50 und 100 Meter Freistil bei Olympia gewann, erschien nicht zum Training. Das Mitglied der IOC-Athletenkommission erklärte aber schriftlich, er wolle auch in Zukunft mit Turetski arbeiten. In Australien hielten sich am Mittwoch weiterhin hartnäckig Gerüchte, dass Turetski möglicherweise hereingelegt worden ist. Das in einem aus seinem Haus gestohlenen Safe gefundene anabole Steroid Stanozolol gilt als "altmodisch" und leicht nachweisbar. Daher halten es Experten für fast ausgeschlossen, dass ein so hochkarätiger Trainer wie der aus Russland stammende 51-Jährige ein solches Mittel einsetzen könnte.

Dem australischen Schwimmverband droht ein Dopingskandal grösseren Ausmasses

Popov verteidigt Touretzki. Heute morgen meldete sich Alexander Popov und nahm Touretzki in Schutz: Er habe keinen Zweifel an der ethisch sauberen Einstellung von Touretzki."Ich habe seit 11 Jahren eine freundschaftliche und professionelle Beziehung mit ihm und nie einen Grund zum Zweifeln gehabt. Das ist für Gennadi eine schwere Zeit und ich werde unsere Zusammenarbeit deshalb weiter aufrecht erhalten." Touretzki muss morgen Donnerstag vor einem Gericht erscheinen (Canberra Magistrates Court). Klim, flankiert von 18 SchwimmerInnen zeigte sich an einer Pressekonferenz im Australian Institute of Sports schockiert. Gennadi sei zerstört. Klim fuhr fort, dass der australische Schwimmsport auf absoluter Doping-Freiheit basiere. Er konzentriere sich jetzt voll auf Fukuoka. Er versichere, dass sie jetzt und in Zukunft total gegen Doping seien und zeigte seine 47 negativen Dopingtestzertifikate seit 1996. Touretzkis Anwalt bestätigte, dass Touretzki während der Untersuchung keine Trainertätigkeit ausübe. Touretzki sei unschuldig. Inzwischen laufen in Australien die Dopingkontrollen routinemässig weiter. Gemäss Mitteilung der Australian Sports Drug Agency werde nirgendwo auf der Welt so konsequent und häufig getestet. Seit anfangs 2000 seien 2448 tests durchgeführt worden, davon 260 bei SchwimmerInnen sagte der Geschäftsleiter der ASDA John Mendozza. Line element 10.4.2001 Klims und Popovs Trainer Touretzki unter Dopingverdacht: (1. Update) Der Coach der Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow und Michael Klim, Gennadi Turetski, ist wegen des vermeintlichen Besitzes von Dopingmitteln bis auf weiteres von der Trainingsakademie in Canberra suspendiert worden. Dies gab Mark Peters, der Exekutiv-Direktor der australischen Sportkommission, am Dienstag bekannt. Der 1992 nach Australien ausgewanderte Turetski, der Popow 1992 und 1996 jeweils zu zweimal Gold über 50 und 100 Meter Freistil geführt hatte, muss sich am Donnerstag in Canberra vor Gericht verantworten. In einem Safe, der Gennadi Turetski in der Vorwoche aus seinem Haus gestohlen und kurze Zeit später in einem nahe gelegenen See wieder gefunden worden war, fanden die Polizeibeamten eine geringe Menge anaboler Steroide. In dem Safe waren auch zwei Goldmedaillen von Popow und Klim, die die beiden Schwimmer ihrem Coach geschenkt hatten. Der 51 Jahre alte Turetski, der im australischen Sportinstitut weitere Spitzenschwimmer des Landes trainierte und seit 1996 australischer Staatsbürger ist, bestreitet die Vorwürfe. Ungeachtet dessen wurde der gebürtige Russe am Dienstag aus dem Trainer-Team für die Weltmeisterschaften im Juli im japanischen Fukuoka gestrichen. Auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz verkündete John Mendoza von der nationalen Anti-Doping-Agentur, dass von den Schwimmern niemand von den Anschuldigungen betroffen sei. Sie würden konsequenter auf anabole Steroide getestet als ihre Konkurrenten in aller Welt. Rob Woodhouse, Manager von Staffel-Olympiasieger und 100-m-Delfin-Weltrekordler Michael Klim, erklärte, sein Schützling werde sich möglicherweise am Mittwoch zu den Vorfällen äussern, wenn er mehr Informationen habe. "Ich kann nicht kommentieren, wie sich Michael fühlt, ich weiss es nicht. Wenn die Dinge ans Licht gekommen sind, wird er sicherlich einen Kommentar abgeben", sagte Woodhouse. Commonwealth-Champion Matt Dunn, der die letzten fünf Jahre vor seinem Rücktritt 2000 unter Gennadi Turetski trainiert hatte, war nach der Nachricht geschockt. "In all diesen Jahren am Sport-Institut hatten wir ein absolut drogenfreies Umfeld." Und weiter: "Es gab nie auch nur eine Spur davon, er hat keine Drogen verabreicht, garantiert", sagte der 27-Jährige. Er würde für Michael Klim und "Zar" Alexander Popow beide Hände ins Feuer legen: "Sie sind durch alle Dopingkontrollen gegangen und waren immer sauber." Fünf von Turetskis Schützlingen hatten sich bei den Landesmeisterschaften Anfang des Monats in Canberra für die WM qualifiziert, neben Klim noch Sarah Ryan, Antony Matkovich, Ray Haas und David Jenkins. Line element 10.4.2001 Die Supplement-Industrie macht 4,3 Milliarden Dollar Umsatz mit Nahrungszusätzen - und produziert Dopingfälle zuhauf: Wie Kinder vor dem Weihnachtsbaum Line element 31.3.2001 Doping - Knacknuss auch für Juristen. Das Dopingproblem ist zwar eine Herausforderung für den Sport im Allgemeinen, aberebenso eine solche für Wissenschafter, nicht zuletzt auch für die Juristen. Besonders seit sich staatliche Stellen und Politiker in die Diskussion eingemischt haben, ist das Thema für Sportjuristen noch komplexer geworden ... [Mehr]. Line element 31.3.2001 Zereissprobe im Deutschen Schwimmverband verhindert: Interims-Chefin Christa Thiel tritt am Wochenende (22. bis 25. März) beim Verbandstag in Mannheim als Präsidentschaftskandidatin an. Allerdings verknüpft die 46-Jährige aus Wiesbaden ihr Jawort mit einer Bedingung: "Die Delegierten können dafür Sorge tragen, dass der Verband funktionsfähig ist", sagte die Juristin. Ihre Massgabe: Die 18 Landes-Organisationen müssen dem unter Geldmangel leidenden DSV finanziell massiv helfen: "Wenn es nur um 50.000 Mark geht, kandidiere ich nicht." Ein Vorhaben des Präsidiums ist schon vor Mannheim am Widerstand der Landesverbände gescheitert: Die beantragte Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 50 Pfennig auf zwei Mark wird es nicht geben. "Das kann man sich abschminken", sagte Christa Thiel, die seit dem Rücktritt von Rüdiger Tretow (Münster) im November 2000 kommissarisch die Geschäfte führt. Rund 300.000 Mark mehr hätte dies schon für 2001 gebracht. Doch in letzter Sekunde wurde ein Konsens gefunden: Die "Landesfürsten" zeigen sich solidarisch. Sie wollen einen einmaligen Eigenbeitrag zu Gunsten der Professionalisierung im DSV leisten. "Wenn das durchgeht, wäre es mehr als das, was wir uns vorgestellt haben. Dann sage ich zu einer Kandidatur ja", meinte Christa Thiel. Angst vor der Aufgabe, als erste Frau einem deutschen Gross-Sportverband vorzustehen, hat sie nicht, obwohl sie nach eigenem Bekunden keine lange Vita als Funktionärin hat. "Ich habe keine Bedenken, das zu können." Christa Thiel gehört als Vorsitzende im Bundesausschuss "Frauen im Sport" dem Präsidium des Deutschen Sportbundes (DSB) an und ist seit Ende vergangenen Jahres Mitglied der Arbeitsgruppe der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Line element 16.3.2001 In Deutschland jeder 5. Freizeitsportler dedopt? Eine Studie, wonach jeder fünfte Freizeitsportler in Fitness-Studios Dopingpräparate konsumiert, sorgt derzeit für Streit. Dr. Carsten Boos von der Medizinischen Universität Lübeck, der die Studie bereits 1999 vorgenommen und im September vergangenen Jahres veröffentlicht hatte, stellte die Ergebnisse am Mittwoch während einer Anhörung des Bundestags-Sportausschusses zum Thema Doping im Freizeitsport noch einmal vor. Der Deutsche Bodybuilding- und Fitness-Verband (DBFV) wies die Zahlen daraufhin zurück. Die Untersuchung sei nicht repräsentativ, sagte DBFV-Generalsekretär Erich Janner der Nachrichtenagentur ddp. Boos hatte bundesweit 454 Männer und Frauen in 58 kommerziellen Fitness-Studios befragt. 19 Prozent der Freizeitsportler gaben an, regelmässig Anabolika einzunehmen.Von diesen Dopingkonsumenten sagten wiederum 19 Prozent, ihr Arzt habe ihnen die Präparate verschrieben. Line element 16.3.2001 Streit zwischen WADA und IOC. Zwischen der Welt-Dopingagentur Wada und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist ein Streit über die Dopingliste entfacht. Die Wada zeigte sich verärgert darüber, dass das IOC das Asthma-Medikament Terbutalin auf die Doping-Liste gesetzt hat. "Das Mittel gehört in die Kategorie der eingeschränkten Mittel. Terbutalin ist zulässig, solange es vom Arzt verschrieben wird. Das IOC hätte vorher mit uns Rücksprache halten sollen", erklärte Wada-Generalsekretär Harri Syvasalmi. Terbutalin wird auch von SchwimmerInnen mit Asthma als Medikament aber von Einigen auch als Doping benützt (in sog. Inhalern). Line element 11.3.2001 Dopingforscher warnt erneut vor HGH-Missbrauch. Der nun auch vom IOC viel beachtete Münchner Dopingforscher Dr. Christian Strasburger hat erneut vor der ernsthaften Gefahr durch die Einnahme von genetisch produzierten Wachstumshormonen (HGH) gewarnt. "Das Doping mit HGH ist ein Riesenproblem. Ein Überschuss an Wachstumshormon über lange Zeit kann zum Tod durch Herzversagen und zur häufigeren Bildung von Dickdarmkrebs führen", erklärte Strasburger. Ein höhere Hemmschwelle bei den Athleten wegen dieser starken Nebenwirkungen sieht der Genetiker, dem vor einem Jahr erstmals der Nachweis von künstlich zugeführtem Wachstumshormon gelungen ist, dennoch nicht. "Ich fürchte, dass das die Sportler in keinster Weise abschreckt", erklärte Strasburger. HGH gilt wegen seiner angeblichen Nicht-Nachweisbarkeit bisher als die Renner auf dem Dopingmarkt. Anfang Februar hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) Strasburger 460.000 Dollar zur Entwicklung eines gerichtsfesten Nachweisverfahrens von HGH zugesagt. Zuvor hatte das IOC immer ausweichend auf die Forderung nach Strasburgers Methode reagiert. Nach Meinung von Strasburger reichen die Fördermittel für die Entwicklung des Verfahrens aus. Line element 7.3.2001 Endlich: Doping-Seuchenherden in Fitnessstudios wird begegnet Mit einer Fragebogenaktion in kommerziellen Fitnessstudios soll in Italien, Portugal, Belgien, Österreich, der Schweiz und Deutschland in Zukunft der Drogenmissbrauch bekämpft werden. Diese Länder unterstützen die von der EU geförderte "Kampagne gegen Drogenmissbrauch" und wollen dabei Daten für eine wirkungsvollere Doping-Bekämpfung erheben. Weitere Untersuchungen über den Drogenhandel auf dem "Schwarzen Markt" und "via Internet" sollen ebenfalls Grundlagen für die Einleitung weiterer Massnahmen sein. Das haben die Mitglieder der internationalen Arbeitsgruppe bei ihrer Sitzung in Hannover beschlossen. Die EU-Kommission in Brüssel stellt 125.000 Euro für das vom Land Niedersachsen im Rahmen der Sportministerkonferenz der Länder (SMK) initiierte Projekt bereit. Mit einem Beitrag in gleicher Höhe beteiligen sich die mitwirkenden Länder an den Kosten. Line element 16.2.2001 IOC überwand Berührungsängste und wagte "Gang nach Canossa." Es sei wie der berühmte "Gang nach Canossa" gewesen, meinte der Medizinische Direktor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Patrick Schamasch, nach seinem Besuch bei Dr. Christian Strasburger in München. Dort hatte er sich davon überzeugen können, dass Strasburgers Forschungen zum Nachweis des gentechnisch hergestellten Wachstumshormons HGH (Human Growth Hormon) wie von Strasburger selbst seit Jahren bekundet förderungswürdig sind. Dass Strasburger und sein Team vom IOC nun insgesamt 460 000 Dollar (etwa 966 000 DM) für die Entwicklung eines serienreifen Testverfahrens erhalten, hat den Münchener Endokrinologen überrascht. Denn jahrelang haben die Olympier die von ihm entwickelte Nachweismethode für HGH ignoriert. Dabei hatte Strasburger dem IOC bereits im März 1999 seine Methode vorgestellt und dem IOC angeboten, bis zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney einen serienreifen Test zu entwickeln. Doch der IOC hüllte sich in Schweigen. Und das obwohl rekombinantes Wachstumshormon neben Erythropoetin (EPO) schon damals zu den am weitesten verbreiteten Dopingpräparaten zählte. "Die sperren sich, weil sie offenbar Angst davor haben, dass da zu viel hoch kommt", kommentierte Strasburger. Mit Blick auf Sydney sprach er später von den "Wachstumshormon-Spielen". IOC-Mitglied Schamasch zeigte sich von Strasburgers Forschungsergebnissen jetzt überrascht. Die bereits entwickelte Testmethode bezeichnete er als einen interessanten und unterstützenswerten Ansatz. Line element 14.2.2001 Spiele Wasserball, bis Sperre abgelaufen ist" Cezar Badita, dopingpositiver rumänischer Schwimmer, möchte seine einjährige Sperre durch den Internationalen Schwimm-Verband Fina nutzen, um Wasserball zu spielen. Badita war im Mai letzten Jahres in Monte Carlo der Missbrauch von Nandrolon nachgewiesen worden, hatte aber die Starterlaubnis für die Olympischen Spiele in Sydney erhalten, weil der Fall zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden war. Nach der positiven B-Probe während Olympia 2000 war Badita dann der siebte Finalplatz über 400 Meter Lagen aberkannt und zuletzt für ein Jahr gesperrt worden. "Ich spiele Wasserball, bis die Sperre abgelaufen ist. Und dann entscheide ich, ob ich weiter Wasserball spiele oder wieder schwimme.

IOC unterstützt deutsche Doping-Forscher Deutschland soll im weltweiten Kampf gegen Doping eine Vorreiter-Rolle einnehmen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) unterstützt wissenschaftliche Untersuchungen zu Wachstumshormonen und Nahrungsergänzungsmitteln, die von deutschen Instituten vorgenommen werden sollen, mit insgesamt mehr als einer Million DM. Das meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". 460 000 Dollar (etwa 966 000 DM) erhält der Münchener Endokrinologe Dr. Christian Strasburger, der an Nachweisverfahren für das gentechnisch hergestellte Wachstumshormon HGH (Human Growth Hormon) forscht und ein solches Verfahren bereits im Jahr 1999 vorgestellt hatte. In einer neuen Studie, angelegt auf zwei Jahre, soll das Verfahren verfeinert werden. Mit 75 000 Dollar (knapp 160 000 DM) unterstützt das IOC Forschungen am Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Professor Wilhelm Schänzer und sein Team untersuchen hier Nahrungsergänzungsmittel auf Spuren von Anabolika. In der Vergangenheit waren bei Kontrollen wiederholt entsprechende Präparate aufgefallen, die mit Nandrolon kontaminiert waren. Auch positive Dopingfälle werden teilweise darauf zurückgeführt.

Einsatz von Gentechnologie im Doping: Dringend werden Steroidprofile gebraucht, damit man der Schreckens-Vision genmanipulierter Hochleistungssportler wirksam begegnen kann. Prof. Dr. Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln, sagt: "Es besteht nicht der geringste Grund, die Gefahren durch die Gentechnologie im Spitzensport herunterzuspielen. Mit Steroidprofilen, die ich für die erfolgversprechendste Anti-Doping-Strategie halte, können wir jede Manipulation nachweisen. Wichtig ist allein, jetzt und nicht erst in Zukunft für alle Kaderathleten diese Profile anzulegen." Die Bundesregierung steckt in den kommenden drei Jahren 870 Millionen Mark in die Genforschung, weltweit wird an gentherapeutischen Verfahren gearbeitet. Diese Forschungsergebnisse könnten leicht für das Gen-Doping missbraucht werden. Schänzer: "Es wird viel spekuliert und prognostiziert, aber gesicherte Erkenntnisse gibt es noch nicht. In Tierexperimenten ist es zwar gelungen, Muskelwachstum zu stimulieren, aber Gene allein sind nicht das Entscheidende. Man kann eine Muskelzelle sehr gut stimulieren, aber das allein nutzt nichts, wenn das Umfeld nicht entsprechend angepasst ist." Der Nachfolger von Manfred Donike, der Anfang der 90er Jahre erstmals Steroidprofile entwickelte und frühzeitig deren flächendeckende Verbreitung gefordert hatte, sagt weiter: "Wenn wir die Gefahr durch Gen-Doping ernst nehmen, müssen wir jetzt flächendeckend Steroidprofile anlegen. Wir benötigen für die Bekämpfung zukünftiger gentechnologischer Manipulationen aktuelle Grundlagen." Mit den gewonnenen Werten entsteht ein sogenannter "genetischer Fingerabdruck". Schänzer: "Jede abnorme hormonelle Abweichung würde den Verdacht der Manipulation nahe legen." Ob das gerichtsverwertbar ist, ist für Schänzer aber "eine andere Frage". Norwegens Eisschnelllauf-Heros Johann Olav Koss sagt als Vertreter der Athleten im IOC und in der Anti-Doping-Weltagentur Wada: "Wir sollten mit aller Aggressivität verhindern, dass die Genmanipulation im Sport zukünftig eine Rolle spielt. Das ist nicht nur ein Problem des Sports, sondern der Menschheit." Dr. Patrick Schamasch, medizinischer Direktor des IOC: "Sobald gentechnologische Verfahren akzeptiert sind, wird es Leute geben, die sie missbrauchen. Und das kann Ausmasse haben, wie sie George Orwell beschrieben hat." Line element 13.2.2001 16 Ärzte und Apotheker vor Gericht. Ein Gericht in Bologna hat die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen 16 Mediziner und Apotheker beschlossen, die namhaften Sportlern Dopingsubstanzen verabreicht beziehungsweise verschrieben haben sollen. Unter den Angeklagten befindet sich auch der Sportmediziner Michele Ferrari, die "rechte Hand" von Professor Francesco Conconi vom Sportmedizinischen Institut der Uni Ferrara. Line element 10.2.2001 Beta-Agonist Formoterol von der Dopingliste gestrichen: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat jetzt das langwirksame Betasympathomimetikum Formoterol von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen. Um die Zahl der Sportler mit belastungsinduziertem oder intermittierendem Asthma zu vermindern, die zwei Asthma-Medikamente - ein kurzwirksames und ein langwirksames Sympathomimetikum - einnehmen, hat das IOC jetzt die Inhalation von Formoterol zugelassen. Nach der Freigabe des Präparates, das als "Oxis-Turbohaler" in Deutschland vertrieben wird, wurde das Beta-2-Sympathomimetikum Terbutalin von dem Komitee nun ohne Ausnahme-Genehmigung auf die Dopingliste gesetzt. Bisher waren Beta-Sympathomimetika bei Olympischen Spielen nur in inhalativer Anwendungsform und nach Antragstellung zugelassen worden. Noch in diesem Jahr will die medizinische Kommission des IOC einen Workshop veranstalten, während dem praktikable Verfahren diskutiert werden sollen, mit denen Asthma bei Sportlern zweifelsfrei diagnostiziert und die Notwendigkeit der Therapie mit inhaliertem Beta-2-Agonisten bestätigt werden kann. Line element 9.2.2001 Der Kampf gegen Doping ist das zentrale Thema des Spitzensports bis zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Dies erklärte EU-Sportkommissarin Viviane Reding. Bei einem Treffen mit der schwedischen Sportministerin Ulrica Messing kündigte Reding an, dass Europa eine Führungsrolle in der Anti-Doping-Weltagentur (Wada) einnehmen wird. "Es gilt das Null-Toleranz-Prinzip", sagte die Politikerin in Stockholm. Line element 6.2.2001 Nach 29 Jahren: IOC bleibt unerbittlich. Selbst 29 Jahre nach seinem aberkannten Olympiasieg in München wird US-Schwimmer Rick DeMont vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht rehabilitiert. Die Juristische Komission des IOC lehnte in Dakar/Senegal die Überprüfung des Falles und seine Weiterleitung an das Exekutivkomitee ab. Einen entsprechenden Antrag hatten das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) und der Kandadier Dick Pound als Vorsitzender der Anti-Doping-Weltagentur (Wada) gestellt. Dem inzwischen 44-Jährigen DeMont war 1972 nach seinem Triumph über 400 Meter Freistil das Gold wegen "Dopings" wieder aberkannt worden. Er hatte ein Asthmamittel eingenommen, dies aber nicht gemeldet. Das USOC hatte DeMont als Folge einer verlorenen Klage am vergangenen Donnerstag rehabilitiert. Er sei kein Betrüger, sondern ein unschuldiges Opfer gewesen. Nach der Disqualifikation DeMonts war der um eine Hundertstelsekunde geschlagene Australier Bradford Cooper zum Olympiasieger ausgerufen worden. Line element 2.2.2001 Der ganz normale Rinderwahnsinn im Doping: Das Kälberblut-Medikament Actovegin auf der Dopingliste - ein vorerst wirkungsloses Verbot Ein neuer Medikamentenname taucht am Doping-Horizont auf: Actovegin. Aus Kälberblut gewonnen, hilft es an Arterienverkalkung leidenden Menschen - oder Sportlern, die die Zirkulation ihres durch EPO-Gebrauch verdickten Blutes ankurbeln müssen. [Mehr] Line element 1.2.2001 Erhält Rick Demont die Goldmedaille zurück? Ob Rick Demont auch seine Goldmedaille zurückerhält, ist fraglich. Dazu müsste der Fall zunächst der IOC-Exekutive vorgelegt werden. Ricks Jurist teilte mit ein, dass die Erfolgsaussichten nicht besonders gross seien. Nach der Disqualifikation Demonts hatte der um eine Hundertstelsekunde geschlagene Australier Bradford Cooper Gold bekommen. Dessen damaliger Trainer Dan Talbot, heute Chef-Coach der "Aussies", bezeichnet Demonts Versuch, sein Gold zu erstreiten, als "absolut dumm. Ich sehe keinen Sinn darin, fast 30 Jahre nach einem solchen Rennen noch einmal alles aufzurollen. Zudem könnten Schwimmer heute nach einem positiven Dopingtest zu der Meinung gelangen, in 20, 30 Jahren bekomme ich meine Medaille schon wieder zurück", führte Talbot am Mittwoch in Sydney aus. Line element 31.1.2001 Rick Demont (44), Olympiasieger 1972 400 Freistil vom Dopinggebrauch freigesprochen. 29 Jahre nachdem er die Goldmedaille abgeben musste sprach ihn das US Olympic Comittee wegen Gebrauch eines Asthmamittels frei. Er wurde 1972 vom IOC lebenslänglich gesperrt. "Er war ein unschuldiges Opfer" sagte sein Anwalt. Demont hätte gerne seine Goldmedaille zurück, aber das steht nicht in der Macht des USOC, das kann nur das IOC. Demont war allergisch auf Weizen und Pelzhaare und wurde entsprechend behandelt. Die Medikamente wurden auf dem offiziellen Formular deklariert aber die Papiere gelangten nicht bis zur medizinischen Kommission des IOC. Line element 27.1.2001 Dem italienischen "Doping-Professor" Francesco Conconi soll der Prozess gemacht werden. Der 63-jährige Conconi wird des "Sportbetruges" und der Leitung einer kriminellen Organisation beschuldigt. Der Leiter des Sportmedizinischen Institut der Universität Ferrara soll Jahre lang zahlreichen Spitzensportlern Dopingmittel verabreicht haben. Der Professor war auch Mitglied der Anti-Dopingkommission des italienischen Olympischen Komitees (Coni). Staatsanwalt Pierguido Soprani hält nach Abschluss der Ermittlungen die Beweise für ausreichend, um die Anklage zu erheben. Über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Eröffnung eines Verfahrens entscheidet die zuständige Kammer in den nächsten Wochen. Conconi wies unterdessen die Anschuldigungen zurück: "Ich habe Forschungen über EPO betrieben, um Doping zu bekämpfen." Zur Liste der prominenten "Patienten" Conconis gehörten unter anderen Skilanglauf-Olympiasiegerin Manuela Di Centa, Ex-Toursieger Marco Pantani und andere ehemalige Weltklasse-Radsportler wie Gianni Bugno, Claudio Chiappucci und Maurizio Fondriest. Line element 25.1.2001 Therese Alsammar - Einseitige Eindeutigkeit: Hintergründe zu einer Anti-Doping-Erklärung Line element 25.1.2001 Kreatin in Frankreich verboten: Der Energielieferant Kreatin soll laut der französischen Nahrungsmittelkontrollbehörde (AFSSA) durch die konzentrierte Einnahme zu Krebs führen. Eine extrem hohe Zufuhr der beispielsweise auf natürlichem Weg über Fleisch aufgenommenen Substanz würde das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen. So hiess es in einer Veröffentlichung der Abteilung, die eine Kommission mit einer Studie beauftragt hatte. Der Vertrieb des Nahrungsergänzungsmittels in Frankreich ist verboten. Überrascht von dem Ergebnis zeigte sich der deutsche Professor Wilfried Kindermann. "Derartige Nebenwirkungen sind mir bislang in der gesamten Weltliteratur nicht untergekommen, obwohl in letzter Zeit auf diesem Gebiet sehr viel geforscht worden ist", sagte der leitende Arzt der deutschen Olympiamannschaft in Sydney. Eine hohe Dosierung berge grundsätzlich gesundheitliche Risiken in sich, "doch das gilt für alle Substanzen". Der Saarbrücker Internist gab zusätzlich zu bedenken, dass Kreatin noch nicht so lange auf dem Markt, um damit aussagekräftige Langzeitstudien betreiben zu können. Das muss auch die AFSSA eingestehen. Der Missbrauch des Energieträgers "stellt ein Risiko dar, das aber noch nicht ausreichend belegt werden kann, vor allen Dingen mit Blick auf einen längeren Zeitraum." Die staatliche Stelle fordert in ihrem per Internet veröffentlichten Bericht dennoch die Aufnahme des "Muskelturbos" in die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) aufgestellte Liste der verbotenen Substanzen. In Deutschland hatte Kreatin zuletzt aufgrund seiner Anfälligkeit durch Verunreinigungen für Schlagzeilen gesorgt. Die Wirkung im Schwimmsport ist umstritten. Line element 16.1.2001 Mehr Leistung durch Molekularbiologie: Gen-Doping wird nach Ansicht von Sportmedizinern in Zukunft labortechnisch nicht mehr nachweisbar sein. "Technisch ist Doping in einem Stadium, in dem molekularbiologisch eine deutliche Leistungssteigerung von Sportlern ohne Labornachweis machbar ist", sagte der Düsseldorfer Sportmediziner Dr. Peter Wehling am Montag in einem Interview. Bisher seien die " alten" Dopingmittel wie Anabolika bisher immer durch die Verfeinerung der Labortechnik nachweisbar gewesen. Sportmediziner und politisch Verantwortliche ignorierten diese Entwicklung. "Molekularbiologische Technik ist der aktuellen Diskussion meilenweit voraus. Letztlich wird das Problem Doping im Sport nur noch über neue ethische Standards zu regulieren sein", meinte Wehling. Zusammen mit dem renommierten amerikanischen Molekularbiologen Prof. Chris Evans weist er in wissenschaftlichen Veröffentlichungen auf neue Gentechniken hin, mit der die Leistungsfähigkeit und die Eigenschaften von Geweben leistungssteigernd verändert werden können. Wehling: "Ich glaube, dass es im Sport schon angewendet wird, auch wenn ich keinen konkreten Fall kenne." Der Düsseldorfer Sportmediziner und Evans, der an der Harvard University in Boston einen Lehrstuhl für Molekulare Orthopädie hat, sind Spezialisten in der Entwicklung und der Übertragung von Genen in menschliches Gewebe. Mit diesen Methoden kann in einem menschlichen Muskel die Leistungsfähigkeit durch Änderung des Verhältnisses schneller und langsameren Muskelzellen gentechnisch erheblich gesteigert werden. Line element 6.1.2001 Dr. Robert Kerr gestorben. Kerr wurde in den 80er Jahren als Steroid-Guru bekannt, weil er verschiedene Athleten mit leistungsfördernden Substanzen versorgt hat, und offen darüber sprach. 1989 sagte er als Zeuge vor der kanadischen Kommission aus, die den Doping-Fall Ben Johnson (Seoul, 1988) behandelte. Er gab zu, dass an den Olympischen Spielen von 1984 ungefähr 20 Medaillengewinner mit Steroiden von ihm versorgt worden seien; die Namen gab er nie bekannt, vermutlich waren alle LeichtathletInnen. Als Grund für die Abgabe gab er an, dass er die AthletInnen vor Schwarzmarktprodukten schützen wollte. Er hätte dem Ganzen "einen medizinischen Sinn" geben wollen. 1982 schrieb er in seinem Buch "The Practical Use of Anabolic Steroids With Athletes," dass er über 4000 Athleten aus 20 Ländern versorgt habe. Es handle sich beim Steroidgebrach nicht um Betrug, wenn es alle machen würden. Später gab er die Steroidabgabe auf, weil die AthletInnen sich zuwenig an seine Therapien hielten und zusätzliche Medikamente eingenommen hätten: "Man könne AthletInnen nie trauen". Line element 1.1.2001 FINA: 1110 Doping-Tests. Der Schwimm-Weltverband FINA hat im Zeitraum Januar bis 10. September 2000 insgesamt 1110 Dopingproben durchgeführt, 838 während des Trainings, 272 im Wettkampf-Betrieb. Europa liegt mit 299 Trainings- und 112 Wettkampf-Kontrollen an der Spitze. Line element 19.12.2000 Das aktuelle Buch: Aktuelle rechtliche Aspekte zum Doping. Warum darf ein internationaler Verband einen Sportler nach einem positiven Dopingbefund sperren, wenn er zuvor vom nationalen Verband freigesprochen worden ist? Wer hat bei Dopingverstössen die Beweislast, und wann gilt die Beweislastumkehr? Darf ein Athlet auch über mehrere Jahre gesperrt werden, wenn damit faktisch ein Berufsverbot ausgesprochen wird? Der Fall Dieter Baumann hat in diesem Jahr deutlich gemacht, wie kompliziert sich die Auslegung des geltenden Rechts gestalten kann, wenn ein Dopingvergehen bestraft werden soll. Im Richard Boorberg Verlag ist jetzt ein Buch erschienen, das aktuelle rechtliche (und auch medizinische) Aspekte des Dopings beleuchtet. Der Band "Doping-Forum" versammelt jene Vorträge, die auf einer Sondertagung des Konstanzer Arbeitskreises für Sportrecht gehalten worden sind. Dr. Klaus Vieweg, einer der beiden Herausgeber, gibt zunächst eine Einführung zu aktuellen Rechtsproblemen im Doping, wobei er auf die Lausanner Erklärung zum Doping im Sport (4. Februar 1999) und auf eine Dopingdiskussion eingeht, die durch den von ihm selbst mitgetragenen Konstanzer Arbeitskreis angestossen worden ist. Robert Siekmann bietet dem Leser im Anschluss eine sehr informative Übersicht über die internationalen Verbandsregelungen zum Verschuldensprinzip, zur Beweislast und zur Sanktionshöhe, bevor Janwillem Soek auf die prozessualen Garantien des Athleten in einem Dopingverfahren eingeht. Darüber hinaus werden straf- und arzneimittelrechtliche Probleme des Dopings aus rechtsvergleichender Sicht dargestellt und nicht zuletzt die verfassungsrechtlichen Probleme hinterfragt. Etliche weitere Aufsätze liefern dem Leser eine reichhaltige Materialsammlung und Grundlagen für weitere Diskussionen. [Volker Röhricht und Klaus Vieweg: Doping-Forum. Aktuelle rechtliche und medizinische Aspekte. Richard Boorberg Verlag. Stuttgart 2000. 216 Seiten. ca. Fr. 50.-] Line element 13.12. Gross-Dopingrazzia: Die italienische Polizei hat mit der grössten Dopingrazzia Europas am Dienstag Jagd auf einen internationalen Doping-Dealerring gemacht. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA seien rund 40 Personen vorläufig festgenommen worden. Gegen mindestens ein Dutzend Verdächtigte erging Haftbefehl.Einige hundert Polizisten hätten in ganz Italien rund 200 Hausdurchsuchungen vor allem in Sportstudios durchgeführt. Dabei seien grosse Mengen an Dopingmitteln beschlagnahmt worden. Die Gross-Razzia sei auf Anordnung des Bologneser Staatsanwalts Giovanni Spinosa angelaufen, der bereits im Zusammenhang mit der Doping-Affäre um den umstrittenen Sportmediziner Francesco Conconi ermittelt hatte. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die italienischen Doping-Dealer illegale Vertriebswege mit Partnern in Deutschland, Russland, Argentinien, den USA, Spanien, Griechenland und Kanada unterhielten. Die Razzia ist die erste grosse Aktion der italienischen Justiz nach in Kraft treten des italienischen Dopinggesetzes vor wenigen Wochen. Dies sieht Haftstrafen von bis zu sechs Jahren für Dopingdealer vor.

Wachstumshormone sind nachweisbar .Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will jetzt mit einem Team um den Münchner Wissenschaftler Christian Strasburger zusammenarbeiten, das eine direkte Methode zum Nachweisvon künstlich hergestellten Wachstumshormonen (HGH) gefunden hat. "Es hat ein grosses Missverständnis gegeben. Wir sehen jetzt einen interessanten Ansatz", sagte Patrick Schamasch, der Medizinische Direktor des IOC, am Dienstag in Lausanne. Der 41-jährige Hormon-Forscher Strasburger hatte dem IOC vorgeworfen, seine Testmethode ignoriert zu haben. Der Gebrauch von Wachstumshormonen gilt im Leistungssport als verbreitet, das Dopingmittel kann jedoch nach Einschätzung des IOC noch nicht mit ausreichender Verlässlichkeit getestet werden. Schamasch brachte seine neuen Erkenntnisse von einem Besuch in München mit, den er als einen "Gang nach Canossa" bezeichnete.

WADA-Sitz: Lausanne noch im Rennen. Lausanne wird immer noch als einer von 6 Kandidaten für den Sitz der Welt-Antidopingargentur gehandelt. Insgesamt hatten sich zehn Städte beworben. Die Finalisten sollen im Frühjahr durch eine Auswahlkommission besucht werden. Konkurrenten sind Bonn, Wien, Stockholm, Lille (Frankreich) und Montreal. Die Entscheidung soll spätestens bis Ende August getroffen werden. Gegen Lausanne als bisherigen Sitz seit Wada-Gründung Anfang des Jahres hatten sich vor allem Politiker aus den USA und Europa wegen der zu nahen Anbindung an die IOC-Zentrale ausgesprochen. Das IOC hatte die Anschubfinanzierung mit 25 Millionen Dollar gesichert. Die Bereitschaft der EU zur Mitfinanzierung soll auch an den Wechsel der Zentrale geknüpft werden. Pound, der auch Chef der IOC-Marketingkommission ist, will den Wada-Vorsitz mit Ende 2001 abgeben. Line element 7.12.2000 Zum ersten Mal Bluttests an einem Wettkampf: Am 5. Worldcup in Melbourne wurden 4 Schwimmer (USA, AUS, NZ) zum ersten Mal mit Bluttests auf EPO und Wachstumshormon getestet. Der Vorsitzende des medizinischen Ausschussses der FINA, Dr. David Gerrard, und der Australische Schwimmverband entschieden den Test durchzuführen. Die Laborarbeit wird von der Australian Sports Drug Agency durchgeführt, die Resultate werden anschliessend auf der FINA-Website publiziert. Dr. Gerrard teilte mit, dass das Bluttesten weitergeführt wird, aber nur in Zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden wo die Wettkämpfe stattfinden.

Der neuseeländische Schwimmer Trent Bray vom Dopingverdacht frei gesprochen. Nach über einem Jahr Kampf bestätigte das Appellationsgericht in Neuseeland den Entscheid der Erstinstanz, wonach die Zeit zwischen Urinentnahme und Test zu lange gewesen sei. Bray ging gegen die Dopingbehörde in Neuseeland gerichtlich vor und gewann in erster Instanz (District Court). Der Verband appellierte erfolgreich in zweiter Instanz (High Court) aber Bray, bzw. sein Anwalt, konnte das Blatt vor dem Appellationsgericht (Court of Appeal) nochmals zu seinen Gunsten wenden. Die Urinproben wurden getestet, obwohl sie aufgetaut und erst nach 17 Tagen nach dem nochmaligen Einfrieren getestet wurden. Die Testregeln seien eindeutig verletzt worden, entschied das Appelationsgericht. Line element 29.11.2000 Das IOC macht sich weiter lächerlich im Dopingbereich: Im Jahre 2008, so bekundet IOC-Präsident Samaranch, darf der Gehirnsport Schach endlich olympisch werden, wenn der Weltverband - wie jeder andere Verband auch - Dopingkontrollen einführt. Line element 26.11.2000 Deutschlands Sportler wollen besser über die Doping-Gefährdung durch so genannte Nahrungsergänzungsmittel informiert werden. Nach einem Fall von Nandrolon in Kreatin [Was ist Kreatin?] hat sich an der Vollversammlung der Aktivensprecher innerhalb des Deutschen Sportbundes (DSB) am Samstag in Frankfurt/Main eine grosse Unsicherheit gezeigt, die durch die Doping-Fälle der jüngere Vergangenheit ausgelöst worden ist. Eine entsprechende Anfrage wird daher der Athleten-Beirat voraussichtlich an die Anti-Doping-Kommission von DSB und NOK richten, wie der stellvertretende Aktiven-Sprecher Martin Zawieja nach der Tagung erklärte. Den Athleten schwebt eine Liste der Hersteller von unbelasteten Produkten vor. Ob diese allerdings überhaupt zu verwirklichen ist, wusste keiner der Sportler zu sagen. Gerade in letzter Zeit sollen mit dem Doping-Mittel Nadrolon verseuchte Ergänzungsmittel die Ursache für mehrere Doping-Fälle sein. Der Schifferstädter Ringer Alexander Leipold, dem sein Olympiasieg nachträglich wegen Dopings aberkannt wurde, führt seinen positiven Befund auf einen solchen Stoff zurück. Auch bei einer Nachwuchs-Speerwerferin soll ein Produkt eines amerikanischen Herstellers die Ursache gewesen sein. Line element 17.11. Neues Doping-Gesetz in Italien. Gestern Donnerstag verabschiedete auch der italienische Senat ein neues Doping-Gesetz für den Sport, das bis zu drei Jahre Gefängnis und Bussen bis zu 70 000 Franken vorsieht. Damit wird künftig auch ein neues Anti-Doping-Komitee eingesetzt, das dem Gesundheitsministerium unterstellt ist und nicht mehr dem Italienischen Olympischen Komitee.

Regierungen finanzieren Wada mit. Zum Abschluss der zweitägigen Tagung der Anti-Doping-Weltagentur (Wada) in Oslo haben Regierungsvertreter aus 29 Nationen finanzielle Unterstützung ab dem Jahr 2002 versprochen. Seit 1999 und bis Ende 2001 finanziert das IOK die Wada, deren Budget für übernächstes Jahr 12,5 Millionen Dollar beträgt. Bedingungen für das Fliessen von Regierungsgeldern sind die Vorlage eines strategischen Anti-Doping-Plans durch die Wada und die Erstellung eines Fünfjahresbudgets. Line element 16.11.2000 Roland Matthes wird 50 Jahre alt. Der Innbegriff des Schwimmsports der ehemaligen DDR, feiert in diesen Tagen ein besonderes Jubiläum. Der viermaliger Olympiasieger über 100 und 200 m Rücken bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko City und 1972 in München wird 50 jahre alt. Dem Schwimmen als Co-Kommentator des Fernsehens immer noch verbunden, aber nicht gewillt, im vielkritisierten Deutschen Schwimm-Verband (DSV) ein Amt zu übernehmen, schaut der studierte Diplom-Sportlehrer und Orthopäde im Jahre 2000 zurück: "Zu meiner Zeit war alles überschaubarer, an die USA, Australien, die UdSSR und die DDR kam niemand heran." 1990 kam Dr. Roland Matthes aus der zerfallenden DDR, die Mauer wurde schon zum Relikt der Geschichte. In Tauberbischofsheim bei Emil Beck fand er im Olympiastützpunkt seine erste Anstellung. Der beste Rückenschwimmer aller Zeiten brachte damals die grösste deutsche Medaillenschmiede nochmals auf Trab. Doping blieb für ihn stets ein Fremdwort. "Ich habe nie leistungsfördernde Mittel genommen, darauf bin ich stolz", sagt Matthes, der in seiner Karriere insgesamt 19 Weltrekorde aufstellte. In Montreal 1976 schwamm er nach vier Goldmedaillen und zweimal Staffel-Silber nochmals und holte zum Abschluss seiner Karriere über 100 m Rücken Bronze. Dabei sollte 1972 nach München eigentlich schon Schluss sein. Wegen der WM 1973 "musste" er seine Karriere aber fortsetzen. 1967 in Leipzig blieb Matthes über 100 m Rücken in 58,4 Sekunden erstmals unter 59 Sekunden. Bis 1972 verbesserte der Thüringer den Weltrekord über diese Distanz insgesamt achtmal. Über 200 m Rücken steigerte er 1967 den Weltrekord um fast zwei Sekunden auf damals sensationelle 2:07,9 Minuten. "Wenn der Matthes schwimmt, wird nur die Badehose nass", sagte ein Zeitgenosse. Dafür gab es aber keine Millionen, sondern "mal eine Badehose, eine Banane und zehn Mark pro Tag bei Auslandsreisen". Der DDR-Star war siebenmal Europameister und dreimal Weltmeister, schwamm 19 Welt- und 29 Europarekorde. Als die DDR ihrem Ende zuging, bot man ihm Millionen für die alten Geschichten: "Ich habe dankend abgelehnt. Ich habe niemals Verständnis dafür aufgebracht, dass es immer welche gab, die für ein paar Mark auch die positiven Leistungen des DDR-Spitzensports verhökert haben." Ihm genügte der Lorbeer des Sieges in Deutschland West zu einer neuen Existenz. "Wie ein Korn zwischen zwei Mühlsteinen" hat er sich gefühlt, als er sich auf das neue Leben in der BRD einstellen musste. Und er wurde von denen verdammt, die ihn einst bejubelt hatten. Als Volkes Stimme kritisierte, Katarina Witt, ihm und den anderen Stars des DDR-Hochleistungssports sei es zu gut gegangen, reagierte er mit den Worten: "Die wissen nichts, es stimmt einfach nicht." Als er in den Westen ging, sagten sie ihm, er sei aus Angst um die heile Haut gegangen: "Man hat in dieser Zeit doch nur versucht, Sündenböcke dafür zu finden, dass die DDR nicht in der Lage war, ihre Bürger mit der D-Mark auszustatten. Vorher haben sie uns vorgeworfen, dass der DDR-Sport so viele Devisen verschlang. Da ist er, der Matthes, der das Geld der Werktätigen verprasst hat. Das musste ich mir nicht anhören, deshalb bin ich 1990 aus Erfurt weggegangen."

Italien: Haftstrafen für Dopingsünder. In Italien steht das härteste Dopinggesetz der Welt kurz vor der endgültigen Einführung. Die Gesundheitskommission des Senats in Rom stimmte dem vom Abgeordnetenhaus bereits im Juli verabschiedeten Gesetzentwurf am Dienstagabend einstimmig zu. Die noch ausstehende Abstimmung im Senatsplenum kurz vor Weihnachten gilt nach einem Bericht der "La Gazzetta dello Sport" vom Mittwoch als "reine Formsache". Wer dopt oder gedopt ist, wird in Italien in Zukunft als Krimineller verfolgt. Anders als Frankreich wird Italien auch gegen die gedopten Sportler zivilrechtlich vorgehen. Neben Bussen von bis zu rund 75000 FRanken sieht das Gesetz Haftstrafen von drei Monaten bis zu drei Jahren vor. In den Augen der Politiker sind gedopte Sportler nicht nur Opfer sondern auch Täter. Sie betrügen durch leistungssteigernde Mittel ihre Konkurrenten. Die Politik folgt damit den Vorstellungen der italienischen Justiz, die den unter Blutdopingverdacht stehenden Radstar Marco Pantani bereits wegen Sportbetrugs in Forlì vor Gericht gebracht hat. Schärfer noch als die Sportler werden aber die Hintermänner wie der unlängst von der Staatsanwaltschaft in Ferrara wegen Epo-Dopings angeklagte Sportmediziner Prof. Francesco Conconi bestraft. 100000 Franken Busse und zwei bis sechs Jahre Haft drohen Trainern, Betreuern und Medizinern, die Sportler dopen oder verbotene Mittel beschaffen. Sind die Sportler minderjährig, verschärfen sich die Sanktionen deutlich. Sollten die Dopingdealer Mitglieder eines Sportverbands sein, erhöhen sich die Strafen ebenfalls. Um jegliche Gefahr einer Vertuschung von Dopingfällen zu verhindern, wird die Dopingbekämpfung aus den Händen der Sportverbände in die des Staates übergehen. Der Staat beschneidet damit die Autonomie des Nationalen olympischen Komitee Italiens (CONI). [Bemerkung Redaktion: Wie immer bei einem Gesetz kommt es nicht nur auf den Inhalt an, sondern den Willen, es zu vollziehen.]

14 Millionen Dollar gegen Doping. Die Anti-Doping-Agentur (Wada) zog anlässlich ihres einjährigen Bestehens eine positive Bilanz. Der kanadische Vorsitzende Richard Pound erklärte in Oslo, dass innert kürzester Zeit Vereinbarungen mit allen 35 olympischen Fachverbänden erreicht worden seien. Die Agentur verfügt 2001 über ein Budget von 14 Millionen Dollar. Damit sollen die Forschung, Trainingskontrollen und Doping-Aufklärung intensiviert werden. Line element 15.11.2000 Lausanne noch im Rennen um den Sitz der WADA. Vier der zehn Kandidaten wurden bei der Wada-Tagung in Oslo am Dienstag aus dem Rennen genommen, da sie die technischen Kriterien nicht erfüllen. Neben Lausanne sind Bonn, Lille, Montreal, Stockholm und Wien die weiteren Bewerber, die sich am 1. März 2001 präsentieren dürfen. Die Entscheidung soll Mitte kommenden Jahres fallen, das Wada-Büro soll im Januar 2002 eröffnet werden. Ausgeschieden sind Barcelona, Madrid, Nizza und Singapur. Die französische Sportministerin Marie-George Buffet vertrat die Auffassung, dass ein Komitee der Europäischen Union sich bis Ende November auf einen europäischen Kandidaten verständigen solle. Eindeutig gegen einen Wada-Standort am Sitz der Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne sprechen sich die USA aus. "Viele haben den grossen Wunsch, dass die Agentur wegen der nötigen Unabhängigkeit vom IOC nicht in der Schweiz angesiedelt wird", erklärte Barry McCaffrey, Präsident der Anti-Drogen-Behörde des Weissen Hauses in Washington und einer der engagiertesten IOC-Kritiker.

33 positive Fälle vor Olympia. Die Internationale Anti-Doping-Agentur (Wada) hat unter den 2073 vor Sydney vorgenommenen Dopingkontrollen 33 positive Fälle entdeckt. Von diesen 33 Athleten wurden 23 von ihren Nationalen Olympischen Komitees nicht für Sydney selektioniert, und zehn Fälle wurden für nichtig erklärt. Namen wurden nicht veröffentlicht, nur die Sportarten: Badminton (1 positiv/5 annulliert), Leichtathletik (4/0), Basketball (0/3), Boxen (5/0), Rad (3/0), Reiten (2/0), Landhockey (0/2), Bogenschiessen (1/0), Schiessen (2/0), Volleyball (1/0), Gewichtheben (2/0) und Ringen (2/0). Line element 8.11.2000 Epo-Kontrolle vor Anerkennung. Die französische Testmethode zur Aufdeckung des als Blutdopingmittel verwendeten Hormons Epo könnte "in ungefähr sechs Monaten durch das IOK anerkannt" werden. Das erklärte Alexandre de Merode, Präsident der medizinischen Kommission des IOK. Dagegen sollen die 301 Dopingproben, die in Sydney genommen wurden, vernichtet werden. Vor Olympia hiess es, sie sollten ausserhalb der Möglichkeit von Bestrafungen nach einer aus dem französischen und dem australischen System kombinierten Methode auf Epo untersucht werden. Die Athleten seien aber "Eigentümer ihres Blutes und Urins", und die Athletenkommission des IOK hätte erklärt, dass es keine Untersuchungen ohne Einwilligung der Sportler gebe, so de Merode. Der Radweltverband UCI hatte sich bei seiner Ankündigung, die 96 eingefrorenen Urinproben der Tour de France bis zum 15. November zu vernichten, auf eine Nichtanerkennung der französischen Testmethode berufen. Diese wurde zwar vor der Tour entwickelt, aber nur im Nachhinein angewendet. Bei positiven Befunden, die allerdings nicht bekannt wurden, hätte das Klassement revidiert werden müssen. Nun sieht es so aus, dass erst ab der Tour 01 auf diese Weise kontrolliert werden wird. Line element 5.11.2000 Der Schweizerische Schachbund (SSB) wurde in den SOV aufgenommen. Darüber hinaus wurde dem Antrag zugestimmt, eine zentrale Dopingstrafstelle einzurichten (früher war dies den Sportverbänden überlassen). Die AthletInnen des SSCHV wurden übrigens, gemäss Jahresbericht des SOV in der Periode 1.10.99 - 30.9.00 71-mal gegen Doping kontrolliert. Line element 31.10.2000 "Doping-Arzt" Conconi wehrt sich: Der italienische Sportmediziner Prof. Francesco Conconi, ehemaliges Mitglied der Anti-Dopingkommission des Nationalen Olympischen Komitees, hat entschieden bestritten, zahlreichen Spitzenathleten verbotene Substanzen verschrieben und geliefert zu haben. Gegenüber der Turiner Tageszeitung "La Stampa" sagte Conconi, gegen den in Kürze die Anklageerhebung erwartet wird: "Viele Athleten kenne ich nicht einmal, die ich angeblich behandelt haben soll. Ich habe niemanden geschadet und niemals gefährliche Substanzen verschrieben." Die Staatsanwaltschaft von Ferrara wirft dem angeblichen "Dopingarzt" nach dem Abschluss ihrer Ermittlungen die Gründung einer "verbrecherischen Vereinigung" vor. "Ich werde Punkt für Punkt diesen absurden Berg von Vorwürfen abbauen, die mich nicht nur entrüsten, sondern vor allem wegen ihrer Grundlosigkeit verblüffen", sagte der Arzt. Der Staatsanwalt von Ferrara, Pierguido Soprani, wirft Conconi vor, eine Kette zur Verteilung von Dopingsubstanzen aufgebaut zu haben. Eine Liste von angeblichen Conconi-Patienten umfasst 63 zumeist prominente Athleten, unter ihnen Manuela di Centa und Maurilio De Zolt (Skilanglauf), Gianni Bugno, Claudio Chiappucci, Maurizio Fondriest und Marco Pantani (alle Radsport). Dem Professor und sieben seiner Mitarbeiter werden zudem Betrug im Sport, die Verteilung von die Gesundheit gefährdenden Medikamenten sowie missbräuchliche Ausübung ihres Berufes unterstellt. Line element 30.10.2000 Der Missbrauch der Gentechnik und der Einsatz gentechnisch hergestellter Wachstumshormone ist im Spitzensport offenbar längst Realität. "Man muss davon ausgehen, dass das gentechnisch hergestellte Wachstumshormon im Spitzensport missbraucht wird. Wir müssen dem offen ins Auge sehen", sagte der leitende deutsche Olympiaarzt Wilfried Kindermann (Saarbrücken) der ARD-Sportschau. Der Berliner Mediziner Willi Heepe, der zahlreiche Leistungssportler betreut, erklärte: "Ich gehe davon aus, dass das gentechnisch produzierte Wachstumshormon im Spitzensport-Doping an erster Stelle steht. Dieses Geschehen hat sich der öffentlichen Szene und der Kontrollierbarkeit voll entzogen." Im Kampf gegen Doping mit Wachstumshormonen gibt es noch kein anerkanntes Testverfahren. "Die Herstellung erfolgt mittels gentechnischer Methoden. Das Besondere ist, dass diese Substanzen den körpereigenen Hormonen ausgesprochen ähnlich sind, praktisch völlig gleichen und damit voneinander kaum zu unterscheiden sind", sagte Manfred Dietel, Chefarzt der pathologischen Abteilung der Berliner Charité, in der ARD-Sendung. Der starke Leistungszuwachs in bestimmten Sportarten wie zum Beispiel dem Schwimmen wird dabei von Sportmedizinern offenbar in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz des künstlichen Hormons gesehen. "Wer die gewaltigen Leistungsexplosionen bei den Olympischen Spielen und die Unterschiede zwischen Wohlstandsländern sowie ärmeren Ländern gesehen hat, der kann nicht mehr nur vermuten, der muss sagen, hier ist eine Menge geschehen", wird der Berliner Sportarzt Willi Heepe zitiert. Auch Olympiaarzt Wilfried Kindermann stellte fest: "Das Wachstumshormon-Doping wird in Sydney eine gewisse Rolle gespielt haben." Die Sportmediziner warnen vor schwerwiegenden Folgen. "Es ist ausserordentlich gefährlich, da die beweglichen Organe explosiven Zuwachs erhalten. Mit Sicherheit wird es lebensgefährliche Disproportionen vieler Körpersysteme geben. Hier werden unter Umständen Monster gezeugt, die isoliert für bestimmte Kraftleistungen geeignet sind", betonte Willi Heepe. Insbesondere wird vor einer Vergrösserung der inneren Organe wie dem Herzen und der Leber sowie fehlgestalteten Knochen gewarnt. "Ich schätze die Nebenwirkungen des Wachstumshormons noch weitaus höher ein als die der Anabolika", erklärte Kindermann. Line element 28.10.2000 Doping-Opfer wollen 750.000 Mark. Die Auseinandersetzung mit dem staatlich verordneten Doping in der DDR ist trotz der abgeschlossenen juristischen Aufarbeitung noch lange nicht beendet. Zur Wiedergutmachung für Opfer besteht nach den Worten von Klaus Zölling vom Verein Doping-Opfer-Hilfe ein finanzieller Bedarf von rund 750.000 DM. Darüber berichtete er dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages. Nur etwa 40.000 DM stünden derzeit bereit. Das derzeitige Finanzvolumen setze sich zu einem Drittel aus Spenden, zu zwei Dritteln aus Bussgeldern eines deutschen Gerichts zusammen. Regierungsvertreter und Abgeordnete sagten zu, sich für eine finanzielle Stärkung des Doping-Opfer-Hilfe- Vereins einzusetzen. Die Suche nach Möglichkeiten, den Kampf gegen Doping mit weiteren Mitteln aus dem Bundeshaushalt zu unterstützen, hat im Sportausschuss zu einer kontroversen Diskussion und der Ablehnung eines CDU-Antrages geführt. Die Bundesregierung plant die Ausprägung einer Mark-Goldmünze mit einem Gewinn von 130 - 170 Millionen DM. Davon sollen 100 Millionen DM der Stiftung "Geld und Währung" zugeführt werden, der darüber hinausgehende Gewinn soll nach Meinung der Bundesregierung der Stiftung Preussischer Kulturbesitz zukommen. Die Sportpolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatten deshalb im Ausschuss den Antrag eingebracht, 40 Prozent des über 100 Millionen DM hinausgehenden Gewinns als Stiftungskapital der Nationalen Anti-Doping-Agentur zuzuführen. Dies wären zwischen zwölf Millionen Mark und 28 Millionen Mark gewesen. Die Abgeordneten der Regierungskoalition lehnten diesen Antrag ab. "So gut dieses Anliegen ist, konnten wir dem Vorstoss der Opposition nicht zustimmen", erklärte die SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag. "Der Gewinn soll der Sanierung der Berliner Museumsinsel dienen. Wir können das Geld nicht zwei Mal ausgeben." Dagegen wirft der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Riegert, der Regierungskoalition vor, sich aus der Affäre zu ziehen. Klaus Zölling bezifferte während der Ausschuss-Sitzung die Gesamtzahl der DDR-Sportler, die zwischen 1965 und 1989 mit Dopingmittel in Berührung gekommen waren, auf zwischen 10.000 und 13.000 Athleten. Davon seien dem Doping-Opfer-Hilfe-Verein 158 Opfer bekannt. Ihnen biete der Verein eine einmalige symbolische Wiedergutmachung von zwischen 500 und 1.000 DM pro Person. In anderen Fällen übernehme man auch die Kosten für Gutachten oder für plastische Operationen, wenn sich nach Einnahme von Anabolika körperliche Veränderungen entwickelt hätten. Zölling hob hervor, der Verein sei in der glücklichen Lage, nicht auf eine juristische Beweisführung angewiesen zu sein. Insgesamt müsse man mit 500 bis 1.000 Betroffenen rechnen, für die der Verein Ansprechpartner sei.

Italienische Anti-Doping-Kommission suspendiert. Der Wirbel um italienische Olympioniken, die mit Wachstumshormonen behandelt worden sein sollen, zieht weitere Kreise. Das Exekutivkomitee des italienischen Olympischen Komitees (Coni) hat seine Anti-Doping-Kommission auf unbestimmte Zeit suspendiert. Aus dem Kreis der Wissenschafter dieser Kommission waren die Namen der Athleten bekannt geworden. In Italien entsetzt man sich offenbar weniger über das Doping selbst, sondern über das Loch in der Kommission.

Dopingskandal um Conconi. Am Donnerstag wurden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bologna gegen Professor Francesco Conconi und das von ihm geleitete Sportmedizinische Institut der Universität Ferrara abgeschlossen, Conconi und das Sportmedizinische Institut stehen im Mittelpunkt eines ausgedehnten Dopingskandals. Über die Eröffnung eines Prozesses soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Zuvor haben Conconi und seine Mitarbeiter die Möglichkeit, sich vor den Staatsanwälten zu verteidigen. Conconi, ehemaliges Mitglied der Anti-Dopingkommission des italienischen Olympischen Komitees (Coni) und Rektor der Universität Ferrara, wird vom Staatsanwalt Pierguido Soprani beschuldigt, eine kriminelle Organisation aufgebaut zu haben, die verbotene Substanzen an eine noch unbestimmte Zahl von prominenten Athleten verschrieben und geliefert hat. Conconi werden unter anderem Betrug und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Die Liste der von Conconi behandelten prominenten Sportler umfasst 63 Namen, darunter die Radsportstars Marco Pantani, Gianni Bugno und Claudio Chiappucci sowie die Skilangläuferin Manuela Di Centa, die inzwischen Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist. Line element 21.10.2000 Terbutalin, Salbutamol und Salmeterol sind erlaubte Mittel für Leistungssportler.Bei Leistungssportlern, die an Asthma bronchiale erkrankt sind, muss bei der Wahl des Beta-2-Mimetikums darauf geachtet werden, dass der Wirkstoff nicht zu den Doping-Mitteln zählt. Von der Internationalen Doping-Kommission sind drei Beta-2-Mimetika zur Anwendung bei Leistungsportlern freigegeben: Terbutalin, Salbutamol und Salmeterol. Weiterführende Informationen: Asthma-Inhalatoren / Asthma-Mittel als Renner

Doping-Skandal mit bis zu sechs positiven Fällen bei den Paralympics. Robert Steadward als Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) bestätigte, dass es in Sydney "einige positive A-Proben" gegeben habe. Bis zur Analyse der B-Proben bleiben die Namen der Sünder geheim. Noch nie sind im Behindertensport mehr Athleten überführt worden. "Wir waren selbst unangenehm überrascht und besorgt über die Grösse des Problems. Leider hat sich erwiesen, dass die Dopingtests sinnvoll sind", erklärte IPC-Operationschef Thomas Reinecke. Vor den Paralympics waren erstmals in der Paralympics-Geschichte 118 Dopingkontrollen ausserhalb von Wettkämpfen durchgeführt worden. Die Zahl von bis zu sechs positiven Kontrollen legt den Schluss nahe, dass sich unter den knapp 4000 Athleten bis zu 200 gedopte befinden könnten. "Ich glaube nicht, dass es so viele sind. Wir haben uns extra gefährdete Sportarten für die Tests ausgesucht", meinte Reinecke. Trotzdem überlege das IPC, die bisher geplante Zahl von 600 Wettkampfkontrollen "auszuweiten". Sind auch die B-Proben der Beschuldigten positiv, will Steadward "alle Namen" nennen und gemeinsam mit der IPC-Dopingkomitee über die Dauer der Sperren entscheiden. Unter den gedopten Athleten sollen sich laut unterschiedlicher Quellen in jedem Fall Gewichtheber und möglicherweise Radsportler befinden. Gefunden wurden verschiedene leistungssteigernde Subtanzen, zu denen auch anabole Steroide gehören sollen. Ein IPC-Vertreter erklärte, dass man nicht über "irgendwelche Asthma-Mittel" spreche. Bei den Paralympics in Atlanta 1996 hatte es keinen positiven Dopingtest gegeben, 1992 in Barcelona waren drei Sportler des Gebrauchs von Steroiden überführt worden. Allerdings wurden damals nur wenige Kontrollen durchgeführt. Wie tief der Dopingsumpf im Behindertensport tatsächlich ist, vermochte auch IPC-Chef Steadward nicht zu sagen: "Ich bin nur sehr enttäuscht, weil diese Athleten der Behindertensport-Bewegung Schaden zufügen. Die Sportler, Trainer, Ärzte und Regierungen müssen die Verantwortung übernehmen, dass so etwas nie mehr passiert."

Die Affäre um die fünf angeblich gedopten Olympiasieger Italiens wird zum Krimi. Fast eine Woche standen die Olympioniken unter dem dringenden Verdacht mit Wachstumshormonen gedopt zu haben. Die vom "Corriere della Sera" vor einer Woche veröffentlichten brisanten Daten stammten schliesslich von der Anti-Doping- Kommission des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni) und waren deshalb glaubhaft. Jetzt, fast eine Woche später, entdeckt das Coni plötzlich, dass der belastende Report gefälscht sei. "Wir haben überhaupt keine Namen in unserem Report genannt", behauptet Kommissions-Präsident Prof. Carlo Bernasconi in einem am Freitag veröffentlichten Brief an Coni-Präsident Gianni Petrucci. Ist der "Corriere della Sera" also einem Fälscher aufgesessen? Oder aber hat ein an den Untersuchungen beteiligter Wissenschaftler die Namen der Sportler mit verdächtig hohen Blutwerten der Presse zugespielt und damit mehr ausgeplaudert, als das Coni eigentlich herausrücken wollte? Dazu äussert sich das Coni nicht. Prof.Bernasconi gab zu, dass er "momentan nicht wisse, wie viele Personen Zugang zu den Daten und Namen hatten". Um der Sache nachzugehen, wird man Anzeige gegen Unbekannt stellen. Die Staatsanwaltschaft soll für Aufklärung sorgen. Der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello hatte sich ohnehin schon eingeschaltet. Genauso wie die italienische Regierung. Auch die betroffenen Sportler, die sich als Opfer einer Rufmordkampagne sehen, wollen die Gerichte anrufen. Massimiliano Rosolino (Schwimmen), Giovanna Trillini (Fechten), Agostino Abbagnale (Rudern), Antonella Bellutti (Rad) und Josefa Idem (Kanu) hatten jegliches Doping vehement bestritten. Ihre Sportverbände hatten die veröffentlichten Daten als "unseriös" bezeichnet, weil sie keinerlei wissenschaftlicher Beweis für Doping seien. "Das stimmt", gab Enrico Di Prampero von der Antidoping-Kommission in einem Zeitungsinterview zu. "Es gibt noch keinen standardisierten Test auf Wachstumshormon- Doping", sagte der Wissenschaftler. Deshalb könnten die erhöhten Blutwerte also kein Beweis für Doping sein. Gleichzeitig bestätigte Di Prampero aber erneut, dass die überhöhten Werte der Sportler "Besorgnis erregend seien und weitergehend untersucht werden müssten". Der Doping-Verdacht ist also längst noch nicht aus der Welt, zumal andere Experten wie Prof. Garatini ganz klar sagen: "Wenn die Werte nicht durch Messfehler zu erklären sind, dann nur durch Doping mit biosynthetischen Hormonen." Zeitungsberichten zu Folge hatten immerhin 10 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen aus der italienischen Olympiamannschaft im Sommer überhöhte Werte. Namentlich genannt und damit an den Pranger gestellt wurden in der italienischen Presse aber nur die fünf Olympiasieger. "Ich kämpfe mein Leben lang gegen Doping. Diese Vorwürfe dienen nur der Rufschädigung", klagte Antonella Belutti. "Ich habe nichts mit dem verabscheuenswürdigen Doping zu tun", betonte Schwimmer Rosolino. Der verdächtigten Fechterin Giovanna Trillini sprang der italienische Fechterverband (FIS) zur Seite: "Unsere Olympiamedaillen sind sauber", erklärte FIS-Präsident Antonio De Blasi. Die Tests waren im Rahmen der Aktion "Ich riskiere nicht meine Gesundheit" durchgeführt worden, an der sich alle italienischen Olympiastarter beteiligen mussten. Das Coni hatte die Aktion am 1. Januar 2000 eingeführt. Nach dem Skandal um die Schlamperei im römischen Doping-Kontrolllabor "Acqua Acetosa" wollte Italien als Vorreiter in der Dopingbekämpfung internationales Ansehen zurück gewinnen. Dies ist mit der jüngsten Affäre aber zunichte gemacht. Line element 20.10.2000 Deutsche Bundesländer fordern Mitsprache in der Nada. Die deutschen Bundesländer pochen auf ein Mitspracherecht in der künftigen Nationalen Doping-Agentur (Nada). Am ersten Tag der 24. Sportministerkonferenz der Länder (SMK) wurde gefordert, dass mindestens ein Vertreter der SMK im Kuratorium Berücksichtigung findet. Bundesinnenminister Otto Schily nannte 2001 als Gründungsjahr für die Stiftung und ein Mindestbudget in der Höhe von 60 Millionen Mark.

Doping-Skandal in Italien: Professor Donati greift Sportler an. Bereits Anfang der 90er-Jahre sollen sich zahlreiche italienische Spitzensportler, wie das heutige IOC-Mitglied Manuela di Centa, mit Epo gedopt haben. Diese Behauptung stellte Professor Sandro Donati am Donnerstag während eines Anti-Doping-Symposiums an der Sporthochschule in Köln auf. Der Leiter der Forschungs-Abteilung beim Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni) ist Kronzeuge beim anstehenden Prozess gegen den Chef des früheren IOC-Labors, Professor Francesco Conconi [ja, der Erfinder des Conconi-Tests, Red.], gegen den am Montag offiziell Anklage erhoben werden soll. Der Prozess gegen Conconi, dessen Labor 1998 die Anerkennung entzogen wurde, stützt sich auf Dokumente aus den Jahren 1990 bis 1993, die von Donati sichergestellt worden waren. Aus ihnen geht hervor, dass 22 italienische Weltklasse-Sportler schon damals systematisch mit Epo gedopt wurden. Die bekanntesten Namen sind laut Donati Manuela Di Centa, Doppel-Olympiasiegerin im Skilanglauf 1994 und seit einem Jahr Athleten-Vertreterin im Internationalen Olympischen Komitee, Skilanglauf-Olympiasieger Maurizio de Zolt (1988) sowie die früheren Radsport-Stars Maurizio Fondriest (Weltmeister 1988) und Claudio Chiappucci (Tour-Zweiter 1990/92). Sandro Donati hatte die Unterlagen bereits 1994 an den damaligen Coni-Präsidenten Mario Pescante weitergegeben, der sie jedoch erst Ende 1996 auf Druck der Medien zur Veröffentlichung freigab und im Zuge dieser Affäre 1998 zurücktreten musste. Francesco Conconi, der sich ab Montag vor Gericht verantworten muss, gehört noch immer der Medizinischen Kommission des IOC an und ist nach wie vor Chefmediziner des Radsport-Weltverbandes UCI. Line element 19.10.2000 700 Doping-Kontrollen bei Paralympics. Sitzen auf einem Kugellager, eine prall gefüllte Harnblase oder "eingehämmerte" Nägel im Körper: Was ansonsten wohl nur Fakire machen würden, gilt bei den Behindertensportlern als Doping. Das so genannte Boosting steht als "Spezialmittel" für eine unerlaubte Leistungssteigerung auf der Verbotsliste der 11. Paralympics. Der Kampf gegen Doping hat auch bei der Behinderten-Olympiade mit der erstmaligen Durchführung von 100 Ausser-Wettkampfkontrollen und insgesamt 700 Tests eine neue Dimension erreicht. "Die Versuchungen sind die gleichen - ob man Olympionike oder Teilnehmer bei den Paralympics ist. Allerdings glaube ich, dass behinderte Sportler ihren Körper mehr respektieren und für die meisten die teuren Dopingmittel zudem unerschwinglich sind", meint Michael Riding, der medizinische Direktor des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Die Zahl der positiven Tests ist im Vergleich zu Olympia bisher allerdings verschwindend gering: Bei den Paralympics 1996 in Atlanta wurde nicht ein einziger Teilnehmer erwischt, 1992 in Barcelona waren drei Athleten des Gebrauchs von Steroiden überführt worden. Allerdings gab es damals vor allem wegen finanzieller Probleme nur wenige Kontrollen, in Sydney sollen wie bei Olympia 15 Prozent der Teilnehmer - allerdings nicht alle Goldgewinner - überprüft werden. Riding will auch jeden Boosting-Versuch mit dem Ausschluss von den Wettkämpfen bestrafen. Mit den an gelähmten Körperteilen ausgeführten Fakir-Methoden könnten sich Querschnittsgelähmte einen unerlaubten Adrenalinstoss und damit eine Leistungssteigerung von bis zu 15 Prozent verschaffen. Allerdings drohen den Behinderten bei dieser künstlich herbeigeführten speziellen Reaktion auf Schmerzen Komplikationen bis zum Schlaganfall. Wie verbreitet das in den vergangenen Jahren bei Wettkämpfen aufgefallene Boosting ist, weiss keiner genau, der deutsche Teamarzt Georg Huber kennt persönlich "keinen einzigen Fall". Er hält diesen Betrug für "bisher nicht beherrschbar", da ein Ausschluss eines Wettkämpfers wegen Boosting wahrscheinlich keinem Gesetz standhalten würde: "Wie will man eine volle Blase nachweisen?" Insgesamt hält Huber Doping trotz des wegen der Professionalisierung wachsenden Erfolgsdrucks bei den Behindertensportlern höchstens im Zusammenhang mit "menschlichen Fehlern" für ein Thema. Trotzdem warnte der deutsche Chef de Mission, Klaus Quade, seine 258 Athleten "speziell vor Nahrungsergänzungsmitteln aus den USA". Laut Huber habe es in Deutschland positive Fälle bisher nur gegeben, wenn ein Athlet bestimmte, aus gesundheitlichen Gründen verschriebene Doping-Medikamente, nicht angegeben habe: "Bei behinderten Sportlern sind die Medikamente oft nötig. Wir haben die Zweijahresdperre für Doping noch nie ausgesprochen." In in Sydney erhielten insgesamt 14 Sportler aus medizinischen Gründen (Schmerzmittel) eine Ausnahmegenehmigung für die Einnahme verbotener Substanzen. "Wir suchen hauptsächlich nach Steroiden und nicht nach Schmerzmitteln", meint Riding. Einige Wissenschaftler sprechen sich sogar dafür aus, Schmerzmittel wie Morphium für die Behindertensportler zu legalisieren - allerdings nicht, um noch wildere Fakir-Dopingmethoden zu ermöglichen.

Die Antidoping-Weltagentur Wada ist trotz der aktuellen Diskussionen um Nahrungsergänzungsmittel gegen das Streichen von Nandrolon aus der Dopingliste. "Das würde auf eine Freigabe von Nandrolon hinauslaufen und wäre nur eine Vogel-Strauss-Politik", sagte Prof. Klaus Müller, Leiter des IOC-Labors Kreischa, nach der jüngsten Wada-Sitzung in Lausanne. Auch im Fall des Ringer-Olympiasiegers Alexander Leipold könnte der hohe Nandrolonwert auf die Einnahme von Zusatznahrung zurückzuführen sein. Der Schifferstädter hat, wie zahlreiche andere Dopingsünder der letzten Zeit, den Konsum derartiger Mittel zugegeben. Laut Prof. Müller ist sich die medizinische Kommission der Wada aber einig, dass die Freigabe einzelner Stoffe einen " Erdrutsch" im Dopingkampf einleiten würde. Das Bestreben sei vielmehr, die vor allem in den USA verbreiteten Ergänzungsmittel besser unter Kontrolle zu bekommen: "Die amerikanischen Kollegen haben uns darüber informiert, dass dieses Thema bereits im US-Kongress diskutiert wird." Ziel sei, die Ergänzungsmittel in den USA als Arzneien einstufen zu lassen, nicht mehr als Nahrungsmittel. Dann würde der graue Markt eingeschränkt und die Gefahr vermindert. Deshalb aber gibt es dennoch keinen Bedarf, die Grenzwerte für Nandrolon abzuändern. Wer derartige Zusatzmittel konsumiert, geht ein hohes Risiko ein." Wer andere Grenzwerte fordere, schaffe nur ein neues "künstliches Problem", ohne das Grundübel anzugehen. Line element 17.10.2000 Die italienische Regierung hat sich in die Affäre um die fünf unter Dopingverdacht geratenen Olympiasieger eingeschaltet. Sportministerin Giovanna Melandri fordert vom Nationalen olympischen Komitee (Coni) eine Klärung der Vorwürfe, berichtete die "La Gazzetta dello Sport" am Montag. Ein für Freitag vorgesehenes Gespräch mit Coni-Präsident Gianni Petrucci sei auf Montag vorverlegt worden. Petrucci erklärte unterdessen, die von den italienischen Athleten gewonnen Medaillen seien "sauber" und "das Ergebnis harter Arbeit". Am Wochenende war bekannt geworden, dass die fünf italienischen Olympiasieger Massimiliano Rosolino (Schwimmen), Giovanna Trillini (Fechten), Agostino Abbagnale (Kanu), Antonella Bellutti (Rad) und Josefa Idem (Kanu) im Sommer mit Wachstumshormonen gedopt gewesen sein sollen. Dies sei das Ergebnis der vor den Spielen durchgeführten zusätzlichen Doping-Kontrollen des Coni, berichtete der "Corriere della Sera". Das Dossier wurde Gesundheitsminister Umberto Veronesi anvertraut. Petrucci hierzu: "Es handelt sich nicht um Doping, sondern lediglich um eine Untersuchung der wissenschaftlichen Kommission, und das Coni wird mit allen Mitteln das Ansehen der italienischen Sportler verteidigen." Staatssekretär Carlo Carli hat das italienische Parlament darüber hinaus aufgefordert, so rasch wie möglich ein Gesetz zu verabschieden, das Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren für Athleten vorsieht, die verbotene Substanzen einnehmen, und für jene, die Dopingmittel verkaufen. Die Olympiasieger wiesen die Dopingverdächtigungen vehement als "gegenstandslos" zurück. "Niemand kann sich den Schaden vorstellen, den wir erleiden. Es wäre besser gewesen, ich hätte in Sydney kein Gold geholt", beklagte die Kanutin Josefa Idem in einem am Montag publik gemachten offen Brief. Auch das Coni verurteilte die Veröffentlichung der angeblich nur vorläufigen Kontrollergebnisse als "unverantwortlich" und kündigte Klagen an. Line element 16.10.2000 Dopingverdacht erschüttert Italien: Der "Corriere della Sera" beruft sich auf interne Kontrollen, die vor den olympischen Spielen durchgeführt wurden. Bei 5 italienischen Olympiasiegern (Rosolino [Schwimmen], Guerrini [Kanu], Trillini [Fechten], Abbagnale [Rudern] und Bellutti [Rad]) seien die Werte auf Wachstumshormone "abnormal" gewesen. Von den total 538 getesteten SportlerInnen hätten 61 "abnormale" Werte in Bezug auf Wachstumshormone gehabt, auch das Frauen-Volleyballteam (s. auch Meldung vom 27.9.). Line element 14.10.2000 Neues Dopingmittel gefunden gefunden. Nach Angaben des Sportwissenschafters Sandro Donati ist die Nachfolgesubstanz des Dopingmittels Erythropoietin (EPO) gefunden. Die Substanz Oxyglobin erhöht ebenfalls die Anzahl roter Blutkörperchen, hat aber gegenüber EPO den Vorteil, dass der Hämatokritwert nicht angehoben wird. In mehreren Verbänden wird, sofern die Festkörper im Blut einen Wert von 50 überschreiten, eine Schuztsperre ausgesprochen. Mit Oxyglobin laufen die Professionals keinerlei Gefahr mehr, wegen dieses Wertes aus dem Verkehr gezogen zu werden. Line element 5.10.2000 Neuigkeiten aus dem SOV: Dem Bulletin des Schweiz. Olympischen Verbandes (SOV) sind folgende allgemein interessierende News zu entnehmen:
- In der Schweiz soll eine zentrale Strafbehörde für Dopingfälle geschaffen werden. Heute sind noch die einzelnen Verbände für die Festsetzung des Strafmasses zuständig und verantwortlich. Line element 2.10.2000 Doping-Kontrollen der FINA: Die FINA hat in der Zeit vom 1. Januar bis 7. September (d.h. vor den Olympischen Spielen) 810 "Out-of Competition-Tests" und 234 "In-Competition-Tests" durchgeführt. Je zwei Kontrollen betrafen Schweizer Schwimmsportler. Das jährliche Budget der FINA für Dopingkontrollen beträgt jetzt mehr als 3 Mio CHF, gegenüber 200'000 CHF vor vier Jahren. Line element 1.10.2000 Doping der Zukunft? Schon jetzt haben Sportler mit Mutationen die Nase vorn Line element 30.9.2000 Nahrungs-Ergänzungsstoffe sind vielfach illegal und undeklariert mit Doping-Mitteln verseucht. Dieses bestehende Problem bestätigte der Kölner Biochemiker Wilhelm Schänzer mit dem Ergebnis einer wissenschaftlichen Testreihe an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) Köln. Schänzer warnt als Leiter des IOC-akkreditierten Instituts für Biochemie Freizeit- und Leistungssportler vor dem Verzehr von Kraftdrinks und -pulvern, mit denen der "Markt derzeit regelrecht überschwemmt wird". Dies berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe. Anlass für die Studie war nach Angaben des Magazins der starke Anstieg von Dopingfällen mit Nor-Androstendion (Nandrolon) im vergangenen Jahr. 1999 registrierte das Internationale Olympische Komitee (IOC) allein 350 Nandrolon-Fälle. Darunter waren prominente Leichtathleten wie der britische Sprint-Olympiasieger Linford Christie oder die ehemalige 200-Meter-Weltmeisterin Merlene Ottey aus Jamaika. Das Problem kontaminierter Kraftnahrungsmittel ist seit längerem bekannt. Unter anderem begründete der Nürnberger Fussball-Profi Thomas Ziemer seinen Dopingverstoss damit, er habe Ergänzungsstoffe zu sich genommen. Line element 27.9.2000 Anabolika aus dem Internet - Risiken werden von Anbietern verschwiegen Doping - dies ist nicht nur das Problem einiger Olympioniken in Sydney. Auch Freizeitsportler haben zunehmend den Wunsch nach einem muskulösen Körper und grossen sportlichen Leistungen. Bereits Jugendliche greifen immer häufiger zu Mitteln, von denen sie sich einen schnellen Muskelzuwachs und einen rapiden Leistungsschub versprechen. Bestellt werden die Präparate häufig per Internet. "Zwischen 200 000 und 300 000 Sportler nehmen in Deutschland nach Schätzungen des Apothekerverbandes regelmässig Anabolika und andere Stoffe. Bis zu 45 Prozent der Besucher von Sportstudios versuchen damit ihren Muskelaufbau zu steigern". Insbesondere vor Angeboten aus dem Internet wird gewarnt. Sich per Mausklick Tabletten und Ampullen zu beschaffen, sei zwar ausgesprochen leicht, aber ebenso gefährlich. "Haarsträubende Seiten darüber, wie man sich Schritt für Schritt ganz einfach selbst spritzen kann, welche Kanülenlänge die vermeintlich richtige ist und wo geeignete Injektionsstellen in der Oberarm- oder Oberschenkelmuskulatur und im seitlichen Gefässmuskelbereich sind, kann man hier finden", kritisiert der Apothekerverband. Dass man bei den Injektionen Gefässe und Nerven verletzen kann, die zu vegetativen Störungen der Nervenfunktionen führen, werde hier ebenso verschwiegen wie andere mögliche Komplikationen. Die Anbieter der Dopingcocktails informierten nicht über das Risiko von Unfruchtbarkeit, Lebererkrankungen, Herzschäden, Hodenschrumpfungen oder Prostatakrebs beim Mann. Sport sei das wichtigste Gesunderhaltungsmittel. Bei der Einnahme von Dopingmitteln werde jedoch der Gesundheitsaspekt ad absurdum geführt. Line element 22.9.2000 Die EU-Kommission und das Europäische Parlament machen gemeinsam Front gegen Doping im Sport. Die Brüsseler Behörde hat jetzt 2,5 Millionen Euro (etwa fünf Millionen DM) für 15 Pilotprojekte bis Ende 2001 bewilligt. Mit Informationskapagnen und Aktionen zur Harmonisierung der Dopingbekämpfung auf europäischer Ebene will die EU das Thema stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Unter den 15 Projekten wurden auch vier deutsche Vorschläge ausgewählt: Die Sporthochschule Köln und die Universität Erlangen-Nürnberg bemühen sich in getrennten Studien um eine EU-weite Harmonisierung des Kenntnisstandes über die gesundheitlichen Auswirkungen durch Doping sowie die internationalen Regeln gegen die Manipulation im Sport. Der Deutsche Leichtathletik-Verband will sich in der Doping-Prävention bei seinen Athleten engagieren, das niedersächsische Innenministerium will die Dopingpraxis in kommerziellen Sport- und Fitnessstudios unter die Lupe nehmen. Das Europäische Parlament hat seinerseits im Zuge des am 1. Dezember 1999 verabschiedeten Förderplans zur Bekämpfung des Dopings für das Jahr 2000 etwa zehn Millionen DM bewilligt. Zum Ende des kommenden Jahres sollen eine Bestandsaufnahme der Entwicklung und die Auswertung der Pilotprojekte und Ergebnisse veröffentlicht werden. Line element 8.9.2000 Die russische Synchronschwimmerin Maria Kisselewa verklagt ein Pharmaunternehmen, das in Russland ein Gewichtsreduzierungsmittel vertreibt, auf Schadenseratz. Kisselewa war bei den Europameisterschaften 2000 in Helsinki wegen Doping disqualifiziert worden. Das Mittel enthält Ephedrin und Coffein, beide Substanzen waren im Urin der Schwimmerin bei einer Dopingprobe in Helsinki nachgewiesen worden. Die Klage bestätigte der Präsident des russischen Schwimm-Verbandes, Gennadi Aljoschin, in Moskau. Kisselewa war vom Europäischen Verband LEN nach der positiven Dopingprobe das EM-Gold aberkannt worden, das sie zusammen mit Olga Brusnikina gewonnen hatte. Die Doping-Sperre war vom russischen Verband von drei auf einen Monat reduziert worden. Dadurch kann die 26-Jährige bei den Olympischen Spielen in Sydney an den Start gehen. Mit Brusnikina zählt sie im Duett zu den Goldfavoriten. Der russische Verband hatte nach dem Fall Kisselewa seinen Verbandsarzt gefeuert. Aljoschin: "Man muss von einem Mannschaftsarzt erwarten können, dass er nur Mittel akzeptiert, die keine verbotenen Substanzen enthalten." Kisselewa hatte sich darauf berufen, sich auf den Arzt verlassen und nichts von den verbotenen Substanzen gewusst zu haben. Aljoschin: "Maria Kisselewa hat die Klage nicht wegen des Geldes eingereicht, sondern allein, um ihre moralische Integrität wieder herzustellen. Sie will beweisen, dass ihre grossen Erfolge nicht auf Betrug zurückzuführen sind." Line element 6.9.2000 Dopingaffäre: Kristin Otto gibt schriftliche Erklärung ab. Die frühere Weltklasseschwimmerin Kristin Otto hat sich in einer schriftlichen Erklärung energisch gegen erneute Vorwürfe zur Wehr gesetzt, sie sei in die DDR-Doping-Affäre verstrickt gewesen. Regelmässig vor internationalen sportlichen Höhepunkten werde sie "mit der - letztlich internationalen - Doping-Problematik im Spitzensport verleumderisch in Verbindung gebracht, obwohl ich mich bereits vor elf Jahren vom Leistungssport verabschiedet habe und es während meiner langjährigen Karriere bei dutzenden Doping-Kontrollen keinen einzigen - auch nur annähernden - 'positiven' Befund gegeben hat", schrieb die 34-jährige Sportjournalistin. Immer wieder werde versucht, "mit zielgerichteten wiederholenden, wohl terminierten auf Spekulationen basierenden Verdächtigungen mir Unredlichkeit mit dem Ziel zu unterstellen, meine heutige berufliche Laufbahn wegen meiner DDR-Vergangenheit und meinen aussergewöhnlichen sportlichen Leistungen - nach dem Motto: es kann nicht sein, was nicht sein darf! - zu zerstören". Die sechsfache Goldmedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele 1988 in Seoul hatte in den vergangenen Jahren immer wieder erklärt, nicht wissentlich gedopt zu haben. "Diese für mich weiterhin unverständliche Kampagne stimmt mich erneut sehr traurig", schrieb Kristin Otto, "leider muss ich immer wieder feststellen, dass von uns, den damals sehr jungen, engagierten und talentierten Sportlern eines temporären deutschen Staates immer noch Rechtfertigungen für Systemfragen abverlangt werden, für die wir, schon unserer Jugend wegen, keine Verantwortung tragen können, und dass wir immer noch bewusst behindert werden können, unser Talent im Wettbewerb gegenwärtig unbehindert einzubringen."

6.9.2000 China streicht 27 SportlerInnen aus der Olympiamannschaft, darunter 4 Schwimmer. Die chinesischen Behörden haben bestätigt, dass die Delegation für Sydney nicht mehr wie geplant 311, sondern nur noch 284 Athleten umfassen wird. 27 Sportler wurden aus dem Aufgebot gestrichen, primär wegen Dopingverdachts. Mit der Aktion unterstreicht die Regierung ihre harte Antidrogenpolitik und garantiert dafür, dass die Chancen auf eine Vergabe der Olympischen Spiele 2008 nach Peking intakt bleiben. Das chinesische Aufgebot für Sydney wird, wie bereits kurz gemeldet, wesentlich kleiner sein als vorgesehen. Statt 311 reisen nun nur noch 284 nach Australien; 27 Mitglieder des Kaders wurden vom Chinesischen Olympischen Komitee (COK) gestrichen und müssen zu Hause bleiben. Tu Mingde, der Generalsekretär des COK, nannte drei Gründe für den Entscheid. Erstens seien im Rahmen von Bluttests bei mehreren Athleten "verdächtige" Resultate gefunden worden. Zweitens seien einige Sportler verletzt und nicht in der Lage, ihre normalen Leistungen zu erbringen. Und drittens seien etliche Aufgebotene erkrankt, und "um ihre Gesundheit zu schonen", verzichte man darauf, sie nach Sydney zu schicken. Die Agentur Neues China nannte als Motiv für die Entscheidung des COK unter anderem den Wunsch, das Prinzip der Fairness hochzuhalten. Das COK nannte die Namen der betroffenen Athleten nicht, doch wie aus zuverlässigen australischen Quellen verlautete, handelt es sich um 7 Ruderer, 4 Schwimmer, 14 Leichtathleten und 2 Kanuten. Die Chinesische Athletik-Vereinigung sagte gegenüber Nachrichtenagenturen, unter den Opfern seien 6 von 7 Mitgliedern der "Familienarmee" von Langstreckenläuferinnen des umstrittenen Trainers Ma Junren. Ma wird nicht nur im Westen, sondern auch in China von vielen als gelinde gesagt eigenartige Persönlichkeit betrachtet, und seinen Beteuerungen, er bringe seine asketischen Damen mit einer Mischung aus Höhentraining und altbewährten chinesischen Tinkturen wie Schildkrötenblut auf Trab, glauben ihm auch hierzulande wohl nur die wenigsten. Die einzige Sportlerin aus Mas friedlicher Armee, die in Sydney an den Start gehen darf, ist Li Ji, was natürlich die Medaillenhoffnungen erheblich einschränkt. Wie aus dem COK verlautete, hatte man in den Frauenwettbewerben über 5000 und 10 000 m doch mit guten Plätzen gerechnet; die drastische Reduktion des Aufgebots dürfte die Chancen wesentlich schmälern. Darüber, weshalb das COK so spät so rigoros vorgegangen ist, weiss man nur wenig. Klar ist allerdings, dass es Peking aus strategischen Gründen seit einiger Zeit sehr genau nimmt mit dem Doping, da man sich die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung für die Olympischen Spiele 2008 erhalten will. Eine Vergabe der Spiele nach Peking wäre für Kommunisten, die ohne demokratische Legitimation sind, eine ausgezeichnete Gelegenheit zur Selbstdarstellung auf internationaler und nationaler Ebene. Ob die staatlichen Prüfer wirklich Doping gefunden haben, ist nicht bekannt. Das Wort des "Verdachts", das verwendet wurde, lässt auch an die Möglichkeit denken, dass zwar im Blut der Athleten wenn nicht verbotene Substanzen, so doch Spuren entdeckt wurden, denen man nicht recht traut. Das Risiko, dass die internationalen Prüfer in Sydney solche Substanzen als Doping bezeichnen könnten, wollte man offenbar nicht eingehen. Im Gerede war hierzulande in den letzten Monaten vor allem die Substanz EPO. Line element 5.9.2000 Kristin Otto in Dopingaffäre verwickelt. Die Doping-Verstrickung der Schwimm-Olympiasiegerin und ZDF-Sportmoderatorin Kristin Otto ist vom Amtsgericht Leipzig bestätigt worden. Nach Informationen des Deutschlandfunks ist sie die prominenteste ehemalige DDR-Athletin auf einer Liste von neun gedopten Schwimmerinnen, die unter dem früheren Leipziger Coach Stefan Hetzer trainiert haben. Hetzer, der bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Kristin Otto zu sechs Goldmedaillen führte, ist vom Amtsgericht Leipzig wegen Körperverletzung durch Doping zu einer Geldstrafe von 15 000 Mark, entsprechend 150 Tagessätzen zu 100 Mark, rechtskräftig verurteilt worden. Das Gericht hat das Verfahren per Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung abgeschlossen. Hetzer hatte den Straftatbestand der Körperverletzung eingestanden. Der bereits im April beantragte Strafbefehl ist inzwischen rechtskräftig, nachdem der Schwimm-Trainer den Urteilsspruch jetzt angenommen hat. Damit ist erstmals in Deutschland ein Trainer wegen Dopings an einer einstigen Weltklasseathletin verurteilt worden. Vor Hetzer war bereits der frühere DDR-Sportmediziner Horst Tausch mit einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten auf Bewährung belegt worden. Er war geständig, im Zeitraum zwischen 1985 und 1989 Kristin Otto und 21 weitere Schwimmerinnen mit Dopingmitteln versorgt zu haben. Die inzwischen 34-jährige ZDF-Sportjournalistin Otto leugnet trotz belastender Dokumente und Zeugenaussagen, etwa ihrer früheren Mannschaftskameradinnen, zu DDR-Zeiten wissentlich gedopt worden zu sein. Das offizielle DDR-Protokoll einer Ausreisekontrolle im Doping-Labor Kreischa bei Dresden vor den Europameisterschaften 1989 in Bonn, hält zum Beispiel einen extrem hohen Hormonwert fest - der Name Kristin Otto war von einer Mitarbeiterin des Sportmedizinischen Dienstes entschlüsselt und an den Rand des Papiers geschrieben worden. Ehemalige DDR-Schwimmerinnen wie Olympiasiegerin Ulrike Tauber, Ex-Weltrekordlerin Karen König oder der Potsdamer Schwimmstar Jörg Hoffmann hatten die Doping-Mitwisserschaft der erfolgreichsten Olympia-Schwimmerin aller Zeiten bestätigt. Bei den Olympischen Spielen in Sydney ist Kristin Otto vom ZDF als Reporterin für die Schwimm-Wettbewerbe vorgesehen. Line element v 4.9.2000 De Bruijn wil sich Bluttest unterziehen. Inge de Bruijn will den permanenten Spekulationen um Doping ein Ende setzen und sich noch vor Sydney freiwillig einem Bluttest unterziehen. "Ich will die Zweifler zum Schweigen bringen", sagte die 27-jährige Holländerin. De Bruijn verbesserte in den letzten zwei Monaten acht Weltrekorde und ist die Kronfavoritin über 50 und 100 m Crawl und 100 m Delfin. Line element 1.9.2000 Rumänischer Schwimmverband (FRN) ficht Dopingsperre an. Die FINA sperrte den 21-jährigen Cezar Badita im Mai wegen einem positiven Nandrolontest (400 Lagen als Unbekannter "aus dem Nichts" in 4:19.42). Der FRN sagt, zwei Tests innerhalb 24 Std. hätten widersprüchliche Resultate gegeben: Der erste sei positiv und der zweite negativ gewesen. Das sei nicht möglich, weil Nandrolon nicht in 24 Std. verschwinden könne, sagte der Präsident des FRN, Dan Ionescu. Badita sei unschuldig, und er hoffe, dass Badita in Sydney schwimmen könne. Line element 30.8.2000 Frohe Kunde aus Lausanne? Die IOK-Exekutive segnet die beiden EPO-Nachweis-Verfahren ab. [nzz./(si)] Nach vorgängiger Zustimmung einer juristischen Expertengruppe des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) - das medizinische Fachgremium hatte bereits vor Wochen seine Zustimmung kundgetan - hat nun am Montag in Lausanne auch die IOK-Exekutive grünes Licht für die erstmalige Einführung von EPO-Tests an Olympischen Spielen gegeben. Damit werden in Sydney die in den Forschungslabors von Paris und Canberra entwickelten Nachweisverfahren parallel zur Anwendung gelangen. Es handelt sich dabei um eine Kombination von Blut- (indirekte Methode) und Urintests (direkte Methode), wobei es nur dann zu Sanktionierungen kommen soll, wenn beide Methoden das gleiche Ergebnis (positive Dopingprobe) mit sich bringen. "Die Kombination von Blut- und Urintests gibt den Fahndern hundertprozentige Sicherheit im Nachweis von EPO", sagte IOK-Exekutivmitglied Jacques Rogge am Lac Léman gegenüber den Nachrichtenagenturen. Im Weiteren ist anlässlich der IOK-Exekutivsitzung bekannt geworden, dass mit den Städten Peking, Paris, Toronto, Istanbul und Osaka nur mehr fünf Kandidaten im Rennen um die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2008 verbleiben. Dagegen haben sich die Hoffnungen von Bangkok, Havanna, Kairo, Kuala Lumpur und Sevilla zerschlagen. Der Entscheid über den Austragungsort der Sommerspiele 2008 wird am 16. Juli 2001 an der IOK- Session in Moskau gefällt. Euphorische Worte wie jene des belgischen Mediziners und Anwärters auf eine Nachfolge von Juan Antonio Samaranch als IOK-Präsident, Rogge, lassen aufhorchen. Kritische Szenenkenner, unter anderen der im Lausanner Antidoping-Labor tätige Martial Saugy sowie der an der Universitätsklinik von Nancy wirkende Patrick Laure, liessen nämlich schon vor mehreren Wochen verlauten, dass trotz berechtigtem Hoffnungsschimmer das Dopen mit synthetisch hergestelltem EPO noch längst nicht ad acta gelegt werden kann. Die IOK-Exekutive sieht in der kombinierten Anwendung der unterschiedlichen Testverfahren zwar eine doppelte Absicherung, viel eher müsste aber von einer sportpolitischen Kompromisslösung gesprochen werden. Dies primär deshalb, weil ein positiver Dopingbefund auf Grund einer in Sydney genommenen Blutprobe nur dann Wirkung zeigt, wenn sich der Verdacht letztlich auch in der gleichzeitig angeordneten Urinprobe spiegelt. Und dies muss bei weitem nicht der Fall sein, weiss man doch, dass die zeitliche Nachweisbarkeit von künstlich zugeführtem EPO bei beiden Verfahren deutlich voneinander abweicht. Somit ist allenfalls eine gegenseitige Aufhebung der Ergebnisse zu befürchten, von einer doppelten Versicherung kann nicht die Rede sein.

Deutschland gründet nationale Doping-Aentur - und was macht die Schweiz? Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) rückt immer näher. Am Dienstag verständigten sich Vertreter des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) in Frankfurt/Main auf ihre Position für das Richtung weisende Berliner Gespräch mit Bundesinnenminister Otto Schily am 7.September. Als Rechtsform der NADA wird eine Stiftung immer wahrscheinlicher. "Es gibt keine sinnvolle Alternative", sagte DSB-Vize-Präsident Ulrich Feldhoff. Als Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission (ADK) der beiden Sportorganisationen hatte Ulrich Haas auf Eile gedrängt, um noch vor den Olympischen Spielen in Sydney die Weichen stellen zu können. Line element 28.8.2000 Zollkontrollen in Sydney. Der australische Zoll verfügt laut des "Sydney Morning Herald" über Listen von Sportlern und Ländern, die unter dem Verdacht stehen, verbotene Dopingsubstanzen ins Land schmuggeln zu wollen. Diese suspekten Athleten sollen bei ihrer Ankunft in Australien untersucht werden. Ob die Zollkontrollen überhaupt zu greifen vermögen, ist allerdings fraglich, da professionelle Banden bereits in den vergangenen Jahren Depots in und um Sydney angelegt haben. Line element 25.8.2000 Anti-Doping-Programm akzeptiert. Nach zähen Verhandlungen haben alle 28 Mitglieder der Vereinigung der Olympischen Sommersport-Verbände (Asoif) das Kontrollprogramm der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) unterzeichnet. Zuletzt hatten noch der Internationale Turn-Verband und der Internationale Volleyball-Verband ihre Unterschrift verweigert.

Ehemaliger DDR-Mediziner hält Doping für allgegenwärtig: "Ohne Doping gäbe es keine Weltspitze". Diese Auffassung vertrat Professor Dr. Hermann Buhl, der in der DDR zu den führenden Sportmedizinern zählte, im Interview mit der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine (HNA) in Kassel. Buhl glaubt, dass das Anti-Doping-System in Deutschland den eingesetzten finanziellen Mitteln nicht gerecht wird. Seit November 1999 ist Buhl ärztlicher Leiter eines Medizinischen Zentrums in Bad Wildungen. Skeptisch sieht Buhl auch die scheinbaren Erfolge im Kampf gegen die Modedroge Erythropoietin (Epo): "Dieses Mittel verschwindet zur Zeit schon vom Markt. Es gibt schon ein neues, wesentlich wirksameres Mittel, das auch dann leistungsfördernd wirkt, wenn es nur eine Stunde vor dem Wettkampf eingenommen wird." Doping sei schon immer ein weitweites Problem und keinesfalls auf die ehemalige DDR beschränkt gewesen. Line element 23.8.2000 Als "politische Frage" bezeichnete China das Doping-Problem. Das Image des chinesischen Sports werde nicht durch gedopte Schwimmer beschädigt werden, zitierte die Pekinger Zeitung "Beijing Chenbao" wenige Wochen nach der Sperre der gedopten chinesischen Spitzenschwimmerin Wu Yanyan den Vizedirektor des nationalen Schwimmverbandes. "Der Krieg gegen Doping ist nicht nur eine Frage der sportlichen Moral", sagte der Funktionär. Die Dopingkontrollen seien bei Chinas Schwimmern schärfer, als die internationalen Standards. Die Sportler müssten rund um die Uhr und ohne Kompromisse für Tests zur Verfügung stehen. Die 22-jährige Wu Yanyan war im Juli für vier Jahre wegen Dopings gesperrt und von der Teilnahme an den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden. Am 17. Oktober 1997 war Wu in 2:09,72 Minuten Weltrekord über 200 m Lagen geschwommen. Line element 21.8.2000 FINA führte Doping-Kontrollen in Eigenregie durch. Der Weltverband FINA führte im ersten Halbjahr 697 Trainings- und 192 Wettkampfkontrollen durch. Besonders intensiv prüfte die FINA in China, wo 64 so genannte "Out of Competition"-Kontrollen und 39 Wettkampfproben genommen wurden. In den USA, deren Spitzenathleten ihre Qualifikation für die Spiele in Sydney letzte Woche beendeten, wurden von der FINA von Januar bis Juni 164 Trainings- und 24 Wettkampfkontrollen durchgeführt. Bei Australiens Schwimmern wurden ausserhalb offizieller Wettbewerbe wie in China 64 Tests entnommen. Im Anti-Doping-Programm der FINA wurden zwischen 1993 und 1999 insgesamt 6072 Tests durchgeführt, davon 3698 im Training und 2374 während der Wettkämpfe. Line element 16.8.2000 Nur drei von 28 olympischen Sommersport-Verbänden haben den Vertrag mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bisher noch nicht unterzeichnet. Der Internationale Verband für Modernen Fünfkampf (UIPM) und der Internationale Turn-Verband (FIG) hätten sich bisher geweigert, ihre Athleten für das Dopingkontrollprogramm zu melden. Dies teilte die WADA am Montag in Lausanne mit. Der Internationale Volleyball-Verband (FIVB) habe die Verhandlungen vorübergehend ausgesetzt. Damit haben 25 Sommersport-Verbände das Abkommen zur effektiveren Dopingbekämpfung unterzeichnet. Damit ermöglichen die Föderationen unangemeldete Trainingskontrollen in ihrem Bereich schon im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sydney. Der Vertragstext war von der Weltagentur am 20. Juni fertig gestellt worden. Das Ziel bis zum 31. Dezember 2000 sind 2 500 unangemeldete Kontrollen ausserhalb von Wettkämpfen. Rund 2 150 dieser Dopingtests sollen bereits vor Sydney durchgeführt werden. Die Olympischen Spiele in der australischen Millionen-Metropole beginnen am 15. September. Wada-Präsident Richard W. Pound sieht die Zwischenbilanz der Anfang des Jahres gegründeten Agentur dennoch positiv: "Wir sind auf dem besten Weg, die beiden Ziele zu erreichen, die wir uns für 2000 gesetzt haben: ein starkes Ausser-Wettkampf-Testprogramm zu etablieren und durch einen unabhängigen Beobachter den Ablauf der Doping-Kontrollen in Sydney zu überwachen." Pound erklärte, er erkenne grosse Kooperationsbereitschaft bei den Athleten, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), den Nationalen Olympischen Komitees, den Regierungen und bei allen Verbänden ausser den drei "Verweigerern". "Es ist unfair, dass Athleten aus den drei anderen Sportarten mit Misstrauen betrachtet werden, weil ihre internationalen Verbände nicht an dem Programm teilnehmen wollen", meinte der Wada-Chef: "Ich hoffe, dass die Athleten ihre Federationen dazu zwingen, ihre Politik zu ändern, damit sie ohne Verdächtigungen an den Spielen in Sydney teilnehmen können. Eine derartige Aktion würde demonstrieren, dass sie mit Ehre und im Olympischen Geist antreten wollen."

De Brujin bestreitet Doping-Vorwürfe: Der 26-jährige niederländische Schwimm-Superstar Inge De Bruijn bestritt erneut Dopingmutmassungen der internationalen Presse. "Wenn man eine gute Leistung bringt, wird man sofort verdächtigt. Das ist sehr traurig", sagte die 26-Jährige am Dienstag den Reportern. "Viele glauben, dass Sportler aus kleineren Ländern einfach nicht schwimmen können, aber das stimmt nicht. Jeder kann hart trainieren, egal aus welchem Land er kommt." Nachdem die Niederländerin seit Mai dieses Jahres acht Weltrekorde (Freistil und Delfin) aufgestellt hatte, war de Bruijn mehrfach des Dopings verdächtigt worden. Bei den Olympischen Spielen will sie in drei Einzeldisziplinen und in den Staffeln an den Start gehen. "Ich träume davon, eine Medaille zu gewinnen. Ein neuer Rekord ist mir nicht so wichtig", sagte de Bruijn. Line element 11.8.2000 Die USA möchte verstärkt gegen Doping-Missbrauch vorgehen. US-Präsident Bill Clinton hat laut einem Sprecher veranlasst, eine Anti-Doping-Kommission zu gründen. Die Mitglieder dieser Kommission sollen vor allem präventive Massnahmen im Kampf gegen Doping an Schulen und Nachwuchszentren durchführen. US-Dopingjäger Barry McCaffrey kündigte ausserdem an, dass die neue Kommission auch amerikanische Juristen und internationale Organisation bei ihrem Feldzug gegen Dopingmissbrauch unterstützen werde. Clinton zeigte sich beunruhigt über die grosse Menge an Dopingmitteln, die junge Sportler in den USA einnehmen. Seit 1999 hat sich in den USA der Verbrauch von Steroiden um 50 Prozent erhöht. "Der Missbrauch von Drogen kann das Leben eines Sportlers gefährden, abgesehen von den moralischen Aspekten", sagte McCaffrey. Line element 11.8.2000 Nur 4 Wochen Sperre für Kisselewa. Maria Kisselewa, dreifache Goldmedaillengewinnerin der EM in Helsinki, wird für lediglich vier Wochen (bis zum 21. August) gesperrt. Damit ist die Olympiafavoritin in Sydney startberechtigt. Der Russin war einer von drei EM-Titeln, jener im Duett mit Olga Brusnikina, wegen Ephedrin-Dopings aberkannt worden. Line element 10.8.2000 Positiver Ephedrin-Nachweis im Synchronschwimmen: Russisches Duett verliert EM-Titel. (sid) Der russischen Synchronschwimmerin Maria Kisselewa ist vom Doping-Panel des Weltverbandes Fina und des europäischen Verbandes LEN wegen Dopings die EM-Goldmedaille von Helsinki im Duett endgültig aberkannt worden. Kisselewa wurde ein zu hoher Wert des Stimulans Ephedrin zum Verhängnis. Damit erlitten die Olympiavorbereitungen der Russen einen herben Dämpfer. Kisselewa und ihre Partnerin Olga Brusnikina, die in Helsinki auch im Solo den Titel gewonnen hatte, galten an den Olympischen Spielen von Sydney als hohe Favoritinnen. Kisselewa war nach dem Duett-Final am 1. Juli in Helsinki positiv getestet worden; sie muss mit einer zweijährigen Sperre rechnen. Insgesamt waren an den Europameisterschaften in Finnland 83 Urinproben gemacht worden. Bis auf die Probe der Russin war dabei keine positiv. Nach der Disqualifikation der Russinnen gewinnen nachträglich die Französinnen Virginie Dedieu und Myriam Lignot vor dem Duett Spaniens und Italiens die goldene Auszeichnung. Line element 8.8.2000 Die LEN hat zwei Problem-Dopingfälle. Wie LEN-Direktor Alessandro Sansa am Montag in Rom bestätigte, ist der ungarische Wasserballer Zsolt Varga (Mladost Zagreb) während der Europacup-Endrunde im Mai in Becej/Jugoslawien der Einnahme des Stimulans Phenylephrin überführt worden. Gravierend ist auch der Fall der russischen Synchronschwimmerin Maria Kisselewa, die bei den Europameisterschaften Anfang Juli in Helsinki nach ihrem Titelgewinn im Duett positiv auf Ephedrin getestet worden war. Sansa bestätigte auch die in der Zwischenzeit ausgesprochenen Sperren von zwei Wochen gegen Varga und vier Wochen gegen Kisselewa. Dagegen ist noch nicht über die weiteren Konsequenzen entschieden. Wie der LEN-Direktor erklärte, müsste nach den Regeln des Weltverbandes FINA, denen sich auch die LEN unterwirft, das russische Synchronschwimm-Duett Maria Kisselewa/Olga Brusnikina den Titel verlieren, die in Helsinki zweitplatzierten Französinnen Virginie Dedieu/Myriam Lignot müssten nachträglich auf Rang eins rücken. Diese Vorgehensweise bezeichnete Sansa als "sehr wahrscheinlich". Der Funktionär wollte aber einer Entscheidung des Verbandes nicht vorgreifen. Schwieriger ist das Prozedere im Fall des Wasserballers. Mit Varga hatte Zagreb beim "Final Four" der Landesmeister in Becej das Halbfinale gegen BVSC Budapest 6:4 gewonnen, Varga hatte dabei auch einen Treffer erzielt. Das Finale gegen Gastgeber VK Becej Nis hatte Zagreb dann 8:11 verloren. Das Regelwerk sieht für einen solchen "leichteren" positiven Doping-Fall eines einzelnen Wasserballspielers mit dem Streichen des Ergebnisses die Bestrafung des gesamten Teams vor, "aber dieses Streichen heisst nicht, dass dann der Gegner automatisch der Sieger ist", erläuterte Sansa die FINA-Regularien. Dennoch rechnet der europäische Verband mit Protesten aus Ungarn, sollte BVSC Budapest nicht nachträglich zum Sieger der Halbfinal-Partie ernannt werden. Dann allerdings müsste womöglich das komplette Final-Turnier neu gespielt werden. Sansa sagte, dies sei ein "sehr, sehr schwieriger Entscheidungsprozess", der aber noch innerhalb der kommenden sieben Tage abgeschlossen sein solle. Line element 6.8.2000 Experten in Dänemark warnen vor einer Welle von nicht nachweisbarem Doping durch Genmanipulation. Der Chef der Fachkommission "Anti-Doping Dänemark", Bengt Saltin, meinte am Montag in der Kopenhagener Zeitung "Politiken", man müsse nach erfolgreichen Tierversuchen mit Muskelwachstum und zu veränderter Blutzusammensetzung durch künstliche Genveränderung in etwa zwei Jahren mit "Gen-Doping" bei Sportlern rechnen. Saltin verwies auf die Verdoppelung der Muskelmasse bei der genetisch manipulierten belgischen Zuchtkuh "Belgian Blue". Bei Affen sei es Wissenschaftlern geglückt, genetisch die Produktion des Blutdopingstoffes EPO in Gang zu setzen. Sowohl genetisch gefördertes Muskelwachstum wie Genmanipulationen im Blut funktionierten als Gendoping gut, bereiteten den Betroffenen aber "gewisse Probleme", meinte der Däne. So führten übergrosse Muskeln zu Überbelastungen von Knochen, Sehnen und Gelenken. Bei den Versuchen mit Affen sei es den Wissenschaftlern noch nicht gelungen, die Produktion von EPO wieder zu stoppen, so dass die Tiere permanent den gesundheitsgefährdenden Hämatokritfaktor 60 hätten. Der Chef der dänischen Radfahrunion, Jesper Worre, erklärte: "Man muss befürchten, dass einige Fahrer derartige Eingriffe vornehmen lassen, obwohl sie die kurz- und langfristigen Nebenwirkungen nicht kennen." Er verlangte ein Eingreifen auf Regierungsebene. Line element 21.7.2000 Doping-Fall Wu Yanyan: Der Schwimm-Weltverband FINA hat am Freitag in Lausanne bestätigt, dass der chinesische Verband CSA Weltrekordlerin und Weltmeisterin Wu Yanyan sowie deren Trainer Wu Jicai wegen eines Doping-Vergehens gesperrt hat. Der Abschlussbericht aus der Volksrepublik läge im FINA-Hauptquartier vor, teilte die FINA mit. Die 22 Jahre alte Wu Yanyan, die das Vergehen bestreitet und nach Medienangaben aus China mit einer Klage gegen ihre Bestrafung vorgehen will, war auf nationaler Ebene wegen Leistungsmittelmissbrauchs mit dem Steroid Norandrosteron für die Zeit vom 17. Mai 2000 bis 16. Mai 2004 von allen Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Ihren Coach hatte die chinesische Dachorganisation für zwölf Monate bis 16. Mai 2001 gesperrt. Wann das unabhängige FINA-Doping-Gericht unter dem Vorsitz des Hamburgers Harm Beyer den Fall behandelt, steht nach Angaben von FINA-Direktor Cornel Marculescu noch nicht fest.

Doping-Trainingskontrollen: Weltverbände haben sich geinigt. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat knapp zwei Monate vor den Olympischen Sommerspielen in Sydney zusammen mit den 19 Weltverbänden olympischer Sportarten Verträge über Trainingskontrollen unterzeichnet. Mit den neun weiteren Föderationen steht die Agentur in Verhandlungen. Das teilte die Wada am Donnerstag in Lausanne mit. "Es ist ermutigend, dass 19 Verbände das Doping-Problem durch den Beitritt zu unserem Programm so schnell angehen", erklärte der Wada-Vorsitzende Dick Pound. "Besonders erfreulich ist, dass einige Verbände sehr schnell erstmals Trainingskontrollen zulassen. Das ist ein wirklicher Fortschritt für die olympische Bewegung", sagte Pound. Bis zum Beginn der Spiele in Sydney am 15. September will die Wada 2150 so genannte "Out-of-Cometition Tests" durchführen. 400 davon seien bereits vorgenommen worden, weitere 400 sollen innerhalb der kommenden zehn Tage folgen. Diese Verbände haben bereits unterzeichnet: Boxen (AIBA), Reiten (FEI), Basketball (Fiba), Kanu (FIC), Hockey (FIH), Ringen (Fila), Schwimmen (Fina), Rudern (Fisa), Bogenschiessen (Fita), Leichtathletik (IAAF), Badminton (IBF), Judo (IJF), Segeln (Isaf), Softball (ISF), Schiessen (ISSF), Tischtennis (ITTF), Triathlon (ITU), Radsport (UCI) und Taekwondo (WTF). Noch in Verhandlungen mit der Wada sind: Fechten (FIE), Fussball (Fifa), Turnen (FIG), Volleyball (FIVB), Baseball (IBAF), Handball (IHF), Tennis (ITF), Gewichtheben (IWF) und Modernen Fünfkampf (UIPM).

Dopingpass lanciert. Knapp zwei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Sydney lancierte die Australian Sports Drugs Agency einen Dopingpass. In diesem Dokument werden alle Dopingtests, denen sich ein australischer Athlet unterziehen musste, sowie die entsprechenden Resultate registriert. Der Besitz eines solchen Passes ist freiwillig. Er soll jedoch dazu dienen, den Ruf eines Athleten durch Offenlegung der Testresultate zu schützen. Bislang prominentester Inhaber des Passes ist Ian Thorpe, der 17-jährige Weltrekordhalter über 400 m Freistil. In seinem Ausweis sind 19 Tests registriert, die belegen sollen, dass seine Rekorde ohne leistungsunterstützende Mittel zu Stande gekommen sind. Line element 20.7.2000 Wu Yanyan kämpft gegen ihre Dopingsperre an: Die chinesische Spitzenschwimmerin Wu Yanyan streitet nach ihrer Vier-Jahres-Sperre, die der nationale Verband CSA gegen die 22-Jährige ausgesprochen hat, jeglichen Doping-Missbrauch vehement ab. Sie habe "eine Vielzahl von Beweisen für ihre Nicht-Schuld", meldete am Donnerstag die Pekinger Tageszeitung "Morning Post". Die Weltrekordlerin und Weltmeisterin über 200 Meter Lagen strebt nach Angaben chinesischer Medien eine Klage gegen die nationale Dachorganisation an. Die lange Sperre bedeute das Ende ihrer Karriere. Die Suspendierung ihres Trainers Wu Jicai für ein Jahr sei gleichfalls unbegründet, liess die Athletin wissen. Wu Yanyan war von ihrem Verband wegen Dopings mit dem Steroid Norandrosteron bei der Olympia-Qualifikation im Mai von allen Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Der chinesische Verband versucht in Kooperation mit dem Weltverband FINA, das Dopingproblem in der Volksrepublik zu bekämpfen. Seit 1994 sind 14 chinesische Schwimmerinnen und Schwimmer des Dopings überführt worden. Den letzten grossen Doping-Skandal des chinesischen Schwimmsports hatte es während der Welttitelkämpfe im Januar 1998 in Perth gegeben, als vor Beginn der Wettbewerbe vier Chinesen positiv auf Diuretika getestet worden waren. Die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin Yuan Yuan und ihr Trainer waren damals bei der Einreise nach Australien mit 13 Ampullen eines Wachstumshormons in ihrem Gepäck erwischt und sofort gesperrt worden.

Italien hat jetzt das härteste Doping-Gesetz der Welt: Der italienische Staat hat den Dopingsündern mit dem härtesten Dopinggesetz der Welt den Krieg erklärt. "Wer dopt, landet im Gefängnis", titelte die "La Repubblica" am Donnerstag. Und das bis zu sechs Jahre lang. Das Abgeordnetenhaus hat das Gesetz am Mittwochabend mit der Regierungsmehrheit verabschiedet. Folgt in der nächsten Woche - wie allseits erwartet - die Zustimmung des Senats, wird Doping in Italien noch vor den Olympischen Spielen in Sydney zur Straftat. Wer dopt oder gedopt ist, wird zum Kriminellen. Dopingbekämpfung ist dann Staatssache. Das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) ist enteignet. Das Gesundheitsministerium hat die Dopingkontrollen komplett an sich gerissen.

O'Neill fordert Strafverschärfung. Die australische Schwimm-Olympiasiegerin Susie O'Neill fordert die rückwirkende Bestrafung von Dopingsündern.O'Neill, die sich um einen der acht Athleten-Plätze im internationalen Olympischen Komitee (IOC) bemüht, sagte, Sportler wie die chinesische Schwimmerin Wu Yanyan sollten aus den Rekordlisten gestrichen werden. "Ich glaube, sie sollte die Medaillen ihrer gesamten Karriere verlieren", sagte O'Neill am Donnerstag in Brisbane. Es müsse allerdings erst ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, erklärte die 26-jährige Susie O'Neill, die im Mai den ältesten Schwimm-Weltrekord gelöscht hatte und als Favoritin für die 200 Meter Schmetterling in Sydney gilt. Blut einzufrieren, bis bessere Dopingtests vorliegen, sei allein keine Lösung. "Wir haben inzwischen herausgefunden, dass die Ostdeutschen gedopt haben, aber niemand bekommt ihre Medaillen, und es ändert die Ergebnisse überhaupt nicht", betont O'Neill. Die Australierin versprach auch, sich im Fall ihrer Wahl in die Athleten-Kommission des IOC insbesondere um die Doping-Problematik zu kümmern. Die acht Mitglieder sollen während der Olympischen Spiele gewählt werden, es gibt rund 45 Bewerber. Vor ihrem Vorstoss gegen Dopingsünder hatte die australische Weltklasse-Schwimmerin die niederländische Weltrekordlerin Inge de Bruijn des Missbrauchs unerlaubter Mittel bezichtigt, sich aber dafür in der Zwischenzeit entschuldigt.

Thorpe ergreift die Initiative: Er will die Ehre haben, als erster Schwimmer eine Blutprobe für die Dopingkontrolle geben zu können, falls es einen validierten Test gebe. Line element 19.7.2000 Dopingsünderin Yanyan will auspacken: Laut der Tageszeitung "Jianghui Morning Post" gerät der chinesche Schwimmverband (CSA) unter Druck. Die Spitzen-Athletin Wu Yanyan, die wegen Dopings für vier Jahre gesperrt wurde, will ihr Schweigen brechen und über die Dopingpraxis in China erzählen und damit ein gerichtliches Verfahren anstrengen. "Das ist eine absolut unfaire Bestrafung", sagte die 22 Jahre alte Schwimm-Weltrekordlerin in einem Interview in ihrem Haus in der Provinz Guangxi in Südchina. "Bisher habe ich meinen Mund gehalten, aber wenn man hofft, dass ich das weiter tue, dann täuscht man sich. Ich habe eine Menge Material, ich habe Beweise, es werden noch einige ganz grosse Dinge rauskommen." Yanyan war im Mai bei den chinesischen Olympiaausscheidungen in Jinan des Gebrauchs des anabolen Steroids Norandrosteron überführt worden. Die CSA sprach am vergangenen Montag eine Sperre von vier Jahren und eine Geldstrafe von 8000 Yuan (etwa 2000 Mark) aus. Ihr Trainer Wu Jicai wurde für ein Jahr gesperrt und muss rund 1000 Mark bezahlen. Die Chinesin hatte im Oktober 1997 in Schanghai in 2:09,79 Minuten den Weltrekord über 200 Meter Lagen verbessert. Im folgenden Januar gewann sie im australischen Perth über dieselbe Distanz den WM-Titel. Line element 18.7.2000 Wu Yanyan für 4 Jahre geperrt - Zusätzlich 1000 Dollar Geldstrafe. Die des Dopings überführte chinesische Schwimmerin und Weltrekordlerin Wu Yanyan ist für vier Jahre von der Teilnahme an Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Zusätzlich müsse sie eine Strafe von 8000 Yuan (1000 Dollar) bezahlen, berichteten chinesische Zeitungen am Dienstag. Der chinesische Schwimmverband gab bekannt, dass auch Trainer Wu Jicai für ein Jahr gesperrt worden sei und eine Strafe von 4000 Yuan zahlen müsse. Vergangenen Donnerstag war bei einem Routinetest das Anabolikum Norandrosteron nachgewiesen worden. Die 22-Jährige aus Guangxi, die bei den Spielen in Atlanta Platz zehn über 200 Meter Lagen erreicht hatte, war auf nationaler Ebene bereits von Olympia in Sydney ausgeschlossen worden. Wu Yanyan ist seit dem 17. Oktober 1997 mit einer Zeit von 2:09,72 Minuten Weltrekordlerin über 200 Meter Lagen.

Bremer: "Es tut mir leid." Der deutsche Schwimmer Chris-Carol Bremer hat sich für die Doping-Vorwürfe gegen den australischen Weltrekordler Ian Thorpe entschuldigt. Das wurde am Dienstag in Sydney bekannt. Bremer beschuldigte in einem Brief an Thorpe die Presse, seine Aussagen in einem falschen Zusammenhang wiedergegeben zu haben. Australische Zeitungen hatten berichtet, Bremer habe Thorpe in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" wegen dessen grosser Füsse der Einnahme von Wachstumshormonen verdächtigt. "Es tut mir sehr leid, was dir passiert ist. Viel Glück mit deinem Schwimmen", schrieb Bremer. Der Aktivensprecher der deutschen Schwimmer erklärte, er habe Thorpe in dem Interview "nie erwähnt". Auf die Frage, ob er glaube, dass es einen Zusammenhang zwischen den Dopingmitteln und den grossen Füssen Thorpes gäbe, habe er einen Kommentar verweigert. Über Bremers angebliche Anschuldigungen hatte die meistgelesene Zeitung Australiens, der "Sun-Herald" aus Melbourne, auf der Titelseite berichtet. Thorpe will am Donnerstag Einzelheiten über seine bisherigen Dopingtests bekannt geben. Er hat auch angeboten, Blutproben von sich einfrieren zu lassen, bis zuverlässige Tests für Wachtumshormone und andere Dopingmittel zur Verfügung stehen. Line element Die Berichte vom Berliner Dpoing Prozess gegen Ewald und Höppner vom Mai bis Juli 2000 Line element 17.7.2000 Doping-Vorwürfe zurückgenommen: Die australische Schwimm-Olympiasiegerin Susie O'Neill hat ihre öffentlichen Doping-Verdächtigungen gegen die Holländerin Inge de Bruijn zurückgenommen und sich entschuldigt. O'Neill hatte die Weltrekord-Serie der Freistil- und Schmetterlings-Spezialistin in einem Interview als "sehr verdächtig" bezeichnet und gesagt: "Ich möchte zwar glauben, dass sie sauber ist, aber mit Bestimmtheit können wir das nicht wissen." De Brujin: "Das hätte ich nicht erwartet!" Per e-mail bat O'Neill die Niederländerin jetzt um ihre Telefonnummer im Trainingslager in Portland (USA), um ein persönliches Gespräch zu führen. "Sie war immer sehr nett zu mir. Das hätte ich nicht erwartet", hatte de Brujin die Vorwürfe der Australierin kommentiert. Doch die siebenfache Weltrekordlerin kündigte an, erstmal das Gespräch abzuwarten: "Vielleicht hat sie es der Presse gar nicht so gesagt, wie es bei mir letztlich angekommen ist." Line element 17. Nach seiner Rehabilitation durch die FINA (Dopingvergehen), ist der spanische Langstreckenschwimmer David Meca-Medina wieder auf Siegeskurs, zuletzt in Atlantic City, USA (37 km, Wasser- und Lufttemperatur 18 Grad). Resultate:
Männer
1. David Meca-Medina, Barcelona, Spain 7:40:15 Line element 16.7. Sydney - Im verbalen "Krieg" der Schwimm-Nationen Australien und Deutschland hat der australische Spitzenschwimmer Grant Hackett eine neue Runde eröffnet. "Du begreifst es einfach nicht, Chris Carol Bremer. Hallo? Bist Du hirntot oder was?", schreibt der olympische Goldanwärter über 1500 Meter Freistil in einem Exklusivbeitrag für den Sunday Telegraph in Sydney. Gesamte australische Team sei sauber. Hackett wirft Bremer vor, die Karriere von Ian Thorpe beflecken zu wollen, obwohl der mehrmalige Weltrekordler der Mann sei, für den man wegen der Unzahl der Dopingtests seine Hand am ehesten ins Feuer legen könnte. Das gesamte australische Team sei sauber, um das zu beweisen, "würde ich sogar vor den Augen eines Unbekannten in eine Flasche pinkeln", so Hackett. Ist Schuhgröße 51 ein Indiz für Doping? Nach Meinung der Australier hat der deutsche Aktivensprecher Bremer in Zusammenhang mit dem 17 Jahre alten "Wunderkind" Thorpe erklärt, dass grosse Hände und Füsse Nebenwirkungen beim Einsatz von verbotenen Wachstumshormonen seien. Thorpe hat Schuhgrösse 51. Bremer seinerseits versicherte bereits mehrfach, dass er nicht speziell Thorpe, sondern das Dopingproblem im Schwimmen und Sport generell angespochen habe: "Jeder soll sich sein eigenes Urteil bilden." Im Februar hatte es in "Down under" die erste Welle der Empörung gegeben, nachdem der deutsche Trainer Manfred Thiesmann Thorpes Weltrekorde angeblich als ein mögliches Doping-Resultat bezeichnet hatte. Thorpe will Liste seiner Dopingtests vorlegen. Thorpe will derweil als Reaktion auf angebliche deutsche Vorwürfe am kommenden Donnerstag öffentlich eine komplette Liste seiner Dopingtests vorlegen. Manager Dave Flaskas: "Jedes Mal, wenn Ian beschuldigt wurde, ist er danach Weltrekord geschwommen. Wir freuen uns deshalb auf die nächsten Anschuldigungen vor dem olympischen 400-Meter-Finale." Line element 14.7.2000 Chinesische Weltrekordlerin gedopt. Die chinesische Topschwimmerin Wu Yanyan (22) ist wegen Dopingmissbrauchs von ihrem nationalen Verband bis auf Weiteres gesperrt worden und darf an den Olympischen Spielen in Sydney mit Sicherheit nicht teilnehmen. Der 200-m-Lagen-Weltrekordhalterin wurde nachgewiesen, im Mai an den Landesmeisterschaften in Jinan das Anabolikum Norandrosteron verwendet zu haben. Die Weltmeisterin von Perth muss seitens des Weltverbandes Fina mit einer vierjährigen Verbannung rechnen. Line element 11.7. Wer beim Doping hilft, riskiert ein Berufsverbot: Britische Ärzte und Fachärzte, die Sportlern Anabolika und andere leistungssteigernde Substanzen verordnen, müssen zukünftig mit einem Berufsverbot rechnen. Der britische Ärztetag beschloss eine Bestimmung, die "Doping-Ärzten" drakonische Strafen androht. Der Ärztebund (British Medical Association, BMA), der landesweit rund 75'000 Kolleginnen und Kollegen vertritt, zeigte sich besorgt über die weite Verbreitung von Anabolika und anderen illegalen, leistungssteigernden Substanzen. "Immer mehr Freizeitsportler fragen ihren Hausarzt nach einem Rezept für Anabolika", so Dr. Ian Bogle, BMA-Chairman. "Die Verschreibung von Anabolika zur sportlichen Leistungssteigerung verstösst gegen die Berufsethik und muss bestraft werden!" Laut BMA hat eine Untersuchung ergeben, dass inzwischen rund zehn Prozent der in britischen Fitnessstudios trainierenden Bodybuilder Anabolika benutzen. In neun von zehn Fällen geschehe dies, um "grösser und muskulöser" zu werden. Nicht selten wisse der Arzt davon oder unterstütze sogar die Einnahme. Die kürzlich in London beendete BMA-Jahrestagung verurteilte Versuche der Regierung, in die ärztliche Selbstverwaltung einzugreifen. Gesundheitsminister Alan Milburn wurde vorgeworfen, er nehme die Verurteilung von Dr. Shipman zum Vorwand, um die ärztliche Selbstverwaltung zu untergraben. Dr. Shipman war kürzlich des Mordes an 15 seiner Patienten für schuldig befunden worden (wir berichteten). Die Regierung sagt, die ärztliche Selbstverwaltung habe versagt. Die BMA forderte Krankenhäuser auf, keinen Druck auf Assistenzärzte auszuüben, Notfallpatienten im Falle eines Herzstillstandes nicht wiederzubeleben. Nach Angaben von Bogle kommt es "jährlich tausendfach" vor, dass auf den Unfallstationen Patienten nicht wiederbelebt würden, weil in den Krankenakten der Zusatz stehe "do not resuscitate" (nicht wiederbeleben). Assistenzärzte würden oftmals von Krankenschwestern unter Druck gesetzt, einen entsprechenden Vermerk zu schreiben, weil dies einfacher sei. Die BMA verurteilte die Praktik und wies Krankenhausärzte auf ihre "moralische Pflicht zur Wiederbelebung" hin. Ausserdem beschloss der Ärztetag eine Untersuchung einzuleiten, ob in staatlichen Krankenhäusern ältere Patienten diskriminiert werden. Britische Patientenverbände berichten, dass ältere Patienten oftmals aus Kostengründen nicht die medizinisch notwendigen Behandlungen erhielten. Line element 21.6. Unangekündigte Dopingkontrollen. Die Antidoping-Weltagentur Wada und der Schwimm-Weltverband Fina haben sich am IOK-Hauptsitz in Lausanne auf eine Zusammenarbeit im Kampf gegen Doping geeinigt. Gleichzeitig bekundete die Wada Interesse am angekündigten Epo-Test anlässlich der Tour de France. Wada-Vorsitzender Richard Pound und Fina-Chef Mustapha Larfaoui unterschrieben einen Vertrag, der die Doping-Behörde ermächtigt, bis zu den Spielen in Sydney unangekündigte Dopingtests während der Trainingsphase durchzuführen. Line element 17.6. Professionelle Dopingkontrolleure. Der Schweizerische Olympische Verband (SOV) wird per 1. Juli 2000 vier professionelle Dopingkontrolleure einsetzen. Bei drei der vier engagierten Personen handelt es sich um ehemalige Schweizer Nationaltrainer: Barbara Broger war von 1982 bis 1994 Trainerin der Langlauf-Frauen, Manfred Rhyn trainierte von 1997 bis 1999 die Inline-Hockeyaner, Paul-André Dubosson instruierte von 1988 bis 1995 die Ski-Nationalmannschaft der Frauen und Solveig Buttingsrud ist diplomierte Sport- und Tennislehrerin. Line element 14.6.2000 Doch noch ein Dopingtest für Sydney 2000? Neue Nachweisverfahren für EPO. Seit der berüchtigten Tour de France 1998, als zahlreiche Sportler zugeben mussten, EPO benutzt zu haben, fiebern Wissenschafter danach, eine Nachweismethode für dieses Dopingmittel zu entwickeln. In der vergangenen Woche sind in der wissenschaftlichen Fachliteratur gleich zwei neue Tests vorgestellt worden. Ob diese bereits bei den Olympischen Spielen in Sydney zum Einsatz kommen werden, ist allerdings noch offen. EPO (Erythropoietin) ist ein körpereigenes Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen ankurbelt. Die gentechnisch hergestellte Version wurde ursprünglich zur Behandlung von Blutarmut entwickelt. Seit vielen Jahren wird diese Substanz aber auch von Sportlern missbraucht. Denn durch die Einnahme von EPO lässt sich mehr Sauerstoff in die Muskeln befördern und damit eine Leistungssteigerung erzielen. Doch solche Dopingfälle sicher nachzuweisen, ist bis heute nicht möglich, da die körpereigene Substanz und die gentechnisch hergestellte Variante praktisch identisch sind. Wissenschaftern am Nationalen Antidoping-Laboratorium in Châtenay-Malabry in Frankreich ist es jetzt aber offenbar doch gelungen, zwischen der natürlichen und der synthetischen Variante zu unterscheiden. Mit einer Methode namens isoelektrische Fokussierung zeigen die Forscher, dass die beiden EPO-Varianten unterschiedlich geladen sind. Dazu untersuchten sie mehrere Urinproben auf das EPO-Muster hin. Personen, die wegen Blutarmut mit EPO behandelt worden waren, wiesen ein eindeutig anderes Muster auf als Kontrollpersonen. Die Unterschiede in der Ladung erklären sich die Wissenschafter damit, dass die beiden Proteine in verschiedenen Zelltypen zusammengebaut - die synthetische Variante wird in Hamsterzellen produziert - und entsprechend mit unterschiedlichen, die Ladung beeinflussenden Zuckerresten bestückt werden. In einer weiteren Versuchsreihe demonstrierten die Forscher, dass sich das Verfahren auch zum Nachweis eines EPO-Missbrauchs eignet. Dazu analysierten sie 102 eingefrorene Urinproben von Teilnehmern der Tour de France 1998. Sie konzentrierten sich dabei auf jene 14 Proben mit den höchsten EPO-Werten, da, wie sie mutmassen, die betreffenden Sportler mit grosser Wahrscheinlichkeit EPO konsumiert hatten. Wieder zeigte sich das für das gentechnisch hergestellte EPO typische Muster. Der Nachteil dieser Methode besteht allerdings darin, dass das EPO mit hundertprozentiger Sicherheit nur in den ersten 24 Stunden nachweisbar ist. Drei Tage später sind alle Spuren verschwunden. Besser geeignet, um länger zurückliegende EPO-Missbräuche aufzudecken, ist womöglich ein zweites, von australischen Forschern entwickeltes Verfahren. Bei diesem Bluttest werden fünf verschiedene Marker gemessen. Das Verhältnis der fünf Marker zueinander bestimmt, ob die Bildung der roten Blutkörperchen verändert wurde und somit ein EPO-Missbrauch vorliegt. Von 189 Messungen wurde, so das Ergebnis der nun publizierten Studie, nur eine als falsch positiv eingeschätzt. Mit dieser indirekten Methode können selbst Sportler entlarvt werden, die drei Wochen vorher EPO einnahmen. Die beiden Nachweisverfahren befinden sich zurzeit in der Validierungsphase. Sie werden darauf hin überprüft, ob sie sich für einen routinemässigen Einsatz eignen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden sie dem Internationalen Olympischen Komitee präsentiert. Das Urteil, ob der Urintest, der Bluttest oder womöglich beide im September zur Anwendung kommen werden, wird voraussichtlich im August gefällt. Quelle: Nature 405, 635 (2000); Haematologia 85, 565-572 (2000). [tlu. NZZ 14.6.00] Line element 12.6.2000 Der Trainer der niederländischen Weltrekordlerin und Europameisterin Inge de Bruijn - Paul Bergin - hat die international verbreiteten Dopingspekulationen um seinen Schwimmstar energisch zurückgewiesen. "Sie wird getestet wie jeder andere Athlet auch. Sie nimmt bei Kopfschmerzen nicht einmal eine Aspirintablette", sagte Bergin. Der US-Amerikaner arbeite seit über zwei Jahren mit Inge de Bruijn zusammen und die Leistung der 27-Jährigen sei nicht über Nacht gekommen, sagte er dem australischen Radiosender ABC. Besonders das veränderte Training und der neue High-Tech-Schwimmanzug ihres Sponsors speedo seien ausschlaggebend für ihren Erfolg. Die Australierin Susie ONeill, Olympiasiegerin über 200 m Schmetterling bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, hatte die Erfolge von Inge de Bruijn als "suspekt" bezeichnet: "Ich kann nur hoffen, dass sie clean ist". In Rio de Janeiro hatte die fliegende Holländerin zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen einen Weltrekord über 50 m Freistil aufgestellt und ihre bisherige Bestmarke nochmals um neun Hundertstelsekunden auf 24,39 Sekunden gesteigert. Im englischen Sheffield hatte sie zuvor der chinesischen Ex-Weltmeisterin Jingyi Le den Weltrekord abgenommen und ausserdem vier weitere Bestmarken aufgestellt. Line element 10.6.2000 Susie O'Neill: Ist de Bruijn gedopt? Mit der Australierin Susie O`Neill hat erstmalig eine Spitzenschwimmerin im Vorfeld der Olympischen Spiele 2000 in Sydney die Weltrekordserie der Niederländerin Inge de Bruijn öffentlich als "suspekt" bezeichnet und somit weit verbreitete Dopingspekulationen zusätzlich angeheizt. O'Neill, die zuletzt den Jahrhundert-Weltrekord der Amerikanerin Mary T. Meagher über 200 m Schmetterling auf 2:05,81 Minuten geschraubt hatte, sagte im Trainingscamp der Australier in Caloundra: "Ich würde gerne glauben, dass sie clean ist, aber suspekt sind die Zeiten schon. Aber man kann natürlich nichts definitiv sagen." Inge de Bruijn habe sich möglicherweise verbessert weil sie älter und erfahrener geworden ist: "Wenn du eine Frau bist und Spitzenzeiten schwimmst, gibt es immer Dopingspekulationen. Das ist traurig und enttäuschend, aber wahr." Die 26 Jahre alte Olympiasiegerin fügte hinzu: "Mich hat noch niemand des Dopings verdächtigt." Inge de Bruijn hatte zuletzt die von ihr selbst und der Chinesin Jingyi Le gehaltene Bestmarke über 50-Meter-Freistil um drei Hundertstelsekunden auf 24,48 Sekunden verbessert. Beim Meeting im englischen Sheffield hatte die Europameisterin die Bestzeit der chinesischen Ex-Weltmeisterin im Vorlauf egalisiert. Jingyi Le, die die alte Rekordmarke 1994 in Rom aufgestellt hatte, verlor damit eine Woche nach der neuen Fabel-Bestzeit von de Bruijn über 100 m Freistil (53,80 Sekunden) den zweiten Weltrekord an die "fliegende Holländerin". Allein in Sheffield hatte de Bruijn vier Weltrekorde markiert. Line element 8.6.2000 Französische Wissenschaftler stellen heute in "Nature" Testverfahren für Erythropoietin (EPO) vor: Rekombinantes EPO jetzt im Urin nachzuweisen. Demnächst wird es möglich sein, im Urin nachzuweisen, ob ein Sportler zur beabsichtigten Leistungssteigerung gentechnisch hergestelltes Erythropoietin genommen hat. Einen entsprechenden Test, der diesen Nachweis möglich macht, haben Wissenschaftler des französischen staatlichen Anti-Doping-Labors in Chatenay-Malabry entwikkelt. Über das Testverfahren berichten sie in der heutigen Ausgabe von "Nature" (405, 2000, 635). Dr. Francoise Lasne und ihr Kollege Jacques de Ceaurriz haben für ihren Test genutzt, dass sich gentechnisch hergestelltes Erythropoietin in seinen Strukturen minimal von natürlichem unterscheidet. Diese minimalen Unterschiede sind physiologisch ohne Bedeutung, können aber analytisch genutzt werden. Die verschiedenen Formen des Bluthormons haben winzige Ladungsunterschiede, die jedoch genügen, die Formen mit der Methode der isoelektrischen Fokussierung, einem physikalisch-chemischen Untersuchungsverfahren,zu unterscheiden. Die rekombinanten Typen A und B des Bluthormons unterscheiden sich dabei wenig, sind aber deutlich von der natürlichen Form abzugrenzen. Praktisch getestet haben die Doping-Experten ihre Analysemethode mit Urinproben von Radrennfahrern, die an der "Tour de France" 1998 teilgenommen hatten, die unter dem Zeichen des Blutdopings mit Erythropoietin stand. In allen Fällen bekannter Anwendung des Hormons konnte der Test diese eindeutig bestätigen. Die Methode eigne sich daher dafür, so die Wissenschaftler, bei Sportlern die Verwendung von Erythropietin zu kontrollieren. Line element 4.6.2000 Sitz der WADA noch nicht bestimmt. Die Sportminister der 41 Mitgliedsstaaten des Europarates haben bei ihrer Konferenz in Bratislava die Finnin Suvi Linden als Vertreterin des Kontinents für die Exekutive der Welt- Anti-Doping-Agentur WADA benannt. Die Sportministerin Finnlands war erst vor wenigen Wochen von den Sportministern der Europäischen Union neben Vasco Lynce de Faria (Portugal) für den von IOC-Vizepräsident Richard Pound (Kanada) geleiteten WADA-Stiftungsrat nominiert worden. Aus Europa gehören dem Stiftungsrat zudem George Walker (Grossbritannien) und Alain Garnier (Frankreich) als Vertreter des Europarates an. Das Fehlen eines Repräsentanten aus Osteuropa in der WADA stiess in Bratislava auf Kritik vor allem von polnischer Seite. Nach dem Rückzug der französischen Sportministerin Marie-George Buffet war die Benennung von Suvi Linden für das WADA-Führungsgremium in Bratislava hingegen kein kontroverses Thema. Auch die deutsche Seite hatte den Vorschlag unterstützt. Die zehnköpfige Exekutive, die sich im Juni konstituieren wird, soll die Arbeit der Welt-Anti- Doping-Agentur bis zum Ende der Übergangszeit 2001 steuern. Zu diesem Zeitpunkt endet die Phase, in der allein das Internationale Olympische Komitee für die Finanzierung der WADA aufkommt. Die Entscheidung über den künftigen Sitz der WADA, die bis zum Jahresende fallen soll, kam bei der am Mittwoch mit der Annahme von Resolutionen zum Anti-Doping-Kampf und zur sexuellen Belästigung im Sport beendeten Sportminister-Konferenz nur am Rande zu Sprache. Bisher haben sich neben Bonn mit Lille, Lissabon, Madrid, Luxemburg, Athen und Wien weitere sechs Kandidaten aus Europa beworben. Montreal ist der einzige aussereuropäische Bewerber. Allerdings befinden sich unter den insgesamt acht Kandidaten auch Staaten, die nicht die in den WADA-Gründungs-Dokumenten aufgestellten Kriterien erfüllen, die unter anderem die räumliche Nähe eines der 23 vom IOC anerkannten Anti- Doping-Labors vorschreiben. Line element 27.5.2000 EPO-Test in Sydney bereit? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat überraschend die Hoffnung auf Doping-Tests zum Nachweis der unerlaubten Substanz EPO (Erythropoietin) bei den Spielen 2000 in Sydney deutlich gedämpft. "Die Chancen dazu stehen nur 50:50", meinte IOC-Vizepräsident Jacques Rogge am Donnerstag in Rio de Janeiro, wo das Exekutivkomitee des IOC bis Samstag tagt. Der 58-jährige Belgier, der auch Vizepräsident der Medizinischen Kommission des IOC und heisser Anwärter auf die Nachfolge von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch im kommenden Jahr ist, bestritt energisch einen französischen Zeitungsbericht. Rogge: "Das habe ich nie gesagt" Danach soll sich Rogge "ziemlich sicher" gezeigt haben über die Einführung von EPO-Tests in Syndey. "Das habe ich nie gesagt", meinte der Belgier. "Wir sind sicher, dass es in naher Zukunft eine wissenschaftlich gedeckte Methode zum Nachweis von EPO geben wird", meinte Rogge. Voraussetzung für die Anwendung einer solchen Methode bei Olympia sei aber die Veröffentlichung in einer angesehenen wissenschaftlichen Publikation, "und die kontrollieren wir leider nicht", sagte er. Rogge hob allerdings hervor, dass das IOC ein "Fast-Track-System" erarbeitet habe, um die Einführung von EPO-Tests schon zwei Wochen nach der Veröffentlichung der jeweiligen Methode vollziehen zu können. Unter anderem seien im Februar dazu vorbeugend erstmals Bluttests genehmigt worden. Die Medizinische Kommission des IOC, deren Vizepräsident Rogge ist, setzt dabei weiter auf den Nachweis über Bluttests. Vier Labors haben dafür vom IOC zwei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt bekommen und arbeiten unabhängig voneinander an der Suche nach neuen Verfahren. Rogge erwähnte nicht das französische Labor in Chatenay-Malabry, das eine Methode auf der Basis von Urinproben entwickelt hat. "Wir werden den Kampf gegen Epo nochmals forcieren, aber wir können ihn nur gewinnen, wenn die Tests wasserdicht sind", erklärte der Belgier Jacques Rogge als IOC-Exekutivmitglied während der Tagung in Rio. Es gehe um die Sauberkeit des Sports, aber auch die Wahrung der Rechte jedes Athleten. Noch vier Hürden für Bluttests Bisher kann Blutdoping nur "vermutet" werden, wenn der Epo-Wert zu hoch ist, weil eine Unterscheidung zwischen künstlichem und körpereigenem Epo noch nicht möglich ist. Bei Überschreitung der Grenzwerte erfolgen im Radsport und Skisport deshalb nur "Schutzsperren" von zwei Wochen. Rogge nannte vier Voraussetzungen für die Einführung von Bluttests:
  1. die Veröffentlichung der Methode in einem international anerkannten wissenschaftlichen Magazin;
  2. Bestätigung dieser Methode durch eine vom IOC benannte unabhängige Mediziner-Gruppe;
  3. Überprüfung durch die Juristische Kommission des IOC hinsichtlich der Rechtssicherheit bei Strafen;
  4. Nachweis der praktischen Durchführbarkeit des neuen Verfahrens durch ein vom IOC anerkanntes Labor.
Line element Doping im historischen und sportmedizinischen Überblick Line element 23.5.2000 Neuseeländer vorläufig gesperrt. Der Weltverband Fina hat den neuseeländischen Crawler Trent Bray (27) mit einer provisorischen Sperre belegt. Dem dreimaligen Kurzbahn-WM-Zweiten über 200 m war bei einer Trainingskontrolle vergangenen November der Einnahme von Nandrolon überführt worden. Noch ist unklar, wie hoch das endgültige Strafmass der Fina ausfallen wird, weil Bray gegen die Ergebnisse des zuständigen Doping-Labors Einspruch erhoben hat. Line element 9.5. Die britische Schwimmerin Donna Lee gewinnt gegen den Britischen Olympischen Verband (BOA), der sie aus dem Olympiateam ausgeschlossen hat mit der Begründung, sie sei auf Lebenszeit wegen einer Asthmabehandlung (Doping mit Salbutamol) von der Olympiamannschaft ausgeschlossen. Die unabhängige Appellationsstelle des BOA gaben Lee recht, der Vertoss sei unter ihren Umständen milde gewesen.

EU unterstützt Antidopingagentur. Die EU wird sich schon in diesem Jahr an der Finanzierung der neu geschaffenen Welt-Antidopingagentur (Wada) beteiligen. Diese Zusicherung machte die EU-Kommissarin Viviane Reding IOK-Präsident Samaranch. Noch im Laufe des Jahres will die EU 2,4 Mio. Franken zielgerichtet in Projekte zur Dopingforschung fliessen lassen. "Ab 2002 zahlt die EU 50% des Wada-Etats", sagte Samaranch. Wie hoch der 50%-Anteil sein wird, ist derzeit allerdings noch nicht abzuschätzen. Bisher will nur das IOK eine Anschubfinanzierung von 25 Mio. Dollar bereitstelle. Line element Die Berichte vom Berliner Dpoing Prozess gegen Ewald und Höppner vom Mai bis Juli 2000 Line element 2.5. Ein Eid gegen Doping: Druck auf Australiens Olympiateilnehmer. Australiens Regierung hat verstärkte Zollkontrollen während der Olympischen Sommerspiele in Sydney abgelehnt. Das Australische Olympische Komitee (AOC) befürchtet ein steigendes Interesse am Handel mit unerlaubten Substanzen. Hingegen müssen alle australischen Olympiastarter einen Eid gegen Doping schwören und einen Kontrakt unterschreiben, in dem sie bestätigen, keinerlei verbotene Substanzen einzunehmen. Verweigert ein Athlet die Unterschrift, wird er nicht für die Spiele zugelassen. In Sydney wurde auf Befehl der australischen Ethik-Kommission das Verbot der Mitnahme von Nahrungsmitteln und Getränken in die Olympiastadien aufgehoben. Die Zuschauer dürfen kleine Snacks, Früchte, Sandwiches und Getränke mitnehmen, aber die Sicherheitsleute werden Glasflaschen, Dosen, Thermoskannen und Kühltaschen konfiszieren. Die Ethik-Kommission hatte den Organisatoren "ausbeuterische Machenschaften" vorgeworfen. (Si./uwä) Line element 27.4. Der spanische Langstrecken-Schwimmer David Meca-Medina und der Slowene Igor Majcen haben nun doch noch eine Chance vor einer vierjährigen Sperre wegen Dopings bewahrt zu werden. Die "Geschichte mit dem Schweine-Schnitzel" könnte die letzte Rettung sein. Der Schwimm-Weltverband Fina einigte sich aufgrund neuer medizinischer Gutachten mit den Anwälten der Sportler darauf, die vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ausgesprochenen Vier-Jahres-Sperren vorbehaltlich weiterer Untersuchungen vorerst aufzuheben. Die überhöhten Nandrolonwerte waren in Urinproben festgestellt worden, die im Januar 1999 beim Weltcup im brasilianischen Salvador de Bahia genommen worden waren. Der CAS hatte am 29. Februar diesen Jahres das vermeintlich endgültige Urteil gefällt. Gemeinsam mit seinem belgischen Rechtsanwalt Jean-Louis Dupont, der schon das Bosman-Urteil beim Europäischen Gerichtshof mit "durchgeboxt" hatte, konnte Meca-Medina aufgrund der neuen Expertisen das Urteil kippen. Zuvor hatte der Weltmeister selbst vor dem CAS vergeblich argumentiert, dass das Nandrolon durch den Verzehr von Fleisch eines unkastrierten Ebers in den Körper gekommen sei. Meca-Medina hatte nach eigenem Angaben an fünf aufeinander folgenden Tagen in seinem Hotel in Salvador de Bahia ein Schweine-Menü zu sich genommen, das auch Leber, Nieren und Innereien des Tieres beinhaltete.

Knapp fünf Monate vor Beginn der olympischen Sommerspiele in Sydney bahnt sich ein neuer Doping-Skandal an. Ins Zwielicht ist das olympisches Trainingszentrum der Hafenmetropole geraten: Einer der dort tätigen Wissenschaftler muss sich wegen illegalen Imports unerlaubter Substanzen am 9. Mai vor Gericht verantworten, weitere Polizei-Untersuchungen laufen. "Es gibt einen Anstieg der Drogenimporte, aber auch unsere Aufklärungsrate ist höher", erklärte John Drury, stellvertretender Chef der Zollbehörde. Olympia-Athleten oder grosse Namen seien von den laufenden Untersuchungen allerdings nicht betroffen. Der angeklagte Wissenschaftler John Pryor, der ein von australischen Zollbeamten abgefangenes Paket mit muskelaufbauenden Präparaten per Internet bestellt haben soll, ist nach Mitteilung der New South Wales Academy of Sport von seinem Job zurückgetreten. Nach Angaben des Gerichts hatte der Wissenschaftler drei Flaschen Dehydroepiandrosteron (DHEA) und eine Flasche Androstenedion in den USA geordert, wo die Drogen frei erhältlich sind. Beide Mittel sind in Australien verboten und stehen auf der Liste der verbotenen Substanzen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Auch die weiteren Recherchen der Polizei- und Zollbehörden betreffen in erster Linie den illegalen Import von Dopingmitteln. Offizielle Zahlen zeigen eine starke Zunahme der Beschlagnahmungen in den vergangenen sechs Jahren von 27 im Zeitraum 1994/95 auf 968 in 1998/99. Für den folgenden Abschnitt sind bereits über 1.000 Fälle registriert. Erst vor wenigen Tagen hatte die australische Spitzen-Basketballerin Annie La Fleur zugegeben, dass ein an ihre Adresse geschicktes Paket mit DHEA vom Zoll beschlagnahmt worden sei. Die Order bestreitet La Fleur jedoch. Die Polizei wirkt im Zeitalter des weltweit grenzenlosen Datenverkehrs machtlos. "Wir können die illegalen Aktivitäten im Internet nicht stoppen", erklärte Peter Ryan, Polizei-Chef von New South Wales: "Wir können allenfalls versuchen, Australier an illegalen Aktionen über das Internet zu hindern." Craig McLatchey, Generalsekretär des australischen Olympischen Komitees (AOC), fordert eine nationale Sonderkommission zur Verfolgung professioneller Drogen-Dealer im Sport. Die maximale Strafe für die Einfuhr verbotener leistungssteigernder Substanzen nach Australien beträgt bislang umgerechnet etwa 60.000 Mark. Am Dienstag hatte das AOC im Hinblick auf die Bekämpfung des Drogenhandels schwere Vorwürfe gegen Polizei und Regierung erhoben. Die Behörden seien "inaktiv in der Bekämpfung eines Problems, das in seiner Grösse offensichtlich stark unterschätzt" werde. über die vertrauliche Studie, die das AOC an die Justizbehörden und das Gesundheitsministerium weitergeleitet hatte, berichtete die Tageszeitung "Morning Herald". Darin wurde der wachsende Einfluss der organisierten Kriminalität auf den Drogenhandel im Sport sowie die erhöhte Einfuhr von Dopingmitteln angemahnt. Line element 25.4. Hebt die FINA die Dopingsperre für Meca und Majcen auf? Die FINA wird die 4-jährige Sperre wegen Nandrolon-Doping möglicherweise aufheben, weil es tatsächlich Hinweise gäbe, dass die Stoffwechselprodukte des Nandrolons im konsumierten Fleisch von unkastrierten Schweinen vorhanden war. Eine Neubeurteilung dieses Falles hätte aber weit reichend Konsequenzen. Es wurde letztes Jahr in 343 Doping-Fällen nachgewiesen, u.a. Merlene Ottey, Dieter Baumann und Linford Christie. Die IAAF hatte im März angekündigt, das sie Tests in Auftrag gegeben habe, ob es möglich sei, das Nahrungsmittelzusätze etc. ein positives Testresultat auslösen k&oum;nnen. Line element 20.4. Doch EPO-Tests in Sydney? Jacques Rogge, IOC-Vize des medizinischen Komitees, teilte mit, dass zur Zeit eine 50%-Chance für EPO-Bluttests in Sydney besteht, falls die Australier ihren Test weiter verbessern. Mehr darüber... Line element 18.4. Streit um Sitz der WADA: Gegen den Standort Frankfurt als Sitz der nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) hat sich Friedhelm Julius Beucher (SPD), der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, am Montag in Bonn ausgesprochen. Frankfurt war am vergangenen Freitag vom Präsidium des Deutschen Sportbundes favorisiert worden. Argumente für Köln als Standort "Die Nada gehört nach Köln. Mit der Erfahrung und der Tradition dieses Anti-Doping-Labors ist das ein Muss, die Irritationen im Dopingfall Baumann dürfen nicht ablenken", sagte Beucher. Das Umfeld mit der Deutschen Sporthochschule und den vielen sportwissenschaftlichen Fakultäten im Umland spricht nach Auffassung des SPD-Abgeordneten für den Standort Köln. Internationale Anti-Doping-Agentur soll nach Bonn Aus dem gleichen Grund sieht Beucher Bonn als idealen Standort für die internationale Anti-Doping-Agentur (Wada), die zurzeit im schweizerischen Lausanne beheimatet ist. "Lausanne ist der ungeeignetste Standort, weil das IOC noch die eine oder andere Glaubwürdigkeitslücke in Sachen Doping hat", sagte der Sozialdemokrat. Line element 11.4. Die Verfahren wegen Dopings im DDR-Sport sind in Thüringen weitgehend abgeschlossen. Insgesamt wurde gegen 75 Ärzte und Trainer ermittelt, erklärte die Erfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag. Fünf Ärzte und ein Trainer wurden zu Geldstrafen zwischen 2.500 und 11.700 Mark verurteilt. Der Trainer wurde der vorsätzlichen Körperverletzung, die Ärzte der Beihilfe für schuldig befunden. Fünf Fälle wurden härter verfolgt. Ermittlungsverfahren gegen 53 Ärzte und Trainer wurden teils wegen geringer Schuld, teils gegen Zahlung von Geldbußen zwischen 500 und 8.000 Mark eingestellt. Nur in fünf Fällen erhärtete sich der Dopingverdacht den Angaben zufolge nicht. Viele der gedopten Sportler hatten unter gesundheitlichen Folgen zu leiden. Auch minderjährige Schwimmerinnen waren mit dem Präparat "Oralturinambol" gedopt, die Sportler über die Folgen im Unklaren gelassen worden. Derzeit seien noch zwei Ermittlungsverfahren wegen Dopings anhängig. Sie waren erst in diesem Jahr bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Line element 9.4. Das gesamte britische Team wird vor Sydney gründlich auf Dopinggebrauch getestet (Observer, 9.4.00). Die Zeitung berichtete, dass das rund 350-köpfige Team durch UK Sport getestet wird. Mann wolle das Debakel von Bercelona vermeiden, als 3 Athleten heim geschickt werden mussten. Tests wurden 1992 zwar auch vor den Spielen gemacht - die Resultate aber erst nachher veröffentlicht. Line element 6.4. Wouda klagt FINA an. Marcel Wouda aus den Niederlanden hat juristische Schritte gegen den Weltschwimmverband Fina angekündigt. Der 28 Jahre alte Welt- und Europameister über 200 Meter Lagen erklärte im Trainingslager in Daytona im US-Bundesstaat Florida, er habe einen Eindhovener Rechtsanwalt beauftragt, um zu erreichen, dass sein Name aus der Fina-Liste der Dopingsünder gestrichen wird. Wouda und der niederländische Schwimmverband hatten festgestellt, dass der Name auf der offiziellen Internetseite der Fina über überführte Dopingsünder wie John Olsen, Gary Hall (beide USA) oder Michael Fibbens (Großbritannien) aufgeführt wird. Fina-Sprecher hatten den den peinlichen Irrtum zugegeben, die Streichung von Woudas Namen zwar angekündigt aber bis Donnerstag nicht realisiert. "Fina bricht medizinische Schweigepflicht" Wouda gehört zu den Sportlern, die von Natur aus einen erhöhten Testosteron-Epitestosteron-Quotienten aufweisen, der normalerweise auf Hormondoping hinweist. Seit drei Jahren verfügt Wouda über ein Attest, das seine überdurchschnittlichen Hormonwerte medizinisch erklärt. "Mit der Veröffentlichung bricht die Fina die medizinische Schweigepflicht", sagte Woudas Arzt, Cees-Rein van den Hoogenband. "Mein guter Name ist beschädigt", erklärte Wouda. Der Lagenschwimmer weist einen Quotienten von 7:1 aus, zugelassen vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist ein Quotient von 6:1. Wouda war 1996 in Stavanger, dann bei den Europameisterschaften in Sevilla und zuletzt bei den Weltcup-Meetings in Rio de Janeiro positiv getestet worden. Daraufhin unterzog sich der Medaillenfavorit für Sydney 2000 umfangreichen medizinischen Untersuchungen an der Universität Utrecht. Das vom IOC anerkannte Anti-Doping-Labor von Barcelona bestätigte die Untersuchungen, die Positivtests blieben für Wouda ohne Konsequenzen. Line element 4.4.2000 Hat sich Sportarzt am Dopingsystem der DDR mitschuldig gemacht? Line element 30.3. Die italienische Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen das Doping-Kontrolllabor des Nationalen olympischen Komitee Italiens (Coni) in Rom eingestellt. Es gebe keine Beweise für manipulierte Dopingkontrollen im Labor "Acqua Acetosa", berichtete die "La Gazzetta dello Sport" am Donnerstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Das Verfahren war im Herbst 1998 eröffnet worden, nachdem das Labor in den Verdacht geraten war, vor allem Doping-Analysen von Profi-Fussballern verschleiert zu haben. Staatsanwälte ermittelten gegen Nizzola Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die Verantwortlichen des Labors und gegen den Präsidenten des italienischen Fussballverbands (Figc), Luciano Nizzola, sowie dessen Vorgänger Antonio Matarrese ermittelt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte dem Labor wegen Unregelmässigkeiten in den Kontrollen zwischenzeitlich die Lizenz entzogen. Mittlerweile hat das Labor "Acqua Acetosa" seine Arbeit unter neuer Leitung wieder aufgenommen. Line element 27.3.2000 Popov belastet Kollegen: Der Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow fürchtet unbemerktes Doping bei den Olympischen Spielen in Sydney. Deswegen bittet er das Internationale Olympische Komitee (IOC) ausdrücklich um die Einführung von Blut- und DNA-Tests. Der Doppelsieger von Barcelona 1992 und Atlanta 1996 über 50 und 100 Meter Freistil schätzt, dass rund 50 Prozent der Schwimmer in der Vorbereitung auf die Spiele in Sydney verbotene leistungsfördernde Substanzen zu sich nehmen würden. "Da sind eine Menge, die dopen". "Ich kann nicht sagen, dass ich sicher weiss, wer sauber ist und wer nicht, aber da sind eine Menge, die dopen und in Sydney Gold gewinnen werden", sagte Popow dem "Sydney Sunday Telegraph". Wissenschaftler des Australischen Sport-Instituts (AIS) hatten sich in der vergangenen Woche optimistisch geäussert, schon in Sydney zuverlässige Bluttests durchführen zu können.

China will in Sydney 16 Goldmedaillen - und setzt AthletInnen damit unter Druck. Zwar relativierten Chinas Sportfunktionäre ihre Medaillenansprüche im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sydney (15. September bis 1. Oktober), setzen die Athleten aber dennoch weiterhin unter Druck. Eine Fokussierung auf den Gewinn von Goldmedaillen würde den Dopingmissbrauch fördern, stellten die Offiziellen auf einer Sitzung der Sportführung fest. "Das Sammeln von Goldmedaillen, die mit Doping gewonnen werden, zerstört den olympischen Geist", sagte Sportkommissar Wu Shaozu. Ungeachtet dessen fordert die chinesische Sportführung von ihren Athleten mindestens 16 Goldmedaillen in Sydney. Line element 26.3. Vierjährige Sperre von der FINA für die italienische Sprinterin Viviana Susin (27) wegen Testosterondoping. Susin hät die Landesrekorde über 50 und 100 Frei. Sie wurde am 24.1.1999 an einem Meeting in Lyon erwischt. Das italienische CONI sei zu keiner Entscheidung gelangt, das Testosteron hätte auch natürlichen Ursprungs sein können. Der italienische Verband wolle beim Internationalen Sportgerichtshof appellieren. Line element 25.3. «Doping - ein kollektiver Wahnsinn» - Gespräch mit Sandro Donati, einem der führenden Anti-Doping-Spezialisten Line element 24.3. China verspricht Anti-Dopingkampagne. Die chinesischen AthetInnen sollen in Sydney nicht in Dopingskandale verwickelt werden, berichtet die chinesische Zeitung "Sports Daily" heute Freitag. Alle Dopingversuche sollen im Keim erstickt werden, damit das Image Chinas nicht leide. Die Dopingskandale um die chinesischen SchwimmerInnen 1994 an den Asienspielen und 1998 an der WM in Perth hätten die Sportbehörden überzeugt. Nach Hiroshima wurden den Chinesen 9 von 23 Goldmedaillen weggenommen. In Perth wurden 4 Chinesen positiv gestestet und eine Schwimmerin und ihr Trainer wurden wegen Schmuggel verhaftet. 1999 wurden rund 10 ChinesInnen von der FINA wegen Doping gesperrt. Führende australische Trainer und Schwimmer haben Alarm geschlagen, weil viele relativ unbekannte ChinesInnen am World Cup in Schanghai so gute Zeiten geschwommen sind. Sports Daily berichtete, dass China 1999 3503 Urin- und 317 Bluttests durchgeführt habe, davon seien nur 0.54 % positiv gewesen (weltweit 1.3 %).

Olympisches: Ein Anliegen der WADA ist die Realisation von Kontrollen, die den Gebrauch von EPO nachweisen können. Diesbezüglich zeigte sich der Präsident des Forschungs-Komitees, der Schwede Arne Ljungqvist, indes wenig optimistisch: "Es braucht sicher noch ein Jahr, bis wir solche Kontrollen durchführen können. Auf alle Fälle werden sie an den Olympischen Spielen in Sydney noch nicht realisierbar sein." Line element 22.3. Doping von Minderjährigen in der DDR: Bundesgericht schafft Klarheit Line element 21.3. 2000 Die Internationale Doping-Agentur (Wada) plant 2500 zusätzliche Dopingkontrollen vor den Sommerspielen in Sydney. Laut Dick Pound, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Wada-Chef, ist dies eine erhoffte Zahl von Trainingstests. Als Mindestsumme nannte er 2000 Kontrollen. "Ich hoffe, die ersten Tests können Anfang Mai beginnen", meinte Pound in Lausanne, wo bei einer Wada-Vorstandstagung auch über den Sitz der unabhängigen Behörde entschieden werden soll. Nachdem bei der Welt-Doping-Konferenz 1999 die Angleichung der Dopingstrafen in den Fachverbänden beschlossen worden war, sieht Pound Probleme bei der Umsetzung. Vor allem der Internationale Fussball-Verband (Fifa) und der Radsport-Weltverband (UCI) seien mit einer Serie von Klagen von Athleten konfrontiert. Nur mit voller Unterstützung und Rückendeckung der Regierungen könnte die Vereinheitlichung des Strafmasses erreicht werden. Line element 20.3.2000 Doping: EPO - vom Medikament zur perfekten Wunderwaffe im Sport. Zum Stand der Forschung nach einem Nachweisverfahren von Doping mit Erythropoietin

Doping Vorwürfe an die Aussies: Aussies" zu 80 Prozent gedopt? Ein ehemaliger australischer Olympia-Teilnehmer hat weit reichende Doping-Vorwürfe gegen die Spitzensportler des Landes erhoben. In einer Fernsehsendung am Sonntag behauptete der Sprinter, der anonym bleiben wollte, 80 Prozent aller australischen Topsportler verwendeten illegale Dopingmittel. Manipulierte "Aussies" auch in Atlanta. Manipuliert hätten auch 80 Prozent der australischen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996. Sie hätten das synthetische Insulin-Wachstumshormon IGF1 verwendet, das zu schnellerer Muskelzunahme und gleichzeitig verringertem Körperfett führe. Die Vorwürfe wurden von Sportfunktionären umgehend zurückgewiesen. Die australische Sportministerin Jackie Kelly ordnete aber eine Untersuchung an. Neben dem anonymen Athleten trat der Kraftsportler Grant Ellison in der Sendung auf. Ellison gab die Benutzung von Dopingmitteln zu und behauptete, 20 Athleten in der Vorbereitung auf die Spiele in Sydney in Sachen Doping beraten zu haben. Warnungen vor der Substanz IGF1. Der Generalsekretär des australischen Nationalen Olympischen Komitees, Craig McLatchey, sagte, es sei unglücklich, dass es sich um Informationen ohne Beweise "von Dopingbetrügern oder Leuten, die Dopingbetrügern helfen" handele. "Trotzdem löst die Story Bedenken aus und beweist, wie wichtig es ist, im Kampf gegen Doping im Sport zu handeln." Der weltweit größte Hersteller des Mittels IGF1, das Unternehmen GroPep, erklärte, die gesamte Menge, die auf der Welt hergestellt werde, reiche noch nicht einmal, um eine Handvoll Sportler zu versorgen. GroPep-Direktor John Ballard warnte Sportler davor, Ampullen des Medikaments für umgerechnet 1000 Franken pro Stück zu kaufen, da sie wahrscheinlich nur Zuckerwasser enthielten. Line element 16.3. Olympisches: Für den Import von Dopingmitteln droht den Athleten der Olympischen Sommerspiele in Sydney (15. September bis 1. Oktober) erstmals in der Geschichte des Sports eine Haftstrafe. Bisher war die Einfuhr von anabolen Steroiden in Australien keine kriminelle Handlung, doch unter dem neuen Strafgesetz stehen auf die Einführung von Stimulanzmitteln Haftstrafen bis zu fünf Jahre sowie Geldstrafen bis zu 122.000 Mark zu Buche. "Es wird keine Rücksicht auf große Namen genommen. Für jeden gilt dieses Gesetz. Das ist eine Schlüsselinitiative gegen Doping, nicht nur während der Spiele, ein Signal, das Australien dieses Problem sehr ernst nimmt", begründete Australiens Justizministerin Amanda Vanstone die harten Maßnahmen. Line element 15.3. Arbeit am Konzept über Sportpolitik. In Magglingen haben rund 70 Fachleute aus Sport, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft mit der Erarbeitung des vom Bundesrat im Dezember in Auftrag gegebenen "Konzepts Sportpolitik Schweiz" begonnen. In 14 Teilprojektgruppen werden die gesellschaftsrelevanten Aspekte des Sports durchleuchtet. Bis Ende 2000 sollen beim Bundesrat Empfehlungen für eine optimale Förderung von Sport und Bewegung deponiert werden. Zu den Teilaspekten zählen "Sport und Gesundheit", "Dopingbekämpfung" und "Berufssport".

Am Weltsportforum in St. Moritz erklärte der frühere Wimbledonsieger Pat Cash, dass der Druck des Geldes und der Sponsoren ein wesentlicher Grund für die grosse Zunahme der Dopingfälle im Sport seien. Der Vizepräsident von adidas, Michel Perraudin, entgegnete, die Sponsoren würden keinen Druck ausüben. Alle SprecherInnen forderten konsequenteres Handeln und schärfere Strafen für gedopte SportlerInnen. Die neue World Antidoping Agency (WADA) müsse rasch und gradlinig Massnahmen erarbeiten, die in allen Sportarten gleich angewendet werden sollen. Line element 13.3. IAAF kündigt Nandrolon-Forschungsprojekt an. Angesichts der Flut von weltweit über hundert positiven Dopingfällen mit Nandrolon sieht sich der Leichtathletik-Weltverband IAAF zum Handeln veranlasst. In einem Forschungsprojekt soll Nandrolon und dessen Wirkung nun genauer untersucht werden. Nach einer Tagung der Medizinischen Kommission und der Anti-Doping-Kommission am Wochenende in Monte Carlo gab die IAAF am Montag bekannt, an ausgesuchten Freiwilligen würde eine ganze Reihe von Substanzen auf ihre möglichen Doping-Eigenschaften getestet, darunter auch Nahrungsergänzungsmittel und Kräuterextrakte. Mit dem Forschungsprojekt kommt die IAAF auch einer Forderung des britischen Leichtathletik-Verbandes UKA nach. Ausgewertet werden alle Daten über positive Nandrolonfälle oder andere Substanzen der durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) akkreditierten Labors sowie die Erklärungen der positiv getesteten Athleten. Das Projekt wird geleitet von dem schwedischen Wissenschaftler und IAAF-Vizepräsidenten Prof. Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen und der Anti-Doping-Kommission des Weltverbandes. Das anabole Steroid Nandrolon war unter anderem in Proben der Olympiasieger Dieter Baumann, Merlene Ottey (Jamaika), Linford Christie und weiteren britischen Stars gefunden worden. Die Ergebnisse dieser Studie werden auch die Nandrolonproblematik im Schwimmsport beeinflussen. Line element 11.3.Keine Belege für Baumanns Anschlag-Theorie. Die Chancen für eine Entlastung des wegen Dopingverdachts suspendierten Langläufers Dieter Baumann sind weiter gesunken. Nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" kann auch das Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln keinen Nachweis erbringen, dass die im Urin des Athleten analysierten Spuren des anabolen Steroids Nandrolon zweifelsfrei von den mit Nandrolon kontaminierten Zahnpastatuben stammen, die in Baumanns Haus gefunden worden sind. Auch das Institut für Dopinganalytik und Biochemie in Kreischa hatte hierfür keine Hinweise entdeckt, weshalb die Anschlag-Theorie, die Baumanns Unschuld beweisen soll, weiterhin mit nichts belegt werden kann. Eine letzte Chance für Baumann birgt jetzt das von der Tübinger Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Gutachten des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg, das eventuell schon an diesem Wochenende, auf jeden Fall aber innerhalb der nächsten 14 Tage vorliegen soll. Sollte sich umgekehrt jedoch herausstellen, dass das in Baumanns Urin entdeckte Nandrolon eindeutig nicht aus der Zahnpasta stammt, könnte dies für den Athleten ernste Konsequenzen haben: Dann droht ihm nämlich ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat.

DDR-Staatsdoping: Geschundene Sportlerinnen klagen an Line element 8.3.2000 Doping-Experte Franke verteidigt Vorgehen der Fifa. Erneut streiten sich Experten darüber, ob die im Profisport geltenden Grenzwerte für das anabole Steroid Nandrolon zu niedrig angesetzt sind. Hintergrund ist die Entscheidung des Internationalen Fussball-Verbands (Fifa), vorläufig keine Sportler mehr zu bestrafen, die auf Nandrolon positiv getestet worden sind. Die Fifa hatte ihre Entscheidung am Wochenende ohne Absprache mit dem Internationalen Olympischen Komitee bekannt gegeben. Sie berief sich auf eine selbst in Auftrag gegebene Studie, deren Ergebnisse der Schweizer Biochemiker Martial Saugy kürzlich veröffentlicht hatte. Saugy hatte 148 Schweizer Fussballer untersucht und festgestellt, dass die körpereigene Produktion von Nandrolon durch starke Belastung angekurbelt wird. Schlussfolgerung der Fifa: "Wenn rechtliche Schritte eingeleitet werden, haben die bestehenden Grenzwerte für Nandrolon vor keinem Gericht mehr Bestand." Professor Wilfried Kindermann, Internist der deutschen Fussball-Nationalmannschaft, hat die Fifa ob ihrer Reaktion kritisiert und ihr vorgeworfen, quasi zum Doping aufzurufen. Ihm widerspricht der Heidelberger Zellbiologe Professor Werner Franke, der sich auch schon für den vermeintlichen Nandrolon-Sünder Dieter Baumann eingesetzt hatte. Die Entscheidung der Fifa, sagte Franke in der Zeitung "Die Welt", sei keine Aufforderung zum Doping, sondern eine Aufforderung an die Naturwissenschaftler, sauberer zu arbeiten". Diese nämlich hätten bislang kein Fundament gelegt, das rechtfertige, Sanktionen auszusprechen". Der zulässige Grenzwert liegt für Männer derzeit bei zwei Nanogramm Nandrolon pro Milliliter Urin. Auf dieser Grundlage hat es im vergangenen Jahr insgesamt 383 Fälle von Nandrolon-Doping gegeben. Für Aufsehen haben die Nandrolon-Fälle um die Sprinter Linford Christie, Doug Walker sowie Merlene Ottey und zuletzt um den 5000-Meter-Läufer Dieter Baumann gesorgt, der im Gegensatz zu seinen Sprinterkollegen von seinem nationalen Verband, dem Deutschen Leichtathletik-Verband, suspendiert worden ist. Line element 6.3. Samaranch fordert neue Nachweismethoden. IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch hat in seltener Offenheit die Grundlagen der im gesamten Weltsport üblichen Dopingkontrollen kritisiert. In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "El Mundo" meinte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees: "Im Urin findet man zu wenig, und Bluttests zeigen längst nicht alles, sonst hätten wir sie schon eingeführt. Wir brauchen neue Nachweismethoden, vor allem bei Blutdoping." Samaranch kündigte darüber hinaus an, bei den am 15. September beginnenden Sommerspielen in Sydney würden rund zehn Prozent der Athleten vor oder nach den Wettkämpfen kontrolliert. Somit wird es bei rund 10.000 erwarteten Sportlern gut tausend Analysen geben.

Sieben ehemalige DDR-Spitzensportlerinnen haben beim Berliner Landgericht eine Sammelklage eingereicht, um die Auswirkungen des Zwangsdopings auf die eigene Nachkommenschaft klären zu lassen. Die Frauen, unter ihnen die ehemaligen Schwimmerinnen Martina Gottschalt und Jutta Gottschalk, werden von dem Heidelberger Zellbiologen Professor Werner Franke und dem Baumann-Anwalt Michael Lehner beraten, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Schon in voraufgegangenen Prozessen um die systematische Vergabe von Anabolika im DDR-Leistungssport war von Fehl- und Missbildungen bei Kindern ehemaliger ostdeutscher Leistungssportler die Rede gewesen. Dieser Aspekt stand seinerzeit jedoch nicht im Mittelpunkt der Verhandlungen. Martina Gottschalt hat 1985 einen Sohn mit einem Klumpfuss zur Welt gebracht, die Tochter von Jutta Gottschalk wurde 1994 mit einem blinden Auge geboren. Auch von Früh- und Fehlgeburten durch Anabolika ist die Rede. Line element 4.3. Gesperrter Marathonschwimmer Meca beweist Ausdauer: Er hat den belgischen Anwalt Jean-Louis Dupont mit einer zivilrechtlichen Klage gegen den Entscheid das Court d'Arbitrage du Sport in Lausanne beauftragt. Dupont ist als Anwalt von Jean-Marc Bosman bekannt geworden. Der Fussballer Bosman hat sich 1995 gegen die UEFA in Bezug auf die schikanösen Transferbestimmungen zur Wehr gesetzt und vor Gericht gewonnen. Dupont sagte, dass wenn Meca den Fall gewinnt, das ganze Dopingsystem im Sport neu organisiert werden muss. Meca sei der Bosman im Doping, er sei das Opfer eines Systems, das nicht funktioniere und revidiert werden müsse, fügte Dupont bei. Meca bleibt auf dem Standpunkt, dass seine erhöhten Nandrolonwerte auf den Genuss von Wildschweinfleisch (Keiler) zurückzuführen sei.

Fifa sperrt Nandrolon-Doper nicht. Der Weltfussballverband Fifa wird Spielerinnen und Spieler, denen die Einnahme des anabolen Steroids Nandrolon nachgewiesen wird, nicht mehr sperren. Dies gab Fifa-Sprecher Andreas Herren bekannt. Begründet wird die Entscheidung mit einer Schweizer Studie, die den Grenzwert für Nandrolon in Frage stellt. "Die bisherigen Grenzwerte für Nandrolon würden danach vor keinem Gericht mehr Bestand haben", erklärte Herren. Prominente Nandrolon-Fälle betreffen die Olympiasieger Dieter Baumann, Linford Christie und eine Reihe von Schwimmern. Line element 2.3. Australische Offizielle vermissen Verständnis bei der FINA. Nachdem die FINA australische und amerikanische Schwimmer wegen ihres Verhaltens am World-Cup in Berlin kritisiert hatte (Rückzug wegen "Mängel" bei der Doping-Probenahme), teilte der Präsident von Swimming Australia, Terry Gathercole, der Presse mit, dass er über die FINA enttäuscht sei. "Es scheint ein Mangel an Mitgefühl und Verständnis für das, was die Schwimmer heute erleben vorhanden zu sein", sagte Gathercole. "Sie haben wirklich keine Ahnung, durch was die jungen Schwimmer und Athleten rund um die Welt durch müssen. Die Athleten sehen in Zeitungsberichten, dass Zahnpasta und Nahrungsmittelzusätze präpariert sind und zu positiven Testergebnissen führen u.s.w." Gathercole ist überzeugt, dass in Berlin die Schwimmer und Trainer ein Recht hatten, gegen die offenbar laxen Testmethoden zu protestieren.

2.3.2000 Auf absehbare Zeit wird es kein direktes Nachweis-Verfahren für das umstrittene Hormon Erythropoietin (EPO) geben. In dieser skeptischen Einschätzung waren sich die Experten bei einem Seminar "Dopingfreier Sport" des Landessportbundes Hessen (lsbh) über neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die Doping-Bekämpfung einig. "Ein direkter Nachweis wird in den nächsten Jahren nicht ins Haus kommen", sagte der Freiburger Sportmediziner Josef Keul am Mittwochnachmittag in Frankfurt/Main. Auch aus der Sicht des Leiters des Kölner Doping-Analyse-Labors, Wilhelm Schänzer, gibt es weltweit keine Gruppe, die bei einer Erkennung von künstlich zugeführtem EPO vor dem Durchbruch steht. Allerdings sieht der Nachfolger von Manfred Donike dennoch Chancen, dass es auf einem indirekten Weg zu einem Nachweis der unerlaubten EPO-Einnahme kommt. Durch das vor allem im Radsport verbreitete Hormon wird vor allem die Ausdauerleistung verbessert. In Australien wird, so Schänzer, derzeit eine Untersuchung durchgeführt, die noch vor den Olympischen Spielen im September in Sydney abgeschlossen sein soll. Dabei sollen rund 1.000 Top-Sportler weltweit untersucht werden, um eine solide Basis für die Grenzwerte zu bekommen. Diese Auswertung wird finanziell vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit einer Million Dollar gefördert. Beim indirekten Nachweis sollen insgesamt fünf Kriterien erfasst werden, neben Hämatokrit auch das Hämoglobin. Beide sind für die Sauerstoff-Transportfähigkeit des Bluts entscheidend. Laut Schänzer könnte dieses Verfahren dann sogar bei Olympia angewandt werden, wenn die Wissenschaftler auf dem fünften Kontinent rechtzeitig fertig werden. "Möglich ist vieles", meinte der Kölner Biochemiker. Keul sieht dagegen eher praktische Hinderungsgründe. Um den indirekten Nachweis führen und einen Ausschluss dann auch gerichtlich absichern zu können, müsste von allen Sydney-Startern ein Datenstamm über Blutwerte gesammelt werden. Bei rund 10.000 Sportlern ist dies ein in der Kürze der Zeit kaum noch durchzuführendes Vorhaben. Line element 1.3.2000 Dopingtests in Berlin waren regulär. Die umstrittenen Doping-Kontrollen beim Schwimm-Weltcup Anfang Februar in Berlin sind nach Erkenntnis des Weltverbandes FINA völlig regulär abgelaufen. Es habe "keine Verletzung der FINA-Doping-Kontrollbestimmungen gegeben, weder durch den Medizinischen Delegierten der FINA noch durch irgendjemand anderen", teilte die FINA am Mittwoch in einer Presseerklärung aus Lausanne mit. Nach Prüfung mehrerer schriftlicher Berichte von FINA- Funktionären sowie beteiligten Schwimmern und Trainern sei die Exekutive zu dem Schluss gekommen, "dass keine Maßnahmen in dieser Angelegenheit unternommen werden müssen". Berliner Weltrekorde offiziell. Damit sind auch die in Berlin aufgestellten drei Weltrekorde offiziell: Neue Kurzbahn-Bestmarken hatten der Australier Ian Thorpe über 200 m Freistil (1:41,10 Minuten), der Amerikaner Lenny Krayzelburg über 100 m Rücken (51,28 Sekunden) sowie über 200 m Rücken (1:52,43 Minuten) aufgestellt. Alle Dopingtests waren negativ ausgefallen. Unmittelbar nach dem Weltcup-Meeting hatte Terry Gathercole als Präsident des australischen Schwimm-Verbandes eine Annullierung der Doping-Kontrollen gefordert. Thorpe und Krayzelburg hatten die IOC- zugelassenen Behälter moniert und waren erst nach einem Polizeieinsatz bereit, ihre Urinproben abzugeben, die von der Berliner Polizei in einem Container amtlich versiegelt wurden. Line element Schuldig: David Meca-Medina (Spanien) und Igor Majcen (Slowenien) sind vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne des Dopings mit Nandrolon, das auch im Urin des Leverkusener Läuferstars Dieter Baumann gefunden worden war, für schuldig befunden worden. Sie konnten die Richter nicht mit ihrer Version von der Einnahme des Mittels durch den Verzehr mehrerer Schweine-Menüs überzeugen. In Lausanne hatten beide gegen Vier-Jahres-Sperren des Schwimm-Weltverbandes (FINA) geklagt und argumentiert, das Nandrolon sei beim Verzehr des Fleisches eines unkastrierten Keilers in ihren Körper gekommen. Dieses hatten sie vor den positiven Proben beim Weltcup im Januar 1999 in Brasilien angeblich an fünf aufeinander folgenden Tagen in ihrem Hotel in Salvador de Bahia zu sich genommen. Das Menü beinhaltete nach ihren Angaben auch Leber, Nieren und Innereien des Schweines. Wissenschaftliche Expertisen, die der CAS für seine Entscheidung eingeholt hatte, ließen diese Form der Zufuhr verbotener Substanzen jedoch als wenig wahrscheinlich erscheinen. Line element 21.2.2000 Kreatin-Supplementation: Neue Erkenntnisse der Wissenschaft (Prof. T. Wallimann, ETH Zürich). Weitere Informationen über Kreatin. Line element Völker: "Mehr und bessere Kontrollen". "Ich bin für Doping-Pässe, aus denen weltweit ersichtlich wird, wer in welchem Zeitraum wie oft kontrolliert wurde", sagte die derzeit erfolgreichste deutsche Schwimmerin. Nach eigenen Angaben wird die Weltrekordhalterin über 50 m Rücken derzeit "öfter als einmal pro Monat kontrolliert". Doch die Bekämpfung geht ihr selbst im eigenen Land zu langsam voran: "Es gibt so viele Tagungen und Beschlüsse. Da ist schon verwunderlich, dass so wenig dabei herauskommt." Dass am Thema Doping derzeit kaum ein Spitzensportler vorbeikommt, hat die 25-jährige Hamburgerin längst einsehen müssen. "Das Schlimme ist, dass im Moment die Glaubwürdigkeit zerstört ist. Du kannst allen nur hundert Mal sagen, dass du noch nie etwas genommen hast. Überzeugen kannst du damit aber nicht." In Sydney hat sich die Freistil- und Rückenspezialistin zum Ziel gesetzt, "auf allen Strecken eine Medaille zu gewinnen". Den Trubel um Werbekönigin Franziska van Almsick, die seit ihren ersten Olympiamedaillen 20 Millionen Mark verdient haben soll, sieht Sandra Völker inzwischen gelassen: "Franziskas Popularität hat nichts mit Schwimmen zu tun." Allerdings wünscht sie sich, dass die sportlichen Leistungen der Athleten wieder mehr in den Vordergrund rücken. Derzeit trainiert Sandra Völker in Abu Dabhi (Arabische Emirate) auf das erste große Saisonziel hin: Bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Athen (16. bis 19. März) will sie über 50 m Rücken ihren eigenen Weltrekord verbessern. Line element 19.2.2000 Doping-Kontrollen beim Berliner Weltcup in Ordnung. Alle Doping-Kontrollen beim Kurzbahn-Weltcup im Schwimmen in Berlin vor zwei Wochen waren negativ. Damit dürften die Weltrekorde des Australiers Ian Thorpe über 200 m Freistil (1:41,10 Minuten) und des Amerikaners Lenny Krayzelburg über 100 m Rücken (51,28 Sekunden) und 200 m Rücken (1:52,43 Minuten) anerkannt werden. "Die Urinproben waren in Ordnung und damit ist für den Schwimm-Weltverband alles klar", erklärte Harm Beyer (Hamburg) als Vorsitzender des Doping Panels der FINA. Unmittelbar nach dem Weltcup-Meeting in Berlin hatte Terry Gathercole als Präsident des australischen Schwimm-Verbandes eine Annullierung der Doping-Kontrollen gefordert. Thorpe und Krayzelburg hatten die IOC-zugelassenen Behälter moniert und waren erst nach einem Polizeieinsatz bereit, ihre Urinproben abzugeben, die von der Berliner Polizei in einem Container amtlich versiegelt wurden. "Die FINA kann keine Kontrollen für nichtig erklären. Entweder die Probe ist positiv, dann wird weiter ermittelt. Oder sie ist negativ, dann ist alles in Ordnung", sieht Beyer keine Veranlassung für die FINA, die Forderung der Australier weiter zu verfolgen. Line element Samaranch vermittelt zwischen Knight und Pound. Mit einem Kuss unter Männern ist am Freitag die Tagung des Exekutivkomitees des Internationalen Olympischen Komitees IOC) in Sydney höchst ungewöhnlich zu Ende gegangen. Der umstrittene Olympia-Minister Michael Knight verpasste seinen Wangenkuss mit IOC-Vizepräsident Richard Pound ausgerechnet jenem Mann, der ihm am Vortag noch eine Misswirtschaft vorgehalten hatte. Neben dieser Demonstration vor laufenden Kameras gab es am Schlusstag des dreitägigen Treffens der Exekutive zwei wichtige Nachrichten: Es wird immer wahrscheinlicher, dass eine zuverlässige Testmethode für das Blutdopingmittel EPO doch schon bis zu den Spielen im September in Sydney zur Verfügung steht: Positivstes Ergebnis der Tagung in der Olympiastadt war wohl die Tatsache, dass der EPO-Test nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint. Allan Hahn vom Australischen Sportinstitut in der Hauptstadt Canberra berichtete am Freitag, dass bei der Aufspürung des Dopingmittels durch eine Blutuntersuchung nur noch eine Fehlerquote von 1:100 000 bestehe. Das IOC beteiligt sich mit einer weiteren Million US-Dollar an den Forschungsarbeiten, die ansonsten vom australischen Staat finanziert werden. Das IOC hatte bereits vor einem Jahr beschlossen, bei den Spielen in Sydney erstmals Bluttests durchzuführen. Ob positive Proben auch sanktioniert werden, will das IOC von einer zu 100 Prozent verlässlichen Testmethode abhängig machen. Line element 18.2.2000 Verfassungsrechtler Peter Tettinger zur Dopingproblematik: "Das Doping-Problem ist staatsfern zu lösen" Line element 16.2.2000 Doping-Kontrollen in Sydney: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und Australiens Regierung sind sich einig. Auch mit Blick auf die angekündigten Dopingkontrollen im Vorfeld der Olympischen Spiele 2000 in Sydney haben sie am Dienstag gemeinsame Anti-Doping-Richtlinien beschlossen. Somit steht auch die Zusammenarbeit zwischen der australischen Anti-Doping-Agentur (ASDA), dem IOC sowie dem Organisationskomitee (SOCOG) bei den angekündigten Tests von akkreditierten Sportlern unmittelbar vor Beginn der olympischen Wettkämpfe am 15. September auf juristisch sicheren Füßen. Die Vereinbarung enthält von beiden Seiten ausgearbeitete Richtlinien zur Umsetzung aller Maßnahmen beim Thema Doping. IOC und Regierung bekräftigen zudem noch einmal, dass sie gemeinsam alles daran setzen würden, noch vor den Spielen einen zuverlässigen Test zur Überführung von EPO-Sündern zu entwickeln. Vom 2. September an sollen Athleten im olympischen Dorf und in Privatunterkünften ausserhalb von Sydney kontrolliert werden. Das hatte der Belgier Jacques Rogge, Chef der IOC-Koordinierungskommission, angekündigt. Dabei denkt das IOC an eine Größenordnung von bis zu 400 Sportlern. Line element 14.2.2000 Thorpe leidet unter Doping-Paranoia. Australiens neuer Schwimm-Weltstar Ian Thorpe hat im Zuge der Dopingdiskussion Befürchtungen über etwaige Sabotageakte geäussert und seine Konsequenzen gezogen. "Ich bin diesbezüglich sehr ängstlich und trinke nur abgefülltes Wasser. Ausserdem versuche ich, 99 Prozent meines Essens zuhause zu mir zu nehmen", erklärte der 17-Jährige am Montag in Sydney. Im Zuge dessen sprach sich Weltmeister Thorpe sieben Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Sydney erneut für die Einführung von Blut-Tests aus. `Das ist der einzige Weg für saubere Athleten, ihre Unschuld zu beweisen." Er selbst versuche nie, irgendwelche Dopingtests zu umgehen, so Thorpe. Der Teenie mit der Schuhgröße 51 stand vor gut einer Woche beim Arena-Worldcup in Berlin im Mittelpunkt, als das Team des australischen Schwimm-Verbandes (ASI) die Art und Weise der Versiegelung sowie die Aufbewahrung der Dopingproben angeprangert und mit Boykott gedroht hatte. Thorpe muss zudem um die Anerkennung seines in Berlin aufgestellten Kurzbahn-Weltrekord über 200 m Freistil (1:41,10 Minuten) bangen. Der Weltverband Fina hatte am Mittwoch vergangener Woche eine Aufforderung der ASI nach einer Untersuchung des Prozederes bei den in der deutschen Hauptstadt genommenen Dopingproben zugestimmt. Die Australier wollen möglicherweise die Entnahme für ungültig erklären lassen. Dann besteht für Thorpe die Gefahr, dass seine Weltbestmarke nicht anerkannt wird, denn die Fina-Regeln besagen, dass es für die Ratifizierung einen gültigen Test geben muss. (Infos). Line element 12.2.2000 In Deutschland wurden 1999 39 gedopte SportlerInnen erwischt: Im Doping-Kampf gibt es in Deutschland keinen Grund zur Entwarnung. Das dokumentiert die am Donnerstag in der Kölner Sporthochschule vorgestellte Jahresstatistik der Doping-Laboratorien aus Köln und Kreischa. Demnach waren im vergangenen Jahr 39 (0,5 Prozent) von 7 726 von den im Deutschen Sportbund (DSB) organisierten Verbänden in Auftrag gegebenen Proben positiv. Allein 14 positive A-Proben entfallen auf den Bundesverband Deutscher Gewichtheber (1 Gewicht- heben, 14 Kraftdreikampf). Auch der Bund Deutscher Radfahrer (5), der Deutsche Eishockey-Bund (3) und der American Football Verband Deutschland (2) sind mehrfach vertreten. Bei insgesamt 4 265 Trainingskontrollen der Anti-Doping-Kommission (ADK) konnten fünf Mal verbotene Substanzen nachgewiesen werden. Die am häufigsten nachgewiese Substanz war Metandienon (8 Mal), gefolgt von Nandrolon (6) und Testosteron (6). Line element 9.2.2000 Thorpe fürchtet um seinen Weltrekord: Noch am Sonntag war er der gefeierte Star bei den Arena-Worldcups in Berlin. Mit 1:41,10 Minuten über 200 m Freistil hatte Ian Thorpe einen neuen Kurzbahn-Weltrekord aufgestellt. Doch jetzt muss der Australier um seinen Weltrekord bangen. Die internationale Dachorganisation Fina stimmte jetzt einer Aufforderung des australischen Verbandes nach einer Untersuchung des Prozederes bei den in Berlin genommenen Dopingproben zu, nachdem die Australier versucht hatten, die Entnahme wegen nicht regelkonformer Transportbehälter generell für ungültig erklären zu lassen.
Thorpes Weltrekord auf der Kippe.
In diesem Fall besteht für den 17 Jahre alten Thorpe die Gefahr, dass seine Weltbestmarke nicht anerkannt wird. Denn die Fina-Regeln sehen eindeutig vor, dass es für die Ratifizierung einen gültigen Test geben muss. Der australische Schwimmverbands-Chef Terry Gathercole akzeptiert den möglichen Rekord-Verlust, sagte aber, es sei wichtiger, absolut regelkonforme Tests durchzuführen.
Unregelmäßigkeiten bei Urinentnahme.
Die Verantwortlichen der Australier und der US-Schwimmer hatten während des Arena-Worldcups in Berlin moniert, dass die entnommenen Proben, unter anderem bei den Weltrekordlern Thorpe und Lenny Krayzelburg (USA), in Behältern zum Labor transportiert wurden, die ihrer Meinung nach nicht mehr erlaubt sind. Erst nachdem die Proben unter Polizeiaufsicht gestellt wurden, wichen Australier und US-Amerikaner von ihrer Drohung ab, die Endläufe des zweiten Tages zu boykottieren. Line element 9.2.2000 Gegen Dopingsünder soll es eine nationale Strafbehörde geben. In der Schweiz braucht es weitere Anstrengungen gegenüber dem Problem Doping. Noch ist das Bestrafen von Dopingsündern Sache der einzelnen Sportverbände. Ziel ist deshalb eine zentrale Strafbehörde für die ganze Schweiz. Dann würden alle Sportlerinnen und Sportler gleich behandelt und bestraft. Die Doping-Kontrolle funktioniert in der Schweiz mittlerweile gut, ist der Schweizerische Olympische Verband der Ansicht. Line element