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Swim News April bis Juni 2000 |
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April 2000
Mai 2000 Juni 2000
Juni 2000
Helsinki, Synchronschwimmen: 1. Brusnikina (Rus) 98,92 Punkte. 2. Dedieu (Fr) 97,52. 3. Burlando (It) und Mengual (Sp) je 94,48. 5. Thalassinidou (Gr) 93,36. 6. Schemjakina (Ukr) 91,00. 7. Perk (Sz) 90,48. - 21 Schwimmerinnen klassiert. - Freie Kür, Vorlauf und Final heute (Freitag). - Gruppe. Technische Kür: 1. Russland 99,00. 2. Frankreich 96,44. 3. Italien 95,44. 4. Spanien 94,32. 5. Griechenland 92,24. 6. Ukraine 91,32. 7. Schweiz (Perk, Schmid, Rüegg, Blasimann, Fuchs, Brunner, Eggenberger, Rüfenacht) 90,56. - 14 Mannschaften klassiert. - Freie Kür, Vorlauf und Final am Sonntag.
"Europameisterschaft Synchronschwimmen auf EUROSPORT:
Erfüllte Olympia-Limiten
Kommentar: Wenn Karel Novy 22.92 schwimmt, dann hat er zwar die vom schweizerischen Schwimmverband geforderte Limite erfüllt, darf aber dennoch nicht schwimmen in Sydney. Denn damit pro Land zwei Schwimmer in derselben Disziplin gemeldet werden können, müssen beide Schwimmer die FINA A-Limite erreicht haben und die liegt bei 22.75
Loader tritt zurück. Der Neuseeländer Danyon Loader hat nach der nur mit Mühe realisierten Olympiaqualifikation seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der zweifache Olympiasieger von Atlanta (200 und 400 m Crawl) machte Motivationsschwierigkeiten geltend.
Trotz hartem Training: Am Telstra Grand Prix Swim Meet in Canberra erzielten Klim über 50 Delfin 23.8, über 100 Delfin 53.20 und Susie O'Neill über 200 Delfin 2:09.68
Gutachter belasten Angeklagte am Berliner Doping-Prozess schwer: Die Vergabe des Hormonpräparats Oral-Turinabol an minderjährige Schwimmerinnen war "kontraindiziert". Die Applikation von Testosteronderivaten hätte nicht an gesunde Mädchen verabreicht werden dürfen, erklärte der vom Berliner Landgericht bestellte Gutachter, der Düsseldorfer Rechtsmediziner Hellmut Mahler, letzte Woche auf dem Doping-Prozess in Berlin gegen DDR-Sportchef Manfred Ewald und den Sportarzt Manfred Höppner. Das in den blauen Pillen mit jeweils fünf Milligramm Wirkstoff und in mehrwöchigen Zyklen mit einer Dosierung von bis zu fünf Pillen pro Tag vergebene Mittel sei geeignet, die von den Zeuginnen geschilderten Schädigungen hervorzurufen. Mahler listete 13 mögliche Schädigungen auf - unter anderem Vermännlichung, Veränderungen der Leber und der Blutfettwerte, verkleinerte Gebärmutter, Schilddrüsenprobleme, Fruchtbarkeitsstörungen. Allerdings hatte der Gutachter, da anders als vor zwei Jahren die Zeuginnen nicht medizinisch untersucht wurden, nur Fachliteratur ausgewertet. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Vergabe und späteren Schäden konnte er nicht belegen. Etwa im Fall der Speerwerferin Yvonne Gebhardt, deren Brusttumor Testosteronrezeptoren enthält. Oder im Fall der Schwimmerin Martina Gottschalt, deren Sohn mit einem Klumpfuss zur Welt kam, was Mahler auf einen möglicherweise durch Doping erzeugten Fruchtwassermangel zurückführt. "Möglich reicht nicht als Beweis", sagte Richter Dirk Dickhaus. Unklar blieb auch, inwieweit die Angeklagten über in der Fachwelt bekannte Schädigungen informiert gewesen sein können. Staatsanwalt und Verteidigung lehnten das Gutachten ab. Während der Angeklagte Höppner andeutete, er werde jedes Strafmass akzeptieren, verhärten sich die Fronten zwischen Gericht und Nebenklage, die immer weitere Zeugen hören will, obwohl der Verjährungstermin 2. Oktober näher rückt. Genervt drohte Richter Dickhaus, nur noch einmal statt dreimal pro Woche zu verhandeln
Wasserspringen: Resultate US-Trials (10m):
US-Rekord 50 Freistil durch Dara Torres: 24.73. in Santa Clara (vorher Amy Van Dyken 24.87 in Atlanta 1996) Popov wird bei seinen "billigen" Badehosen für 45 Franken bleiben: Seinen 50-m-Frei-Rekord hat er in gewöhnlichen Badehosen erzielt - er habe verschiedene Bodysuits probiert und sei mit keinem zufrieden gewesen.
Das holländische Olympiateam sieht wie folgt aus:
Als 15-Jährige schaffte Nicole Zahnd 1996 die Olympiaselektion unerwartet, vier Jahre später hat die Berner Schwimmerin mit der EM ab kommender Woche in Helsinki noch eine einzige Qualifikationschance für Sydney: Wende in die richtige Umgebung
Wasserspringen: Resultate US-Trials (3m):
Synchronschwimmen: Aufgebot EM Helsinki [Word] Santa Clara International, 22.-25.6. Swim Meet of Champions 2000, Mission Viejo, 22.-25.6.
Die französische Weltmeisterin und Europameisterin über 200 Rücken (1998/99), Roxana Maracineanu, wird in Helsinki nicht antreten - weil sie nicht in Form sei. Der Brite Cecil Russell (47), Trainer der in Russland geborenen und für Spanien startende Nina Jivanevskaia, wurde in Torremolinos wegen Anschuldigung er sei der Kopf eines Ecstasy-Ringes, verhaftet. Jivanevskaia wird trotzdem in helsinki starten.
USA Swimming wird heute entscheiden, ob Bodysuits an den US-Trials vom August in Indianapolis zugelassen werden. Da nicht alle WettkämpferInnen einen Anzug besitzen werden, werden rechtliche Schwierigkeiten befürchtet. Die Bodysuit-Produzenten wurden nämlich aufgefordert, genügend Anzüge für die evtl mehr als 1200 Teilnehmenden bereit zu stellen. Von den vier Firmen Speedo, adidas, Nike und Tyr ist gemäss USA Swimming einzig adidas in der Lage, diese Zahl zu garantieren. Nur 22 Fälle im DDR-Prozess. Der Prozess gegen den langjährigen DDR-Sportchef Manfred Ewald und den Sportmediziner Manfred Höppner wird drastisch verkürzt. Die beiden Hauptverantwortlichen im flächendeckenden Dopingsystem des DDR-Sports waren ursprünglich der vorsätzlichen Beihilfe zur Körperverletzung in 142 Fällen angeklagt. Das Berliner Landgericht beschloss nun, die Anklage auf 22 Nebenklägerinnen zu reduzieren. 100 Tage vor der absoluten Verjährung ist eine Vernehmung der übrigen 120 Doping-Opfer nicht mehr möglich. Unangekündigte Dopingkontrollen. Die Antidoping-Weltagentur Wada und der Schwimm-Weltverband Fina haben sich am IOK-Hauptsitz in Lausanne auf eine Zusammenarbeit im Kampf gegen Doping geeinigt. Gleichzeitig bekundete die Wada Interesse am angekündigten Epo-Test anlässlich der Tour de France. Wada-Vorsitzender Richard Pound und Fina-Chef Mustapha Larfaoui unterschrieben einen Vertrag, der die Doping-Behörde ermächtigt, bis zu den Spielen in Sydney unangekündigte Dopingtests während der Trainingsphase durchzuführen.
Wasserball NLA: Kreuzlingen - Horgen 9:9. Schaffhausen - Aegeri 6:4. Monthey - Basel 13:10. - Rangliste: 1. Lugano 16/29. 2. Horgen 17/28. 3. Kreuzlingen 16/23. 4. Aegeri 16/16. 5. Basel 17/9. 6. Monthey 16/6. 7. Schaffhausen 16/3.
Die deutsche EM- und Olympiamannschaft:
Popov knapp über 100 m Freistil WR: 48.27 (48.21 Monte Carlo, 18. Juni 1994.
Deutsche Meisterschaften: Van Almsick ist wieder da: 1:59.25 - Völker: 25.09.
WR 50 Rücken durch Sandra Völker: 28.25 (vorher Mai Nakamura 28.67) an den Deutschen Meisterschaften
Cadillac Challenge Swim Series: Dolan ist wieder da: 4:18.97. (Resultate bei SwimNews) Professionelle Dopingkontrolleure. Der Schweizerische Olympische Verband (SOV) wird per 1. Juli 2000 vier professionelle Dopingkontrolleure einsetzen. Bei drei der vier engagierten Personen handelt es sich um ehemalige Schweizer Nationaltrainer: Barbara Broger war von 1982 bis 1994 Trainerin der Langlauf-Frauen, Manfred Rhyn trainierte von 1997 bis 1999 die Inline-Hockeyaner, Paul-André Dubosson instruierte von 1988 bis 1995 die Ski-Nationalmannschaft der Frauen und Solveig Buttingsrud ist diplomierte Sport- und Tennislehrerin. (TA)
Van Almsick zum dritten Mal an Olympiade: Mit ihrem Sieg über 200 Delfin in 2:10.58 qualifizierte sich Franzi für Sydney.
EM. Das Schweizer Aufgebot. Männer: Andermatt (Uster/100, 200 m Delfin), Bühler (Langenthal/50, 100 m Crawl), Gilgen (Basel/100 m Rücken), Janshon (Atlantide Agno/400, 1500 m Crawl), Lütolf (Uster/50, 100 m Brust), Meyer (Genf/100 m Delfin), Novy (Vevey/50, 100, 200 m Crawl/50 m Delfin), Platel (Vevey/400 m Lagen), Weiss (Basel/5 km). - Staffeln: 4x 100 m Crawl, 4x 100 m Lagen. - Frauen: Czaplicki (Atlantide Agno/50, 100, 200 m Brust), Diezi (Uster/50, 100 m Crawl/50, 100 m Rücken), Gabrilo (Locarno/50, 100 m Rücken), Miluska (Basel/4x 200 m Crawl), Paquier (Uster/200 m Crawl), Rigamonti (Atlantide Agno/400, 800 m Crawl), Schlegel (Zürich/50 m Brust), Strasser (Atlantide Agno/400, 800 m Crawl), Weist (Uster/5 km), Zahnd (Vevey/200 m Crawl/200 m Lagen), Zumstein (Kriens/50 m Crawl). - Staffeln: 4x 100 m Crawl, 4x 200 m Crawl, 4x 100 m Lagen.
Deutsche Meisterschaften. Männer. 1500 m Crawl: 1. Hell 15:11,84. 2. Hoffmann 15:26,14. - 50 m Rücken: 1. Theloke 25,63 (ER, bisher 25,66 Theloke am Juli 1999). - 100 m Delfin: 1. Rupprath 52,58 (Deutscher Rekord). 2. Keller 53,55. 3. Herbst 53,65. - Frauen. 100 m Crawl: 1. Buschschulte 54,39 (Deutscher Rekord). 2. Völker 55,03. 3. Meissner 55,12. 4. Van Almsick 55,18. - 50 m Brust: 1. Gerasch 31,39 (Deutscher Rekord). 2. Schäfer 31,51. - 400 m Lagen: 1. Hetzer 4:41,66. Deutsche Meisterschaften. Popow schaffte Olympia-Qualifikation. Der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Alexander Popow (29) gewann an den russischen Meisterschaften in Moskau die 50 m Crawl in 21,99 Sekunden und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele. Popow war 1992 und 1996 Olympiasieger über 50 m und 100 m Crawl. Er könnte in Sydney als erster Schwimmer zum dritten Mal hintereinander Olympiasieger in der gleichen Disziplin werden.
Doch noch ein Dopingtest für Sydney 2000? Neue Nachweisverfahren für EPO. Seit der berüchtigten Tour de France 1998, als zahlreiche Sportler zugeben mussten, EPO benutzt zu haben, fiebern Wissenschafter danach, eine Nachweismethode für dieses Dopingmittel zu entwickeln. In der vergangenen Woche sind in der wissenschaftlichen Fachliteratur gleich zwei neue Tests vorgestellt worden. Ob diese bereits bei den Olympischen Spielen in Sydney zum Einsatz kommen werden, ist allerdings noch offen. EPO (Erythropoietin) ist ein körpereigenes Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen ankurbelt. Die gentechnisch hergestellte Version wurde ursprünglich zur Behandlung von Blutarmut entwickelt. Seit vielen Jahren wird diese Substanz aber auch von Sportlern missbraucht. Denn durch die Einnahme von EPO lässt sich mehr Sauerstoff in die Muskeln befördern und damit eine Leistungssteigerung erzielen. Doch solche Dopingfälle sicher nachzuweisen, ist bis heute nicht möglich, da die körpereigene Substanz und die gentechnisch hergestellte Variante praktisch identisch sind. Wissenschaftern am Nationalen Antidoping-Laboratorium in Châtenay-Malabry in Frankreich ist es jetzt aber offenbar doch gelungen, zwischen der natürlichen und der synthetischen Variante zu unterscheiden. Mit einer Methode namens isoelektrische Fokussierung zeigen die Forscher, dass die beiden EPO-Varianten unterschiedlich geladen sind. Dazu untersuchten sie mehrere Urinproben auf das EPO-Muster hin. Personen, die wegen Blutarmut mit EPO behandelt worden waren, wiesen ein eindeutig anderes Muster auf als Kontrollpersonen. Die Unterschiede in der Ladung erklären sich die Wissenschafter damit, dass die beiden Proteine in verschiedenen Zelltypen zusammengebaut - die synthetische Variante wird in Hamsterzellen produziert - und entsprechend mit unterschiedlichen, die Ladung beeinflussenden Zuckerresten bestückt werden. In einer weiteren Versuchsreihe demonstrierten die Forscher, dass sich das Verfahren auch zum Nachweis eines EPO-Missbrauchs eignet. Dazu analysierten sie 102 eingefrorene Urinproben von Teilnehmern der Tour de France 1998. Sie konzentrierten sich dabei auf jene 14 Proben mit den höchsten EPO-Werten, da, wie sie mutmassen, die betreffenden Sportler mit grosser Wahrscheinlichkeit EPO konsumiert hatten. Wieder zeigte sich das für das gentechnisch hergestellte EPO typische Muster. Der Nachteil dieser Methode besteht allerdings darin, dass das EPO mit hundertprozentiger Sicherheit nur in den ersten 24 Stunden nachweisbar ist. Drei Tage später sind alle Spuren verschwunden. Besser geeignet, um länger zurückliegende EPO-Missbräuche aufzudecken, ist womöglich ein zweites, von australischen Forschern entwickeltes Verfahren. Bei diesem Bluttest werden fünf verschiedene Marker gemessen. Das Verhältnis der fünf Marker zueinander bestimmt, ob die Bildung der roten Blutkörperchen verändert wurde und somit ein EPO-Missbrauch vorliegt. Von 189 Messungen wurde, so das Ergebnis der nun publizierten Studie, nur eine als falsch positiv eingeschätzt. Mit dieser indirekten Methode können selbst Sportler entlarvt werden, die drei Wochen vorher EPO einnahmen. Die beiden Nachweisverfahren befinden sich zurzeit in der Validierungsphase. Sie werden darauf hin überprüft, ob sie sich für einen routinemässigen Einsatz eignen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden sie dem Internationalen Olympischen Komitee präsentiert. Das Urteil, ob der Urintest, der Bluttest oder womöglich beide im September zur Anwendung kommen werden, wird voraussichtlich im August gefällt. Quelle: Nature 405, 635 (2000); Haematologia 85, 565-572 (2000). [tlu. NZZ 14.6.00] Inge de Bruijn verbessert am Trofeo Jose Finkel den eigenen 50 m Freistil WR auf 24.39 (vorher 24.48)
Entwicklung des WR: 25.28 Tamara Costache (Rumänien) 23.8.86
Der Trainer der niederländischen Weltrekordlerin und Europameisterin Inge de Bruijn - Paul Bergin - hat die international verbreiteten Dopingspekulationen um seinen Schwimmstar energisch zurückgewiesen. "Sie wird getestet wie jeder andere Athlet auch. Sie nimmt bei Kopfschmerzen nicht einmal eine Aspirintablette", sagte Bergin. Der US-Amerikaner arbeite seit über zwei Jahren mit Inge de Bruijn zusammen und die Leistung der 27-Jährigen sei nicht über Nacht gekommen, sagte er dem australischen Radiosender ABC. Besonders das veränderte Training und der neue High-Tech-Schwimmanzug ihres Sponsors speedo seien ausschlaggebend für ihren Erfolg. Die Australierin Susie ONeill, Olympiasiegerin über 200 m Schmetterling bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, hatte die Erfolge von Inge de Bruijn als "suspekt" bezeichnet: "Ich kann nur hoffen, dass sie clean ist". In Rio de Janeiro hatte die fliegende Holländerin zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen einen Weltrekord über 50 m Freistil aufgestellt und ihre bisherige Bestmarke nochmals um neun Hundertstelsekunden auf 24,39 Sekunden gesteigert. Im englischen Sheffield hatte sie zuvor der chinesischen Ex-Weltmeisterin Jingyi Le den Weltrekord abgenommen und ausserdem vier weitere Bestmarken aufgestellt. Trofeo Jose Finkel / Brasilianische Wintermeisterschaften, Rio, 7.-11.6. Der japanische Schwimmverband nimmt den Fehdehandschuh von Chiba auf: Wie die japansichen Medien berichten, wurde die Schwimmerin Chiba offensichtlich aus dem Olympiateam ausgeschlossen weil sie in den USA trainiert und in Atlanta die Hoffnungen nicht erfüllt hat. An den japanischen Meisterschaften hat sie über 200 Frei die Limite erfüllt (200 Frei in 2:00.54 Limite ist 2:01.02). Der Verband hat einen Anwalt mit der Verteidigung des Falles vor dem internationalen Sportsgerichtshof in Lausanne beauftragt.
Berliner Dopingprozess: Der frühere DDR-Sportchef Manfred Ewald ist laut eines gerichtlich bestellten Gutachters verhandlungsfähig. Die Verteidigung des 74-Jährigen forderte daraufhin am Freitag vor dem Berliner Landgericht, das Spitzenverfahren um das systematische Doping im DDR-Sport niederzuschlagen. Doping sei in der DDR nicht strafbar gewesen, sagte Rechtsanwalt Frank Osterloh in seinem 65 Minuten langen Antrag. Das Gericht entschied darüber zunächst nicht, die Nebenklage warf Ewald wegen des umfangreichen Antrags eine Verzögerungstaktik vor. "Jetzt wird auf Zeit gespielt", sagte Doping-Opfer Brigitte Michel nach der Verhandlung. Nachdem es Ewald nicht gelungen sei, auf Grund seiner Gesundheit aus dem Verfahren auszuscheiden, wolle er jetzt das Verfahren bis zum Eintritt der Verjährung am 2. Oktober verzögern, meinte die frühere Diskuswerferin. Die Ewald zur Last gelegten Taten würden am 2. Oktober verjähren, wenn bis dahin kein erstinstanzliches Urteil gefallen ist. Auch Nebenklägerin Birgit Boese sagte: "Ich komme mir doch sehr stark veralbert vor." Ewald-Verteidiger Osterloh kritisierte in seinem umfangreichen Antrag die komplette Aufarbeitung des staatlichen DDR-Unrechts durch die Justiz. "Doping war zur Ereigniszeit keine Straftat", sagte er. Auch sei pflichtgemässes Handeln nach DDR-Recht nicht strafbar. Osterloh kritisierte die Verletzung völkerrechtlicher Verträge durch die Bundesrepublik und erklärte, auch wegen des speziellen DDR- Arzneimittelgesetzes liege keine strafbare Körperverletzung vor. Zuvor hatte der Vorsitzende Richter Dirk Dickhaus berichtet, dass Ewald nach seinem Fernbleiben vom Prozess in der vergangenen Woche erneut ärztlich untersucht worden sei. Daraus sei keine weitere Einschränkung der Verhandlungsfähigkeit - bislang mindestens zwei Stunden pro Prozesstag - abzuleiten. Osterloh sagte dazu, dies stehe nicht im Widerspruch zu dem ärztlichen Attest einer Hausärztin, mit der Ewald in der Vorwoche sein Fernbleiben entschuldigt hatte: "Er war krank und ist jetzt wieder gesund", sagte der Anwalt. Das Gericht verlas am neunten Verhandlungstag weitere Akten aus den Archiven der DDR-Staatssicherheit. Danach soll die DDR beim Doping auch mit der damaligen UdSSR kooperiert haben. Ewald soll den Akten zu Folge im Zusammenhang mit "unterstützenden Mitteln" erklärt haben, im Sport sei alles erlaubt, entscheidend sei nur die erbrachte Leistung. Alle Möglichkeiten müssten ausgeschöpft werden und auch die Sportmedizin müsse ihren Anteil leisten. Ewald muss sich gemeinsam mit dem Sportmediziner Manfred Höppner wegen Beihilfe zur Körperverletzung verantworten. Konkret geht es um 142 Fälle aus den 70er und 80er Jahren. Laut Staatsanwaltschaft waren die Angeklagten die zentralen Figuren für die Steuerung des Dopings selbst Minderjähriger im DDR-Sport. Das Gericht legte vier weitere Verhandlungstage bis zum 23. Juni fest. Am kommenden Dienstag sollen weitere DDR-Sportlerinnen aussagen. Klim startet in Sydney nicht über 200 m Freistil. Der vierfache Weltmeister Michael Klim wird sich an den Olympischen Spielen in Sydney auf fünf Disziplinen beschränken: 100 m Crawl und Delfin sowie die drei Staffeln. Der Australier verzichtet auf die 200 m Crawl, eine Strecke, auf der er Weltmeister ist. Seinen Platz über 200 m Crawl wird Grant Hackett übernehmen, der daneben über 400 m, 1500 m und mit der 4x200-m-Crawlstaffel im Einsatz stehen wird.
Vom 15 bis 18. Juni finden in Berlin die 112. Deutschen Schwimm-Meisterschaften statt. In den Einzelwettbewerben sind alle Titelverteidiger am Start. In der neuen Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark geht es um 38 Titel und die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Sydney (15. September bis 1. Oktober), die Europameisterschaften in Helsinki (28. Juni bis 9. Juli) sowie die Junioren-Europameisterschaften in Dünkirchen/Frankreich (27. bis 30. Juli). Weltrekordlerin Franziska van Almsick aus Berlin wird nach ihren 2:12,34 Minuten von Rom die 200 Meter Schmetterling neben den 100 und 200 Meter Freistil und den 100 Meter Schmetterling schwimmen. Die Kurzbahn-Weltmeisterinnen Sandra Völker aus Hamburg über 50 und 100 Meter Freistil sowie 50 und 100 Meter Rücken und die Magdeburgerin Antje Buschschulte über 100 und 200 Meter Freistil sowie 100 und 200 Meter Rücken gehen ebenfalls jeweils viermal an den Start. Für die Olympia- und EM-Qualifikation hat der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) Richtzeiten gesetzt, die sich an Platz zwölf der letztjährigen Weltrangliste orientieren. Qualifiziert ist nur, wer als Erst- und Zweitplatzierter der Deutschen Meisterschaften in den Einzelwettbewerben die geforderten Richtzeiten erreicht. Neben Berlin werden auch Leistungen der letztjährigen Europameisterschaften in Istanbul und der kommenden in Helsinki für die Olympia-Qualifikation herangezogen. Ob alle Schwimmer, die die EM-Qualifikation erreichen, auch tatsächlich in Helsinki starten werden, ist vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele noch ungewiss. Der DSV hat seinen Athleten die Startentscheidung freigestellt.
8.6. Die Resultate vom Eulachmeeting Französische Wissenschaftler stellen heute in "Nature" Testverfahren für Erythropoietin (EPO) vor: Rekombinantes EPO jetzt im Urin nachzuweisen. Demnächst wird es möglich sein, im Urin nachzuweisen, ob ein Sportler zur beabsichtigten Leistungssteigerung gentechnisch hergestelltes Erythropoietin genommen hat. Einen entsprechenden Test, der diesen Nachweis möglich macht, haben Wissenschaftler des französischen staatlichen Anti-Doping-Labors in Chatenay-Malabry entwikkelt. Über das Testverfahren berichten sie in der heutigen Ausgabe von "Nature" (405, 2000, 635). Dr. Francoise Lasne und ihr Kollege Jacques de Ceaurriz haben für ihren Test genutzt, dass sich gentechnisch hergestelltes Erythropoietin in seinen Strukturen minimal von natürlichem unterscheidet. Diese minimalen Unterschiede sind physiologisch ohne Bedeutung, können aber analytisch genutzt werden. Die verschiedenen Formen des Bluthormons haben winzige Ladungsunterschiede, die jedoch genügen, die Formen mit der Methode der isoelektrischen Fokussierung, einem physikalisch-chemischen Untersuchungsverfahren,zu unterscheiden. Die rekombinanten Typen A und B des Bluthormons unterscheiden sich dabei wenig, sind aber deutlich von der natürlichen Form abzugrenzen. Praktisch getestet haben die Doping-Experten ihre Analysemethode mit Urinproben von Radrennfahrern, die an der "Tour de France" 1998 teilgenommen hatten, die unter dem Zeichen des Blutdopings mit Erythropoietin stand. In allen Fällen bekannter Anwendung des Hormons konnte der Test diese eindeutig bestätigen. Die Methode eigne sich daher dafür, so die Wissenschaftler, bei Sportlern die Verwendung von Erythropietin zu kontrollieren. Britische SchwimmerInnen dürfen Bodysuits tragen, gemäss Mitteilung des Britischen Olympiaverbandes BOA (alle Marken). Da das britische Olympia-Team von adidas gesponsert wird, müssen auf Fastsuits die Markenzeichen entfernt werden. Der Britische Schwimmverband, welcher mit Speedo einen Vertrag hat, findet, die Mitteilung des BOA sei "verwirrend". Die Frage, was ein Bodysuit sei, sei nicht beantwortet worden: sind alle Anzüge, die grösser als ein normaler Anzug oder Hose sind, automatisch Bodysuits?
Talbot muss australisches Team zusammen schmieden. In Sydney werden Autralier gegen Australier gegeneinander um Gold kämpfen. Cheftrainer Talbot ist jetzt gefordert und muss darum zu Gegenmassnahmen greifen, damit das Team nicht auseinandergerissen wird. Das 44-köpfige Team muss lernen, gegen den Rest der Welt kämpfen, obwohl die grössten "Feinde" aus dem eigenen Land kommen. Diese schwere Arbeit begann vor 3 Monaten im Trainingslager Caloundra, Queensland. "Wir müssen über das alles jetzt miteinander sprechen" meinte Talbot am Dienstag. Er glaubt, dass es möglich sei, im Wasser gegeneinander zu kämpfen und am Land Freunde zu sein. Das wolle er jedenfalls erreichen. Auf jeden Fall hat Talbot das Ziel vor Augen, mehr als 8 Goldmedaillen (Olympiade 1956 in Melbourne) zu übertreffen. Weltranglisten 50 m Bahn nachgeführt. Vittel Cup Caen 4.6.00
Speedo Gran Challenge Irvine 2.-4.6. [Titel auf der Seite falsch, Resultate stimmen schon]
Nochmals WR von Inge de Bruijn: 50 Freistil in 24.48 an den holländischen Meisterschaften und Olympiatrials (vorher de Bruijn und Yingyi Le 24.51).
Sitz der WADA noch nicht bestimmt. Die Sportminister der 41 Mitgliedsstaaten des Europarates haben bei ihrer Konferenz in Bratislava die Finnin Suvi Linden als Vertreterin des Kontinents für die Exekutive der Welt- Anti-Doping-Agentur WADA benannt. Die Sportministerin Finnlands war erst vor wenigen Wochen von den Sportministern der Europäischen Union neben Vasco Lynce de Faria (Portugal) für den von IOC-Vizepräsident Richard Pound (Kanada) geleiteten WADA-Stiftungsrat nominiert worden. Aus Europa gehören dem Stiftungsrat zudem George Walker (Grossbritannien) und Alain Garnier (Frankreich) als Vertreter des Europarates an. Das Fehlen eines Repräsentanten aus Osteuropa in der WADA stiess in Bratislava auf Kritik vor allem von polnischer Seite. Nach dem Rückzug der französischen Sportministerin Marie-George Buffet war die Benennung von Suvi Linden für das WADA-Führungsgremium in Bratislava hingegen kein kontroverses Thema. Auch die deutsche Seite hatte den Vorschlag unterstützt. Die zehnköpfige Exekutive, die sich im Juni konstituieren wird, soll die Arbeit der Welt-Anti- Doping-Agentur bis zum Ende der Übergangszeit 2001 steuern. Zu diesem Zeitpunkt endet die Phase, in der allein das Internationale Olympische Komitee für die Finanzierung der WADA aufkommt. Die Entscheidung über den künftigen Sitz der WADA, die bis zum Jahresende fallen soll, kam bei der am Mittwoch mit der Annahme von Resolutionen zum Anti-Doping-Kampf und zur sexuellen Belästigung im Sport beendeten Sportminister-Konferenz nur am Rande zu Sprache. Bisher haben sich neben Bonn mit Lille, Lissabon, Madrid, Luxemburg, Athen und Wien weitere sechs Kandidaten aus Europa beworben. Montreal ist der einzige aussereuropäische Bewerber. Allerdings befinden sich unter den insgesamt acht Kandidaten auch Staaten, die nicht die in den WADA-Gründungs-Dokumenten aufgestellten Kriterien erfüllen, die unter anderem die räumliche Nähe eines der 23 vom IOC anerkannten Anti- Doping-Labors vorschreiben. Zurück zur Homepage / an den Anfang
Mai 2000
Rom. Internationales Meeting. 1. Tag. Männer. 100 m Delfin: 1. Silantjew (Ukr) 53,02. 2. Esposito (Fr) 53,30. - Frauen. 200 m Crawl: 1. Potec (Rum) 1:59,25. 2. van Almsick (D) 1:59,34. Das neue Schwimmmagazin aus England: UK Swimming
Weitere Runde im Berliner Dopingprozess. Der psychische Erfolgsdruck im DDR-Sport war immens und die Fürsorge minimal: "Auf der Rückfahrt bin ich völlig zur Sau gemacht worden", berichtete Andreas Krieger am Dienstag im Berliner Dopingprozess. Bei der Hallen-EM 1987 hatte er, damals noch als Heidi Krieger, den vierten Platz im Kugelstossen belegt und damit nicht den Erfolg des EM-Titels 1986 bestätigen können. "Ich musste mich verantworten, als ob ich einen Ausreiseantrag gestellt hätte", erklärte der 34-Jährige vor dem Landgericht. Krieger und zwei weitere Doping-Opfer sagten am achten Tag des Verfahrens gegen Manfred Ewald und Manfred Höppner aus, die wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 142 Fällen angeklagt sind. Beide hüllten sich erneut in Schweigen, trotz teilweise erschütternder Schilderungen. Seelische und körperliche Schäden Andreas Krieger sprach von seelischen und körperlichen Schäden. Er erzählte, wie er sich als grosse und extrem muskulöse Frau entfremdet gefühlt hatte und auf der Strasse als "Schwuchtel, Tunte, schwule Sau" beschimpft wurde. Die hormonellen Probleme verspürte Heidi Krieger schon vor der Verabreichung der Anabolika. Dennoch fühlt er sich heute missbraucht: Die Ärzte und Trainer "hätten die Alarmzeichen erkennen müssen". Stattdessen gab man Heidi männliche Hormone und trieb mit extremem Krafttraining die Entfremdung vom eigenen Körper ohne Rücksicht auf die Folgen voran. 1995 erkannte Krieger sich selbst als psychologische Transsexuelle, 1997 unterzog er sich einer Geschlechtsumwandlung. Gottschalt: "Durfte nicht einmal abtrainieren" Von seelischen Verletzungen berichtete auch Martina Gottschalt nach ihrem Karriere-Ende als Schwimmerin: "Ich wurde weggeschmissen wie ein Stück Müll. Ich durfte nicht einmal abtrainieren", sagt die 34-Jährige noch heute völlig verständnislos. Es hiess, es ist keine Bahn frei." Kurz darauf erlitt sie einen Gallenverschluss, den sie auf das abrupte Sport-Ende zurückführt. Dann berichtete sie von ihrem Kind, das mit einem Klumpfuss zur Welt kam. Drei weitere Doping-Opfer kenne sie, die Nachwuchs mit dieser Behinderung geboren hätten. Bereits mit zwölf Jahren hatte Gottschalt männliche Hormone erhalten und grosse Leistungssprünge gemacht. Wie ihre Trainingskolleginnen erhielt sie die verschiedenen Tabletten am Beckenrand: "Vitamine", wie ihr versichert wurde, die zehn Tage vor dem Wettkampf abgesetzt wurden. Geipel: "Laufen und Studium oder gar nichts" Und wie den anderen Schwimmerinnen wurde auch ihr Stillschweigen gegenüber den Eltern abverlangt. Was passierte, wenn man sich dem System verweigerte, verdeutlichte die ehemalige Leichtathletin Ines Geipel: "Laufen und Studium oder gar nichts, sagte mir mein Trainer in Jena." Erneut war von Fehlgeburten, Rückenproblemen, Schäden an Herz, Nieren und Leber die Rede. Das Gericht muss nun klären, welche Schäden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit durch Dopingvergabe hervorgerufen wurden, und worin die Verantwortung vom ehemaligen DDR-Sportchef Ewald und dem Mediziner Höppner liegt. Beide Angeklagten machten am Dienstag keine Aussagen und stellten auch keine Fragen an die Zeugen. Nächste Verhandlungstag mit weiterer Zeugenbefragung ist der 2. Juni. Key Bank, Ann Arbor: Resultate Neuigkeiten vom Zentralverband
Weltranglisten 50-m-Bahn nachgeführt
Weltrekord Inge de Bruins über 100 Frei: 54.80 am Speedo Super Grand Prix 2000 in Sheffield
Amy van Dyken nach 2-jähriger Schulterverletzung wieder in Form: 25.63 (Meeting in Ann Arbor, USA). EPO-Test in Sydney bereit? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat überraschend die Hoffnung auf Doping-Tests zum Nachweis der unerlaubten Substanz EPO (Erythropoietin) bei den Spielen 2000 in Sydney deutlich gedämpft. "Die Chancen dazu stehen nur 50:50", meinte IOC-Vizepräsident Jacques Rogge am Donnerstag in Rio de Janeiro, wo das Exekutivkomitee des IOC bis Samstag tagt. Der 58-jährige Belgier, der auch Vizepräsident der Medizinischen Kommission des IOC und heisser Anwärter auf die Nachfolge von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch im kommenden Jahr ist, bestritt energisch einen französischen Zeitungsbericht. Rogge: "Das habe ich nie gesagt" Danach soll sich Rogge "ziemlich sicher" gezeigt haben über die Einführung von EPO-Tests in Syndey. "Das habe ich nie gesagt", meinte der Belgier. "Wir sind sicher, dass es in naher Zukunft eine wissenschaftlich gedeckte Methode zum Nachweis von EPO geben wird", meinte Rogge. Voraussetzung für die Anwendung einer solchen Methode bei Olympia sei aber die Veröffentlichung in einer angesehenen wissenschaftlichen Publikation, "und die kontrollieren wir leider nicht", sagte er. Rogge hob allerdings hervor, dass das IOC ein "Fast-Track-System" erarbeitet habe, um die Einführung von EPO-Tests schon zwei Wochen nach der Veröffentlichung der jeweiligen Methode vollziehen zu können. Unter anderem seien im Februar dazu vorbeugend erstmals Bluttests genehmigt worden. Die Medizinische Kommission des IOC, deren Vizepräsident Rogge ist, setzt dabei weiter auf den Nachweis über Bluttests. Vier Labors haben dafür vom IOC zwei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt bekommen und arbeiten unabhängig voneinander an der Suche nach neuen Verfahren. Rogge erwähnte nicht das französische Labor in Chatenay-Malabry, das eine Methode auf der Basis von Urinproben entwickelt hat. "Wir werden den Kampf gegen Epo nochmals forcieren, aber wir können ihn nur gewinnen, wenn die Tests wasserdicht sind", erklärte der Belgier Jacques Rogge als IOC-Exekutivmitglied während der Tagung in Rio. Es gehe um die Sauberkeit des Sports, aber auch die Wahrung der Rechte jedes Athleten. Noch vier Hürden für Bluttests Bisher kann Blutdoping nur "vermutet" werden, wenn der Epo-Wert zu hoch ist, weil eine Unterscheidung zwischen künstlichem und körpereigenem Epo noch nicht möglich ist. Bei Überschreitung der Grenzwerte erfolgen im Radsport und Skisport deshalb nur "Schutzsperren" von zwei Wochen. Rogge nannte vier Voraussetzungen für die Einführung von Bluttests:
Mare Nostrum: Resultate Barcelona 23.-25.5. Der kanadische Schwimmverband verbietet die Benützung von Fastsuits an den kanadischen Olymppiatrials, weil sie im Gegensatz zu Australien nur für eine kleine Minderheit verfügbar sind. Damit sollen mögliche Klagen wegen Benachteiligung vermieden werden.
5000 m Bellinzona: Resultate Schwimmt Klim die 200 Frei in Sydney nicht? Der amtierende Weltmeister über 200 Freistil überlegt sich, ob er in Sydney über diese Strecke starten soll, weil er sich evtl. auf den Gewinn der Goldmedaille in 5 anderen Wettkämpfen konzentrieren will. Über 200 Frei wurde Klim an den Aussie Trials Zweiter hinter Thorpe - es wird an der Olympiade voraussichtlich wieder so heraus kommen. Klim müsste 3 200er Rennen absolvieren, das ist auch für sein Format ein grosser Effort. Das könnte seine Chancen über 100 Delfin und Freistil dezimieren. Darüber hinaus ist er für die beiden Freistil- und die Lagenstaffel gebucht.
Doping-Praktiken in der DDR: "Entweder Du bekommst die Spritze, oder vier Jahre Training sind umsonst." Dieser Satz ihres Trainers hat sich Rica Neumann-Reinisch eingebrannt. Gesprochen wurde er am 19. September 1980, am Tag der Staffel-Vorläufe der Olympischen Spiele. Auf Grund zahlreicher gesundheitlicher Probleme hatte sich die damals 15- jährige Dresdner Schwimmerin entschlossen, keine Tabletten und Spritzen mehr über sich ergehen zu lassen. Mit dem Entweder-Oder-Satz wurde sie von Coach Uwe Neumann unter Druck gesetzt. Als dreimalige Olympiasiegerin schied Rica Reinisch von den Spielen zwar überaus erfolgreich, doch für ihr weiteres Leben hatten die Tage von Moskau prägende Wirkung. Rica Neumann-Reinisch gehörte am Dienstag zu den vier Nebenklägerinnen, die vom Berliner Landgericht zu ihren gesundheitlichen Schäden im Top-Prozess um das systematische DDR- Doping befragt wurden. "Als ich schliesslich knapp zwei Jahre später meine Laufbahn beendete, war ich das böse Mädchen. Ich wurde einfach fallen gelassen", berichtete die heute 35-Jährige. Ein De-facto-Berufsverbot als Lehrerin sei eine der Konsequenzen gewesen. Der langjährige DDR-Sportchef Manfred Ewald und der mitangeklagte Sportmediziner Manfred Höppner nahmen auch am sechsten Prozesstag die Aussagen der Geschädigten ohne sichtliche Bewegung zur Kenntnis. " Ewald simuliert den alten Greis. Das kann es doch nicht sein", entrüstete sich Rica Neumann-Reinisch. Zuvor hatte sie ausgeführt, dass sie in den zurückliegenden 20 Jahren nahezu regelmässig unter Eierstockentzündungen gelitten habe und auch drei Herzmuskelerkrankungen auf das systematische Doping im Kindesalter zurückführt. Immer wenn sie den Trainer nach dem Sinn der regelmässigen Einnahme der so genannten "unterstützenden Mittel" fragte, habe sie nur beiläufige Antworten bekommen. "Nimm das, denn das ist gut für Dich", habe sie mehrfach hören müssen. Auch die früheren Schwimmerinnen, Ute Krause (Magdeburg) und S teffi Morgenstern (Dresden), schilderten vor Gericht ihre gesundheitlichen Probleme nach der Einnahme der "Bläulinge", wie die Oral-Turinabol-Tabletten in Athleten-Kreisen genannt wurden. Ute Krause sprach von "explosionsartigen Veränderungen" ihres Körpers, stetiger Gewichtszunahme und einer Vertiefung ihrer Stimme. "Ich habe mich gefühlt wie in einem fremden Körper", sagte sie. Dennoch seien ihre Leistungen immer besser geworden. Steffi Morgenstern beklagte grosse Schmerzen während der Regel sowie gravierende Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur. "Das hat wehgetan als steckte eine Gewehrkugel in meinem Oberschenkel", schilderte sie. Auch Nieren- und Stoffwechselprobleme hätten sich nach der Karriere eingestellt. Ein Schlüsselerlebnis für die ehemalige Kugelstosserin Simone Machalett vom TSC Berlin war der Tag, an dem ihr Arzt sie warnte, sie könne eventuell keine Kinder bekommen, wenn sie weiter trainiere. "Er bescheinigte mir den Unterleib einer Achtjährigen", berichtete sie. Zu diesem Zeitpunkt sei sie aber bereits 19 gewesen und bereitete sich intensiv auf die Olympischen Spiele 1980 vor. Auch sie habe zuvor ein rigorose Gewichtszunahme von 80 auf 110 Kilo in kürzester Zeit registrieren müssen. Dennoch habe sie damals nie die Oral- Turinabol-Tabletten, von denen sie bis zu fünf am Tag schluckte, dafür verantwortlich gemacht. "Die unterstützenden Mittel empfand ich als etwas Gutes, damit ich besser trainieren konnte. Da sie immer vor Wettkämpfen abgesetzt wurden, habe sie nie an Doping gedacht" räumte, sie ihre damalige Blauäugigkeit ein. Die Wasserballer für die B-EM qualifiziert. Das Schweizer Nationalteam der Wasserballer hat sich am Wochenende mit Siegen gegen Tschechien (7:4) und Finnland (5:4) für die B-Europameisterschaften qualifiziert, die im September in Malta durchgeführt werden. Die von Nico van der Voet geführte Equipe erreichte in der Qualifikation überraschend Platz eins, denn sie blieb auch gegen Gastgeber Mazedonien unbesiegt (5:5). Seit der Einführung der EM-Qualifikation in den achtziger Jahren war diese stets auch die Endstation in den Bemühungen um Erfolg. Noch vor vier Jahren war die Forderung des damaligen Nationaltrainers (des vor wenigen Wochen im SC Schaffhausen entlassenen Tibor Cservenjk) nach mehr Trainingseinheiten ungehört verhallt. Damals standen vor der EM-Qualifikation drei Zusammenzüge in vier Monaten auf dem Programm, die Equipe wurde aus den verfügbaren und nicht aus den besten Spielern des Landes gebildet. Erst das im vergangenen Jahr initiierte EM-Projekt 2000, verbunden mit Leistungsverträgen mit den Aktiven, brachte die Wende. Zwar vermochten die Schweizer Wasserballer trotz der im Herbst begonnenen wöchentlichen Zusammenzüge im Wasserball-Zentrum Leimbach technische und taktische Defizite nicht zu verbergen; konditionell war die Equipe den anderen Mannschaften aber überlegen. Im letzten Herbst war bereits der SC Kreuzlingen mit dem Erreichen der Achtelfinals in der Champions League für unerwartet positive Schlagzeilen verantwortlich.
Neuseeländer vorläufig gesperrt. Der Weltverband Fina hat den neuseeländischen Crawler Trent Bray (27) mit einer provisorischen Sperre belegt. Dem dreimaligen Kurzbahn-WM-Zweiten über 200 m war bei einer Trainingskontrolle vergangenen November der Einnahme von Nandrolon überführt worden. Noch ist unklar, wie hoch das endgültige Strafmass der Fina ausfallen wird, weil Bray gegen die Ergebnisse des zuständigen Doping-Labors Einspruch erhoben hat. Monte Carlo. Internationales Meeting. Männer. 50 m Crawl: 1. Popow (Rus) 22,23. - 50 m Brust: 1. Lütolf (Sz) (SR) 28,33 (. - Frauen. 50 m Crawl: 1. Rolph (Gb) 25,48. - 100 m Crawl: 1. de Bruijn (Ho) 54,59. - 400 m Crawl: 1. Potec (Rum) 4:10,49. - 50 m Brust: 1. Kovacs (Un) 31,34 (ER, bisher Baker im Juli 1999 in 31,43). - 200 m Brust: 1. Kovacs 2:24,94. - 100 m Rücken: 1. Schiwannewskaja (Sp) 1:01,80. - 50 m Delfin: 1. De Bruijn 26,28. - 200 m Delfin: 1. Jacobsen (Dä) 2:10,20. Alle Resultate Wasserball Skopje (Maz): Qualifikationsturnier für B-EM. Die Resultate der Schweizer: Tschechien - Schweiz 4:7. Finnland - Schweiz 4:5 Mazedonien - Schweiz 5:5. - Rangliste: 1. Schweiz 3/5. 2. Mazedonien 3/4. 3. Tschechien 2/1. 4. Finnland 2/0. - Schweiz und Mazedonien für B-EM vom September auf Malta qualifiziert. Berliner Doping-Prozess: 13jährige nahm nach Hormongabe 20 Kilogramm zu Berlin (npw). Im Doping-Prozess gegen den DDR-Sportchef Manfred Ewald und den führenden DDR-Sportmediziner Manfred Höppner sind vor dem Landgericht Berlin erstmals Zeugen befragt worden. Die drei ehemaligen Sportlerinnen, zugleich Nebenklägerinnen im Prozess, berichteten von zum Teil erheblichen gesundheitlichen Schäden, die sie auf die nicht wissentliche Einnahme von männlichen Hormonen zurückführen. Die frühere Schwimmerin Carola Beraktschjan erzählte, dass sie als 13- oder 14jährige das erste Mal "blaue Pillen" (Oral-Turinabol) von ihrem Trainer erhalten habe. In der Folgezeit sei ihre Stimme erheblich tiefer geworden, und sie habe rasant 20 Kilogramm zugenommen. Die ehemalige Kugelstosserin Birgit Böse betonte, "Diskussionen über Tabletten waren nicht möglich, man hatte sich an die Spielregeln zu halten". Welche Folge dies hatte, musste sie am eigenen Leib erfahren. Bei einer Hormonbehandlung, die sie Jahre nach ihrer aktiven Wettkampfzeit erhielt, nahm sie 30 Kilogramm zu. Daraufhin habe ihr der Arzt vorgeworfen, sie müsse ihm eine frühere Hormoneinnahme verschwiegen haben. "Ich war bis dahin überzeugt, im Sport nie gedopt worden zu sein", sagte Böse. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sind die Angeklagten Ewald und Höppner hauptverantwortlich für das systematische Doping im DDR-Leistungssport. Sie müssen sich deshalb wegen Beihilfe zur Körperverletzung in 142 Fällen verantworten. Nach zweistündiger Befragung der Zeuginnen musste das Gericht die Verhandlung unterbrechen. Der Angeklagte Ewald teilte mit, er habe Schwierigkeiten, der Verhandlung zu folgen. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.
Neues vom Zentralverband
Australische Olympiatrials Schwimmen: Oscar geht baden Monaco - Meeting. Männer. 200 m Delfin: 1. Silantjew (Ukr) 1:58,82. Frauen. 200 m Crawl: 1. Potec (Rum) 1:59,92. - 100 m Brust: 1. Kovacs (Un) 1:07,92. - 50 m Delfin: 1. De Bruijn (Ho) 25,83 (Weltrekord, bisher Kammerling/Sd 26,29/99. - 100 m Delfin: 1. De Bruijn 57,96 (Europarekord, bisher De Bruijn 58,49/99). [Die Rekorde wurden mit einem Bodysuit geschwommen. de Bruijn sagte, sie wäre deswegen höher im Wasser gelegen, das habe mit geholfen].
Chinesische Schwimmmeisterschaften 15.-23.5.2000
Hayley Lewis ist zurück: Neun Jahre nach WM-Titel in Australiens Olympiateam. Vor zehn Jahren war sie das Nesthäkchen im australischen Schwimmteam. Mit fünf Goldmedaillen kehrte die 15-jährige Hayley Lewis aus Neuseeland heim. Ein Jahr später war sie Weltmeisterin über 200 m, und an den Olympischen Spielen in Barcelona gewann sie zwei Medaillen. Wegen einer Erkrankung wurde die Olympiateilnahme 1996 in Atlanta zu einem Misserfolg. Sie erreichte keinen Final. Hayley Lewis trat zurück und beschloss, eine Familie zu gründen. Doch nach der Geburt ihres Sohnes Jacob vor zwei Jahren packte sie wieder der Ehrgeiz - und gestern qualifizierte sie sich als australische Meisterin über 800 m Crawl für die Olympischen Spiele. 11 000 Zuschauer gerieten mit ihr aus dem Häuschen. "In meinen wildesten Träumen hatte ich mir nicht vorgestellt, noch einmal zuoberst zu stehen", sagte sie. Nach 8:35,36 Minuten hatte sie angeschlagen - die Schweizerin Flavia Rigamonti, deren Rekord noch vier Sekunden besser ist, hat eine weitere Rivalin auf dem Weg in den Olympiafinal bekommen. Für die beste Leistung am zweitletzten Tag der Olympiaausscheidungen sorgte allerdings nicht Lewis, sondern der 21-jährige Geoff Huegill, der über 100 m Delfin mit 52,19 Sekunden auf Platz vier der "ewigen" Weltbestenliste schwamm. Michael Klim schlug er damit bloss um eine Hundertstelsekunde. (TA) Sydney. Australische Olympiaausscheidungen. Männer. 50 m Crawl: 1. Hawke 22,29. 2. Fydler 22,42. 3. Callus 22,54. - 50 m Brust: 1. Rogers 29,15. 2. McBrien 29,31. 3. Fales 29,35. - 100 m Delfin: 1. Huegill 52,19. 2. Klim 52,20. 3. Pine 52,72. - Frauen. 800 m Crawl: 1. Lewis 8:35,56. 2. Harris 8:38,73. 3. Woods 8:39,88. - 200 m Rücken: 1. Calub 2:13,35. 2. Stoney 2:13,58. 3. Tucker 2:15,08. - 50 m Delfin: 1. Thomas 27,02. 2. Webb 27,87. 3. McGuirk 27,90. Samantha Riley gibt nicht auf: Sie denke nicht daran mit dem Schwimmsport aufzuhören. Eine Woche vor Beginn der Trials wurde sie aus dem Spital entlassen (Niereninfektion).
Kieren Perkins auf Olympiakurs: In den 1500er Vorläufen wurde er mit 15:35.99 Dritter hinter Hackett (15:19.86) und Stevens (15:35,67). Im Final muss er mindestens Zweiter werden. Zentralverband: Wasserspringerinnen und Synchronschwimmerinnen für Sydney selektioniert Thorpe und Kowalski starten nicht über 1500 m Freistil. Rüstungstechnologie in der Sportreportage: Eine besondere Neuigkeit hat der australische Fernsehsender "Channel-9" eingefuehrt: die "gruene Weltrekord-Linie im Fernsehbild" markiert die Position des aktuellen Weltrekordes im Vergleich zum Schwimmer. Mehr Details Oder mit anderen Worten: Rüstungstechnik macht in der Sport-Reportage Schlagzeilen ... - "Swatch-Timing" liefert "nur" die Zeitbasis, den Startimpuls [mitgeteilt durch Christian Boos]. Jahrelang schwamm Susie O'Neill der Rekordzeit hinterher, bei ihrer nach eigenen Worten drittletzten Chance hat sie's endlich geschafft. Australiens erfolgreichste Schwimmerin der letzten zehn Jahre unterbot an den Olympia-Trials den Weltrekord über 200 m Delphin um 0,15 s und verbesserte ihn auf 2:05,81. 19 lange Jahre hatte zuvor Mary T. Meaghers Bestzeit von 2:05,96, der älteste Weltrekord im Schwimmsport, allen Angriffen standgehalten. O'Neill, die seit 1994 über 200 m Delphin nie besiegt worden ist, hatte nach ihrem Olympiasieg 1996 und dem Gewinn des WM-Titels 1998 mehrfach betont, dass es für sie noch ein einziges grosses Karriereziel gebe: besagten Weltrekord. Die 26-Jährige will nach Olympia 2000 vom Spitzensport zurücktreten. Einen bemerkenswerten Akzent setzte am Mittwoch Michael Klim im 100-m-Crawl-Final. Im Kampf um die begehrten zwei Olympia-Startplätze setzte er sich gegen Chris Fydler, der sich den zweiten Platz sicherte, klar durch. Die 48,56 s Klims sind die viertschnellste je geschwommene Zeit. Thorpes Unterfangen, sich auch über 100 m Crawl für Sydney 2000 zu qualifizieren, scheiterte. Der Inhaber des 200- und 400-m-Weltrekordes wurde in 49,74 Vierter. Ob der 17-Jährige nun über die in Australien äusserst populären 1500 m an den Start gehen wird, ist noch nicht definitiv entschieden, zumal Thorpes Coach dagegen ist. Doug Frost befürchtet, dass der Athlet durch das gezielte Training auf der langen Distanz zu viel an Schnelligkeit und Spritzigkeit einbüssen würde Lob und Frust um das olympische Schwimmbecken im Sydney International Aquatic Centre: Fünf Weltrekorde sind an den ersten Tagen der australischen Schwimm-Trials im Olympia-Park von Homebush Bay durch Susie O'Neill, Ian Thorpe und Geoff Huegill erzielt worden, ein Dutzend wurde gleichenorts im letzten August an den Pan- Pazifischen Meisterschaften verbessert. Das Schwimmbecken in Sydney gilt als eines der "schnellsten" der Welt, womit - in Kombination mit den neuen High-Tech-Anzügen - in den olympischen Rennen mit einer Revolution zu rechnen ist. Ken Wood, der Coach von Leisel Jones, die sich - erst 14jährig - für die olympischen Schwimmwettbewerbe qualifiziert hat, spricht von Piranhas, Haien und Tintenfischen, und an einer Pressekonferenz präsentiert er Freddy, das Präparat eines riesigen Krebses. Der Gedanke an diese gefährlichen Meerestiere und die Vorstellung, von ihnen gejagt zu werden, mache seine Schwimmerinnen schnell, sagt der Trainer. Dann kann er sich das Lachen nicht mehr verkneifen, denn er weiss um die Wirkung seines Scherzes: Piranhas und Freddy sind einen Tag später die Affichen der Sportseiten der australischen Zeitungen. Die ernsthaften Gründe, die etwa den 17jährigen Ian Thorpe seinen älteren Konkurrenten davonschwimmen lassen oder das vor zwei Monaten noch unbekannte "Baby Jones" so schnell machen, scheinen dieser Tage in Australien fast jedermann zu interessieren. Die abendlichen TV- Einschaltquoten während der als Olympia-Selektionen ausgetragenen Schwimmmeisterschaften sprechen jedenfalls für sich (bis zu 2,5 Millionen Zuschauer bei einer Bevölkerung von knapp 18,5 Millionen Menschen), und der Funke der Vorfreude auf den Anlass im September scheint dank den Stars und der Empörung über Gospers Fehlverhalten letzte Woche in Griechenland zum Trotz allmählich zu springen. Ian Thorpe, Susie O'Neill, Michael Klim, Grant Hackett, Leisel Jones und wie sie alle heissen - wecken in Down- under einen Hunger auf olympischen Erfolg. Die jüngsten Leistungen im Sydney International Aquatic Centre unterstreichen allerdings nicht nur Australiens Rolle des Mitfavoriten für olympische Schwimm-Medaillen, sondern stärken gleichzeitig die These, wonach das Becken im Olympia-Park von Homebush Bay eines der "schnellsten", wenn nicht sogar das "schnellste" der Welt sein soll. Schon an den Pan-Pazifischen Meisterschaften im August 1999 hatten sich die Meldungen über Weltrekorde überschlagen (insgesamt zwölf), und die Zeiten, die diese Woche an den Trials vorgelegt werden, deuten darauf hin, dass in vier Monaten eine Revolution gegen all jene Marken, die bisher als Massstäbe gegolten hatten, stattfinden könnte. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die neuen, teilweise umstrittenen High- Tech-Ganzkörperanzüge den Athleten offenbar zu weiteren Leistungssteigerungen verhelfen. Obwohl beispielsweise Thorpe stets ausführt, dass er nicht glaube, dass ihn der Anzug schneller mache, ist er diese Woche noch nie ohne "Long John" ins Wasser gesprungen. Im Bodysuit fühle er sich nur einfach gut, so die Begründung des Athleten, der - in Adidas gekleidet - nicht nur eine Kontroverse zwischen dem offiziellen Ausrüster der Australier (Speedo), sondern auch ein Weltrekord- Rennen unter den beiden Firmen ausgelöst hat. Im Gegensatz zum Einfluss der Anzüge herrscht darüber Einigkeit, dass das olympische Becken die Grundlage für Spitzenleistungen darstellt. "Es sind kleine Details, die uns schneller machen", wies der amerikanische Rücken-Weltrekordhalter Lenny Krayzelburg letztes Jahr auf die Besonderheiten des Pools hin. Fürwahr sind es modernste Technologien, welche die Leistung der Athleten im 50 m langen und 25 m breiten Becken (10 Bahnen) unterstützen. So steuert beispielsweise ein Computer die Wassertemperatur (27 Grad, Lufttemperatur 2 Grad weniger) sowie das spezielle Überlaufsystem, das - in Kombination mit der Beckentiefe von 3 m beim Einsprung (2 m nach Reglement erforderlich) - die Turbulenzen an den Rändern vermindert. Im weiteren wird zur Säuberung des Wassers statt aggressives Chlor hautfreundliches Ozon verwendet. Ausserdem neigt sich die Fläche des Startblocks steiler zum Wasser als gewohnt, und von den Handbügeln können sich die Athleten ebenfalls abstossen. Eine gewonnene Hundertstelsekunde da, eine dort - Jenny Thompsons Beurteilung, es sei eines der besten Wettkampfbecken der Welt, lag letzten August jedenfalls jener Erfolg zugrunde, dem die Amerikanerin davor viele Jahre hinterher geschwommen war. Der Weltrekord von Mary T. Meagher über 100 m Delphin (57,93) hatte 18 Jahre Bestand gehabt, bevor er von Thompson in Sydney um 0,05 Sekunden verbessert wurde. Das Sydney International Aquatic Centre mit seinem "schnellen" Pool sowie den Becken für Wasserspringen beziehungsweise für Synchronschwimmen und Wasserball war einer der Hauptgründe, weshalb Sydney vor sieben Jahren den Zuschlag für die Organisation von "Olympia 2000" erhielt. Die 1994 vollendete Anlage, in die auch ein der öffentlichkeit zugänglicher Freizeitbereich integriert ist, galt punkto Sportstättenbau als vorbildlich. Diesen Ruf hat der Komplex in der Zwischenzeit allerdings eingebüsst, denn als weit schwieriger als erwartet hat sich der Ausbau im Zuschauerbereich von 4400 auf 18 200 temporäre Sitzplätze erwiesen. Wer dereinst während Olympia etwa in der 75. Reihe sitzen muss, befindet sich rund 100 m vom Geschehen entfernt. Für diesen Platz in schwindelerregender Höhe müssen während der Finals fast 100 Dollar hingeblättert werden - ärgerlich, zumal die Architektur des Daches die Sicht auf die Medaillen-Zeremonie behindert. Während der Trials waren nur die 43 vorderen Reihen dieser westseitigen Erweiterung fürs Publikum geöffnet. Das Inspizieren höher gelegener Sitze lässt einigen Unmut erwarten. Ob die vom Socog zugesicherten Video-Leinwände die Gemüter beschwichtigen, bleibt abzuwarten.
Doping im historischen und sportmedizinischen Überblick
Susie O'Neill stellt nationalen Rekord ein: Susie O'Neill hat bei den Olympic Trails der australischen Schwimmer in Sydney mit ihrem Sieg über die 200 m Freistil einen 76 Jahre alten nationalen Rekord gebrochen. Die 26 Jahre alte Olympiasiegerin sicherte sich in 1:57,70 Minuten vor Teenagerin Gian Rooney (1:59,40) ihren 34. nationalen Meistertitel und übertraf damit die alte Bestmarke von Frank Beaurepaires, der zwischen 1908 und 1924 insgesamt 33 Titel holte. Superstar Ian Thorpe sorgt indes nicht nur mit seinen Fabel-Weltrekorden in Sydney für Schlagzeilen. Die acht Schwimmanzüge des 17-jährigen Weltrekordlers und Olympiafavoriten sind 4.800 Dollar wert, pro Anzug wird ein stolzer Preis von 600 Dollar gezahlt. Franziska van Almsicks Weltrekord über 200 m Freistil blieb bei den australischen Meisterschaften in Sydney unangetastet. Susie O'Neill erreichte im Finale am Dienstag 1:57,70 Minuten und blieb um 92/100 Sekunden über der Zeit der Berlinerin aus dem Jahr 1994. O'Neill war trotzdem der Star des Abends, weil sie in diesem Rennen ihren 34. nationalen Titeln holte, australischer Rekord. Ihr zweiter - und wesentlich ernsthafterer - Weltrekordversuch scheiterte am Abend in der Olympia-Schwimmhalle ebenfalls. Über ihre Spezialdisziplin 200 m Schmetterling kam Susie O'Neill im Halbfinale nach 2:06,51 Minuten ins Ziel. Die Amerikanerin Mary T. Meagher hatte 1981 2:05,96 vorgelegt. Am Mittwoch hat die Olympiasiegerin und Weltmeisterin über 200 m Schmetterling im Finale noch einmal eine Chance. Um Ian Thorpe blieb es ausnahmsweise am vierten Tag der Meisterschaften vergleichsweise ruhig, nachdem er vorher täglich einen Weltrekord aufgestellt hatte. Der 17-Jährige qualifizierte sich in 49,45 Sekunden als Drittschnellster für das Finale über 100 m Freistil. Nebenbei berichtete er noch, dass er bei seinem Weltrekord über 200 m Freistil am Dienstag praktisch blind geschwommen war, weil ihm die Brille unmittelbar nach dem Start voll Wasser gelaufen war. Thorpe gibt Nachwuchs-Hoffnung Tipps Thorpe ist nicht nur ein Ausnahmeschwimmer, sondern offenbar auch ein erstklassiger Mannschaftssportler. Der Superstar hatte der 14-jährigen Nachwuchs-Hoffnung Leisel Jones vor ihrem ersten Finale am Montag mit Tipps zur Seite gestanden. "Ich weiss, was sie durchmacht, ich habe es selber mit 14 erlebt", hatte er zu ihrem Trainer Ken Wood gesagt. Die Beratung trug offenbar Früchte, Jones gewann die 100 Meter Brust und wird die jüngste australische Olympiastarterin seit 1976 sein. Zum Abschluss der Trials startet am Freitag und Samstag Thorpe auf jeden Fall auch über 1.500 Meter starten. Das Olympia-Ticket über 200 m Schmetterling verpasste Scott Goodman. Der Bronzemedaillengewinner von Atlanta musste sich in Sydneys International Aquatic Centre den Nachwuchskräften Heath Ramsey und Justin Norris beugen.
Dopingprozess in Berlin: "Nach DDR-Recht nur Beihilfe geleistet" Der Prozess gegen die Drahtzieher des flächendeckenden Dopingsystems der DDR wird am Dienstag mit dem vierten Verhandlungstag fortgesetzt. Das Landgericht sieht sich mit zwei Fragen konfrontiert: Welchen Einfluss hat erstens das medizinische Gutachten hinsichtlich der Prozessfähigkeit von Manfred Ewald, Multifunktionär und von 1961 bis 1988 Präsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB)? Und handelt es sich zweitens bei den Vergehen Ewalds und seines Chef-Mediziners Manfred Höppner ausschliesslich um Beihilfe zur einfachen Körperverletzung? Der Berliner Rechtsanwalt Christian Paschen war im ersten und richtungsweisenden Prozess zum systematischen Doping im DDR-Sport, der ab dem 18. März 1998 gegen vier Trainer und zwei Ärzte des SC Dynamo Berlin geführt wurde, Vertreter der Doping-Opfer. Im Interview nimmt er Stellung zur Problematik der Urteilsfindungen. Frage: Manfred Ewald und Manfred Höppner waren die Hauptverantwortlichen im flächendeckenden Doping-System im DDR-Sport. Besonders Ewald hat vielfach deutlich gemacht, dass Gesundheitsschäden in Kauf genommen werden müssen. Wieso sind die beiden nur wegen Beihilfe zur Körperverletzung angeklagt? Christian Paschen: Die Herren werden nach dem Strafrecht ihrer aktiven Zeit beurteilt. Täter im DDR-Strafrecht ist nur derjenige, der unmittelbar die Tat ausführt. Derjenige, der einen anderen nicht nur anstiftet, sondern im Hintergrund die Fäden zieht, organisiert, der hat nach DDR-Recht nur Beihilfe geleistet. Frage: Höchstwahrscheinlich haben die Taten der Angeklagten zu schweren Gesundheitsschäden bei vielen Opfern geführt. Wieso sind beide nur der einfachen Körperverletzung angeklagt? Paschen: Schwere Körperverletzung verlangt zu der Verletzung eine bleibende Gesundheitsbeeinträchtigung. Die muss aber, hinsichtlich der Kausalität, eindeutig bewiesen werden. Und genau hier liegt das Problem. Man müsste dann genau trennen: Was ist verursacht worden durch Dopingmittel, was durch überzogenes Training? Dann hat man natürlich noch die Überscheidung: Das Training ist härter gewesen, weil es durch die aufbauenden Präparate überhaupt erst möglich wurde. Das Gericht geht auf Nummer sicher und sagt: Wir beschränken uns auf einfache Körperverletzung, denn da haben wir gute Chancen, das zu beweisen. Frage: Ist das auch der Grund, wieso alle Dopingtäter bisher lediglich zu einfacher Körperverletzung verurteilt wurden? Paschen: Das ist genau der Grund. Wenn das Landgericht da herangeht, dann will es das Urteil auch revisionsfest machen. Frage: Die Nebenklage und die Doping-Opfer werfen ein, es handele es sich um schwere Körperverletzung. Sie führen besipielsweise Yvonne Gebharts Schicksal an, die 1997 an einem Brusttumor erkrankte. Und dieser ist laut Professor Werner Franke eindeutig auf die Einnahme von Anabolika zurückzuführen. Paschen: Die eindeutige Nachweisbarkeit ist aber gerade das Problem. Es gibt in der Medizin keine einfachen, linearen Kausalitäten. Man arbeitet deshalb mit Wahrscheinlichkeiten. Wir haben das ja im Pilot-Prozess seinerszeit gegen die Trainer und Ärzte von Dynamo Berlin auch gelernt. Da sind die Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit - sie muss über 96 oder 97 Prozent liegen - eben dafür spricht, dass im Doping die Verursachung liegt. Gerade bei einem Tumor ist es sehr, sehr schwierig. Es mag in dem einen oder anderen Fall durchaus möglich sein. Frage: Ist hier also eine Chance, die beiden wegen ihren schweren Vergehen angemessen zu bestrafen? Paschen: Ich sehe da einen ganz anderen Zwiespalt, in dem man sich befindet. Es droht nämlich die Verfolgungsverjährung zum 2. Oktober und dass man den Prozess nicht mehr zu Ende bekommt. Frage: Ist das Problem der Kausalität auch der Grund, wieso die Toten im DDR-Sport in der Anklage nicht thematisiert werden? Paschen: Genau. Solche Fälle hat es gegeben, gar keine Frage. Aber auch hier ist das Problem der eindeutigen Nachweisbarkeit. Frage: Einige beschuldigen Ewald, er würde Prozessunfähigkeit vortäuschen. In dem Gutachten vom November wird die Möglichkeit des Simulierens angedeutet. Er wurde jetzt noch einmal von den selben Ärzten untersucht. Was kommt dabei heraus? Paschen: Sagen wir es einmal so. Es ist bei den Tätern mit dem weissen Kragen ein erstaunliches Phänomen, dass der Gesundheitszustand immer rapide nachlässt, wenn in irgend einer Form eine Strafverfolgung droht. Das festzustellen, ist Sache der Gutachter. Man kann jedoch erheblich Zweifel haben, zumal er am ersten Prozesstag doch sehr siegesgewiss war. Das war nicht das Erscheinungsbild eines kranken Mannes. Frage: Die Nebenkläger haben nun bei Höppner, der zugab selbst Leichtathleten gedopt zu haben, die Erweiterung der Anklage auf täterschaftliche Körperverletzung. Paschen: Das hätte nur Aussicht auf Erfolg, wenn es sich nachweislich um Minderjährige gehandelt hätte. Wenn er Erwachsene gedopt hat, dann war es nicht strafbar. Die meisten Dopingmittel waren reguläre Medikamente, die auch therapeutisch eingesetzt wurden. Was wir im Pilot-Prozess eindeutig herausgearbeitet haben: Minderjährigen, und dann auch noch ohne Kenntnis der Eltern, durfte man solche Mittel in keinem Fall geben. Frage: Höppner hat, wenn auch unzureichend, ausgesagt und durch seine Angaben 1996 zur Aufklärung der Doping-Praxis beigetragen. Währendessen schweigt Ewald, der Vater des Systems, eisern. Kann es sein dass Ewald, auch auf Grund der ablaufenden Verjährungsfrist am 2. Oktober, am Ende glimpflicher davonkommt als Höppner? Paschen: Ich denke, Höppner könnte möglicherweise wesentlich besser davonkommen. Das würde allerdings voraussetzen, dass er sich noch einmal sehr deutlich und offen äusserst, so offen wie er es seinerseits in der Presse gemacht hat. Das wird man dann mit Sicherheit berücksichtigen. Ob das Schweigen Herrn Ewald etwas nützen wird - ich glaube nicht.
Thorpe - australischer Hai mit Riesenflossen: Der 17-jährige Ian Thorpe schwamm an den beiden ersten Tagen der australischen Olympia-Ausscheidungen zwei Weltrekorde. Sind es die Füsse, die ihn unbesiegbar machen?
Wasserball NLA. 7. und 8. Runde: Basel - Frosch Aegeri 4:9. Lugano - Schaffhausen 11:7. Horgen - Monthey 5:4. Monthey - Krezlingen 8:14. Frosch Aegeri - Horgen 4:7. - Rangliste: 1. Lugano 7/14. 2. Kreuzlingen 7/12. 3. Horgen 8/12. 4. Frosch Aegeri 8/8. 5. Basel 7/4. 6. Monthey 8/2. 7. Schaffhausen 7/0. Prokop forderte die rund 60 Tagungsteilnehmer aus sieben europäischen Staaten in Salzburg auf, den Kampf gegen das Doping, zum Wohle des Sportes, weiterzuführen. Nicht so sehr aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Athleten als vielmehr im Interesse der Chancengleichheit im sportlichen Wettkampf rechtfertige es sich, diese Seuche weiterhin zu bekämpfen, meinte Prokop, der auch nicht an massiver Kritik gegenüber den (anderen) Sportverbänden sparte: Der DLV-Funktionär geisselte, dass die internationalen Sportverbände die Harmonisierung der Dopingstrafnormen nicht intensiver vorantrieben. Die Hauptaufgabe der neugeschaffenen Welt- Dopingagentur bestehe seit Monaten darin, sich über die Sitzfrage der Agentur zu streiten, ärgerte sich Prokop. Ähnlich kritisch äusserte sich auch Isla-Präsident Christian Krähe, der das ernüchternde Fazit zog, der Kampf gegen das Doping sei eine «Alibiübung», weil davon ausgegangen werden müsse, dass an der Spitze flächendeckend gedopt werde. Krähe befasste sich in seinem Referat mit Beweisproblemen am Beispiel des zu Beginn des Jahres vom IOK in Kraft gesetzten Olympic Movement Anti-Doping Code. Danach kann ein gedopter Athlet zwar im betreffenden Wettbewerb auch ohne Verschulden disqualifiziert werden, jedoch setzt eine Dopingsperre den seitens des zuständigen Verbandes zu erbringenden Nachweis eines schuldhaften Verhaltens des Athleten voraus. Im Anschluss an das Referat Krähes entbrannte eine Diskussion darüber, wieweit strafrechtliche und strafprozessuale Grundsätze in Dopingverfahren analog herangezogen werden sollten. Im Einführungsreferat hatte die Genfer Rechtsprofessorin Margareta Baddeley nämlich vorweg festgestellt, dass die Dopingsperre als Verbandssanktion unter das Privatrecht falle. Im weiteren forderte sie, dass in Dopingverfahren rechtsstaatliche Grundsätze zu berücksichtigen seien. Warnend (an die Adresse des IOK) wies sie darauf hin, dass im Veranstalterland der bevorstehenden Olympischen Spiele die Bekämpfung des Dopings weitgehend durch staatliche Gesetzgebung reguliert sei. Die Konstrukte zur Dopingbekämpfung nationaler und internationaler Verbände nannte Baddeley ein «Flickwerk», die rechtsstaatlichen Prinzipien würden bei Dopingverfahren seitens der Verbände grösstenteils nur ungenügend beachtet. Mit dem eigentlichen Tagungsthema, den Rechtsfolgen des Dopings, befasste sich schliesslich der Grazer Rechtsprofessor Wolfgang Holzer. Ist eine Dopingsanktion verhängt, kann sich für einen Arbeitgeber oder Sponsor eines gedopten Athleten die Frage stellen, wie er sich zu verhalten hat. Ob die umgehende Vertragsauflösung aus wichtigem Grund eine probate Reaktion auf ein Dopingvergehen eines Vertragspartners ist, dürfte ab und zu bezweifelt werden: Erinnert sei an die massiv gestiegenen Umsatzzahlen der Uhrenmarke Festina nach den Doping-Vorkommnissen anlässlich der Tour de France. Ab und zu tut sich ein Sponsor oder ein Arbeitgeber eines gedopten Sportlers (in kommerzieller Hinsicht) keinen Gefallen, wenn er die an sich bestehenden vertraglichen Beziehungen aus diesem Grund umgehend kappt. Clemens Prokop brachte es letztlich auf den Punkt: «Wir wollen Siege nationaler Sportler - egal, wie sie zustande kommen.»
Wasserspringen: FINA-USA Diving Grand Prix at the Hall of Fame, Fort Lauderdale, Florida:
Zum Auftakt der Olympia-Trials am Homebush Bay deklassierte Thorpe die Konkurrenz. Der zweitplatzierte Grant Hackett, 1998 immerhin WM-Zweiter hinter dem Superstar, schlug fast zehn Sekunden später an. Zur Hälfte der Distanz hatte Thorpe sogar zwei Sekunden unter seiner Durchgangszeit beim Weltrekord vom August 99 gelegen. Zwei Tage nach seiner damaligen Bestmarke hatte der Ausnahmeschwimmer den Weltrekord über 200 Meter Freistil auf 1:46,00 Minuten geschraubt. Dennoch gab sich der Teenager nach seiner Galavorstellung bescheiden: "Empfehlungen und vergangene Vorstellungen zählen nichts. Ich bin erst einmal froh, dass ich im Team bin. Die Leute sind verrückt hier. Sie haben mich die letzten 50 m förmlich durch das Becken getragen". Mit einer "Welle" feierten er und die australischen Schwimm-Fans sein Olympia-Ticket, als er von Australiens Premierminister John Howard die Goldmedaille in Empfang nahm. Ex-Weltrekordler Kieren Perkins hatte zwar das Finale erreicht, verzichtete aber zu Gunsten einer Teilnahme über 1.500 m auf den Start. Nur die beiden Erstplatzierten in jeder Disziplin qualifizieren sich für die Olympischen Spiele. Mit Fastsuit 3% schneller? Der Ingenieur und Schwimmtrainer John Waring erläutert die Facts [Zitat aus dem englischen von der Redaktion übersetzt aus Swimnews.com]: " Ich habe eine grosse Fehlinterpretation in Bezug auf die Rolle der Wasserwiderstandsverminderung auf die Zeitreduktion festgestellt. Kurz gesagt bedeuten 10% Widerstandreduktion nicht 10% Reduktion in der erzielten Schwimmzeit. Ich bin Ingenieur, Schwimmer und Trainer. Als Ingenieur bin ich aus ethischen Gründen verpflichtet euch zu sagen, dass ich mit Speedo Amerika in einem Vertragsverhältnis stehe. Im besonderen habe ich die "Vortex Modifikation" der von Jenny Thompson und Lenny Krazelburg getragenen Schwimmanzüge erfunden, mit denen sie die Weltrekorde an den Panpazifischen Meisterschaften 1999 in Australien erzielt haben. Es ist meine Absicht, Missverständnisse in der Schwimmgemeinde in Bezug auf den Effekt von Anzügen ALLER Hersteller von widerstandsarmen Schwimmanzügen auf die Schwimmzeit auf zu zeigen. Alles was folgt, ist auf die Behauptungen aller Hersteller hinsichtlich Widerstandsreduktion anwendbar. Die Leistung eines Schwimmers, einer Schwimmerin, steigt im Kubik mit der Geschwindigkeit. Das bedeutet, dass, um doppelt so schnell zu schwimmen, eine Schwimmer, eine Schwimmerin achtmal so hart arbeiten muss. Die Leistung ist direkt vom Widerstand abhängig. Eine Verdoppelung des Widerstandskoeffizienten erfordert eine doppelt so hohe Leistung bei gleicher Schwimmgeschwindigkeit. Als Konsequenz bedeutet das, dass die erforderliche Leistung um schneller zu schwimmen bei weitem den Leistungsgewinn durch Widerstandreduktion übersteigt. Ich will jetzt nicht in alle Einzelheiten ein gehen. Aber, wenn man von einer konstanten Leistungsfähigkeit ausgeht (beispielsweise die maximale Leistungsfähigkeit in einem Wettkampf), kann man die Beeinflussung durch die Widerstandsreduktion wie folgt berechnen: (Neue Finalzeit) = (alte Finalzeit) x [Kubikwurzel von] (1 - Widerstandreduktion)
Beispelsweise, wenn die Finalzeit eines Schwimmers, einer Schwimmerin, über 100 Freisteil 60 Sekunden beträgt, und er/sie einen Fastsuit anzieht, mit einer behaupteten Widerstandreduktion von 4% (= 4/100 = 0.04), dann wird seine/ihre neue Finalzeit wie folgt betragen: (Neue Finalzeit) = 60 x [Kubikwurzel von](1 - 0.04) = 59.19, was einer Zeitverbesserung von 1.3% entspricht. Das ist natürlich eine grobe Abschätzung, die unter anderem den Einfluss des Oberflächenschwimmens gegenüber dem Unterwasserbeinschlag vernachlässigt. Diese einfache Berechnung gibt aber eine genaue Vorstellung davon, wie gross der Einfluss eines solchen Anzuges etwa ist. Im Wesentlichen geht es darum zu sehen, dass ein besserer Anzug zwar einen Einfluss hat, dieser aber gegenüber einer besseren Schwimmtechnik und Fitness stark zu vernachlässigen ist. Anders gesagt ist es für dich wirksamer, regelmässig(er) ins Training zu gehen und auf deinen Trainer zu hören.
Olympiatrials: Australische Schwimmer im Brennpunkt
EPO-Test für Olympiade bereit? Die australische Regierung unterstützt die EPO-Forschung mit zusätzlichen 590 000 US$, um den EPO-Bluttest fertig zu stellen. Die australische Sportministerin ist zuversichtlich, dass der Test am 15.9. bereit steht. Die AthletInnen würden den strengsten Kontrollen unterworfen, die es ja an einem Sportanlass gab. Australier will wegen Bodysuit klagen. Weil er für die Trials ab kommenden Wochenende keinen Bodysuit bekommen habe, will der Bronzemedaillen-Rückenschwimmer (4x100 Lagen) von Atlanta, Stephen Dewick (23) vors Gericht. Er ist zur Zeit nicht im Schatten-Olympiakader. Speedo hat 160 Mitglieder des Schattenkaders mit einem Fastsuit ausgestattet. Dewick gehört zu den 300 nicht berücksichtigten Teilnehmern an den Trials. Dewick habe 3 Monate lang versucht, einen Anzug zu bekommen. Kaum habe er den Gang vors Gericht vor den Medien angekündigt, habe ihn Speedo angerufen und einen Anzug angeboten. SOV qualifiziert Duett Synchronschwimmen für die Olympischen Spiele 2000. Mit dem 11. Rang (von 34 Nationen) am OS-Qualifikations-Turnier haben sich die Synchronschwimmerinnen einen Start an den OS gesichert. Qualifiziert sind Madeleine Perk und Belinda Schmid sowie als Ersatz Corinne Rüegg. Bis zum OS Meldeschluss kann bei Leistungsverschiebung die Ersatzschwimmerin unter den drei Athletinnen noch gewechselt werden. Da das IOC die gültige FINA-Regel betreffend Ersatzschwimmerin nicht einhält, kann nach dem Meldeschluss nur noch im Notfall, d.h. wenn eine der qualifizierten Athletinnen ausfällt, die Ersatzschwimmerin eingesetzt werden. (Austausch der Akkreditierung). Das Trio (alle Limmat Nixen Zürich) trainiert weiterhin professionell unter der Leitung der noch amtierenden Weltmeisterin, Olga Sedakova in Zürich. Vor dem Start in Sydney stehen noch folgende Aktivitäten auf dem Programm: Europameisterschaften 28. Juni bis 2. Juli in Helsinki/25th Swiss Open 13. Juli bis 16. Juli in Locarno (mit Olympia-Teams aus China, Kanada und den USA) / Trainingslager Ab 14. August bis OS in Australien (Cairns und Sydney).
Doping-Prozess droht zu platzen: Verhandlungsfähigkeit erneut geprüft. Der wichtigste Prozess zum DDR-Doping gegen den früheren DDR-Sportchef Manfred Ewald droht vorzeitig zu platzen. Das Berliner Landgericht entschied am Dienstag, die Verhandlungsfähigkeit von Ewald erneut von unabhängigen Medizinern prüfen zu lassen. Die Verteidigung hatte den Antrag auf eine erneute Untersuchung gestellt, weil der gesundheitlich angeschlagene 73-Jährige nicht auf eine längere Prozess-Dauer eingestellt sei. Ewalds Anwalt Frank Osterloh erklärte, dass sein Mandant physisch und psychisch nicht in der Lage sei, dem Verlauf der Verhandlung zu folgen. Ewald habe auf diese Situation geradezu unsinnig reagieren wollen, meinte Osterloh. Sollten die Ärzte am Mittwochmorgen nach ihren internistisch-kardiologischen sowie psychiatrischen Untersuchungen Ewald die Verhandlungsunfähigkeit bescheinigen, wäre der Prozess vorzeitig beendet. Bereits im November 1999 hatten Mediziner dem einst mächtigen Sportführer eine auf dreieinhalb Stunden begrenzte Verhandlungstauglichkeit bestätigt. Über die neuen Gutachten der Ärzte sollen alle beteiligten Seiten am nächsten Verhandlungstag, den 16. Mai, informiert werden. Ewald nicht bereit, sich zu äussern. Zum Auftakt des dritten Prozess-Tages hatte Nebenklage-Anwalt Michael Lehner in einer Erklärung vorgeschlagen, den Prozess gegen Ewald von der Verhandlung gegen den Sportmediziner Manfred Höppner abzutrennen. Höppner, der sich wie Ewald der Beihilfe zur Körperverletzung wegen der Vergabe von Hormonpräparaten an Minderjährige verantworten muss, hatte am vergangenen Freitag eine Mitverantwortung für das Doping-System eingeräumt, während Ewald nicht bereit ist, sich vor dem Gericht zu äussern. Zugleich wies Lehner darauf hin, dass aus Sicht der Nebenklage nicht für alle Fälle die Frist der Verjährung am 2. Oktober 2000 zuträfe. Bei seiner Mandantin Yvonne Gebhardt, einer früheren Speerwerferin aus Halle/Saale, war erst 1997 ein Brustkrebs-Tumor entfernt worden, der eine Folge der Einnahme von Anabolika gewesen sein könnte. Für sie käme damit eine Verjährung erst im Jahr 2007 in Frage. "Körperliche Schäden keine Bagatelle". Zudem forderte Lehner das Gericht auf, nicht grundsätzlich von Fällen der leichten Körperverletzung, die den Angeklagten unterstellt wird, auszugehen. "Meine Mandantinnen fordern, dass ihre schweren körperlichen Schäden auch so benannt und nicht als Bagatelle abgetan werden", erklärte der Anwalt. Die Zufügung schwerer körperlicher Schäden kann mit Strafen bis zu zehn Jahren geahndet werden, während für die Beihilfe zur Körperverletzung entsprechend der Anklageschrift höchstens zwei Jahren Haft möglich sind. Für die Nebenklägerinnen sei laut Lehner aber weniger der Strafrahmen wichtig. "Es geht uns nicht um eine Schmalspur-Verurteilung auf Teufel komm raus", meinte Lehner zu dem Vorwurf, die Nebenklage würde den Prozess verschleppen. Vielmehr gehe es den früheren Sportlerinnen darum, dass sich die Angeklagten zu ihrer Schuld bekennen und akzeptable Gesten der Entschuldigung finden. Immerhin seien über 10 000 Sportler im Doping-Programm der DDR erfasst worden und somit zu Opfern geworden, erklärte Lehner. Die britische Schwimmerin Donna Lee gewinnt gegen den Britischen Olympischen Verband (BOA), der sie aus dem Olympiateam ausgeschlossen hat mit der Begründung, sie sei auf Lebenszeit wegen einer Asthmabehandlung (Doping mit Salbutamol) von der Olympiamannschaft ausgeschlossen. Die unabhängige Appellationsstelle des BOA gaben Lee recht, der Vertoss sei unter ihren Umständen milde gewesen. EU unterstützt Antidopingagentur. Die EU wird sich schon in diesem Jahr an der Finanzierung der neu geschaffenen Welt-Antidopingagentur (Wada) beteiligen. Diese Zusicherung machte die EU-Kommissarin Viviane Reding IOK-Präsident Samaranch. Noch im Laufe des Jahres will die EU 2,4 Mio. Franken zielgerichtet in Projekte zur Dopingforschung fliessen lassen. "Ab 2002 zahlt die EU 50% des Wada-Etats", sagte Samaranch. Wie hoch der 50%-Anteil sein wird, ist derzeit allerdings noch nicht abzuschätzen. Bisher will nur das IOK eine Anschubfinanzierung von 25 Mio. Dollar bereitstelle. Druckfehler kostet eine Million. Eine erneute Panne hat die Olympia-Organisatoren in Sydney umgerechnet eine Million Franken gekostet. Beim Kartenverkauf für die Spiele vom 15. September bis 1. Oktober wurden irrtümlich 12'704 Tickets für abendliche Leichtathletik-Veranstaltungen mit den günstigeren Preisen der Tages-Wettkämpfe bedruckt und verkauft. Bereits in der Vergangenheit war die Verteilung der Karten von Pannen begleitet gewesen. Österreichisches Internationales Meeting, Wien Dartmouth Crusaders Long Course Meet
Ehemalige DDR-Spitzensportler sind empört über die Aussage Manfred Höppners im Berliner Doping-Prozess: DDR-Sportmediziner verteidigt Anabolika-Vergabe. Entsetzen und Wut herrschten am Freitag im Saal 501 des Berliner Landgerichtes. Im Prozess gegen die mutmasslichen Hauptverantwortlichen für das Doping im DDR-Leistungssport hat der Sportmediziner Manfred Höppner am zweiten Prozesstag die Anabolika-Vergabe verteidigt. Der frühere Vize-Chef des Sportmedizinischen Dienstes der DDR äusserte, aus seiner Sicht habe sich die Anwendung von Doping-Mitteln bei der Mehrheit der Sportler bewährt. Sie sei "sachgerecht und kontrolliert" und ohne Zwang erfolgt. Die Gabe von Anabolika hätten die Sportler vor Gesundheitsschäden durch das harte Training geschützt. Zugleich bedauerte er, dass es ihm nicht gelungen sei, Unheil von allen Sportlern abzuwenden. Die als Nebenkläger auftretenden früheren Schwimmerinnen und Leichtathleten bezeichneten Höppners Erklärung als "beschämend". "Es ist schon unverfroren zu behaupten, ohne Doping hätte unsere Gesundheit noch mehr gelitten", so Ex-Schwimmerin Catherine Menschner. Die Kugelstosserin Birgit Böse meinte: "Es ist eine Frechheit zu sagen, es habe keinen Zwang gegeben." Die ehemalige Diskuswerferin Brigitte Michel, geborene Sander, klagte: "Ich habe eine kaputte Wirbelsäule und bräuchte zwei künstliche Hüftgelenke". 1990 fand sie in ihrer Patientenakte, dass Ärzte vor der Sportkarriere bei ihr eine beginnende Wirbelsäulenerkrankung festgestellt hatten. "Trotzdem hat man mich auf die Sportschule geholt und mir jahrelang Hormone gegeben", sagte Michel. Höppner hatte erklärt, er habe keine Körperverletzung angestrebt. Sein Motto sei gewesen: "Die Gesundheit geht vor Goldmedaillen." Höppner zitierte Bertolt Brecht, der erkannt habe: "Leistungssport fängt dort an, wo Sport aufhört, gesund zu sein." Und er, Höppner, habe den Sportlern helfen wollen, damit sie gesund bleiben. Mit der Leitung der Arbeitsgruppe "Unterstützende Mittel", die unter anderem die Medikamente besorgte und die Verteilung überwachte, habe er einer unkontrollierten Anwendung begegnen wollen. Höppner stritt ab, gesetzeswidrig gehandelt zu haben: "Die Förderung und medizinische Unterstützung im Hochleistungssport widersprach nicht dem DDR-Arzneimittelgesetz." Kein Wort, dass Trainer, also Nichtmediziner, die Pillen gaben, dass Patientenakten gefälscht und Präparate wie Oral-Turinabol ohne medizinische Indikation verabreicht wurden. Das Gericht sah seine Erklärung als nicht ausreichend an, zumal er weitere Fragen dazu verweigerte. Der Vorsitzende Richter Dirk Dickhaus verlas die Protokolle einer früheren Vernehmung Höppners, in der dieser kritischer Stellung genommen und eingeräumt hatte, vereinzelt an volljährige Athleten selbst Doping-Mittel verabreicht zu haben. Morgen wird der Prozess fortgesetzt. Das SOGOC wollte Sandwiches in den Stadien verbieten: Im grossen Streit ums Sandwich haben die Konsumenten das mächtige Organisationskomitee für die Olympischen Spiele in Sydney (SOCOG) und dessen Sponsoren in die Knie gezwungen. Wie das SOCOG am Wochenende bekannt gab, dürfen Zuschauer nun doch kleine Mengen an Nahrungsmitteln mitbringen, wenn sie zu den Sportveranstaltungen in die Stadien strömen. Das SOCOG hatte vor ein paar Tagen einen Aufschrei der Empörung bei den picknickfreudigen Einwohnern Sydneys ausgelöst, als Olympiaminister Michael Knight bekannt gegeben hatte, dass im Olympiapark nur dort gekauftes Essen verzehrt werden dürfe. "Wir werden bei der Taschenkontrolle auch nicht nachzählen, ob jemand zwei oder drei Sandwiches dabei hat", versprach David Richmond von der Olympischen Koordinierungs-Behörde (OCA), die mittlerweile einen Grossteil der SOCOG-Aufgaben übernommen hat.
Synchro japanische Meisterschaften:
Wettkampfschwimmen: Ranglistenteil nachgeführt Samantha Riley hospitalisert: Seit Mittwoch liegt Riley mit einer Nierenentzündung im Spital. Die Ärzte sind zuversichtlich, dass sie bis zu den Trials wieder auf den Beinen ist.
Sturm der Entrüstung über Höppners Aussagen: Im Prozess um das systematische Doping im DDR-Sport hat die Aussage des angeklagten Mediziners Manfred Höppner einen Sturm der Entrüstung bei den Opfern hervorgerufen. Der Leiter der Arbeitsgruppe "Unterstützende Mittel" und stellvertretende Chef des Sportmedizinischen Dienstes der DDR hatte dabei einen Verstoss gegen damalige Gesetze bestritten. "Die Förderung und medizinische Unterstützung im Hochleistungssport widersprach nicht den rechtlichen Bestimmungen der DDR", sagte Höppner zum Auftakt des zweiten Prozesstages vor dem Berliner Landgericht. Höppner bittet um Entschuldigung "Als Märchenstunde und Taschenspielertricks", bezeichnete die frühere Sprinterin Ines Geipel die Aussage des Chef-Mediziners. "Seine Worte zeugen davon, dass Höppner nicht in der Lage ist, sich zu historischen Wahrheiten zu bekennen", fügte sie hinzu. Noch empörter gab sich die Dresdner Schwimmerin Catherine Menschner, die gleichfalls als Nebenklägerin im Prozess fungiert. "Ich finde es zum Kotzen. Der will uns einreden, wir wären vielleicht noch kranker,wenn wir nicht gedopt hätten", schimpfte sie. Höppner hatte erklärt, er habe keine Körperverletzung angestrebt. Sein persönliches Motto sei gewesen: "Die gesundheitliche Sicherheit geht vor Goldmedaillen." Diese Bemerkung löste im Prozess-Saal einige Unruhe auf der Bank der Nebenkläger aus. Weiter sagte der 66-Jährige in der schriftlich vorbereiteten Erklärung: "Ich bin mir absolut sicher, dass sich bei der grossen Mehrzahl der Sportler die sachgerechte Anwendung von unterstützenden Mitteln bewährt hat." Erselbst habe sich dafür eingesetzt, die Zahl der "Anwendungen" zu verringern und sei deshalb teilweise als "Bremser" bezeichnet worden. Er bedauere, dass es ihm nicht gelungen sei, Unheil von allen Sportlern abzuwenden. "Ich bitte die von Unheil betroffenen Sportler, meine Entschuldigung dafür anzunehmen." Forderung nach Fond für Doping-Opfer Diese Entschuldigung wurde von den Sportlerinnen jedoch nicht akzeptiert. "Es ist eine Frechheit zu behaupten, er wollte das kontrollieren, was wir angeblich unkontrolliert genommen hätten", entrüstete sich die frühere Berliner Schwimmerin Karen König. Für sie seien die Äusserungen von Höppner eine "Fortschreibung zynischer DDR-Rhetorik" gewesen, meinte Ines Geipel. "Die Menschen waren für die da oben doch nichts anderes als Material. Ich kann diese Entschuldigungnicht anerkennen. Ich bekomme da eher einen Wutanfall", fügte sie hinzu. Ines Gneipel Fonds-Gründung für Doping-Opfer an Sie regte an, einen Fonds für durch Doping extrem geschädigte Sportler und deren behinderte Kinder ins Leben zu rufen. "Es gab mehr als 10.000 gedopte Sportler in der DDR, es gab Todesfälle und schwerste Erkrankungen - diese Wahrheiten müssen endlich ans Tageslicht", meinte Ines Geipel. Hingegen erklärte Catherine Menschner: "Ich weiss nicht, ob ich ihn über den Tisch ziehen soll oder ob ich mich bei ihm bedanke, dass sich endlich mal einer öffentlich für seine Taten entschuldigt." Forderungen nach Anklageverschärfung werden laut Höppner muss sich im wichtigsten Prozess zum DDR-Doping gemeinsam mit dem langjährigen DDR-Sportchef Manfred Ewald verantworten. Ewald hatte zu Prozessbeginn am Dienstag erklärt, sich zunächst nicht äussern zu wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten Beihilfe zur Körperverletzung durch Vergabe von Hormonpräparaten an minderjährige Sportlerinnen vor. Menschner-Anwalt Jan Mohr forderte in einer ersten Reaktion auf das Teilgeständnis die Erweiterung der Anklage gegen Höppner und den weiter eisern schweigenden Ex-DDR-Sportchef Manfred Ewald: "Es handelte sich um Körperverletzung, nicht nur Beihilfe dazu. Dies muss deutlich werden, alles andere verniedlicht die Vorgänge." Höppner war in seiner Eigenschaft als Leiter der "Arbeitsgruppe unterstützende Mittel" und stellvertretender Direktor des "Sportmedizinischen Dienstes" (SMD) offenbar willfähriges Werkzeug des Dopingprogramms. Höppner soll den Einsatz der Dopingmittel geplant und sie an die Jugendlichen verabreicht haben. Munz kann wieder starten. Die im März bei einem Autounfall an Kopf und Beinen schwer verletzte Australierin Lori Munz (21) wird noch diesen Monat wieder an den Start gehen können. Die Ärzte gaben ihr die Erlaubnis, an den Olympia-Selektionswettkämpfen (13.-20. Mai) teilzunehmen.
Synchro, japanische Meisterschaften:
Van Almsick: Ich fühle, dass es zu Ende geht. Schwimmstar Franziska van Almsick will ihre erfolgreiche Karriere mit den Olympischen Spielen in Sydney beenden. "Ich tendiere dazu", sagte die 22-Jährige Weltrekordlerin und Weltmeisterin in einem Interview der "Welt am Sonntag", "ich fühle, dass es langsam zu Ende geht, ich habe ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel und die letzten Jahre, die weniger erfolgreichen Jahre, haben enorm Kraft gekostet. Ich bin müde und k. o." Die Berliner würde sich zum Abschluss gerne noch den Traum vom olympischen Gold erfüllen. Aber sie will einem Olympiasieg nicht mehr alles opfern. Auch wenn sie für ihren Sport und das grosse Ziel "sehr, sehr viel" investiere, zur totalen Asketin wolle sie nicht werden. Viereinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Sydney dämpfte die Welt- und Europameisterin, die in Barcelona 1992 nur hauchdünn Olympia-Gold über 200 m Freistil verpasste, alle Erwartungen und verriet der "Welt am Sonntag": "Ich bin der Meinung, dass ich so erfolgreich, wie ich mal war, nie wieder sein werde." Van Almsick will auf die Freuden des Lebens nicht verzichten Trotz harten Trainings in den USA will die Vorzeige-Schwimmerin, die nach der Wende rund 20 Millionen Mark mit ihrem Sport verdient haben soll, auf die Freuden des Lebens nicht verzichten. "Ich gehe abends mal weg, ich trinke mal ein Glas Wein und ich esse gern. Wenn ich meine Ziele mit dem Lebensstil nicht erreichen kann, dann kann ich sie eben nicht erreichen", sagte die 22-jährige Berlinerin. "Ich bin nicht bereit, nur dann Sex zu haben, wenn es wissenschaftlich gerade gut für mich ist." Franzi trainiert auch mit Brummschädel Auch eine "super-sportgerechte" Ernährung kommt für "Franzi" nicht in Frage. Nur irgendwelche Müsli-Riegel in sich hineinzustopfen, ist für sie kein Thema. "Ich trinke auch einmal einen über den Durst. Und wenn ich Bock auf eine Zigarette habe, dann rauche ich die Zigarette." Allerdings sei es noch nie vorgekommen, dass sie wegen ihres Lebenswandels das Training verpasst habe. "Morgens halb acht stehe ich auf der Matte, mit Kopfschmerzen, wenn's sein muss." Van Almsicks Ideen für die Zeit nach der Karriere Ihrem Karriere-Ende sieht die zweimalige Weltmeisterin und dreimalige Olympia-Silbermedaillengewinnerin gelassen entgegen: "Ich fühle, dass es langsam zu Ende geht. Ich bin müde und k.o. Früher sind mir die Dinge leichter gefallen. Vieles hat einfach funktioniert, ohne dass ich etwas dazu tun musste." Auf die Zeit nach dem Sport freut sich Franziska van Almsick: Sie habe eine finanzielle Absicherung und es gäbe schon Dinge, die sie gern ausprobieren möchte. "Ich würde gern ein Instrument spielen, Schlagzeug oder Saxofon. Mein Leben war immer Sport, Sport, Sport, ich hatte noch nie die Chance, kreativ zu sein." Auch eine Familie kann sie sich vorstellen. Allerdings wolle sie "nicht die Mutti sein, die zu Hause die Kinder hütet, während der Mann alles ran schleppt".
Australiens Schwimmer sind verwirrt. Der von John Coates, Präsident des AOC, in Frage gestellte Entscheid des CAS, nämlich die Legalisierung der Bodysuits durch die FINA, erweist sich offenbar als Boomerang. Don Talbot, australischer Cheftrainer, stellt fest, dass das AOC zwar wohlmeinend sei, aber die Strategie falsch sei. Man könne nicht 20 Medaillen von den australischen SchwimmerInnen erwarten und gleichzeitig die Anzüge für die eigenen SchwimmerInnen verbieten. Die vom AOC verfolgte Strategie würde die SchwimmerInnen in Australien nur verwirren.
Synchro, japanische offene Meisterschaften:
Synchronschwimmen, offene japanische Meisterschaften:
Sports Nutrition and Hydration Ein Eid gegen Doping: Druck auf Australiens Olympiateilnehmer. Australiens Regierung hat verstärkte Zollkontrollen während der Olympischen Sommerspiele in Sydney abgelehnt. Das Australische Olympische Komitee (AOC) befürchtet ein steigendes Interesse am Handel mit unerlaubten Substanzen. Hingegen müssen alle australischen Olympiastarter einen Eid gegen Doping schwören und einen Kontrakt unterschreiben, in dem sie bestätigen, keinerlei verbotene Substanzen einzunehmen. Verweigert ein Athlet die Unterschrift, wird er nicht für die Spiele zugelassen. In Sydney wurde auf Befehl der australischen Ethik-Kommission das Verbot der Mitnahme von Nahrungsmitteln und Getränken in die Olympiastadien aufgehoben. Die Zuschauer dürfen kleine Snacks, Früchte, Sandwiches und Getränke mitnehmen, aber die Sicherheitsleute werden Glasflaschen, Dosen, Thermoskannen und Kühltaschen konfiszieren. Die Ethik-Kommission hatte den Organisatoren "ausbeuterische Machenschaften" vorgeworfen. (Si./uwä)
Wasserspringen: FINA Grand-Prix Wien
Resultate von folgenden Wettkämpfen:
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April 2000Wasserspringen: Czech Open Pardubice Das Australische Olympische Komitee wird die neuen Bodysuits an den australische Trials zulassen. Bald mehr Bodysuits? Der japanische Sportartikelhersteller ASICS plant ebenfalls einen Bodysuit auf den Markt zu werfen. Der Zeitpunkt wurde nicht bekannt gegeben. ARENA wird gerüchteweise mit einem Bodysuit im Juni an den Europameisterschaften Präsenz markieren.
Poolverbot für Trainer an den australischen Open? Der australische Cheftrainer Don Talbot will offensichtlich die Zahl der fremden Trainer am Pool limitieren, damit die eigenen Schwimmer und Trainer nicht zu sehr abgelenkt werden. Wasserspringen: Grand-Prix Wien Erste 50-m-Weltranglisten 2000 mit Rigamonti und Strasser auf den vorderen Plätzen.
Knapp fünf Monate vor Beginn der olympischen Sommerspiele in Sydney bahnt sich ein neuer Doping-Skandal an. Ins Zwielicht ist das olympisches Trainingszentrum der Hafenmetropole geraten: Einer der dort tätigen Wissenschaftler muss sich wegen illegalen Imports unerlaubter Substanzen am 9. Mai vor Gericht verantworten, weitere Polizei-Untersuchungen laufen. "Es gibt einen Anstieg der Drogenimporte, aber auch unsere Aufklärungsrate ist höher", erklärte John Drury, stellvertretender Chef der Zollbehörde. Olympia-Athleten oder grosse Namen seien von den laufenden Untersuchungen allerdings nicht betroffen. Der angeklagte Wissenschaftler John Pryor, der ein von australischen Zollbeamten abgefangenes Paket mit muskelaufbauenden Präparaten per Internet bestellt haben soll, ist nach Mitteilung der New South Wales Academy of Sport von seinem Job zurückgetreten. Nach Angaben des Gerichts hatte der Wissenschaftler drei Flaschen Dehydroepiandrosteron (DHEA) und eine Flasche Androstenedion in den USA geordert, wo die Drogen frei erhältlich sind. Beide Mittel sind in Australien verboten und stehen auf der Liste der verbotenen Substanzen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Auch die weiteren Recherchen der Polizei- und Zollbehörden betreffen in erster Linie den illegalen Import von Dopingmitteln. Offizielle Zahlen zeigen eine starke Zunahme der Beschlagnahmungen in den vergangenen sechs Jahren von 27 im Zeitraum 1994/95 auf 968 in 1998/99. Für den folgenden Abschnitt sind bereits über 1.000 Fälle registriert. Erst vor wenigen Tagen hatte die australische Spitzen-Basketballerin Annie La Fleur zugegeben, dass ein an ihre Adresse geschicktes Paket mit DHEA vom Zoll beschlagnahmt worden sei. Die Order bestreitet La Fleur jedoch. Die Polizei wirkt im Zeitalter des weltweit grenzenlosen Datenverkehrs machtlos. "Wir können die illegalen Aktivitäten im Internet nicht stoppen", erklärte Peter Ryan, Polizei-Chef von New South Wales: "Wir können allenfalls versuchen, Australier an illegalen Aktionen über das Internet zu hindern." Craig McLatchey, Generalsekretär des australischen Olympischen Komitees (AOC), fordert eine nationale Sonderkommission zur Verfolgung professioneller Drogen-Dealer im Sport. Die maximale Strafe für die Einfuhr verbotener leistungssteigernder Substanzen nach Australien beträgt bislang umgerechnet etwa 60.000 Mark. Am Dienstag hatte das AOC im Hinblick auf die Bekämpfung des Drogenhandels schwere Vorwürfe gegen Polizei und Regierung erhoben. Die Behörden seien "inaktiv in der Bekämpfung eines Problems, das in seiner Grösse offensichtlich stark unterschätzt" werde. über die vertrauliche Studie, die das AOC an die Justizbehörden und das Gesundheitsministerium weitergeleitet hatte, berichtete die Tageszeitung "Morning Herald". Darin wurde der wachsende Einfluss der organisierten Kriminalität auf den Drogenhandel im Sport sowie die erhöhte Einfuhr von Dopingmitteln angemahnt.
Wasserspringen, US-Hallenmeisterschaften: Men platform 1, Mark Ruiz (Team Orlando Diving), 634.32. 2, David Pichler (Plantation Diving), 620.04. 3, Mike Collier (Indiana Diving), 587.52. 4, Kyle Prandi (University of Miami), 583.62. 5, Rio Ramirez (Miami Diving), 572.58. 6, Brent Roberts (Bama Diving), 572.58. 7, Matt Bricker (Team Orlando Diving), 525.84. 8, Brett Wilmot (Kimball Divers), 516.18. Men platform synchronized 1, David Pichler (Plantation Diving) and Mark Ruiz (Team Orlando Diving), 304.17. 2, Mark Naftanel (Texas Aquatics) and Justin Dumais (Texas Aquatics), 280.98. 3, Caesar Garcia (Bengal Tiger Aquatics) and Salvador Vilardo II (Bengal Tiger Aquatics), 271.59. 4, Eric Robson (Indiana University) and Mitch Richeson (Indiana Diving), 172.92. Women platform 1, Kathy Pesek (Tennessee Diving), 480.12. 2, Jenny Keim (University of Miami), 477.09. 3, Nicole Pohorenec (Team Orlando Diving), 474.18. 4, Ashley Culpepper (unattached), 472.77. 5, Kim Berbari (Trojan Dive Club), 470.97. 6, Lizzy Flint (University of Tennessee), 450.03. 7, Sara Reiling (Indiana University), 440.61. 8, Megen Gardner (Stanford Diving), 439.89.
Japanische Meisterschaften, 18.-23.4.2000 Doch EPO-Tests in Sydney? Jacques Rogge, IOC-Vize des medizinischen Komitees, teilte mit, dass zur Zeit eine 50%-Chance für EPO-Bluttests in Sydney besteht, falls die Australier ihren Test weiter verbessern. Mehr darüber...
Wasserspringen: US-Hallenmeisterschaften, Minneapolis. Herren: 1-Meter 1. P.J. Bogart, Minnesota Diving Club, 417.54 points. 2. Dan Croaston (University of Minnesota, 384.96. 3. Travis Niemeyer, H2O Diving, 365.40. 4. Jud Campbell, unattached, 364.53. 5. Tom Davidson, Indiana University, 342.21. 6. Branon Hulko, University of South Carolina, 332.82. Damen: 10-Meter Synchron 1. Patty Armstrong, Woodlands Diving Team, and Kim Berbari, Trojan Dive Club, 264.60. 2. Danielle Guarneri, Texas A&M, and Nicole Pohorenec, Team Orlando Diving, 254.85. 3. Holly Winters, unattached, and Michelle Coryell, unattached, 226.23. 4. Jessica Williams, Indiana University, and Mamie Goodson, Indiana University, 212.85.
19.4. Wasserballturnier in Palermo: Vom 22. bis 30. April spielen 13 Nationen aus Europa (neun), Amerika (zwei) und Asien (zwei) um die drei noch freien Plätze für die Premiere der Sportart bei Olympia. Komplette Weltelite am Start Für das dortige Sechserfeld bereits qualifiziert sind neben Gastgeber Australien noch Kanada und Niederlande. Von diesem Trio abgesehen, versammelt sich in Italien die komplette Weltelite. Die Teilnehmer sind Deutschland, Italien und Griechenland in der Gruppe A, die USA, Kasachstan und Tschechien in der Gruppe B, Ungarn, Spanien und Frankreich in der Gruppe C und das Quartett Russland, Brasilien, Japan und Grossbritannien in Gruppe D. Über 150 AustralierInnen erhalten Fastsuit: Nach Auskunft von Speedo vom Montag werden diese bis Ende Woche an die InteressentInnen ausgeliefert.
Kieren Perkins (26) nähert sich Olympiaform: Er schwamm den schnellsten 400er seit 5 Jahren in einem Fastsuit in 3:52.44. Sein Coach John Carew meinte, die Zeit sei vielversprechend, doch man müsse den wahren Test in 4 Wochen an den Trials abwarten. Die 400er Zeit sei an sich nicht so gut, aber für einen 1500-m-Schwimmer akzeptabel. Perkins Gegner heissen Hackett, Kowalski, Stevens und evtl. auch Thorpe - und nur zwei können in Sydney starten. Junioren-8-Länderkampf in Limassol, Zypern: 1500 Frei 1. Gery Strasser 16:02.26. 100 Frei 1. Miluska 58.75. 200 Frei Miluska 2:06.90 (im Vorlauf 2:05.73, JR, vorher Zahnd 2:06.28). 400 Frei 1. Miluska 4:25.02. 800 Frei Miluska 9:03.76. 50 Rücken 1. Gabrilo 31.22. 100 Rücken 1. Gabrilo 1:07.19. 200 Rücken 1. Gabrilo 2:24.05. 4x100 Crawl: 1. Schweiz 4:00.60. Interregionenmeeting: Die Region Zentralschweiz Ost hat das Interregionenmeeting vom 15./16. April in Allschwil vor der Region Swiss Romande gewonnen (Rangliste)
Van Almsick im Aufwind: Ein knappes halbes Jahr vor Olympia scheint Schwimm-Weltrekordlerin Franziska van Almsick auf einem guten Kurs zu sein. Die am 5. April 22 Jahre alt gewordene Berlinerin gewann am Wochenende bei den Stadtmeisterschaften in der neuen Berliner "Schwimm-Oper" gleich vier Titel, und das aus vollem Training heraus auch noch mit ansprechenden Zeiten. Die Staffel-Weltmeisterin siegte über 100 m Freistil (57,17 Sekunden), 100 (1:03,93 Minuten) und 200 m Delfin (2:19,50) sowie zum Abschluss auch über 400 m Lagen (5:03,38). "Diese Meisterschaften habe ich in erster Linie genutzt, um weitere Wettkampfpraxis zu sammeln. Wenn dann für den jetzigen Zeitpunkt auch noch die Zeiten stimmen, steigert das die Freude", sagte van Almsick bilanzierend.
Frauensport im 19. Jahrhundert: Schwimmen mit Strümpfen und Sandalen Die Verfahren wegen Dopings im DDR-Sport sind in Thüringen weitgehend abgeschlossen. Insgesamt wurde gegen 75 Ärzte und Trainer ermittelt, erklärte die Erfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag. Fünf Ärzte und ein Trainer wurden zu Geldstrafen zwischen 2.500 und 11.700 Mark verurteilt. Der Trainer wurde der vorsätzlichen Körperverletzung, die Ärzte der Beihilfe für schuldig befunden. Fünf Fälle wurden härter verfolgt. Ermittlungsverfahren gegen 53 Ärzte und Trainer wurden teils wegen geringer Schuld, teils gegen Zahlung von Geldbußen zwischen 500 und 8.000 Mark eingestellt. Nur in fünf Fällen erhärtete sich der Dopingverdacht den Angaben zufolge nicht. Viele der gedopten Sportler hatten unter gesundheitlichen Folgen zu leiden. Auch minderjährige Schwimmerinnen waren mit dem Präparat "Oralturinambol" gedopt, die Sportler über die Folgen im Unklaren gelassen worden. Derzeit seien noch zwei Ermittlungsverfahren wegen Dopings anhängig. Sie waren erst in diesem Jahr bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Der Chef der amerikanischen Schwimmer bei den Olympischen Spielen, Dennis Pursley, beklagt sich über die für die Wettkämpfe zugelassenen Ganzkörperanzüge. Sie könnten die Wettbewerbe verzerren, da man damit um bis zu drei Prozent schneller ist als mit herkömmlichen Badeanzügen. Anzüge für jeden Schwimmer individuell. In einem Interveiw mit "Australian Radio" äusserte der Teamchef die Befürchtung, dass nicht alle Titelaspiranten dieselben Möglichkeiten haben, sich einen solchen Anzug zu kaufen. Dadurch erhielten bessergestellte Schwimmer einen unfairen Vorsprung gegenüber ihren Mitkonkurrenten. Da die neuen Anzüge für jeden Schwimmer individuell angefertigt werden, sind sie teuer und es dauert lange bis sie fertig sind. Deshalb ist es fraglich, ob die Hersteller in der Lage sind für alle Teilnehmer die neuen Anzüge zur Verfügung zu stellen. Die Rechtslage ist unklar. Pursley geht noch einen Schritt weiter und glaubt, dass die Anzüge dem Geist der Schwimmregeln widersprechen, obwohl sie vom internationalen Schwimmverband (FINA) zugelassen sind. "Bei der FINA gibt es einen Paragrafen der besagt, dass man keine Anzüge oder sonstigen Hilfsmittel benutzen darf, die die Leistung verbessern. Die Hersteller sagen jedoch, dass dem so ist und dass die FINA die Anzüge trotzdem zugelassen hat. Also ist für mich klar, dass entweder die FINA ihre selbst aufgestellten Regeln nicht beachtet oder dass die Hersteller falsche Angaben machen." Schnelle Reaktion in Australien. In Sydney reagierte das Australische Olympische Kommitee (AOC) prompt. Präsident John Coates setzte sich sofort mit dem Schiedsgericht für Sport (CAS) in Verbindung um abzuklären, ob die Anzüge den Regeln der FINA entsprechen. Coates will auf keinen Fall das Risko eingehen, dass einem Gewinner die Medaille abgenommen werden muss, falls ein Unterlegener deswegen beim CAS protestiert.
Bei der Kurzbahnweltmeisterschaft in Athen ging regelmässig ein Raunen, gemischt mit Pfiffen und Buhs durch die Halle, wenn Neil Walker (USA) zu seiner Rückenwende ansetzte. Der Grund: Neil führte nach der Drehung in die Brustlage kräftige Kraulbeinschläge durch. Nach allgemeiner Regelauffassung ist dies nicht erlaubt. Neil wurde nicht disqualifiziert, was auf grosses Unverständnis stiess. Das FINA Technical Swimming Committee sah sich daher veranlasst, eine Auslegung der FINA-Regel SW 6.4. zu veröffentlichen: Der zweite Satz der FINA-Regel SW 6.4: "....hat der Körper die Rückenlage verlassen, dürfen kein Beinschlag und kein Armzug mehr durchgeführt werden, die nicht mit der Wendenausführung zusammenhängen...", wird in manchen nationalen Schwimmverbänden so interpretiert, dass in der Brustlage keine Beinschläge zulässig sind. Dies ist nicht zutreffend! Ein Beinschlag ist hinzunehmen, wenn er Teil eines Wendenvorganges ist. Dabei muss der Schwimmer in seiner Ganzheit betrachtet werden. Begibt sich der Schwimmer zu weit vor der Wende von der Rückenlage in die Brustlage und führt Beinschläge vor der Wendeneinleitung aus, um die Distanz zur Wand zur Verkürzen, ist dies nicht zulässig. Hingegen ist der Beinschlag als Teil des Wendenvorganges erlaubt." Alles klar? Auch diese Regelauslegung ist sicherlich nicht eindeutig und es wird von den Schiedsrichtern viel verlangt, wenn sie unter Betrachtung des Schwimmers in seiner Ganzheit beurteilen sollen, ob nach dem Drehen auf den Bauch - wenn weiterhin Beinschlag ausgeführt wird - auch gleich die Wende eingeleitet wird (erlaubt) oder ob es einen Moment gibt, in dem die Wende noch nicht eingeleitet worden ist ( nicht erlaubt). [Hamburg, schwimmwelt-press] Nach Abschluss der Trials wählt der südafrikanische Verband folgende SchwimmerInnen ins Olympiateam: Frauen: Penny Heyns, Mandy Loots, Helene Muller, Sarah Poewe, Charlene Wittstock. Männer: Brendon Dedekind, Nicholas Folker, Ryk Neethling, Terence Parkin, Brett Petersen, Roland Schoeman, Simon Thirsk, Theo Verster. ARENA European Diving Cup in Rostock, 7-9 April 2000: Damen Synchron 3m Final 1. Danaux / Arboles FRA 273.93. 2. Sorokina / Zhupina UKR 271.11. 3. Marconi / Cagnotto ITA 249.53. 6. Maliev / Schneider SUI 244.44. Herren Synchron 3m Final 1. Hidalgo / Gil ESP 290.19. 2. Kormilitsin / Dobroskok RUS 289.95 3. Schlepps / Mesch GER 288.36. 7. Delaloye / Sauthier SUI 253.38 Männer Synchron Turm:1. Volodkov und Skrypnik (Ukr) 323,13. 2. Düffer und Sander (D) 308,76. 3. Loukashin und Dobroskok (Rus) 274,11. Frauen Synchron Turm 1. Timoshinina und Olshevskaja (Rus) 292,32. 2. Zhupina und Lyenova(Ukr) 291,30. 3. Wetzig und Piper (D) 287,94. Frauen. 3-m-Brett: 1. Laschka (Rus) 332,01. 2. Linder (D) 320,04. 3. Lindberg (Sd) 311,94. Ferner: 14. Schneider (Sz) 233,10. 16. Maliev-Aviolat (Sz) 225,57. WR 50 m Rücken: Nina Jivanevskaia (Spanien) 28.69 an den Spanischen Meisterschaften (vorher Völker 28.71, Istanbul 1.8.99).
Südafrikanische Trials Heute letzter Tag des Wettkampfs
ARENA European Diving Cup in Rostock: Kein Schweizer im Final. Beim Europacup in Rostock hat beim Auftakts-Wettbewerb vom 3-m-Brett kein Schweizer den Final erreicht. Jean-Romain Delalaye wurde 15., Ludovic Sauthier, mit 16 Jahren der jüngste Teilnehmer, kam auf Rang 18. Der Sieg ging an den 26-jährigen Lokalmatador und WM-Zweiten Alexander Mesch. 3-m-Brett: 1. Mesch (D) 431,16. 2. Piekkanen (Fi) 397,59. 3. Alvarez (Sp) 394,44. - Ferner die Schweizer, nicht im Final: 15. Delalaye 284,37. 18. Sauthier 270,30. - Frauen. Turm: 1. Christoforowa (Russ) 338,76. 2. Schupina (Ukr) 324,51. 3. Timoschinina (Russ) 323,88. Nach einem Verkehrsunfall ist Australiens Medaillenhoffnung Lori Munz wieder ins Training zurückgekehrt und hofft an den Schwimm-Wettbewerben der Olympischen Spiele in Sydney (15. September bis 1. Oktober) teilnehmen zu können. "Sie ist jung und fit. Junge Menschen mit einem Ziel können vieles erreichen. Ihre Chancen für einen Start bei den nationalen Meisterschaften liegen bei 50 Prozent, zuvor waren es 20", sagte der australische Cheftrainer Don Talbot. Die Trials finden vom 13. bis 20. Mai in Sydney statt. Die 21-Jährige hatte am 7. März bei einem Verkehrsunfall Verletzungen an Kopf und Beinen erlitten und war in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Lori Munz war vor ihrem Unfall für die olympischen Staffel-Wettbewerbe über 4x100 und 4x200-m Freistil fest eingeplant.
163 Tage vor Sydney blickt Schwimm-Star Franziska van Almsick voller Optimismus den Olympischen Spielen entgegen. Gleichzeitig dämpfte die Berlinerin an ihrem 22. Geburtstag mit einer selbstkritischen und realistischen Einschätzung ihres Leistungspotenzials übertriebene Hoffnungen. "Ich behaupte nicht, dass ich eine Goldmedaille in Sydney hole", sagte Franziska van Almsick in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ihr Ziel sei es bei ihren dritten Olympischen Spielen zu zeigen, "dass ich immer noch zur Weltspitze gehöre. Ich will anschlagen und wissen, dass ich mein Bestes gegeben habe. Und wenn ich nicht Erste werde, sondern Vierte, Fünfte oder Sechste, aber trotzdem behaupten kann, es ging nicht mehr, dann ist das okay. Also zumindest für mich." Die Zeit sei um, in der sie für Sponsoren, Medaillen oder Rekorde geschwommen sei. "Ich habe eine sehr lange Zeit nur auf die Fresse gekriegt." Nach den erfolgreichen Jahren von den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona bis Atlanta 1996, in denen sie zur absoluten Weltspitze gehörte, in noch immer bestehender Weltrekordzeit (1:56,78 Minuten) Weltmeisterin über 200 m Freistil wurde und zwei Mal in Einzelrennen Olympia-Silber sowie ein Mal Bronze gewann, machte Medienstar Franziska van Almsick seit 1997 vor allem durch Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam. "Ich habe eine sehr lange Zeit nur auf die Fresse gekriegt. Das war schon eine verdammt schwierige Zeit seit 1996. Sydney ist eine Geschichte, die ich für mich mache und nicht für irgendjemand anders", betonte die Profischwimmerin, die durch Werbeverträge in ihrer Karriere bereits über 20 Millionen Mark eingenommen hat. Pubertäres Gefühlschaos sorgte für Selbstzweifel. Neben dem Motorradunfall 1997 hat auch "das ganze pubertäre Gefühlschaos" und die öffentliche Kritik wegen des Übergewichtes und der schlechten Leistungen für Selbstzweifel gesorgt. Die jüngsten Rückschlage waren die verpasste Qualifikation für die Europameisterschaft 1999 auf den langen Bahn und das Vorlauf-Aus bei der Kurzbahn-EM in Lissabon im vergangenen Dezember. Neue Hoffnung für die einzige Qualifikationsmöglichkeit für Sydney bei den deutschen Meisterschaften vom 15. bis 18. Juni in Berlin zieht Franziska van Almsick aus den letzten Testwettkämpfen. In Magdeburg und bei den offenen französischen Meisterschaften in Rennes hatte sie über ihre Paradestrecke 200 m Freistil in 2:01,69 Minuten und 1:59,46 akzeptable Ergebnisse erzielt. "Ich denke, dass ich mit meinen Zeiten auf der langen Bahn schon sehr gut im Plan liege." Den Zeitpunkt ihres Karriereendes lässt Franziska van Almsick weiter offen. "Ich will mich da eigentlich gar nicht festlegen", sagte sie. Hat sich Sportarzt am Dopingsystem der DDR mitschuldig gemacht? "Ich schwimme zwar nicht gerne" sagte der 15-jährige Schuljunge Michael Goisisi, aber er war an den australischen Jugendmeisterschaften trotzdem schneller als Thorpe 1997 in seinem Alter: 54.52 und 24.92! Er wäre an der nächsten Olympiade gerade im richtigen Alter ... Wasserspringen: ARENA European Diving Cup in Rostock, 7-9 April 2000
Südafrikanische Meisterschaften: Penny Heyns 100 Brust im Halbfinal in 1:07.77 (Vorlauf 1:07.84; Final heute Dienstag; WR 1:06.52) Wir begrüssen den Wassersport-Club Kloten (WSCK) im www. Wasserball: Nationalliga A. 1. und 2. Runde, alle Spiele im Hallenbad Sion: Monthey - Kreuzlingen 10:21. Aegeri - Lugano 6:12. Basel - Schaffhausen 6:5. Monthey - Horgen 1:19. Kreuzlingen - Schaffhausen 13:3. Basel - Lugano 4:14. - Rangliste: 1. Kreuzlingen 2/4. 2. Lugano 2/4. 3. Horgen 1/2. 4. Basel 2/2. 5. Frosch Aegeri 1/0. 6. Schaffhausen 2/0. 7. Monthey 2/0.
Phillips 66 National Championsships, Federal Way, USA, 28.3.-1.4.
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