Schweizer Selektionen


Gnade für Sabine Fischer
Der SOV hat 106 Athletinnen und Athleten für die Olympischen Spiele in Sydney selektioniert. Franziska Rochat-Moser muss ihre Berücksichtigung aber noch bestätigen.

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17.08.2000



"In Sydney gefühlsmässig noch schneller"

An den US Trials der Schwimmer dämpfte Brooke Bennett die Medaillenhoffnungen der Schweizer Crawlerinnen Flavia Rigamonti und Chantal Strasser. Die Olympiasiegerin von Atlanta ist in bestechender Form.

Von Jürgen Kalwa, New York

Brooke Bennett, die Goldmedaillengewinnerin von Atlanta über 800 m Crawl, unterstrich am zweitletzten Tag der US Trials der Schwimmer in Indianapolis ihre Olympiaambitionen mit einer neuen Jahresweltbestzeit. Bennett gewann den Qualifikationswettbewerb der amerikanischen Mannschaft überlegen in 8:23,92 Minuten.

Die Marke ist mehr als eine Kampfansage an ihre möglichen Finalkonkurrentinnen aus der Schweiz, Europameisterin Flavia Rigamonti (Agno) und Klubkollegin Chantal Strasser, die an der EM in Helsinki 8:29,11 rsp. 8:31,36 geschwommen waren. Die neue Bestmarke verlieh der 20-Jährigen aus Florida frische Motivation: "Ich habe das Gefühl, dass ich in Sydney noch schneller schwimmen kann", sagte sie nach dem Erfolg in neuer persönlicher Bestzeit. Ihr Ziel ist der Weltrekord von Janet Evans, der seit elf Jahren bei utopischen 8:16,22 Minuten steht: "Ich glaube, ich kann es schaffen." Jene Amerikanerin, die in den vergangenen Jahren Brooke Bennett angetrieben hatte und bis gestern an der Spitze der Weltjahresbestenliste stand, wird ihr dabei nicht helfen können. Diana Munz belegte in Indianapolis nur den dritten Platz und kann sich nun völlig auf die 400 m konzentrieren, die sie zusammen mit ihrer Dauerrivalin bestreiten wird. Munz schwamm mit 8:28,66 Minuten zwar persönliche Bestzeit. Doch damit war sie fünf entscheidende Hundertstel langsamer als Kaitlin Sandeno.

Vorteil für die Schweizerinnen

Die 17-jährige Kalifornierin ist so etwas wie der heimliche Star der amerikanischen Olympiamannschaft. Sie gewann zum Auftakt die 400 m Lagen, wurde Zweite über 200 m Delphin und rundete ihre Leistung mit Platz 2 über 800 m Crawl ab. Die Konsequenz: Keine andere US-Schwimmerin wird in Sydney in so vielen Einzelwettbewerben gefordert werden. Das Pensum ist enorm, was sie selbst realisierte, als sie nach einem furiosen Finish anschlug: "Oh, ich habe die drei härtesten Wettbewerbe zu bestreiten."

Von einer derartigen Belastung könnten allerdings die Schweizerinnen profitieren, die mit ihren Leistungen derzeit auf Rang 4 und 7 der Jahresweltbestenliste stehen. Denn so wie bei den Trials, die den Zeitablauf der Wettbewerbe in Sydney simulierten, werden die 800 m in Australien am Schluss ausgetragen.

"Ich will mein Bestes geben", erklärte Kaitlin Sandeno. "Ich denke, es ist ein Vorteil, dass ich erst 17 bin." Ihr Trainer Vic Riggs schwärmte vom Kampfgeist seines Schützlings, den er als "einen der vielseitigsten amerikanischen Schwimmer seit langem" pries.

Am selben Tag stand bei den Männern die kurze Crawl-Distanz im Mittelpunkt, wo mit Gary Hall jr. und Anthony Ervin gleich zwei Schwimmer jene Marke unterboten, die bis im Sommer als Weltrekord zu Buche stand. Den hatte im Juni der russische Olympiasieger Alexander Popow auf 21,64 Sekunden gedrückt. Popow bleibt - obwohl Hall (21,76) und Anthony Ervin (21,80) bedrohlich nahe kamen - der Favorit über die Ein-Bahnen-Disziplin, bei der die Reaktionszeit auf dem Startblock den Ausschlag über Sieg und Niederlage gibt. Der 19-jährige Ervin ist der erste Amerikaner schwarzer Abstammung, der für die USA bei Olympischen Schwimm-Wettbewerben an den Start geht.

Indianapolis. US Trials. Finals. Männer. 50 m Crawl: 1. Hall jr. 21,76 (AR). 2. Ervin 21,80. 3. Walker 22,12. - 100 m Delfin: 1. Crocker 52,78. 2. Hannan 52,81. 3. Wales 53,41. - Frauen. 200 m Rücken: 1. Adkins 2:12,97. 2. Benko 2:13,19. 3. Ripple 2:14,25. - 800 m Crawl: 1. Bennett 8:23,92 (JWB). 2. Sandeno 8:28,61. 3. Munz 8:28,66.


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