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Schwimmverein Limmat Zürich |
Flavia Rigamonti: Ein Vorgeschmack auf OlympiaSonntags-Zeitung 12.12.99Die beste Schweizer Schwimmerin Flavia Rigamonti geht voller Zuversicht ins neue Jahr LISSABON - Für Flavia Rigamonti soll das nächste Jahr zur vorläufigen Krönung ihrer noch jungen Karriere als Spitzenschwimmerin werden. Ihr grosses Ziel sind die Olympischen Spiele in Sydney. Auf dem Weg dorthin bringt für die dreifache EM-Kurzbahn-Medaillengewinnerin ein Trainingslager vom 3. bis 27. Januar 2000 in Sydney und Brisbane einen ersten Vorgeschmack. Flavia Rigamonti wird "down under" indes kein Neuland betreten. Vor zwei Jahren erbrachte sie als WM-Sechste über 800 m Crawl in Perth erstmals den nachhaltigen Beweis, der Weltklasse anzugehören. "Zwischen Perth und Sydney sind es allerdings nochmals drei Stunden Zeitdifferenz", erklärte die 18-Jährige aus Breganzona. Sie sei deshalb froh, bereits im Januar Olympia simulieren zu können. Neben intensivem Training steht ihr mit dem Weltcup in Sydney am 17. und 18. Januar ein Ernstkampf bevor. Rigamonti trifft dann über 800 m Crawl auf die derzeit Schnellste der Welt, die Australierin Rachel Harris. Aber, sagt Rigamonti, sie wolle neben allen sportlichen Aktivitäten auch Land und Leute besser kennen lernen. Die Zufriedenheit nach der Analyse des EM-Wettkampfes von Lissabon Ins Trainingslager nach Australien hat der Schweizerische Schwimm-Verband (SSCHV) sein gesamtes Olympiakader eingeladen. Einzig Remo Lütolf zieht es vor, zu Hause in Uster zu trainieren, Chantal Strasser, Nicole Zahnd, Agata Czaplicki, Nils-Olé Janshon, Ives Platel, Christoph Bühler und Karel Novy machen die Reise mit. Sie alle müssen einen Selbstbehalt von rund 1500 Franken aufbringen. Dieser wird nur Rigamonti vom SOV zurückerstattet, weil sie als einzige SSCHV-Athletin dem Olympiaprojekt angehört, was ihre Ausnahmestellung im Schweizer Schwimmsport unterstreicht. Flavia Rigamonti ist mit einem kompletten EM-Medaillensatz jetzt schon die beste Schweizer Schwimmerin aller Zeiten. Zur Ehrenrettung muss allerdings erwähnt werden, dass es in der Ära der glorreichen "Suisse Gagnante" mit Halsall, Volery, Dagon und Armentero noch keine internationalen Titelkämpfe auf der Kurzbahn gab. Mit dem Wettkampf von Lissabon war Rigamonti auch am Tag danach, nach einer eingehenden Analyse der Zwischenzeiten und einer Lagebeurteilung mit ihrem Trainer, Christophe Pellandi, zufrieden. Nach dem 4. Rang an der EM im 50-m-Becken in Istanbul hatte sie sich vorgenommen, an den ersten 400 m zu arbeiten. Nun legte sie in Lissabon beide Streckenhälften mit Zwischenzeiten von 4:12,90 und 4:12,92 fast gleich schnell hin. Sie schwamm zudem ihr eigenes Rennen, schlug ihre eigene Pace an und verstrickte sich auf den ersten 200 Metern nicht wie in Istanbul in taktische Geplänkel, die sie schliesslich eine Medaille kosteten. Rigamonti nimmt das neue Jahr voller Zuversicht in Angriff. Um besser zu regenerieren und die Trainingsintensität zu erhöhen, hat sie ihr wöchentliches Schulpensum auf 15 Lektionen reduziert. Trotzdem will sie den ersten Teil der Matura noch vor Sydney ablegen. Im März gilt es für Rigamonti, an den Schweizer Hallenmeisterschaften in Genf die Olympialimite zu erreichen. Falls sie gesund ist, sind die 8:48 reine Formsache. Das Schulpensum wurde reduziert, doch die Matura bleibt das Ziel Im reich befrachteten Schwimmjahr 2000 mit Olympischen Spielen, Kurzbahn-WM im Frühjahr in Athen, Kurzbahn-EM im Dezember in Valencia und zudem EM im 50-m-Becken im Juni in Helsinki ist die WM sehr wichtig für Flavia Rigamonti. Doch selbst dieser Anlass nimmt nur eine untergeordnete Rolle ein im Vergleich ihres ganz grossen Zieles, den Olympischen Spielen.Ueli Zoss |