Was soll nun anders werden?

Der Schweizerische Schwimmverband nach dem Wechsel im Präsidium

Schwimmverein Limmat: Zurück zur Homepage


Tages-Anzeiger vom 24.11.98

Der Schweizer Schwimmverband ist seit dem Wochenende führungslos. Zwei Vizepräsidenten sollen ihn interimistisch leiten. Harald Müller, einer von ihnen, nimmt Stellung.

Harald Müller, seit dem Sonntag und der Delegiertenversammlung in Spiez steht der Schwimmverband ohne Präsidenten da. Sie sollen nun als interimistischer Vizepräsident die Geschäfte leiten. Warum?

Der alte Präsident, Hans Ulrich Schweizer, hat auf die Versammlung hin seine Demission eingereicht, und die Delegierten wollten diese Chance nutzen, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Sisto Salera, der unter Schweizer lange Zeit Vizepräsident gewesen war, hat sich als Nachfolger zur Verfügung gestellt, war den Delegierten aber offensichtlich nicht genehm. Warum wollte man ihn nicht?

Sisto Salera ist ein Visionär. Er hat einen harten Berner Schädel und will mit ihm zuweilen durch die Wand. Damit eckte er an. Viele kamen mit seinem Charakter nicht zurecht. Die Delegierten wollten deshalb nicht wieder einen Mann für zwei Jahre wählen, sondern den Abgang von Hans Ulrich Schweizer dazu nutzen, die Strukturen zu überdenken und nötigenfalls auch zu erneuern.

Strukturen ist ein schwammiges Wort. Was verstehen Sie darunter? Was soll nun anders werden?

Ich weiss es ehrlich gesagt auch noch nicht. Vielleicht waren die Probleme ja auch nur personenabhängig. Thomas Rüesch, der zweite interimistische Vizepräsident neben mir, soll sich der Reform widmen, eine Bestandesaufnahme machen und danach konkrete Vorschläge, zuhanden einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung ausarbeiten.

Wann soll die stattfinden?

Im besten Fall in sechs, im schlechtesten in zwölf Monaten.

Im Vorfeld der Delegiertenversammlung ist es zu mehreren Demissionen gekommen. Marie-Anne Höpfner, die Technische Direktorin der Kommission Gesundheit, Fitness, Freizeitsport, trat zusammen mit ihrer Geschäftsleitung geschlossen zurück. Die Situation scheint ziemlich verfahren zu sein.

Im Zentralvorstand hat man zuletzt offensichtlich nicht mehr richtig miteinander reden können. Woran das genau lag, kann und will ich aber nicht kommentieren.

Offensichtlich haben die Regionen zuletzt ziemlich autonom und wenig koordiniert gearbeitet Wäre es nicht klüger, die wenigen Schweizer Spitzenschwimmer in einem nationalen Leistungszentrum zusammenzufassen?

Das ist bisher noch nie ein Problem gewesen. Wir haben schon heute vier Leistungszentren.

Was sind nun Ihre primären Aufgaben als Leiter der Tagesgeschäfte?

Das weiss ich ehrlich gesagt selber noch nicht genau. Die Aufgaben werden sich frisch definieren.

Schwimmverein Limmat: Zurück zur Homepage / an den Anfang