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Schwimmverein Limmat Zürich |
Schwimmen: Nicht länger in Erinnerungen schwelgenSonntags-Zeitung 12.3.00Monica Schneider über Wunder und andere Zufälle im Schweizer Schwimmsport "Das gibt es nie wieder" war zu Beginn der Neunzigerjahre der wohl strapazierteste Seufzer in Funktionärskreisen des Schweizer Schwimmverbandes. Die Nostalgiker schwelgten noch immer in Erinnerungen an die Zeiten der "Suisse gagnante", jenem Team, dem Anfang Achtzigerjahre Marie-Thérèse Armentero, Etienne Dagon, Dano Halsall und Stefan Volery angehörte. International beachtliche Resultate wurden durch sie auf höchster Ebene zur Gewohnheit, in Abwesenheit der Schwimmer aus dem Ostblock krönte Dagon 1984 in Los Angeles diese Leistungen sogar mit der bis anhin einzigen (Bronze-)Medaille an Olympischen Wettkämpfen. Eine Generation später, im Jahr der Spiele von Sydney und in den Tagen der Schweizer Hallenmeisterschaften der Schwimmer in Genf sind die Erinnerungen wieder wach geworden. Bei demselben Nationaltrainer, bei demselben Technischen Direktor wie damals. Keine wehmütigen Erinnerungen, sondern solche, die von den aktuellen Geschehnissen hervorgerufen worden sind. "ähnlich wie damals" tönt es nun aus berufenem Munde. Und die Meinung ist spät, aber doch noch revidiert worden: Was es einst gegeben hat, könnte in nicht allzu weiter Ferne wieder sein. Denn nach drei von vier Wettkampftagen haben sich vom neunköpfigen Olympiakader bereits fünf Schwimmer mit individuellen Leistungen für Sydney qualifiziert. Die Gescheiterten erhalten Anfang Juli an der EM eine zweite Chance. Einen Vergleich mit den Weltbesten brauchen Flavia Rigamonti, Remo Lütolf, Chantal Strasser, Yves Tlapel und Karel Novy nicht zu scheuen. Und nicht erst jetzt haben ihre Resultate und ihre optimistische Ausstrahlung eine Sogwirkung. Entstanden sind die Rekordzeiten in einem Verband, dessen Gesicht sich in jüngster Vergangenheit grundlegend verändert, verjüngt hat. In den Klubs hat eine neue Trainergeneration angeführt von Gerard Moerland (Uster), Christophe Pellandini, Jurek Czaplicki (beide Agno) und Laurent Vouilloz (Vevey) die Verantwortung übernommen. Dass die einen auf Mittel- und die anderen auf Kurzstrecken spezialisiert sind, ist Zufall und trotzdem wunderbar anmutende Ergänzung. Wohl auch Zufall ist, dass Tony Ulrich seinen Abgang jetzt bekannt gegeben hat. Er hegte vor 34 Jahren die Wurzeln von Genève Natation, und bereits vor drei Jahrzehnten war er Chef des Nationalteams. Die Zweitauflage des Schwimmwunders mochte er nun nicht mehr abwarten, (auch) dies soll ein Jüngerer tun. Wer, ist noch unbestimmt. Bestimmt ist jedoch, das zeigen die Beispiele der für Syndney Qualifizierten und hat weder mit Alter noch Jugendlichkeit des Trainers zu tun, dass Ulrich & Kollegen in den vergangenen zehn Jahren (auch) Opfer des Schweizer Schulsystems waren. Erfolg scheint unter den Schweizer Schwimmern zurzeit nur noch zu haben, wer in der Schule Abstriche macht oder sich praktisch zu hundert Prozent dem aufwändigen Training widmen kann. |