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Schwimmverein Limmat Zürich |
Olympia trotz Aufregung in Reichweite: Schweizer Synchronschwimmerinnen vor QualifikationNZZ vom 11.4.00cos. Sydney, 10. April Olga Sedakowa ist nervös, wirkt abwesend. Sie fühle sich im Moment nicht in der Lage, Interviews zu geben, sagt sie schliesslich, entschuldigt sich mehrmals und eilt davon. Die Anspannung der russischen Synchronschwimmerin mit Schweizer Wohnsitz und Trainingsauftrag ist nachvollziehbar, basiert allerdings auf einem Irrtum, wie sich herausstellen soll. Die Chance des ihr anvertrauten Schweizer Duetts - Madeleine Perk, Belinda Schmid und Corinne Rüegg (Ersatz) -, sich für die Olympischen Spiele in Sydney zu qualifizieren, ist nach wie vor intakt und keineswegs verspielt, wie die dreifache Weltmeisterin von 1998 (Solo, Duett und Team) vorerst glaubt. Doch der Reihe nach: Im Aquatic Centre in Sydneys Olympia-Park in Homebush Bay finden seit Montag die Synchro 2000 Olympic Qualifying Open des internationalen Schwimmverbandes Fina statt - der entscheidende Wettbewerb für Teams und Duetts aus insgesamt 34 Verbänden, um sich einen der 16 beziehungsweise 24 Olympia-Startplätze zu sichern (das Solo ist aus dem olympischen Programm gestrichen worden). Der Schweizer Schwimmverband, dessen Synchronschwimmerinnen letztes Jahr mit dem 10. Rang am Weltcup in Korea ein beachtliches Resultat erzielt haben, stellt allerdings nur ein Duett. Für den Gruppenwettbewerb haben sich nicht genügend Athletinnen gemeldet. Kaum jemand war bereit, während mindestens eines Jahres Ausbildung oder berufliche Tätigkeit zugunsten des Trainings zurückzustellen und einige tausend Franken an Spesen selber zu übernehmen. Doch Madeleine Perk, Belinda Schmid und Corinne Rüegg, allesamt Schwimmerinnen der Limmatnixen Zürich, haben diesen Schritt gewagt. Sie richten seit einem Dreivierteljahr ihr Leben ganz auf Sydney 2000 aus, trainieren bis zu acht Stunden täglich und haben damit letztlich unter der Betreuung der 28jährigen Sedakowa, die seit 1992 in der Schweiz lebt und letztes Jahr als offizieller Schweizer Olympia-Coach engagiert wurde, die Qualifikation für das entscheidende Selektionsturnier in Down under geschafft. Damit ist indessen nur die erste Hürde genommen, denn der Schweizerische Olympische Verband und der Schweizerische Schwimmverband lassen das internationale Selektionskriterium (24. Platz) nicht gelten und fordern im Feld der 34 Duetts mindestens den 16. Rang. Und diese Klassierung sieht Sedakowa, die auf einen dritten Olympiastart verzichtet, weil sie für die Vorbereitungen in ihre Heimat hätte zurückkehren müssen, nach dem technischen Programm fälschlicherweise ausser Reichweite. Wegen der Placierung hinter den schwächer eingestuften Duetts aus Spanien, Korea oder Mexiko glaubt die Trainerin, selbst mit einer perfekten Kür am Dienstag den Rückstand kaum mehr aufzuholen. Doch Sedakowa hat sich beim Abwägen und Hochrechnen geirrt. Perk/Schmid werden für ihre Darbietung im technischen Teil von den Juroren auf den 13. Platz gesetzt. Sie haben somit reelle Chancen, am zweiten Wettkampftag mit der Kür (65 Prozent der Benotung) weitere Positionen gutzumachen und die Qualifikationskriterien zu erfüllen. Sedakowa habe für die Schweizerinnen eine Kür choreographiert, die zahlreiche technische Schwierigkeiten aufweise und von Originalität, Dynamik sowie Ausstrahlung lebe, sagt die Team-Managerin Susi Morger, Gründerin und technische Direktorin der Limmatnixen Zürich und in den siebziger Jahren erste Schweizer Synchronschwimmerin auf internationaler Ebene. Damit dürfte die Reise nach Australien, welche die Schwimmerinnen - analog zu Athletinnen und Athleten anderer Sportarten - auch noch zu einem zweiwöchigen Vorbereitungslager in Sydney nutzten, trotz temporärer Aufregung einen erfreulichen Abschluss finden. |