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Schwimmverein Limmat Zürich |
Rigamonti an der Spitze der JahresbestenlisteNeue Zürcher Zeitung 9.8.99Sensationeller 800-m-Landesrekord auf 8:31,20 in Genf (si) An den Schweizer Schwimm-Meisterschaften in Genf ist der Tessinerin Flavia Rigamonti der sportlich-leistungsmässige Coup des Wochenendes gelungen. Sie verbesserte den Landesrekord 800 m Crawl um fast sechs Sekunden (5,96) auf sensationell anmutende 8:31,20, womit sie gleichzeitig an die Spitze der Jahresweltbestenliste vorstiess - das hat noch nie jemand aus dem Schweizer Team geschafft. Rigamonti verdrängte die Amerikanerin Diana Munz (8:33,03) aus der Führungsposition. Mit ihrer Zeit von Genf wäre Rigamonti vor zehn Tagen in Istanbul locker Europameisterin geworden. EM-Gold hatte dort die Deutsche Hannah Stockbauer in 8:33,79 gewonnen. Wieso folgte der Exploit erst jetzt in Genf und nicht schon in der Türkei, wo die 17jährige Tessinerin Bronze um 0,08 s verpasste? lautet zwangsläufig die Frage. In diesem Zusammenhang wurde erneut auf die Wahl des Verbandes bezüglich der EM-Unterkunft hingewiesen. "Das nächste Mal soll doch der Verband ein besseres Hotel wählen", empfahl Rigamonti, die in Istanbul wie das gesamte Schweizer Team wegen der schlechten Ernährung an Magen- und Durchfall-Problemen litt. Zurück in der Schweiz, fand die Schwimmerin von Atlantide Agno zu ihrem gewohnten Rendement zurück, und in Genf gelang der Kurzbahn- Europameisterin ein vorzügliches Rennen. Bei der Zwischenzeit über 400 m Crawl verbesserte sie ihren Landesrekord um 0,29 auf 4:15,63. Ihre Schlusszeit nahm sie aber mit einigem Erstaunen zur Kenntnis. Neben Rigamonti bewiesen weitere Athleten von Atlantide Agno hervorragende Form. Die 16jährige Agata Czaplicki verbesserte über 200 m Brust ihren Landesrekord um 0,44 s auf 2:33,99. Czaplicki belegte an den EM und an den Juniorinnen-EM in Moskau jeweils Rang 13. Mit der Zeit, die sie in Genf schwamm, wäre sie in Moskau Dritte geworden. Czaplicki gewann ebenso über 100 m Brust sowie beide Lagenrennen und sicherte sich am meisten Titel. Nils-Ole Janshon verbesserte über 1500 m Crawl den Schweizer Rekord um 4,39 s auf 15:47,93 und setzte sich ebenfalls im Rennen über 400 m Crawl durch. Janshons Steigerung auf der Crawl-Langdistanz nach knapp einem Jahr Training bei Atlantide ist beachtlich. Noch vor Jahresfrist lag seine persönliche Bestleistung auf über 16 Minuten. Agata Czaplicki wird von ihrem Vater Jurek, einem gebürtigen Polen, trainiert. Jurek Czaplicki und Rigamontis Trainer, Christophe Pellandini, waren massgeblich am Aufbau von Atlantide Agno beteiligt. Vor vier Jahren erst wurde der Verein gegründet. Heute bietet er seinen Mitgliedern ein ausgezeichnetes Umfeld. |
Rigamontis ExploitTages Anzeiger 9.8.99Die Tessinerin Flavia Rigamonti schwamm an den Schweizer Meisterschaften in Genf die 800 m Crawl in Jahresweltbestzeit. Es war nicht einfach ein weiterer Schweizer Rekord, den Flavia Rigamonti gestern in Genf über 800 m Crawl in 8:31,20 Minuten schwamm, das Ereignis nahm sporthistorische Züge an: Die 17-jährige Tessinerin Flavia Rigamonti hievte sich damit von Rang 7 der Jahresweltbestenliste auf Rang 1 - als erste Schweizer Schwimmerin überhaupt. Rigamonti hatte ihren Rekord um stolze 5,96 Sekunden unterboten und damit die Amerikanerin Diana Munz (8:33,03) von der Spitze verdrängt. Ironie der Geschichte: Mit ihrer gestern geschwommenen Zeit wäre Rigamonti vor zehn Tagen in Istanbul deutlich Europameisterin geworden. EM-Gold gewann Hannah Stockbauer (D) in 8:33,79. Wieso erfolgte der Exploit erst in Genf und nicht schon in Istanbul, wo die Gymnasiastin Bronze um acht Hundertstel verpasste? Zur Sprache kam in diesem Zusammenhang unweigerlich die fragwürdige Hotel-Wahl des Schweizerischen Schwimm-Verbandes. Rigamonti hatte wie praktisch die gesamte Schweizer Delegation Magen-Darm-Probleme, als Folgen verunreinigten Wassers. "Das nächste Mal soll doch der Verband ein besseres Hotel wählen", empfahl Rigamonti. Als einzigen Grund für die verpasste Medaille wollte sie allerdings schon damals nicht die Fehlleistung des Verbandes anführen. Aber die Vermutung liegt nahe, dass sie ohne gesundheitliche Probleme in Istanbul wohl einen Podestplatz erreicht hätte. Zurück in der Schweiz fand die Schwimmerin von Atlantide Agno zu ihrem gewohnten Rendement zurück, und in Genf gelang der Kurzbahn-Europameisterin ein perfektes Rennen. Bei der Zwischenzeit bei Hälfte der Distanz verbesserte sie ihren Schweizer Rekord über 400 m um 29 Hundertstel auf 4:15,63. Ihre Schlusszeit nahm sie mit einigem Erstaunen zur Kenntnis: "Ich wollte Rekord schwimmen, aber eine solche Steigerung habe ich nicht erwartet", sagte Rigamonti. Ihre Klubkollegen Agata Czaplicki (16) und Nils-Ole Janshon schwammen ebenso Schweizer Rekorde. Czaplicki, die wie Rigamonti von Christophe Pellandini und ihrem Vater trainiert wird, verbesserte über 200 m Brust die Marke um 0,44 Sekunden auf 2:33,99, Janshon über 1500 m Crawl den Rekord um 4,39 Sekunden auf 15:47,93 Minuten. (TA/Si.) |